Pressemitteilung 31.01.2017

Kinder aus Familien mit Fluchterfahrung

Eingewöhnung, Sprache, Vielfalt und Abschied sind in den Esslinger Kindertageseinrichtungen keine neuen Themen. Mit Kindern aus Familien mit Fluchterfahrung kann sich manches anders darstellen als bisher.

Auf diese neuen Gegebenheiten wollen Esslinger Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege vorbereitet sein: „Familien, die hier Asyl beantragt haben, suchen Schutz und begleiten ihre Kinder in eine neue Welt. Wir wissen nicht, welche Erfahrungen die Eltern oder die Kinder gemacht haben, teilweise wird es traumatische Erlebnisse gegeben haben. Abschied zu nehmen kann sich verändern: vielleicht kommen manche Kinder von heute auf morgen nicht mehr in die Einrichtung, weil die Familie abgeschoben wird. Oder sie bleiben nur kurz, weil die Familie woanders eine Wohnung gefunden hat“, so Bürgermeister Dr. Raab bei der trägerübergreifenden Fachveranstaltung, am vergangenen Montag zum Thema Kinder aus Familien mit Fluchterfahrung, vor ca. 80 Fachkräften aus Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege.

Die Aufnahme von Kindern aus Familien, die geflüchtet sind, kommt in Esslinger Kindertageseinrichtungen derzeit nur vereinzelt vor. Die Kinder können regulär in den Kindergarten aufgenommen werden. Die Stadt erwartet jedoch in ca. einem Jahr eine andere Situation, wenn die Anschlussunterbringung und der Familiennachzug wirksam werden. Dr. Raab betont, dass es der Stadt Esslingen ein großes Anliegen ist, ausreichend Plätze im Kindergarten, Kleinkindbereich oder in der Tagepflege anbieten zu können, da Kinder sich die Welt nur mit Bildung zu eigen machen könnten, und weil Chancengerechtigkeit immer auch etwas mit Bildungsgerechtigkeit zu tun habe.

Ein wesentlicher Faktor dabei ist, wie auch bisher, die Haltung der Fachkräfte, welche maßgeblich den Kitaalltag, die Beziehung zum Kind und zu den Eltern beeinflusst. Entsprechend des Orientierungsplans steht das Kind im Mittelpunkt. Dies erfordert ein qualifiziertes und emotional feinfühliges Handeln der Fachkräfte sowie eine regelmäßige Reflexion. Vor diesem Hintergrund und unter der Fragestellung was die Einrichtungen, Familien und Kinder benötigen und wie auf mögliche Bedürfnisse reagiert werden kann, hat sich eine trägerübergreifende Arbeitsgruppe, mit der Hochschule Esslingen, gebildet. Unter Federführung von Prof. Dr. Nina Kölsch Bunzen, wurde ein Konzept zur Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern aus Familien mit Fluchterfahrung in Kindertageseinrichtungen und der Kindertagespflege entwickelt. Das Konzept geht unter anderem auf die Begriffe Kultur und Vielfalt ein, gibt Informationen zu rechtlichen Bestimmungen, Hinweise zu Unterstützungsmöglichkeiten sowie organisatorische und pädagogische Möglichkeiten für die Praxis.

Auf der trägerübergreifenden Veranstaltung wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch kurze Impulsvorträge an die verschiedenen Themen herangeführt. Im Anschluss bestand für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit sich über einzelne Themenbereiche und Erfahrungen auszutauschen.

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