Pressemitteilung vom 30.11.17

Neue Weststadt - Block E

Jury nominiert einstimmig den Entwurf „The Milestone: a crystal rock“ des weltweit renommierten Rotterdamer Architekturbüros MVRDV als Grundlage der Realisierung des Blockes E der Esslinger Neuen Weststadt.

Oberbürgermeister Dr. Jürgen Zieger zeigt sich erfreut über „den ambitionierten Architekturentwurf des weltweit renommierten Architekturbüros MVRDV. Dessen Beitrag ist auch Ausdruck des kreativen Spannungsbogens von Tradition und Moderne in Esslingen am Neckar“. Für den Bauherrn und Investor RVI aus Saarbrücken unterstreicht Geschäftsführer Carsten Buschmann: “Mit dem neuen Bürogebäude wird die RVI einen weiteren qualitativen und innovativen Baustein in der Entwicklung der Neuen Weststadt setzten“. Prof. Winy Maas, founding partner von MVRDV, erläutert: „MVRDV war es wichtig, das neue Gebäude im Kontext der besonderen örtlichen Situation zu entwickeln. Es schafft Raum für Esslinger Bürger zur Begegnung und überführt historische Bezüge in eine moderne reflektierte Gestaltung“. Für den Vorsitzenden der Jury, Prof. Dr. Gunther Laux, stellt das 12-stöckige Gebäude „einen überzeugenden Beitrag in der Vermittlung zwischen der Blockstruktur der Neuen Weststadt einerseits und der angrenzenden neuen Hochschule andererseits dar“. Erster Bürgermeister Wilfried Wallbrecht erläutert, „dass der Hochpunkt am neuen Stadtteilplatz ganz bewusst gesetzt wird, um der stadträumlichen Situation eine übergeordnete Struktur zu verleihen, die bei der vorhandenen Flächenknappheit in Esslingen Optionen bietet“. Daniel Fluhrer, Leiter des Stadtplanungsamtes, unterstreicht, „MVRDV gelingt es, ein faszinierendes, facettenreiches und spannendes bauliches Ausrufezeichen zu gestalten, das der sehr klaren Gestaltung der bisherigen Baublöcke ein architektonisch ambitioniertes Gebäude gegenüber stellt.

Das Rotterdamer Büro MVRDV, welches zu den Top 20 der weltbesten Architekturbüros gezählt wird, sieht vor, ein 12-stöckiges Gebäude als „Gelenk“ zwischen der Südtangente und der Schlachthausstraße am zukünftigen Stadtteilplatz zu gestalten, das in seiner unteren Hälfte mit großzügig ausgeschnittenen Bausteinen („Pixel“) einen eigenen Raum definiert. Die sich dem Platz gegenüber öffnende Geste soll mit öffentlich wirksamen Nutzungen, wie Café und Bar belegt werden, so dass die in den Baukörper eingeschnittenen Würfel als Treppen, Podeste und Plattformen genutzt werden können. Das Gebäude formt damit eine „dreidimensionale Karte“ der Stadt, in der verschiedene Informationen über die Stadt gezeigt werden können - Den „Esslinger Room“. Die besondere Form und Silhouette entsteht durch eine Projektierung der Esslinger Stadtkarte sowie der Esslinger Typologie (Geländemodellierung) auf die Fassade, die die Talräume als tiefes Relief einprägt. Mit einem Durchblick in etwa der Altstadtlage entsteht sowohl von der Seite der Bahn eine visuelle Besonderheit, die Neugierde wecken soll, aber auch eine Öffnung, die zeitweise das Sonnenlicht auf den Platzbereich hindurch lässt. Das Gebäude versteht sich nicht nur als zweidimensionale Platzwand zum zentralen Stadtteilplatz, sondern öffnet sich auch bewusst in einer großen Geste dem öffentlichen Raum zu und führt den Platz in das Gebäude hinein fort. Mit den Bausteinen, die als Terrassen auch bspw. für eine Bar- und Caffénutzung zur Verfügung stehen sollen, werden spannende Ebenen erzeugt, die wiederum durch die leichten Verspiegelungen in einen visuellen Dialog mit der umgebenden Backsteinarchitektur der Neuen Weststadt eintreten. Das durch die feine Modellierung entfallende Volumen wird durch die Erhöhung des Gebäudes kompensiert.

Für die geplanten Büronutzungen sind innovative Arbeitsplätze vorgesehen. Energetisch wird das Gebäude dem hohen Standard der Weststadt ebenso gerecht, wie es durch eine innovative, perforierte und teilverspiegelte Fassadenstruktur eine besondere Gestaltqualität bekommt, die durch das dadurch entstehende Lichtspiel abends eine besondere Atmosphäre im Stadtbild erzeugen wird. Auf rund 6.500 qm Bruttogeschossfläche will RVI als Meilenstein der Neuen Weststadt in dem skulpturalen, felsenartig geformten Gebäude moderne, innovative Büro- und Dienstleistungsarbeitsplätze gestalten. Die Digitalisierung der modernen Arbeitswelt spiegelt sich sinnbildlich auch in den „baulichen Pixel“ wider.

Vienne, Frankreich










Das sehr positive Echo der Jury spiegelt sich in ihrer einstimmigen Empfehlung wider. Teilnehmer der Jury waren Vertreter der Gemeinderatsfraktionen, des Bürgerausschusses Innenstadt, des Planungsbeirats der Esslinger Architekten, externe Fachexperten, der Auslober und Bauherr RVI sowie die Stadtverwaltung.

Das Büro MVRDV, mit rund 200 Mitarbeitern, Sitz in Rotterdam und weiteren Standorten, u.a. in Shanghai, ist bekannt für seine außergewöhnliche, innovative und progressive international realisierte Architektur von Weltrang. MVRDV definiert den eigenen Ansatz wie folgt: „Wir suchen eine innovative und radikale räumliche Auseinandersetzung mit den uns gestellten Aufgaben, mit Fokus auf städtische Umgebungen, den öffentlichen Raum und den Einfluss von Gebäuden auf den Alltag der Nutzer und Stadtbewohner. Unsere Arbeit fußt auf intensiver Recherche und möchte neue Wege eröffnen, sowohl in Architektur, Städtebau, als auch Landschaftsgestaltung. Dabei gilt unser Augenmerk vor allem den Einflüssen, die ein Gebäude auf seine Umgebung hat, sozial, räumlich und alltagspraktisch. Wir erforschen die Einschränkungen, die uns das Grundstück, der soziokulturelle, politische oder ökonomische Kontext stellt und testen, beurteilen und optimieren Lösungen, manchmal auch entgegen der Aufgabenstellung oder den Forderungen des Auftraggebers. Wir suchen mit jedem Entwurf eine optimale Lösung, mit einem aufregenden und innovativen Ergebnis.“

Bekannt sind unter anderem Projekte, wie die Markthalle von Rotterdam, die Bibliothek in Tianjin, der Expopavillon für Holland in Hannover 2000 oder der Flagshipstore von Chanel in Amsterdam.

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Gebäude: Neubau
Raum: 233

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