Östliche Altstadt

Quartiersaufwertung östliche Altstadt

Wie kann die östliche Altstadt als Handels-, Gewerbe- und Wohnstandort weiterentwickelt und gestärkt werden? Um diese Frage zu beantworten, wurden zahlreiche Akteure beteiligt. Hier können Sie sich über den aktuellen Stand informieren.

Informationen rund um das Projekt

Anlass

Die „Östliche Altstadt“ zwischen Roßneckarkanal, Marktplatz und Grabbrunnenstraße war mit den Sanierungsgebieten „Heppächer“ und „Hafenmarkt“ eines der ersten und großen städtebaulichen Erneuerungsprojekte in Esslingen und in der Region. Im Gegensatz zu früheren Sanierungsgebieten stand hier der erhaltende Charakter im Vordergrund, Neubau spielte eine untergeordnete Rolle. Der Erneuerungsansatz war umfassend und erfolgreich. Wohnen, Handel, Arbeiten, Kultur und Freizeit wurden in der atmosphärisch ansprechenden Altstadtarchitektur wieder zu gefragten Nutzungen.

Daneben tat sich bis vor etwa 15 Jahren die „westliche Altstadt“ zwischen Bahnlinie und Marktplatz zunehmend schwerer sich angemessen städtebaulich und wirtschaftlich weiter zu entwickeln, weshalb die städtebauliche Erneuerung in der Folgezeit dort konzentriert wurde und zur Zeit mit den Projekten Vogelsang, Bahnhofplatz, Neuer ZOB, Umbau Kreissparkasse und Erweiterung Karstadt im öffentlichen Bewusstsein präsent ist.

Insgesamt ist die städtebauliche Erneuerung mit ihrer Unmenge an vor allem privaten und auch öffentlichen Maßnahmen eine Erfolgsgeschichte für die Esslinger Altstadt. Erneuerung ist dabei nie abschließend, sondern muss als andauernder Prozess verstanden werden.

Eigentümer und Händler der „Östlichen Altstadt“ befürchten mit dem Erstarken der „Westlichen Altstadt“, dass ihr Standort zunehmend ins Hintertreffen gerät. Verstärkt wird diese Wahrnehmung durch übergeordnete Entwicklungen (Umbruch der Einzelhandelsstruktur, E-Commerce) aber auch durch Abnutzungserscheinungen im öffentlichen Raum, Leerstände und durch Mängel in der Verkehrserschließung der östlichen Altstadt.

Die Betroffenen in der „Östlichen Altstadt“, der AK Innenstadt/Östliche Altstadt, die City Esslingen und der BA Innenstadt, beschäftigen sich schon seit längerem mit Analysen, möglichen Strategien und Maßnahmen zur Verbesserung ihrer Situation. Die Stadtverwaltung ist in die Überlegungen mit einbezogen und sieht sich selbstverständlich in der Zuständigkeit für den öffentlichen Raum und seine Nutzung.


Antrag der Gemeinderatsfraktionen

Im Juni 2014 ist beim Oberbürgermeister ein gemeinsamer Antrag aller Fraktionen eingegangen, indem die Verwaltung beauftragt wird, ein integriertes Gesamtkonzept zur städtebaulichen Aufwertung der östlichen Altstadt unter Berücksichtigung folgender Aspekte zu erstellen:

  • Einbeziehung des Konzepts von Prof. Trieb aus dem Jahr 2005
  • Prüfung, ob Fördermittel des Landes oder des Bundes zur Verfügung stehen
  • Optische und funktionelle Aufwertung des östlichen Stadteingangs bei der Maillekreuzung
  • Lenkung der Fußgängerströme zwischen den Fußgängerzonen Innere Brücke und Küferstraße
  • Sicherstellung von Sauberkeit und Sicherheit an einer zentralen Stelle unserer Stadt

In der ATU Sitzung am 06.10.2014 wurde auf den Antrag aller Fraktionen eingegangen. Mit dem Papier „Ziele und Strategien“ vom 03.04.2014 (vorgestellt im ATU am 30.06.2014, Vorlage 61/ 188/ 2014) liegen wichtige Aussagen zu den Handlungsfeldern vor:

  • Stadtbild – Öffentlicher Raum
  • Orientierung – Stadteingänge
  • Verkehr
  • Profil – Frequenzbringer
  • Tourismus
  • Marketing – Kommunikation – Lokale Netzwerke

Dieses Konzept, das unterschiedliche Wirkungsebenen und Akteure anspricht, ist die Grundlage für das von den Fraktionen geforderte Gesamtkonzept zur städtebaulichen Aufwertung der Östlichen Altstadt.


Klärung offener Fragen

Kann in der Ritterstraße eine Fußgängerzone eingerichtet werden? Welche verkehrliche Auswirkungen entstehen dabei für die Östliche Altstadt?

