Pressemitteilung vom 01.06.2017

Theodor-Haecker-Preis geht an Urmila Chaudhary

Am Sonntag, 2. Juli 2017, 11 Uhr wird im Neckar Forum, Esslingen a.N. der Theodor-Haecker-Preis für politischen Mut und Aufrichtigkeit – Internationaler Menschenrechtspreis der Stadt Esslingen am Neckar an die nepalesische Menschenrechtsaktivistin Urmila Chaudhary verliehen.

Die Laudatio auf die Preisträgerin hält Gabór Halász, von 2012 bis 2017 Südasien-Korrespondent im ARD-Studio Neu Delhi.

Der Preis wird alle zwei Jahre an Persönlichkeiten oder Gruppen vergeben, die sich in herausragender Weise um Frieden und Demokratie verdient gemacht haben. Theodor Haecker wurde am 4. Juni 1879 in Eberbach/Württemberg geboren. Der Philosoph, Kulturkritiker und Schriftsteller verbrachte viele Jahre seines Lebens in Esslingen. Theodor Haecker war während des Nationalsozialismus mit Rede- und Schreibverbot belegt. Seine in dieser Zeit entstandenen „Tag- und Nachtbücher“ sind ein eindrückliches Dokument der Gegnerschaft zum nationalsozialistischen Regime und galten dem Kreis der Geschwister Scholl als wichtige Grundlage des Widerstandes.

2017 wird der Theodor-Haecker-Preis an die Menschenrechtsaktivistin Urmila Chaudhary aus Nepal verliehen. Sie wird für ihr Engagement und ihren Einsatz für die Befreiung, Rechte und Bildung von versklavten Mädchen in Nepal ausgezeichnet, durch den sie zu einer Hoffnungsträgerin der sogenannten Kamalari, der Kindersklavinnen geworden ist. Mit der Zuerkennung des Preises wird auch Urmila Chaudharys Arbeit für die Organisation Freed Kamlari Development Forum gewürdigt. Gemeinsam mit ihren Mitstreiterinnen befreit sie zum Teil unter persönlichem Risiko Kindersklavinnen und gibt ihnen die Chance auf eine Schul- und Ausbildung. Durch ihre Förderung und Unterstützung erhalten die Mädchen die Möglichkeit, ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

Urmila Chaudhary wird den Menschenrechtspreis persönlich entgegennehmen.

Die Ehrengabe zum Theodor-Haecker-Preis erhält das Projekt HEROES – gegen Unterdrückung in Namen der Ehre aus Berlin. Das Projekt bildet junge Männer aus Ehrenkulturen aus, die sich mit überkommenen Vorstellungen von Ehre und Männlichkeit, mit Identität, Geschlechterrollen und Menschenrechten auseinandersetzen.

Die Theodor-Haecker-Preisträgerin Urmila Chaudhary verbringt eine Woche in Esslingen und besucht in dieser Zeit Schulen sowie Vereine und Initiativen, die sich für Menschen- und Frauenrechte einsetzen. Neben der Preisverleihung ist Urmila Chaudhary im Politischen Forum am Sonntag, 2. Juli 2017, 18 Uhr in der Volkshochschule Esslingen zu erleben. Sie spricht dort mit Irene Jung von terres des femmes e.V. über „Nepal – eine Demokratie ohne Frauenrechte?“. Die Moderation übernimmt Gabór Halász. Am Dienstag, 4. Juli 2017, 19 Uhr zeigt das Kommunale Kino den Dokumentarfilm über die Theodor-Haecker-Preisträgerin „Urmila – für die Freiheit“. Im Anschluss an den Film unterhält sich Urmila Chaudhary mit Bernhard Wiesmeier von der vhs Esslingen über ihre Arbeit und ihre Geschichte.

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