Pressemitteilung 19.5.17

Erfolgreiche Entwicklung der Städtischen Pflegeheime

Der Eigenbetrieb Städtische Pflegeheime Esslingen am Neckar hat in den letzten Jahren eine rasante Entwicklung vollzogen. Am 18. Mai wurden Daten und Fakten zum Jahresabschluss 2016 vorgestellt.

Der Eigenbetrieb Städtische Pflegeheime Esslingen am Neckar hat in den letzten Jahren eine rasante Entwicklung vollzogen. Oberbürgermeister Dr. Jürgen Zieger und Thilo Naujoks, Geschäftsführer der Städtischen Pflegeheime Esslingen am Neckar stellten in einem Pressegespräch am 18. Mai 2017 neben den Daten und Fakten zum Jahresabschluss 2016 anhand der „Überleitungsergebnisse“ zum 01.01.2017 auch die Auswirkungen des Pflegestärkungsgesetzes vor.

Zur Geschäftstätigkeit des Eigenbetriebes gehören:

  • die Pflegeheime Obertor, Berkheim, Pliensauvorstadt, Hohenkreuz und ab Herbst 2017 auch das Pflegeheim Oberesslingen mit insgesamt 381 vollstationären Pflegeplätzen,
  • die Tagespflegeeinrichtungen im Obertor, am Zollernplatz, Hohenkreuz und ab Herbst 2017 die Tagespflege Oberesslingen mit insgesamt 54 Plätzen,
  • die Anlagen für Betreutes Wohnen in Berkheim und in der Pliensauvorstadt mit insgesamt 50 Appartements sowie
  • fünf öffentliche Cafés mit dem Angebot eines Mittagstisches, die den Pflegeheimen zugeordnet sind.

Insgesamt investierte der Eigenbetrieb Städtische Pflegeheime seit seiner Gründung im Jahr 1997 ca. 42,6 Mio. Euro in eine Verbesserung der Pflegeinfrastruktur verbunden mit einer wohnortnahen Versorgung für pflegebedürftige Menschen.

Eckdaten aus dem Lagebericht 2016:

Die Nachfrage nach den Pflege- und Betreuungsangeboten war 2016 unverändert hoch. Die Auslastungsquote für die bestehenden Pflegeheime lag bei über 99 %, das im November 2016 neu eröffnete Pflegeheim Hohenkreuz ist mittlerweile ebenfalls voll belegt. Die Tagespflegeeinrichtungen im Obertor und am Zollernplatz waren vollständig ausgelastet, die im Januar eröffnete Tagespflege Hohenkreuz wird stark nachgefragt. Die Heimbewohnerinnen und Heimbewohner unserer Pflegeheime waren im Durchschnitt 83,65 Jahre alt, die durchschnittliche Verweildauer lag entgegen dem landesweiten Trend mit einer stark sinkenden Verweildauer in Pflegeheimen immer noch bei knapp drei Jahren. Mit 107 Todesfällen und 307 Neuaufnahmen inklusive der Kurzzeitpflegegäste ist von den Pflegekräften dennoch ein starker Bewohnerwechsel zu bewältigen. Im Durchschnitt beschäftigte der Eigenbetrieb 339 Mitarbeiter, verteilt auf 216,38 Vollkraftstellen. Davon entfielen 171,15 auf die Pflege und Betreuung, 12,83 auf die Leitung und Verwaltung sowie 32,4 Stellen auf die Hauswirtschaft und Technik ohne Berücksichtigung der an Externe vergebenen Leistungen (z.B. die Gebäudereinigung). Die Pflegefachkraftquote lag bei 53,42 %.

Mit Gesamterträgen in Höhe von 14.126.231,86 € und Gesamtaufwendungen in Höhe von 14.038.198,08 € erwirtschaftete der Eigenbetrieb 2016 einen Jahresüberschuss in Höhe von 88.033,78 €, der zur Deckung von Verlusten aus den Vorjahren verwendet wird. Die Städtischen Pflegeheime müssen sich selbst tragen und kostendeckend arbeiten. Moderate Überschüsse sind erforderlich für den Erhalt des Anlagevermögens. Es besteht jedoch keine Gewinnerzielungsabsicht und keine Verpflichtung, eine Rendite für die Stadt als Trägerin zu erwirtschaften. Der Anteil der Personalaufwendungen lag 2016 bei ca. 70 % (ca. 9,8 Mio. €). An diesen Größenverhältnissen wird deutlich, dass dem Personalmanagement insgesamt eine sehr große Bedeutung zukommt, zumal sich die Pflege zu einem echten „Engpassberuf“ entwickelt hat und der Arbeitsmarkt praktisch leergefegt ist. Die Bilanzsumme lag zum 31.12.2016 bei 36.349.767,97 €.

