Pressemitteilung vom 28.06.2017

ATU vom 28. Juni 2017

Informieren Sie sich über die jüngsten Beschlüsse des Ausschuss für Technik und Umwelt (ATU) des Esslinger Gemeinderats zu verschiedenen Vorlagen der Stadtverwaltung Esslingen.

ATU beschließt Sanierungsarbeiten im Zugangsbereich Georgii-Gymnasium und Umfeld Berliner Straße

Grünes Licht zur Sanierung des Zugangsbereiches zum Georgii-Gymnasium und zur Aufwertung des verkehrsberuhigten Bereiches am Lohwasen gab am 28. Juni der Ausschuss für Technik und Umwelt des Gemeinderates. Mit der Planung des Neubaus eines Büro- und Apartmentgebäudes Berliner Straße 29 wurden bereits im Jahr 2013 intensiv auch die verkehrlichen Belange der Zufahrt der künftigen Tiefgarage untersucht. In Abwägung der verschiedenen Belange, insbesondere des Busverkehrs mit der Haltestelle Berliner Straße kam die städtische Verkehrsplanung zu dem Ergebnis, dass die Zufahrt der Tiefgarage für den Neubau nur über den Lohwasen erfolgen kann.

Das Georgii-Gymnasium hatte diese Variante mit dem Bürgerausschuss Innenstadt kritisiert, da dadurch der sichere Schulweg nicht mehr gegeben sei und weiterer Autoverkehr den Lohwasen belasteten würde. Gemeinsam mit der Verkehrsplanung wurden mehrere Varianten mit dem Ziel erarbeitet, die mögliche Gefährdung auf dem Schulweg weitgehend auszuschließen. Als wichtiger Baustein wird der Lohwasen mit dem ATU- Beschluss vom 28. Juni künftig als verkehrsberuhigter Bereich ausgewiesen. Des weiteren wird der Zugangsbereich Lohwasen zur Schule überarbeitet. Eine großzügige Belagsfläche mit hellem Asphalt wird hergestellt, um den Zugang zur Schule sicher zu gewährleisten. Diese Planungsvariante wurde von der Schule und dem Bürgerausschuss akzeptiert und zur Information den Gremien im Juni 2013 vorgestellt.

Esslingens Erster Bürgermeister Wilfried Wallbrecht zeigte sich sehr zufrieden, dass eine einvernehmliche Lösung für den Neubau des Büro-und Apartmentgebäudes, aber auch für den sicheren Schulweg zum Georgii-Gymnasium gefunden wurde. Mit großem Engagement aller Beteiligten konnte eine mögliche Gefährdung der Schülerinnen und Schüler durch den Autoverkehr nochmals durch die Reduzierung der Stellplätze für den Neubau Berliner Straße 29 minimiert werden.

Das Grünflächenamt hat gemeinsam mit dem Tiefbauamt die weiteren Sanierungsarbeiten in der Berliner Straße geplant und ausgeschrieben. Die Herstellungskosten für die Neuordnung des Lohwasen mit notwendigem Umbau Lehrerparkplätze und Aufwertung der verkehrsberuhigten Zone, werden hälftig von dem Bauherren HM Bauconcept GmbH und der Stadt Esslingen getragen. Die Bushaltestelle wird barrierefrei ausgebaut, der Fahrbahnbereich Berliner Straße wird im direkten Umgriff erneuert und die ehemalige Lohwasenbrücke über dem Schelztorkanal (Katzenneckar) wird ebenfalls neu gedichtet. Die Tief- und Straßenbaufirma Hemminger aus Esslingen hat das wirtschaftlichste Angebot mit einer Gesamtsumme von 276.500 Euro abgegeben und wird mit den Ausführungsarbeiten beauftragt. Der Zeitplan sieht vor, die Bauarbeiten rechtzeitig zum Ende der Schulferien abzuschließen.

Nach intensiven Gesprächen mit allen Beteiligten, konnte ebenfalls erreicht werden, dass der Schulhof des Georgii-Gymnasiums, wie an allen Schulen in Esslingen, ab dem neuen Schuljahr autofrei sein wird. Der Erste Bürgermeister Wilfried Wallbrecht: "Ich freue mich sehr, dass diese schwierige Situation für alle Beteiligten zufriedenstellend zum Ende der Sommerferien abgeschlossen sein wird." Auch die städtebauliche Gesamtsituation wird durch die Einbindung des Otto-Riethmüller-Hauses, die Aufwertung des verkehrsberuhigten Bereichs Lohwasen und den attraktiven Neubau des Büro- und Apartmentgebäudes erheblich aufgewertet, und ein weiterer zentraler stadträumlicher Baustein kann saniert werden.