Im Juli 2014 besprach die Stadtverwaltung das mögliche weitere Vorgehen in zwei Terminen mit Vertretern der City Esslingen und dem BA Innenstadt. Folgendes wurde vereinbart:

  • Die Stadtverwaltung erarbeitet konkrete Verkehrslenkungskonzepte mit dem Ziel, die Folgen und Wirkungen einer Fußgängerzone Ritterstraße abschätzen und beurteilen zu können.
  • Anfang Oktober werden diese Lenkungskonzepte mit Vertretern der City Esslingen und dem BA Innenstadt diskutiert mit dem Ziel, der Vorbereitung eines Workshops
  • Durchführung von Workshops, moderiert vom Büro von Prof. Trieb (ISA)
  • Sollte sich eine Zustimmung zur Einrichtung einer Fußgängerzone oder zu einer anderen als geeignet beurteilter Verkehrslösung abzeichnen, wird der ATU informiert. Der ATU soll dann, sofern er den Ergebnissen aus dem Workshop zustimmen kann, die Verwaltung mit der künftigen funktionalen Einrichtung der Verkehrslösung und gleichzeitig mit der Vertiefung der bisher vorliegenden Gestaltungsvorschläge zum Umbau der Ritterstraße beauftragen

Mit welchen Maßnahmen kann der Stadteingang von der Maillekreuzung in die Ritter- und Küferstraße (kostengünstig und wirksam) aufgewertet werden?

Am Stadteingang von der Maille-Kreuzung in die Ritterstraße wurde Anfang August 2014 im Rahmen des Straßenordnungsrechts mit einer Halbabsperrung und einem Durchfahrtsverbot die heutige Straßenrechtslage verdeutlicht. Weitergehende Maßnahmen sollten entsprechend den Erkenntnissen aus dem Verkehrslenkungskonzept und den Workshops gewonnen werden.

Wie können rasch Reparaturen bzw. Ersatzmaßnahmen bei Beleuchtung, Papierkörben, Bänken etc. durchgeführt werden?

Für die bestehende Möblierung des öffentlichen Raums mit Beleuchtung, Müllbehälter, Sitzgelegenheiten und Pflanzkübel wird die Stadtverwaltung ein Gesamtkonzept entwickeln und anschließend mit den Betroffenen in einem Workshop abstimmen bevor 2015 die Maßnahmen umgesetzt werden sollen.

Können Fördermittel des Landes oder des Bundes beantragt werden?

Die Verwaltung hat geprüft, ob Fördermittel des Landes oder des Bundes genutzt werden können:

Die Ritterstraße ist Teil des Sanierungsgebiets „Kesselwasen – Innenstadt“. Frühere Konsolidierungsbeschlüsse der Gemeinde führten dazu, dass geplante Maßnahmen zur Umgestaltung der Ritterstraße und des Stadteingangs nicht mehr weiterverfolgt werden sollten und die dafür vorgesehenen städtischen Finanzmittel gestrichen wurden, weshalb in Folge auch kein Zugriff auf die zugesagten Finanzfördermittel mehr möglich ist.

Erst nach Aufhebung der Sanierungssatzung „Kesselwasen- Innenstadt“ und nach Abschluss aller nachlaufenden Abrechnungen, Erhebung der Ausgleichsbeträge usw. besteht theoretisch die Möglichkeit, erneut Finanzfördermittel zu beantragen – frühestens in 3 Jahren – mit mäßigen Erfolgsaussichten, denn üblicherweise müssen Bindungsfristen von bis zu 25 Jahren beachtet werden, bevor eine neue städtebauliche Sanierung möglich wird.


Vorgehen der Verwaltung

Zunächst wurde ein Analyseplan erstellt, der die Belange PKW- und LKW-Verkehr und Fußgänger (Wegebeziehungen) mit den daraus entstehenden Konflikten, Einzelhandel, Gastronomie, Besucher, Orientierung, vorhandene Möblierung und Gestaltung des öffentlichen Raums analysiert. Darauf aufbauend wurde für die gesamte östliche Altstadt ein Maßnahmenplan mit konzeptionellen Aufwertungen des öffentlichen Raums erarbeitet.


Ergebnisse zur Küferstraße

Die Analyse ergab, dass in dem Fußgängerbereich Küferstraße keine akuten größeren baulichen Maßnahmen (Straßenbelag) im Straßenraum erforderlich sind. Mängel wurden in der Möblierung festgestellt: Leuchten, Sitzbänke, Müllbehälter, Pflanzkübel, Fahrradständer. Die Stadtverwaltung hat darauf aufbauend einen ersten Gestaltungsplan für den öffentlichen Raum in der Küferstraße entwickelt.


