Pressemitteilungen 13.03.17

Gemeinderatssitzung vom 13. März 2017

Informieren Sie sich über die jüngsten Beschlüsse des Esslinger Gemeinderats zu verschiedenen Vorlagen der Stadtverwaltung Esslingen.

Sofort- und Ertüchtigungsinvestitionen in Esslinger Neckarbrücken

Mittel- und langfristiger Neubau von drei Neckarbrücken

Mittelfristig müssen die drei Esslinger Neckarbrücken (Adenauer-, Vogelsang-und Hanns-Martin-Schleyer-Brücke) abgebrochen und neu gebaut werden. Die umfangreichen Schäden lassen keine andere Wahl. Zu diesem Ergebnis kam bereits im Sommer vergangenen Jahres die von dem renommierten Ingenieurbüro Drees & Sommer durchgeführte Studie zu den Neckarbrücken. Nun haben die Brückenspezialisten des Ingenieurbüros Leonhardt, Andrä und Partner (LAP) aus Stuttgart weitere, vertiefende Untersuchungen vorgestellt. Daraus geht hervor, dass umfangreiche Sofortmaßnahmen und Ertüchtigungsinvestitionen im Vorfeld erforderlich sind, um die drei Neckarbrücken bis zum jeweiligen Neubau weiter sicher betreiben zu können. Diese Vorsorgemaßnahmen werden bereits dieses Jahr beginnen und währenddessen den Verkehrsfluss teils stark beeinträchtigen.

Warum ist es erforderlich, in die alten Brücken noch Geld zu investieren, wenn sie ohnehin erneuert werden sollen? Zum einen kann der Neubau nicht zeitnah realisiert werden, da damit sehr komplexe und aufwendige Planungs- und Genehmigungsvorläufe verbunden sind und die Brücken nur nacheinander ersetzt werden können. Vor einem Neubau sind mit den zahlreichen Versorgungsunternehmen (Leitungsträgern), die die Bauwerke ebenfalls nutzen, Übergangslösungen zu finden und herzustellen. Mit dem Land Baden-Württemberg (Brücken und Anschlussbereiche an der B10), der Deutschen Bahn AG und der Wasserschifffahrtsverwaltung (Neckar) sind ebenso gemeinsame Lösungsansätze zu erarbeiten und die notwendigen Genehmigungen einzuholen. Deshalb muss eine längere Übergangszeit überbrückt werden.

Zwei Prozesse laufen deshalb parallel: Zum einen müssen die vorhandenen Bauwerke bis zum Abriss verkehrssicher betrieben werden. Und zum anderen ist der Planungs- und Neubauprozess für die zukünftigen Bauten in die Wege zu leiten.

Wie bei der Sanierung der Dieter-Roser-Brücke deutlich wurde, müssen die umliegenden Brücken - in diesem Fall war es die Adenauerbrücke - erhebliche Mehrbelastungen aushalten. Hierzu sind die Bauwerke zu ertüchtigen, damit diese, über die nicht unwesentliche Restlaufzeit, verkehrssicher betrieben werden können.

Zu den ersten Sofortmaßnahmen gehören die Einengung der Rampen an der Vogelsang- und der Adenauerbrücke. Aufgrund statischer Mängel in der Torssionssteifigkeit sind Belastungen an den Rändern der Rampen durch entsprechende Markierungen zu vermeiden. Ab der 2. Jahreshälfte 2017 sind an der Hanns-Martin-Schleyer-Brücke umfangreiche Sofortmaßnahmen an den beiden Übergangskonstruktionen und den Belägen notwendig. Anschließend müssen in den Jahren 2018 und 2019 die Vogelsangbrücke und die Adenauerbrücke ertüchtigt werden.

Der Gemeinderat hat in seiner öffentlichen Sitzung am 13. März 2017 über die weitere Vorgehensweise beraten und ist einstimmig dem Vorschlag der Verwaltung gefolgt, mit den jetzt erforderlichen Maßnahmen auch den Zeitplan zum Neubau zu strecken. Bei Realisierung aller jetzt notwendigen Instandhaltungs- und Ertüchtigungsmaßnahmen an den Bauwerken kann nach den geltenden Regelwerken die Restnutzungsdauer für die Brücken verlängert werden, wenn sie entsprechend zeitlich eng überwacht werden (Bauwerkskontrollen und Monitoring) und keine weiteren Schäden auftreten. Der Gemeinderat hat nunmehr beschlossen, in die drei vorhandenen Neckarbrücken weitere rd. 23 Mio. Euro zu investieren, um diese bis zu ihrem weiterhin erforderlichen Neubau verkehrssicher betreiben zu können. Dabei müssen sie die zusätzlichen Verkehrsströme aufnehmen, die in Folge der jeweiligen Ertüchtigung und des Neubaus der anderen Brücken auftreten.