Notinstandsetzung der Hanns-Martin-Schleyer-Brücke

In der Zeit vom 24. Juli bis voraussichtlich 22. September 2017 erfolgen an der Hanns-Martin-Schleyer-Brücke Notinstandsetzungsarbeiten. Diese sind dringend erforderlich, um die Verkehrssicherheit der Brücke für die kommenden Jahre bis zum Brücken-Neubau aufrecht zu erhalten. Aufgrund des schlechten Zustands der Übergangskonstruktionen und des Belags an der Brücke sind folgende sofortigen Bauarbeiten erforderlich:

  • Der Austausch der Übergangskonstruktionen, d.h. der Schienen zwischen Widerlager und Brücke
  • die Erneuerung der Deckschicht im Bereich der Fahrbahn und
  • stellenweise Betoninstandsetzung und kleinere Reparaturen

Zeitplan

Bauphasen 1 und 2
In den Bauphasen 1 und 2 in der Zeit vom 24.07. bis 10.09.2017  wird die Brücke jeweils halbseitig gesperrt und es wird ein Einbahnverkehr von Richtung B10/Weil/Brühl nach Mettingen eingerichtet. Für den Verkehr von Mettingen mit Fahrtrichtung B10/Weil/Brühl wird eine Umleitung beschildert. Radfahrer werden über den Steg Mettingen umgeleitet, für Fußgänger ist die Brücke weiterhin begehbar. Bitte auf die aktuelle Umleitungsbeschilderung achten.

Für die Buslinie 102 wird die Palmenwaldstraße in Brühl für diese Zeit als Endhaltestelle eingerichtet. Nutzer des ÖPNV mit Ziel Mettingen werden gebeten, über die Stadtmitte die Buslinie 101 Richtung Mettingen zu nutzen. Fußgänger werden gebeten die Umleitung zu beachten.

Bauphase 3 und 4
Vom 11.09. bis voraussichtlich 22.09.2017 ist die Brücke wieder in beide Fahrtrichtungen offen. Auf der Seite Mettingen wird für die Bauarbeiten eine Engstelle errichtet, der Verkehr wird mittels Lichtsignalsteuerung vorbeigeführt. Fußgänger und Radfahrer können die Brücke ebenfalls in beide Richtungen nutzen.

Die Buslinie 102 kann wieder die reguläre Fahrtroute bis Mettingen bedienen.

Typ Name Datum Größe
pdf Umleitung H-M-Schleyer-Brücke Detail.pdf 28.06.2017 2,6 MB
pdf Umleitung H-M-Schleyer-Brücke Übersicht.pdf 28.06.2017 3,7 MB


Bilanz nach einem Jahr Verkehrsversuch Rathausplatz / Marktplatz

Am 01.02.2016 hatte der Ausschuss für Technik und Umwelt des Esslinger Gemeinderates beschlossen, zunächst versuchsweise zwischen dem Neuen und Alten Rathaus den Rathausplatz zur Fußgängerzone auszuweisen. Vor diesem Beschluss lag ein langer Beratungs- und Beteiligungsprozess mit einem Workshop, an dem sich die interessierte Bevölkerung beteiligen und ihre Vorschläge für eine verkehrliche Nutzung des Markt- und Rathausplatzes einbringen konnte. Die Ergebnisse der 4 Arbeitsgruppen waren dann Grundlage für den beschlossenen zweijährigen Verkehrsversuch, der in den Sommerferien 2016 startete.  

Als Kompensation für die in der neuen Fußgängerzone entfallenen Parkplätze für Bewohner und Kurzzeitparker wurden in diesem Zusammenhang die Parkmöglichkeiten rings um den Marktplatz neu geordnet: In der Agnespromenade, der Abt-Fulrad-Straße und entlang der Stadtkirche befinden sich nun reine Kurzzeitparkplätze, in der Tiefgarage Kleiner Markt ist ausschließlich Bewohnerparken zugelassen, die Parkplätze rings um den Marktplatz können von beiden Nutzergruppen genutzt werden (Mischparkplätze).

In seinem Zwischenbericht vor dem Ausschuss für Technik und Umwelt ging der Leiter des Ordnungs- und Standesamtes Gerhard Gorzellik auch nochmals auf die vor allem in der Anfangsphase vorgebrachte öffentliche Kritik an der neuen Regelung ein. Gerade in der Eingewöhnungsphase, die erfahrungsgemäß bei jeder Änderung von Verkehrsregelungen auftritt, wurde die Verwaltung mit einer Vielzahl Anfragen und Kritik von Anwohnern, Einzelhandel/Ärzten und Marktbeschickern konfrontiert.

