Abwassergebühr

Einführung der Getrennten Abwassergebühren

Die für die Benutzung der städtischen Abwasseranlagen fällige Abwassergebühr ist durch Beschluss des Gemeinderats und aufgrund gesetzlicher Vorgaben in eine Schmutzwasser- und eine Niederschlagswassergebühr aufgeteilt.

Schmutzwassergebühr

Für die Schmutzwassergebühr wird weiterhin der Frischwasserverbrauch zu Grunde gelegt. Die Gebühr beträgt ab dem 01.01.2017 2,00 € pro m³ und wird im Gegensatz zur Niederschlagswassergebühr durch Abschlagszahlungen erhoben.


Niederschlagswassergebühr

Die Niederschlagswassergebühr orientiert sich an der Größe der bebauten, befestigten und versiegelten Flächen, über die Niederschlagswasser direkt oder aber auch indirekt (z. B. auf die Straße) in die Kanalisation eingeleitet wird. Ab dem 01.01.2017 beträgt die Gebühr 0,83 € pro m² versiegelte Flächen. Je nach Beschaffenheit dieser versiegelten Fläche kann sich der anzurechnende Wert verringern.

Maßgeblich für die Bemessung und Berechnung der Gebühre:
Satzung über die öffentliche Entwässerung der Stadt Esslingen am Neckar (167 KB)


Ansprechpartner

Mit Fragen zu den Grundlagen der Niederschlagswassergebühr können sich Grundstückseigentümer an die Stadtentwässerung Esslingen am Neckar wenden:

Gebührengrundlage
Stadtentwässerung
Ritterstr. 17
73728 Esslingen a.N.
Telefon (07 11) 35 12-20 00

Ansprechpartner für die Zahlungsabwicklung sind die Stadtwerke Esslingen am Neckar:

Zahlungsabwicklung
Stadtwerke Esslingen a.N.
Fleischmannstr. 50
73728 Esslingen a.N.
Telefon (07 11) 35 12-20 01


FAQs

Die wichtigsten Fragen und Antworten rund um die neue Abwassergebühr und ihre Berechnung.

Wie werden die verschiedenen Oberflächen von Dächern, Belägen, Pflastern, Platten, usw. angerechnet?

Die unterschiedliche Beschaffenheit der versiegelten bzw. befestigten Flächen wird durch einen Faktor berücksichtigt, der aus der folgenden Tabelle ersichtlich ist:

§ Flächen / Rückhaltungen Faktor
1.0 
Dächer
 
1.1
Standarddach (flach oder geneigt), Kiesdach 
1,0
1.2
Gründach ab 6 cm Pflanzsubstratstärke 
0,5
1.3 Gründächer mit einer Erdaufschüttung ab 100 cm bleiben bei der Flächenanrechnung unberücksichtigt.  
2.0
Befestigte Flächen (Hof-, Wege- und Straßenflächen)
 
2.1
Asphalt, Beton, fugenlose Beläge, Pflaster, Platten 
1,0
2.2
Kies, Schotter, Rasengitter und Ökopflaster (Ökopflaster sind durchlässige Beläge oder Beläge mit Fugen breiter als 2,0 cm) 0,5
2.3 Ökopflaster, denen durch fachliche Gutachten eine auf Dauer 100%ige Versickerung bescheinigt wird, bleiben bei der Flächenanrechnung unberücksichtigt.  
3.0
Zisternen und Versickerungsanlagen mit Notüberlauf 
Die Berechnungsfläche für ein an eine Zisterne oder Anlage angeschlossenes Grundstücksteil vermindert sich um 20 Quadratmeter je vollem Kubikmeter Volumen dieser Anlage, höchstens jedoch um 50 % der maßgebenden Berechnungsfläche. 
 
3.1 Zisternen sind unterirdisch fest eingebaute und nicht veränderbare Rückhaltevorrichtungen mit einem Fassungsvermögen von mind. 1.000 Liter. Die Ableitung des Niederschlagswassers muss dauerhaft über die Zisterne bzw. Versickerungsanlage erfolgen. Provisorische, veränderbare oder vorübergehende Vorrichtungen werden nicht anerkannt.  
4.0
Andere Versiegelungsarten 
Für versiegelte Flächen anderer Art gilt derjenige Faktor, der den in Ziffer 1, 2 und 3 genannten Versiegelungsarten bezüglich seiner Wasserdurchlässigkeit bzw. Wasserrückhaltung am nächsten kommt. 
 

So lässt sich durch die Verwendung dauerhaft durchlässiger Oberflächen (beispielsweise Rasengittersteine) oder die Einrichtung von Versickerungsanlagen oder Zisternen die Niederschlagswassergebühr verringern.


Was ist bei Zisternen mit Notüberlauf an die Kanalisation zu beachten?

Bei diesen Zisternen handelt es sich um unterirdische Sammelbehälter, an denen befestigte Flächen durch unterirdische Leitungsführung dauerhaft und vollständig angeschlossen sind, und die sich durch den Anschluss des Notüberlaufs ständig zwischen Grundstücksentwässerung und Kanalisation befinden. Eine Zisterne muss mindestens ein Fassungsvermögen von 1m³ besitzen, um angerechnet zu werden. 

