Pressemitteilung 03.08.17

Tag des offenen Denkmals

Am Sonntag, 10. September ist es wieder soweit: Unter dem Motto "Macht und Pracht" öffnen von der Stadtbefestigung über Kirchtürme bis zu Rathäusern viele Denkmäler ihre Türen.

Das Stadtbild der Fachwerkstadt Esslingens wird an vielen Stellen von auf den ersten Blick unscheinbaren Putzfassaden des 19. Jahrhunderts bestimmt. Beim Gebäude Landolinsgasse 4 verweist beim zweiten Blick ein auf 1783 datierter Schlussstein über dem Eingangsportal auf eine Baumaßnahme in der Barockzeit, die allgemein für ihre prächtigen Bauten bekannt ist. Und bei genaueren Untersuchungen durch die Bauforschung wurde erkannt, dass das Gebäude ein auf das Jahr 1443, also bis ins späte Mittelalter zurückgehendes Dachtragwerk hat, das noch dazu aus Pappelholz, einem sehr selten gewählten Bauholz, abgezimmert wurde. Beim diesjährigen Esslinger Tag des Offenen Denkmals können wieder solche und andere erlebnisreiche Entdeckungen hinter vermeintlich belanglosen Fassaden machen.

„Esslingens Pracht liegt in der Vielfalt seiner identitätsstiftenden Bauzeugnisse und im Reichtum seiner überlieferten Stadtbaugeschichte. Manche Gebäude treten erst auf den zweiten Blick in Erscheinung“ – so Oberbürgermeister Dr. Jürgen Zieger bei der Vorstellung des 58 Programmpunkte umfassenden Tages. Erster Bürgermeister Wilfried Wallbrecht macht deutlich: „An der Stadtbefestigung und den Rathäusern kann man ablesen, wie die reichsstädtische Macht zu verschiedenen Zeiten dargestellt wurde. Die renaissancezeitliche Pracht kann im Alten Rathaus und die barocke im reichsstädtischen Rathaus mit seinen Stuckierungen und Deckengemälden erlebt werden. Die mittelalterliche Machtdemonstration wird an der Vielzahl der Kirch- und Stadtmauertürme erkennbar, von denen in diesem Jahr wieder die Türme der Stadtkirche St. Dionys und der Frauenkirche sowie der Wolfstorturm und der Dicken Turm zugänglich sind.“

Stadtrundgänge um die Rathäuser und in den öffentlichen Stadträumen, zu Katharinenstaffel- und Katharinenstraße sowie zu Schulbauten vom Beginn des 20. Jahrhunderts bringen das sich über die Jahrhunderte hinweg immer wieder anders präsentierende städtische Selbstverständnis nahe. Barockbauten aus der Zeit nach dem Stadtbrand im Jahr 1701 und Villen in der Mülberger-, der Ebershalden- und der Bahnhofstraße sind Zeugnisse ihrer bürgerlichen Erbauer.

Das Centraltheater am Rossmarkt, das Schulmuseum in Sulzgries, der zweistöckige Pferdestall eines Spediteurs in der Martinstraße, die Neckarkanäle in der Altstadt, die Eisenbahnwerkstätten in der Rennstraße, das Künstleratelier von Hermann Sohn in Mettingen, das alte Zollamt in der Fleischmannstraße, die Bauhütte bei der Frauenkirche, die alte Kelter in der Unteren Beutau, das Zunfthaus der Schumacher in der Landolinsgasse, der jüdische Friedhof, das ehemalige Franziskanerkloster und die jüngsten Erkenntnisse der Mittelalterarchäologie entlang der Ehnisgasse schaffen ein reiches Bild vom Alltag zurückliegender Epochen mit mal mehr und mal weniger Pracht.

Die zwei i-Tüpfelchen des Tages sind die musikalischen Bereicherungen des Gebauten durch das Erste internationale Glockenspielfestival mit den Glocken des Alten Rathauses und die Bespielung zwei bürgerlicher Prachtbauten durch die jungen Musiker des PODIUM Esslingen. Sie vervollständigen unser kulturelles Bild von anderen Epochen.

Der diesjährige, erstmals unter der Federführung des Baurechtsamtes konzipierte Esslinger Denkmaltag zeigt, wie Machtdarstellung und Prachtentfaltung in Architektur und Stadtplanung Esslingens verstanden wurden – mal vordergründig, mal zurückgenommen.  Frau Christine Keinath und Herrn Dr. Peter Dietl haben mit über 200 Ehrenamtlichen aus den Kirchengemeinden und der Bürgerschaft in gewohnter, aber keineswegs selbstverständlicher Fülle den Tag gestaltet. Insgesamt geben 58 Programmpunkte – 4 Stadtrundgänge, 24 Objektrundgänge, vier Kinderführungen, zwei Programmpunkte des Landesamtes für Denkmalpflege und 11 besondere Angebote – ein sehr reiches Bild vom gebauten kulturellen Erbe am Esslinger Tag des Offenen Denkmals 2017.

Anmeldung und Beginn

Die Beschränkung der Teilnehmerzahl und eine vorherige Anmeldung sind dieses Jahr bei elf Objektrundgängen erforderlich, ohne die die Zugänglichkeit zu diesen Orten gar nicht möglich wäre. Die kostenlosen Karten für diese Führungen sind erst am Tag des Offenen Denkmals ab 10.00 Uhr bei der Esslinger Stadtmarketing & Tourismus GmbH (EST) im Späth´schen Haus (Marktplatz 16) und an den im Programm angegebenen Stellen erhältlich.

Oberbürgermeister Dr. Jürgen Zieger  wird den Esslinger Tag des Offenen Denkmals am 10. September 2017 um 11 Uhr auf dem Marktplatz eröffnen. Anschließend beginnen von dort aus viele der kostenlosen Stadt- und Objektrundgänge.


  
Weitere Informationen und Programm:
Tag des offenen Denkmals 
    
  

Info

Kontakt

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Ritterstraße 17
73728 Esslingen am Neckar
Telefon +49 (7 11) 35 12-23 61
Esslinger Stadtmarketing & Tourismus GmbH
im Späth’schen Haus
Marktplatz 16
73728 Esslingen am Neckar
Telefon (07 11) 39 69 39-69

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Weiterführende Links

www.tag-des-offenen-denkmals.de
www.denkmalschutz.de