Pressemitteilung 21.09.17

4. Esslinger Kulturrucksack

Bereits zum vierten Mal präsentieren die Württembergische Landesbühne Esslingen, die Galerien der Stadt Esslingen - Villa Merkel und PODIUM Esslingen den Kulturrucksack, der von Marco Süß, dem Leiter der Jungen WLB, initiiert wurde.

Jedes Jahr stellen die drei Kultureinrichtungen im Rahmen dieses kulturpädagogischen Angebots ein Programm für die weiterführenden Schulen in Esslingen zusammen, das die Schülerinnen und Schüler aller fünften KIassen wahrnehmen können. Beteiligt sind 10 Schulen, darunter mit dem Privaten Gymnasium Esslingen fünf Gymnasien. Rund 1.000 Schülerinnen und Schüler besuchen damit die drei Kulturinstitutionen.

Die Koordination von Schulen und Einrichtungen liegt beim Kulturamt der Stadt Esslingen. Kulturamtsleiter Benedikt Stegmayer betont, wie wichtig der frühe Kontakt mit der Kultur für die Persönlichkeitsbildung der Schüler ist. „Der Kulturrucksack ist ein zentrales kulturpädagogisches Angebot in der Stadt. Es ist uns ein großes Anliegen, den Kulturrucksack im engen Austausch mit den Schulen und Einrichtungen weiterzuentwickeln.“

Unter dem Motto „Kunst als Grundnahrungsmittel für alle!“ haben sich die drei Institutionen in den Bereichen Theater, Musik und Bildender Kunst zusammengeschlossen und präsentieren jedes Jahr Veranstaltungen, die altersgemäß an die Fünftklässler vermittelt werden. Die Schülerinnen und Schüler besuchen dann übers Schuljahr verteilt alle drei Projekte. Sie erhalten die Möglichkeit, zu erleben, wie Kunst die Welt aus unterschiedlichen Perspektiven hinterfragt und begreifbar macht. In der aktiven Vor- und Nachbereitung und zum Teil bei den Besuchen in den Einrichtungen lernen die Kinder auch, sich selbst künstlerisch auszudrücken und Fantasie und Kreativität in ihre Alltagswirklichkeit zu integrieren.

Die Junge WLB hat für den Kulturrucksack 2017/18 „Die Kurzhosengang und das Totem von Okkerville“ von Zoran Drvenkar ausgewählt. Die neue Produktion der Kurzhosengang schließt an den erfolgreichen ersten Teil an, der vor zwei Jahren Bestandteil des Kulturrucksacks war. Erneut treffen die vier kanadischen Jungs der Kurzhosengang auf die verfeindete PauliGang und erleben jede Menge Abenteuer. Es ist eine berührende und zugleich urkomische Geschichte über Toleranz, Zusammenhalt und wahre Freundschaft, die auch ernste Themen wie Tod, Angst und Scheitern nicht ausspart. In Workshops zum Theaterstück erarbeiten die Theaterpädagogen der WLB diese Themen gemeinsam mit den Schülern, finden heraus, was sie mit ihnen selbst zu tun haben und wie man eigene Standpunkte dazu entwickeln könnte.

Nach dem Theaterbesuch in der Württembergischen Landesbühne ab Herbst 2017 besuchen die Kinder im April 2018 das PODIUM Festival Esslingen. PODIUM hat für das Schuljahr 2017/18 ein besonderes Ensemble nach Esslingen geholt: das STEGREIF.orchester mit ihrer Produktion „#freebrahms“. Was passiert, wenn ein Orchester ohne Dirigent spielt? Wenn Stühle, Notenständer und Frack eingetauscht werden gegen waghalsige Improvisationen? Wenn der Tubist über die Bühne marschiert und die Geigerin anfängt zu tanzen? Das STEGREIF.orchester stürzt sich kopfüber in die dritte Sinfonie von Johannes Brahms, um sie sich zu eigen zu machen. Mittendrin in diesem wunderschönen Spektakel: die Teilnehmer/innen des Kulturrucksack-Programms, die nach dem Konzert die Chance haben, die Musiker persönlich kennenzulernen.

Ebenfalls im April 2018 startet das Angebot der Städtischen Galerien - Villa Merkel zu einer Ausstellung, die die Subversion, das Unterwandern von Systemen als Methode nutzt. Das verborgene, untergründige Agieren bezieht sich dabei auf gesellschaftliche Entwicklungen und auf künstlerische Prozesse. Ausgangsidee für die Gruppenausstellung ist eine Kooperation mit dem iranischen Filmregisseur Sina Ataeian Dena. Sein Kinofilm „Paradise“ konnte nur durch Vortäuschung falscher Tatsachen im Iran entstehen: Die Dreherlaubnis wurde nur erteilt, weil Dena behauptete, einen Dokumentarfilm zu machen. Heimlich drehte er weitere Szenen, für die der Sound anschließend in Berlin rekonstruiert wurde. „Paradise“ ist also teilweise „gefaked“ und eröffnet verschiedene Themenfelder: Welche Strategien sind notwendig, um repressive politische Systeme zu unterlaufen? Wie lässt sich überhaupt noch zwischen wirklichen und erfundenen Dingen unterscheiden? Sechs Videoinstallationen und Fotografien beschäftigen sich mit diesen Themen. Ausgehend davon eröffnen die Schüler selbst ein Spiel mit verschiedenen Realitäten. Mit Hilfe eines Greenscreens – ein technisches Werkzeug der Collage aus Film und Fotografie – erstellen die Schüler surreal anmutende Bilder.

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