Ergebnisse zur Ritterstraße und Umgebung

Die Analyse ergab, dass das Hauptproblem der Östlichen Altstadt die bestehende Verkehrslenkung ist. Die PKWs dominieren im Straßenraum Ritterstraße, Milchstraße und Strohstraße den öffentlichen Raum und bilden somit eine Störung für die Fußgänger.

Eine PKW Zählung in einem Zeitrahmen von 15 – 19 Uhr ergab, dass die Hälfte der in die Ritterstraße einfahrenden PKWs innerhalb von ca. 15 Minuten wieder über die Ritterstraße heraus fahren. Somit sind die Hälfte des Autoverkehrs in der Ritterstraße entweder Kurzparker (für kurzes Ent- und Beladen von Personen oder Gegenständen) oder Parksuchverkehr.

Die Verkehrsplanung hat daraufhin Szenarien entwickelt, wie dieser Parksuchverkehr in zunächst einfachen Veränderungen in der Verkehrslenkungen und darauf aufbauenden Stufensystem das Endziel: Fußgängerzone Ritter- und Küferstraße umgesetzt werden könnte.

  • Variante 1: Der Eingangsbereich Küferstraße und die Strohstraße bis Spritzengasse wird Fußgängerzone
  • Variante 2a: Die Milchstraße zwischen Hafenmarkt und Strohstraße wird zusätzlich Fußgängerzone
  • Variante 2b: Die Milchstraße zwischen Ritterstraße und Hafenmarkt wird zusätzlich Fußgängerzone
  • Variante 4: Die Ritterstraße, der Eingangsbereich Küferstraße und Strohstraße und die Milchstraße bis zum Hafenmarkt wird Fußgängerzone

Workshops zur östlichen Altstadt

Am 8. und 15. Januar 2015 wurden zwei Workshops mit den zwei unterschiedlichen inhaltlichen Themen „Küferstraße – Gestaltung des öffentlichen Raums zur Stärkung des Einzelhandels“ und „Ritterstraße und Umgebung – Lenkung des Verkehrs in der östlichen Altstadt“ durchgeführt. Grundlage waren die von der Verwaltung entwickelten Maßnahmen-, Gestaltungs- und Verkehrslenkungsplanungen. Die Ergebnisse des Workshops wurden in den ATU-Sitzungen am 9. März 2015 und 20. April 2015 den Gemeinderäten vorgestellt.


Workshop Küferstraße

Mit Einzelhändlern, Eigentümern, Bewohnern zur „Neu-Möblierung“ der Altstadt am 08. Januar 2015 im Gemeindehaus am Blarerplatz mit folgenden Zielen:

  • Aufwertung der Küferstraße ohne größere Eingriffe im Bestand vorzunehmen
  • Zonierung der Küferstraße prüfen
  • Konzept für die Möblierung der Küferstraße entwickeln

Folgende Ergebnisse konnten gemeinsam erarbeitet werden:

  • Die Küferstraße soll auch zukünftig auf beiden Seiten eine nicht befahrbare und nutzbare Vorfläche (z.B. für Außenbewirtung) vor den Gebäuden erhalten.
  • Die geplanten neuen Kandelaber Leuchten sollen jeweils versetzt in der Küferstraße aufgestellt werden, um die Schaufenster auf beiden Seiten gleichwertig auszuleuchten.
  • Es soll ein Gesamtkonzept für die Standorte der Möblierungselemente (Leuchten, Sitzbänke, Pflanzkübel, Müllbehälter) entwickelt werden, um den Straßenraum zu gliedern. Die genauen Standorte sollen aber mit den unmittelbar Betroffenen abgestimmt werden.
  • Es fehlen Beschilderungen/ Hinweisschilder in die östliche Altstadt/ Küferstraße
  • Die Mängel beim Stadteingang Maille/ Eingang Küferstraße wirken sich auch auf die bestehende Fußgängerzone Küferstraße aus.
  • Das Wolfstor und sein Durchgang sind nicht ausreichend beleuchtet.

Workshop Ritterstraße und Umgebung

Mit Einzelhändlern, Eigentümern, Bewohnern zur Östlichen Altstadt – Schwerpunkt Ritterstraße und Umgebung am 15. Januar 2015 im Gemeindehaus am Blarerplatz mit folgenden Zielen:

  • Welche Maßnahmen sind erforderlich, um die östliche Altstadt aufzuwerten?
  • Wie kann die Situation für den Fußgänger, Radfahrer verbessert werden?
  • Wo wird der Autoverkehr als störend empfunden, welcher PKW Verkehr muss zugelassen werden?
  • Wo bestehen aus Sicht der Einzelhändler, Bewohner und Eigentümer die größten Mängel?
  • Welche Verkehrslenkungsvariante oder –varianten können zum Erfolg führen?