Die Hanns-Martin-Schleyer-Brücke birgt die höchste Gefährdung infolge von Spannungsrisskorrosion und ist gleichzeitig die kleinste der drei Bauwerke. Sie muss als erste in den nächsten fünf bis sechs Jahren erneuert werden. Allerdings können die beiden großen Brücken Vogelsang- und Adenauerbrücke nach Umsetzung der Ertüchtigungsinvestitionen noch länger genutzt werden, wodurch sich ein Zeitkorridor von bis zu zehn Jahren öffnet(Vergleich Variante II und III).

Die jeweiligen Wirtschaftlichkeitsberechnungen des Ingenieurbüros LAP zeigen auf, dass diese Vorgehensweise mit den nun zeitlich gestreckten Neubauten auch erheblich wirtschaftlicher ist, als jetzt unverzüglich neu zu bauen. "Somit sind die rund 23 Mio. Euro in die vorhandenen Bauwerke nicht nur gut investiert, sie eröffnen zudem noch ein zeitliches Planungsfenster, um die zukünftigen Verkehrsanlagen an die neuen Mobilitätsansprüche anpassen zu können. Um sich dieses zeitliche Fenster jetzt zu erarbeiten und um die Verkehrssicherheit auf den alten Brücken weiter zu gewährleisten, sind die erforderlichen umfangreichen Schritte zur Verlängerung der Nutzungszeiten unumgänglich", unterstrich Erster Bürgermeister Wilfried Wallbrecht im Gemeinderat.

Mit der Umsetzung dieser Arbeiten sind leider verkehrliche Beeinträchtigungen verbunden. Deshalb setzt die Stadtverwaltung mit einer frühzeitigen und umfangreichen Kommunikation unter dem Motto "Esslingen baut vor" auf eine breite öffentliche Information. Ab Ende März werden dazu auch auf einer eigenen Baustellen-Website regelmäßig aktuelle Informationen zur Verfügung gestellt. Zugleich möchte die Stadtverwaltung durch eine optimierte Verkehrslenkung und -steuerung die Auswirkung der Bauarbeiten soweit als möglich verringern. Trotzdem sind Staus und längere Wegezeiten unvermeidlich, um mit den umfangreichen Investitionen die Brückeninfrastruktur stets sicher im Betrieb zu halten. Deshalb appelliert die Stadtverwaltung auch an alle Verkehrsteilnehmer zu prüfen, welche eigenen Beiträge jeder einzelne zur Aufrechterhaltung der Mobilität etwa durch eine verstärkte ÖPNV-Nutzung leisten könnte.

Begriffsbestimmungen

Sofortmaßnahmen sind sehr zeitnah umzusetzen, da akuter Handlungsbedarf besteht. Hierzu gehören z.B. die Fahrspurreduzierungen an den Rampen, um eine ausmittige Belastung zu verhindern.
Instandsetzungsmaßnahmen beheben bauliche Mängel an dem vorhandenen Bauwerk, mit dem Ziel den ursprünglichen Zustand wieder herzustellen. Hierzu gehören z.B. der Austausch von defekten Übergangskonstruktionen, Belagserneuerungen (Spurrillen, Belagsrisse), Abdichtungsarbeiten u.ä..
Ertüchtigungsmaßnahmen verstärken die Bauteile, um den zusätzlichen Lasten gerecht zu werden, die u.a. durch den Umleitungsverkehr verursacht werden. Durch die Anbringung von externen Spanngliedern oder dem Aufkleben von Kohlefaserlamellen, können z.B. statische Defizite kompensiert werden. Die teils sehr umfangreichen, erforderlichen Instandsetzungs- und Ertüchtigungsmaßnahmen werden in der Regel zusammen durchgeführt.
Unter Monitoring wird hier eine online-Überwachung der Bauwerke an den besonders risikobehafteten Stellen verstanden. So werden z.B. Dehnungsmesstreifen an rissgefährdeten Bereichen installiert und kontinuierlich überwacht. Bei Auffälligkeiten können dann frühzeitig Maßnahmen zur Erhaltung der Verkehrssicherheit eingeleitet werden.