Die Berechnungsfläche reduziert sich dann um 20 Quadratmeter je vollem Kubikmeter Volumen dieser Zisterne, höchstens jedoch um 50 % der angeschlossenen Fläche.

Zusätzlich bieten der Markt und auch die eigene Kreativität Möglichkeiten in vielen Formen und Größen, Wasser für die Gartennutzung zu speichern. Dies ist selbstverständlich auch sinnvoll, sowohl ökologisch als auch für den Geldbeutel, da durch geringeren Wasserverbrauch auch weniger Schmutzwassergebühr anfällt. Auf die Berechnung der Niederschlagswassergebühr haben diese Sammeltanks, Becken, Fässer, Container usw. jedoch keinen Einfluss.

Bitte beachten Sie, dass Sie die Stadt Esslingen informieren müssen, wenn Sie Niederschlagswasser im Haushalt als Brauchwasser nutzen und in die öffentliche Kanalisation einleiten, z.B. für die Toilettenspülung oder Waschmaschine, etc. (rechtliche Grundlage ist § 26 Abs. 2, Ziff. 2 in Verbindung mit § 31 Abs. 2 der Esslinger Entwässerungssatzung).
Niederschlagswasser, das als Brauchwasser im Haushalt oder Betrieb genutzt wird, ist ebenfalls als Abwasser zu betrachten, so dass hierfür Schmutzwassergebühren zu bezahlen sind. Maßgebend bei der Verwendung von Brauchwasser ist der durch geeichte Wasserzähler angezeigte Wasserverbrauch. Wenn keine zuverlässigen Messungen vorhanden sind, kann die Wassermenge von der Stadt geschätzt werden.


Wie sind Hofflächen, Stellplätze und Hauseingänge zu berücksichtigen

Hofflächen, Stellplätze und Hauseingänge gelten als einleitend und werden zur Niederschlagswassergebühr herangezogen, wenn Starkregen dazu führt, dass Niederschlagswasser in öffentliche Entwässerungseinrichtungen fließen kann.

Dabei ist es unerheblich, ob dies über Entwässerungsrinnen direkt in einen öffentlichen Kanal eingeleitet wird, nur auf den Gehweg oder die Straße fließt oder über Straßengräben abgeleitet wird.

Flächen, die mit Kies, Schotter, Rasengitter und Ökopflaster (Ökopflaster sind durchlässige Beläge oder Beläge mit Fugen breiter als 2,0 cm) befestigt sind, können mit dem Faktor 0,5 angesetzt werden.


Kann man befestigte Flächen nicht einfach versickern lassen?

Eine Möglichkeit, die Niederschlagswassergebühr zu verringern, kann die gezielte Versickerung von befestigten Flächen sein. Dabei sind aber unbedingt verschiedene Regeln zu beachten. So ist z. B. das Versickern von Dachflächen über so genannte Sickerschächte aus heutiger Sicht unzulässig. Auch kann eine Versickerung abhängig von der Bodenbeschaffenheit und der Bebauungsdichte zu Schäden an der Bausubstanz des eigenen oder benachbarter Gebäude führen. Daher sollte bei der Einrichtung von Versickerungsanlagen immer ein Fachmann eingeschaltet werden.


Wie gehe ich mit Veränderungen auf dem Grundstück um?

Ändern sich bei einem Grundstück die maßgebenden, befestigten Flächen um mehr als 6 m², z. B. durch Anbauten oder Neubauten, so sind die Grundstückseigentümer verpflichtet, die Veränderungen der Stadt Esslingen am Neckar gegenüber binnen vier Wochen nach Fertigstellung der Veränderung zu melden. Veränderungen kleiner als 6 m² werden nicht berücksichtigt.

Gleiches gilt auch für Neubauten bzw. Maßnahmen auf bisher nicht berücksichtigten Flächen. Ein Erfassungsblatt steht hier zu Verfügung.

Typ Name Datum Größe
pdf Erfassungsblatt GAG 2013.PDF 20.02.2013 50 KB
pdf Erläuterungen zur Erfassung.pdf 12.01.2016 75 KB


Was ist bei Eigentumsänderungen bzw. Wechsel des Gebührenschuldners zu beachten?

Gebührenschuldner ist immer derjenige, der am 01.01. eines Jahres als Eigentümer zur Grundsteuer herangezogen wird. 

Ändern sich die Eigentumsverhältnisse, haben Sie z. B. ein gebührenrelevantes Grundstück gekauft, neu erworben oder auch verkauft, teilen Sie dies bitte der Stadt Esslingen am Neckar oder den Stadtwerken Esslingen mit, um dies für das folgende Gebührenjahr berücksichtigen zu können.

Die Gebühr wird immer für ein Jahr, vom 01.01.-31.12. erhoben. Der Erlass eines anteilsmäßigen Zwischenbescheides bei unterjährigem Verkauf ist nicht möglich.



Info

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Gebührengrundlage
Stadtentwässerung
Ritterstr. 17
73728 Esslingen a.N.
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Erläuterungen (75 KB)
Satzung Entwässerung (167 KB)