SVE Bilanz 2012

Vorjahresbilanz wird nicht gehalten

SVE: Kostendeckungsgrad nur noch 0,85 %-Punkte über dem Bundesdurchschnitt, Ziel: Verbesserung der Wirtschaftlichkeit bei gleichbleibendem Angebot

Das Betriebsdefizit des Städtischen Verkehrsbetriebs Esslingen (SVE) lag im Jahr 2012 mit 4,2 Mio. EUR um 0,7 Mio. EUR über dem Ergebnis aus 2011. Der Kostendeckungsgrad lag im Geschäftsjahr 2012 bei 78,75 % und somit um 2,41 %-Punkte unter dem des Vorjahres. Vor 10 Jahren schnitt der SVE beim Kostendeckungsgrad noch um ganze 11,90 %-Punkte besser ab als der Bundesdurchschnitt. Im Jahr 2012 ist dieser Vorsprung fast aufgebracht. Der SVE liegt mit seinem Kostendeckungsgrad nur noch 0,85 %-Punkte über dem Bundesdurchschnitt von 77,90%.

Der für den Verkehrsbetrieb zuständige Bürgermeister Bertram Schiebel zeigte sich anlässlich dieses Ergebnisses nicht zufrieden. Aufgrund des Ergebnisses und der anstehenden Herausforderungen kommt Schiebel zu dem Schluss, dass jetzt der Zeitpunkt sei, die strategischen Weichen für den SVE zu stellen. "Die Verbesserung der Wirtschaftlichkeit bei bestehendem Angebot" lautet die klare Zielvorgabe, die Schiebel der neuen Werkleitung in Person von Roland Krause und seinem Stellvertreter Harald Boog, dem Technischen Betriebsleiter des SVE, mit auf den Weg gibt.

Roland Krause, der am 01.08.2013 seinen offiziellen Dienstantritt beim SVE hatte, sieht, in Anbetracht der aktuellen Herausforderungen wie der Optimierung der Wirtschaftlichkeit, dem neuen Personenbeförderungsrecht, den auslaufenden END-Verträgen, der Umgestaltung der ÖPNV-Finanzierung und der Neustrukturierung des ÖPNV seine Aufgabe hauptsächlich darin, den SVE strategisch neu aufzustellen.
 
Die ersten Schritte hierzu seien bereits gemacht ergänzte Harald Boog, Technischer Betriebsleiter aus Sicht des SVE. Die Weichen für die Zukunft seien, durch strukturelle Maßnahmen innerhalb des Unternehmens einerseits und durch eine moderne Ausgestaltung des Busbetriebs andererseits, gestellt. So hat man in 2012 gemeinsam mit den Busunternehmen Fischle, Schlienz und Schefenacker ein neues Betriebskonzept für den Stadtverkehr Esslingen erarbeitet.

Das Ziel ein verbessertes und am Bedarf orientiertes Verkehrsangebot zu schaffen sei mit diesem Konzept erreicht, so der Technische Betriebsleiter. Fahrplan und Taktzeiten seien optimiert und auf den Integralen Taktverkehr abgestimmt. Der Integrale Taktverkehr sei das zentrale Plus im neuen Betriebskonzept, so Boog. Dieser stimmt die verschiedenen Linien möglichst perfekt aufeinander ab und harmonisiert so die Umsteigebeziehungen am ZOB, der 2014 in Betrieb geht.

Mit der 100-Jahrfeier im Juni 2012 hatte der SVE sein „Highlight“. Fünf Tage lang bot der SVE ein abwechslungsreiches Programm für Fachpublikum und Öffentlichkeit zum Thema Mobilität. Angefangen beim zweitägigen Mobilitätskongress über den Fachbesuchertag bis zum Wochenende an dem die Bevölkerung die Möglichkeit hatte, O-Bus hautnah zu erleben. Unterstützt wurde die Aktion von 11 verschiedenen Busherstellern und zahlreichen Firmen, die im Zusammenhang mit dem ÖPNV stehen.

Die 100-Jahrfeier war laut Boog auch Wegweiser für das Projekt Elektro-Hybrid-Bus, das bis Ende 2015 in Esslingen umgesetzt werden soll. Es schließt an die Vorreiterrolle an, die Esslingen bereits 1976 mit dem DUO-Bus hatte. Im Gegensatz zum bekannten Diesel-Hybridbus fährt der Elektro-Hybrid-Bus rein elektrisch und das auch über größere Strecken ohne Oberleitung. Zum Aufladen der Batterie muss der Bus nicht an der „Steckdose“ stehen, sondern diese kann während des Betriebs an der Oberleitung geladen werden. Darüber hinaus erfolgt der Ladevorgang deutlich Batterieschonender, was die Haltbarkeit erhöht.

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SVE - Städtischer Verkehrsbetrieb
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