FNP 2030
Leitbild Flächennutzungsplan entschieden
Am 23. Juli hat der Gemeinderat mit breiter Mehrheit entschieden, wie das quantitative und das räumliche Leitbild für Esslingen aussehen soll, das dem neuen Flächennutzungsplan zugrunde liegt.

Wie viele Einwohner soll die Stadt Esslingen am Neckar künftig beherbergen? Und wo und wie kann für diese Einwohner Wohnraum geschaffen bzw. gesichert werden? Beim zweiten Bürgerdialog zum Flächennutzungsplan-Leitbildprozess im Mai dieses Jahres hatten Verwaltung, Planer und Bürgerschaft intensiv über diese Fragen diskutiert.
Am 23. Juli hat der Gemeinderat jetzt mit breiter Mehrheit entschieden, wie das quantitative, aber auch das räumliche Leitbild für Esslingen aussehen soll, das dem neuen Flächennutzungsplan zugrunde liegt. So beschloss der Gemeinderat in seiner öffentlichen Sitzung am 23. Juli als strategisches quantitatives Ziel für die Stadt Esslingen einstimmig, das Halten der Bevölkerungszahl bis 2030 entsprechend der Rahmenbedingungen anzustreben. Als räumliches und strategisches Leitbild zur Ausarbeitung des Vorentwurfs des Flächennutzungsplans beschloss der Gemeinderat dazu mit breiter Mehrheit und gegen 6 Stimmen von Bündnis 90 Die Grünen das Szenario 2 Plus. Die Vertreter der Grünen votierten lediglich für das Szenario 2. Das räumliche Leitbild stellt dabei einen Orientierungsrahmen dar für die Verteilung von neuen Wohnbau- und Gewerbeflächen im Stadtgebiet.
„Die aktuellen strategischen Entscheidungen sind als Rahmenvorgabe und Korridor ein wichtiger Schritt im Verfahren, damit wir im Herbst zielgerichtet über konkrete Flächen diskutieren können. Dies ist allerdings kein Beschluss über Entwicklungsflächen. Über konkrete Entwicklungsflächen wird erst im Rahmen der Aufstellung des Flächennutzungsplan-Vorentwurfs befunden., unterstreicht Oberbürgermeister Dr. Jürgen Zieger.
Eine zentrale Frage ist zunächst die nach der künftigen Zahl der Einwohner für Esslingen. Laut Statistiken wird die Bevölkerung zwar auch in Esslingen bis zum Jahr 2030 abnehmen. Eine schrumpfende Bevölkerungszahl bedeutet jedoch für eine Kommune unter anderem auch weniger Einnahmen und eine geringer ausgelastete Infrastruktur (Schulen, Kindergärten, ÖPNV, Kulturangebote). Die Stadt muss sich also fragen, ob sie diese Entwicklung abwartend akzeptiert oder ob sie dieser aktiv begegnet, indem sie sich z.B. den aktuellen Trend zunutze macht, dass in unsere wirtschaftlich attraktive Region auch künftig noch viele Menschen ziehen werden. Erster Bürgermeister Wilfried Wallbrecht machte vor der Entscheidung des Gemeinderates dazu die Sichtweise der Stadtverwaltung deutlich: „Wir empfehlen klar die Zielrichtung, die Einwohnerzahl auch künftig zu halten, um die Lebensqualität in unserer Stadt zu sichern und zu stärken.“
Die Frage, in welchem Maße Esslingen in den kommenden Jahren überhaupt noch räumlich wachsen darf, wurde im Bürgerdialog anhand von vier grundsätzlich denkbaren Entwicklungsoptionen – so genannten Szenarien – öffentlich diskutiert. Die Bandbreite der verschiedenen Alternativen reichte hier von der reinen Konzentration auf die Innenentwicklung (Szenario 1) über kleinteilige, über die Stadt verteilte Arrondierungen (Szenario 2) bis hin zu einigen wenigen, dafür aber großen kompakten Siedlungsentwicklungen (Szenario 3). Das vierte Szenario (Szenario Plus) stellt eine weitere Variante dar: Über eine die großen Esslinger Gewerbeflächen in der Tallage ergänzende gewerbliche Außenentwicklung in Berkheim (in Kombination mit einem verkehrlichen Neuanschluss des Gebietes) könnten mittelfristig neue Innenentwicklungspotenziale im Umfeld der S-Bahn-Haltepunkte im Neckartal erschlossen werden.
Als Ergebnis aus den internen und öffentlichen Diskussionen empfahl die Stadtverwaltung eine Kombination der Szenarien 1, 2 und Plus. „Das Szenario 2 Plus eignet sich aus unserer Sicht am besten, um auf die spezifischen Erfordernisse und den regionalen Standortwettbewerb in Esslingen einzugehen“, so OB Zieger, „wir eröffnen uns mit dieser Variante eine große Bandbreite an Handlungsmöglichkeiten und können flexibel und bedarfsorientiert auf aktuelle und auch künftige Herausforderungen reagieren.“
Das Szenario 2 Plus legt einen zentralen Schwerpunkt auf die Innenentwicklung (Umwidmung von Flächen, Baulückenschließung), ermöglicht aber auch eine maßvolle und auf die Bedürfnisse in Esslingen ausgerichtete Außenentwicklung. Über das „Plus“ besteht darüber hinaus die Chance, die Entwicklung attraktiver Gewerbeflächen zu verknüpfen mit einer Verbesserung der verkehrlichen Situation in Berkheim und einer Aufwertung der Gebiete um die S-Bahn-Haltepunkte. Die Stadtverwaltung wird nun bis zum Herbst dieses Szenario mit konkreten Flächen und Zahlen hinterlegen und dem Gemeinderat einen Vorentwurf zum Flächennutzungsplan vorlegen.
Wer sich über den Prozess insgesamt, den aktuellen Stand der Arbeiten oder vertiefend über die Inhalte und Ergebnisse des Bürgerdialogs informieren möchte, kann dies im Internet unter www.fnp2030.esslingen.de tun.
Download Bildmaterial
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