Bei näherer Betrachtung, so Ordnungsbürgermeister Dr. Markus Raab, zeigt sich, dass sich die von den Beteiligten vorgebrachten Forderungen, Wünsche und Lösungsvorschläge widersprechen. „Ein Zielkonflikt, der durch die unterschiedlichen Interessen der verschiedenen Nutzergruppen beeinflusst wird.“

Anwohner  beklagen hauptsächlich den Wegfall von Bewohnerparkplätzen und die aus ihrer Sicht zu zahlreichen Kurzzeitparkplätze. Auch sei die Parksituation besonders an den Abenden vor den Markttagen sehr schwierig, da an Markttagen bereits ab 5 Uhr die Wochenmarkt-Parkregelungen für den Aufbau des Marktes gültig sind. Zentrale Forderung der Anwohner ist die Freigabe der Parkraumbewirtschaftungszone in der Agnespromenade und Abt-Fulrad-Straße (derzeit reine Kurzzeitparkplätze) für Inhaber von Bewohnerparkausweisen, besonders Dienstag und Freitag abends.

Dieser Forderung stehen die Wünsche der Marktbeschicker entgegen, die an Markttagen bereits ab 7 Uhr rings um den Marktplatz reine Kurzzeitparkplätze wollen. Es wurde beklagt, dass zu viele Anwohnerfahrzeuge im Bereich des Marktplatzes vorhanden und die Kurzzeitparkplätze nicht ausreichend sind.

Seitens des Einzelhandels bzw. der Ärzte wurde angeregt, die reinen Kurzzeitparkplätze neben der Stadtkirche mit den Mischparkplätzen vor der ehemaligen Stadtapotheke zu tauschen. Auch hier wird angegeben, dass zu wenige Kurzzeitparkmöglichkeiten für Kunden/Patienten zur Verfügung stehen.

Mit den Beteiligten hat das Ordnungs- und Standesamt sowohl einen intensiven Schriftverkehr geführt, als auch in Gesprächen den direkten Austausch gesucht.
Nachdem sich die Situation nach einer gewissen Eingewöhnungszeit normalisiert hat, ist das Ordnungsamt mit den Beteiligten zum Ergebnis gekommen, dass zum jetzigen Zeitpunkt Änderungen nicht sinnvoll sind.

Auch im Arbeitskreis Parken (AK Parken) wurde am 20.04.2017 ein Resümee zum aktuellen Stand des Verkehrsversuchs gezogen. Von den Vertreterinnen und Vertretern des Bürgerausschusses, des Vorstandes des Marktvereins, der EST, dem City-Management, dem Stadtseniorenrat und der Verwaltung wurde einstimmig eine deutliche Verbesserung der Situation im Vergleich zu Beginn des Verkehrsversuches festgestellt. Die Verkehrsteilnehmer wie die betroffenen Akteure hätten sich gut an die veränderte Situation gewöhnt.  

Oberbürgermeister Dr. Jürgen Zieger zeigt sich erfreut über die einstimmige und positive Bewertung im Arbeitskreis. „Besonders erfreulich ist die neue Aufenthaltsqualität und die attraktivere Ausstrahlung, die der Rathausplatz schon allein durch die Einführung der Fußgängerzone und das Unterbinden des Parksuchverkehrs rund um das Alte Rathaus gewonnen hat.“

Und wie geht es nun weiter?

Der laufende Verkehrsversuch wird unverändert fortgeführt. Auch bei der Nutzung des öffentlichen Verkehrsraums (z.B. durch das Bauvorhaben Augustinerbrücke) wird großer Wert darauf gelegt, dass entfallene Parkplätze kompensiert werden. Die Anfang 2018 geplante Verkehrszählung durch ein Ingenieurbüro erfordert dafür dieselben Ausgangsbedingungen wie bei der ersten Zählung, um die Ergebnisse vergleichen zu können.

Mit Blick auf die Zukunft wird sich die Verwaltung auch mit Planungen bzgl. der gewünschten Nutzungen rings um den Marktplatz beschäftigen. Es hat sich gezeigt, dass am  Marktplatz der Einzelhandel stark rückläufig ist, der Trend geht hin zu weiteren gastronomischen Nutzungen. In diesem Zusammenhang werden weitere Außenbewirtschaftungen von Anliegern angestrebt und von den Beteiligten kontrovers diskutiert. Der Bürgerausschuss Innenstadt und der Vorstand des Marktvereins lehnen diese Nutzungen etwa grundsätzlich ab.

Die Zeit bis zum Abschluss des Verkehrsversuches im kommenden Jahr soll auch dazu genutzt werden, in Gesprächen mit den Marktbeschickern weiter über eine mögliche Veränderung der Marktfläche zu diskutieren, so Gerhard Gorzellik. Ob eine Änderung der Parksituation an Markttagen und/oder zusätzliche Außenbewirtschaftungen realistisch sind, hängt auch ganz davon ab, wie der Wochenmarkt auf dem Marktplatz und eventuell dem Rathausplatz künftig gestaltet werden kann.


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Amtsleiter und Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon (07 11) 35 12-27 32
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Gebäude: Neues Rathaus
Raum: 111

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