Folgende Ergebnisse konnten gemeinsam erarbeitet werden:

  • Das Verkehrsaufkommen in der Ritterstraße durch den vorwiegenden Parksuchverkehr wird von allen Teilnehmern als zu hoch und für den Einzelhandel als schädlich bewertet.
  • In einem ersten Schritt soll der Eingang in die Altstadt/Ritterstraße so umgebaut werden, dass die Zufahrt zur Tiefgarage Küferstraße/ Altstadt zwangsläufig ist und die Weiterfahrt in die Ritterstraße auf die Anwohner, Zulieferer und sonstigen Berechtigten beschränkt wird. Dazu sollen alle optischen Hinweise auf Autoabstellmöglichkeiten, Fahrbahnen und sichtbare Parkierungsflächen beseitigt werden.
  • Dem Fußgänger soll mehr Raum und gleichberechtigte Verkehrsrechte eingeräumt werden.
  • Die gestalterischen Maßnahmen und Verkehrslenkungsmaßnahmen am Stadteingang Maille/ Ritterstraße sollen zeitgleich erfolgen, da ansonsten das angestrebte Ziel, den Verkehr in der Ritterstraße zu reduzieren und die östliche Altstadt aufzuwerten, gefährdet sei.
  • Es soll geprüft werden, ob die zukünftige Zufahrt von der Maillekreuzung in die Ritterstraße mit einem kontrollierenden Berechtigungssystem ergänzt werden kann. Sollte das nicht zur gewünschten Reduktion der unberechtigten Einfahrten führen, könnte entweder beim Fischbrunnenplatz und/oder in der Strohstraße/ Küferstraße die Befahrung der Ritterstraße durch Ausweisung von Fußgängerzonen zum gewünschten Ziel führen.
  • Das gewünschte Endziel ist die fußgängerfreundliche Umgestaltung der Ritterstrasse; möglicherweise könnte sie wie die Bahnhofstraße später auch als eine Fußgängerzone ausgewiesen werden.

Beschluss zum weiteren Vorgehen

Die Ergebnisse des Wettbewerbs Stadteingang Maille von 2008 sind die Grundlage für das weitere Vorgehen für den Eingangsbereich Ritterstraße. Die kurz- bis mittelfristig als unrealistisch festgestellte Verlegung der Zu- und Ausfahrt zur Tiefgarage Küferstraße/Altstadt und daraus veränderte Lage des vorgesehenen Neubaus am Rossneckarkanal muss jedoch berücksichtigt werden.

Die bereits vorhandene Planung des Büros ISA Internationales Stadtbauatelier zur Ritterstraße und des Büros Häfner-Jimenéz zum Stadteingang Maille soll zunächst an die heutigen Anforderungen angepasst werden. Auf Basis der aktualisierten Planungen sollen die Kosten für die Umgestaltung der Ritterstraße und der Eingangsbereich Küferstraße ermittelt werden.

Die gestalterischen Maßnahmen am Stadteingang Maille sollen erst dann durch ein verkehrstechnisches Kontrollsystem nachgerüstet werden, wenn die gestalterische Maßnahmen nicht zum Ziel der Verkehrsminderung führen.


Stand November 2015

Die Maßnahmen im öffentlichen Raum der Küferstraße wurden mit Vertretern der Küferstraße nochmals im Detail abgestimmt. Dabei wurden noch Nachbesserungen wie die Aufstellung von Fahrradständern mit aufgenommen. Die Maßnahmen wurden bereits umgesetzt bzw. werden bis Anfang 2016 umgesetzt werden.

Das Büro Häfner und Jiménez hat Ihre Planung für den Eingangsbereich Maille – Ritterstraße bis zur Küferstraße überarbeitet und einen ersten Vorentwurf entwickelt, der derzeit noch innerhalb der Verwaltung abgestimmt wird. Es ist beabsichtigt, den Vorentwurf mit einer ersten Kostenschätzung dem ATU Anfang 2016 vorzustellen, um finanzielle Mittel für 2017 einstellen zu können.



Info

Kontakt

Stadtplanungsamt
Stadtplanungsamt
Ritterstraße 17
73728 Esslingen am Neckar
Telefon (07 11) 35 12-31 10
Fax (07 11) 35 12-55 32 84
Ruth Clemens-Martin

Stadtplanerin, Gebietsverantwortliche Planerin

Telefon (07 11) 35 12 25 97
Gebäude: Neubau
Raum: 222

Download

Verkehrsuntersuchung (815 KB)
Analyseplan (Mai 2014) (4 MB)
Maßnahmenplan (Juli 2014) (4 MB)

Links

www.cityinitiative-esslingen.de
www.esslingen-tourist.de
www.cima.de