Verlängerung des Citymanagements bis Ende 2022 beschlossen

Die Stadt Esslingen am Neckar stellt wichtige Weichen zur weiteren Stärkung des Handelsstandortes Innenstadt. In der Sitzung am 13. März beschloss der Esslinger Stadtrat  die Verlängerung des bis zum 31.12.2017 befristeten Citymanagements um fünf Jahre bis zum 31.12.2022.

Das Citymanagement wurde 2007 als Teil der Esslinger Stadtmarketing & Tourismus GmbH (EST) aufgebaut. Es kümmert sich um die Förderung des Einzelhandels und der Gewerbetreibenden in der Esslinger Innenstadt und wird gemeinsam von Stadt Esslingen und City Initiative Esslingen getragen, in der rund 200 Unternehmen gebündelt sind. Zu den Aufgaben des Citymanagements gehört die Profilierung und Stärkung der Einkaufsstadt Esslingen mit ihren spezifischen Potenzialen im Wettbewerb zu konkurrierenden Einzelhandelsstandorten in der Region, wie auch die Ansprache von Shopping-Kunden und Tagestouristen aus der Stadt und dem Umland.

Seit Februar 2016 leitet Silke Renninger-Metz das Citymanagement. Sie folgte auf Manuela Deufel und ist EST-Geschäftsführer Michael Metzler direkt unterstellt. Mit dem Beschluss des Stadtrats erhält die EST auch in den nächsten fünf Jahren jeweils 130.000 Euro, um Strategien und Projekte zur Einzelhandels- und Wirtschaftsförderung zu entwickeln.

„Der Strukturwandel im Einzelhandel zwingt uns dazu das Profil der Einkaufsstadt Esslingen zu schärfen und die Standortvorteile zu kommunizieren, um den Einzelhandel und das Mittelzentrum Esslingen zu stärken. Die Esslinger Altstadt ist für mich das schönste Kaufhaus der Region. Mit dem Beschluss des Stadtrats wird die Einzelhandelsförderung im Citymarketing langfristig gesichert. Mein Dank geht an die City Initiative, Michael Metzler und Silke Renninger-Metz für die sehr gute Arbeit“, bilanziert Oberbürgermeister Dr. Jürgen Zieger, der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der EST ist.

Auch Alexander Kögel, Vorstandssprecher der City Initiative Esslingen, freut sich über die Unterstützung durch den Stadtrat: „In Esslingen ziehen Stadt und Einzelhandel an einem Strang in dieselbe Richtung. Dies ist umso wichtiger angesichts der großen Herausforderungen, denen sich der Einzelhandel insgesamt ausgesetzt sieht. Attraktive Städte in der Region, neue Shopping Center im Umland und das Einkaufen im Internet zwingen uns täglich neue Konzepte zur Förderung der Einkaufsstadt Esslingen zu entwickeln. Stadt, EST und Citymanagement sind dabei unsere Partner.“

Zu den Projekten, die das Citymanagement in den letzten Jahren entwickelt haben, zählen Veranstaltungen wie Esslinger Frühling, Esslinger Herbst und Esslingen funkelt, die in der ganzen Region bekannt sind. Außerdem entwickelt das Citymarketing Kundenbindungsinstrumente wie den Geschenkgutschein Esslinger City Card, den Arbeitgeber-Geschenkgutschein Esslinger Bonus Card sowie jüngst den Einkaufs- und Erlebnisführer „Esslingen neu entdecken“. Weitere Projekte zielen darauf ab, die Aufenthaltsqualität in der Esslinger Altstadt zu erhöhen. Zum Beispiel koordinierte die EST gemeinsam mit der City Initiative, den Straßengemeinschaften und Hauseigentümern eine neue und attraktive Weihnachts- und Giebelbeleuchtung in der Altstadt. Das Citymanagement setzte sich u.a. auch für die Gestaltungsrichtlinien sowie die Aufwertung des Stadteingangs Ritterstraße ein.

Die Aufgaben sind auch in den nächsten Jahren vielfältig. Geplant ist u.a. der Ausbau des Flächen- und Ladenlokalmanagements, um Leerstände aktiver anzugehen. Außerdem wird in den nächsten Monaten ein Marketingkonzept entwickelt, in dem Kunden auch in Zeiten von größeren Baustellen in der Innenstadt Mehrwerte und Anreize für Innenstadtbesuche geboten werden.


  

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