Sehr erfreulich ist, dass das im November 2016 eröffnete Pflegeheim Hohenkreuz nahezu exakt im Kostenrahmen realisiert werden konnte. Mit reinen Baukosten in Höhe von voraussichtlich 8.241.859,48 € wurde die Kostenberechnung vom Juli 2014 lediglich geringfügig um 0,67 % überschritten und dies, obwohl im gleichen Zeitraum der Baukostenindex um 4,51 % angestiegen ist. Die Wahrnehmung der Bauherrschaft lag beim Eigenbetrieb Städtische Pflegeheime. Architekt (Büro Mueller, Benzing und Partner), Bauleiter und Fachplaner wurden einzeln beauftragt (es wurde kein Generalunternehmer eingesetzt).

Die Auswirkungen des Pflegestärkungsgesetzes

Zum 01.01.2017 wurden alle Bewohner von den ehemaligen Pflegestufen ohne Neubegutachtung in die neuen Pflegegrade übergeleitet. Diese Überleitung erfolgte für Demenzkranke mit einem recht komfortablen sog. „doppelten Stufensprung“. D.h. ein Pflegebedürftiger in der ehemaligen Pflegestufe 2 mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz wurde in den Pflegegrad 4 übergeleitet. Nach einer im Pflegestärkungsgesetz vorgegebenen Rechenformel mussten für jedes Pflegeheim gesondert die Pflegesätze so umgerechnet werden, dass ein einrichtungsindividueller einheitlicher Eigenanteil berechnet werden kann. D.h. seit dem 01.01.2017 bezahlen alle Bewohner eines Heimes dasselbe Entgelt für die Pflege- und Betreuung unabhängig vom individuellen Pflegegrad. Bei den Städtischen Pflegeheimen kam es dabei zu folgenden Preisunterschieden hinsichtlich des einheitlichen Eigenanteils für die Pflege und Betreuung:

Insgesamt erfuhren Bewohner in den hohen Pflegestufen eine teils erhebliche Entlastung bis zu 500, - € pro Monat, während das Pflegeheim für Menschen in niedrigen Pflegegraden künftig teurer wird. Pflegebedürftige, die am 31.12.2016 in einem Heim lebten, erhalten dagegen einen lebenslangen Besitzstandsschutz, der direkt von den Pflegekassen vergütet wird. Der Gesamteigenanteil, also inklusive den Kosten für Unterkunft und Verpflegung sowie einschließlich des Investitionskostenanteils, bewegt sich zwischen ca. 2.200 € und 2.800 € pro Monat. Das Risiko künftiger Kostensteigerungen tragen alleine die Heimbewohner. Es besteht ein weiterer Reformbedarf bei der Pflegeversicherung!

Mit dem Pflegestärkungsgesetz wurden die Leistungen für die häusliche Pflege deutlich angehoben. Besonders die Kombination der häuslichen Pflege mit der Tagespflege führt zu hohen Versicherungsleistungen. Im Pflegegrad 3 stehen hierfür seit dem 01.01.2017 beispielsweise jeweils 1.298 € pro Monat, also insgesamt 2.596 € zur Verfügung, während der Zuschuss für die stationäre Pflege im Pflegegrad 3 nur noch 1.262 € monatlich beträgt. Dies erklärt auch die starke Nachfrage nach Tagespflegeplätzen. Die strategische Entscheidung der Städtischen Pflegeheime im Jahr 2010, in jedes der neuen Pflegeheime in den Stadtteilen eine Tagespflegeeinrichtung zu integrieren, hat sich als richtig erwiesen.

Das neue Verfahren zur Begutachtung pflegebedürftiger Menschen und zur Feststellung des Pflegegrades bringt einen Paradigmenwechsel mit sich. Herrschte bisher ein relativ enger, rein somatischer Pflegebedürftigkeitsbegriff vor (Blick auf Defizite), haben die Gutachter des Medizinischen Dienstes jetzt zu prüfen, ob körperliche, kognitive oder psychische Beeinträchtigungen vorliegen, die nicht selbständig kompensiert werden können (Blick auf Stärken und Fähigkeiten). Die Ergebnisse im ersten Quartal 2017 zeigen bei den Städtischen Pflegeheimen, dass neu begutachtete Bewohner deutlich niedrigere Pflegegrade erhalten, als dies bei der Überleitung zum Jahreswechsel mit dem „doppelten Stufensprung“ der Fall war. „Sollte sich dies dauerhaft bestätigen, tut sich für die Städtischen Pflegeheime Esslingen eine Finanzierungslücke auf. Zudem bedarf es dann gemeinsamer Anstrengungen sowohl der Leistungsträger als auch der Leistungserbringer, alles daran zu setzen, dass die Personalausstattung der Heime erhalten werden kann. Die Zielvorgabe der Bundesregierung war, dass von den Leistungsverbesserungen der Pflegeversicherung, auch etwas am Pflegebett beim Bewohner und beim Pflegepersonal ankommt. Genau dieses Ziel wäre sonst gefährdet“, machte OBM Dr. Zieger deutlich.


   

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