Kurt Leonhard

Kurt Leonhard

"Alles hängt zusammen, nichts lässt sich festlegen"

Leonhard kam 1945 nach Esslingen, wirkte von hier aus im Kontext der deutschfranzösischen Kultur und war von 1950 bis 1959 als Lektor des Esslinger Bechtle Verlages tätig. Der Autor, Lyriker, Kunstschriftsteller, Übersetzer und Herausgeber lebte und arbeitete bis zu seinem Tod Jahren in Esslingen am Neckar.



Kurt Leonhard - Zitat (1983)

"Vermeiden möchte ich jede Feststellung. Nichts wird abgeschlossen, alles ist fortsetzbar, offen bleibt die Unendlichkeit des Nichtwissens, ausgespart ein Bezirk des Schweigens, der nur durch Negation umschrieben werden kann, den auch heilige Worte nur umtanzen, um ihn vor Zudringlichkeit zu schützen. Diese unbetretbare, aber allgegenwärtige Mitte des Lebens und Denkens, die Stunde, der keine Stunde folgt, die Zukunft ohne Zeugnis: der Tod."

Kurt Leonhard - der weitere Weg

Kurt Leonhard war nach 1945, zusammen mit Ottomar Domnick und Willi Baumeister, einer der wichtigen Vermittler zwischen deutscher und französischer Avantgarde. Gemeinsam mit weiteren Stuttgarter Intellektuellen wie Max Bense oder Gerd Hatje begründete Leonhard eine qualitativ neue Diskussion und Vermittlung junger Kunst und Lyrik im frühen Nachkriegsdeutschland. Darüber hinaus war er der wichtige frühe Übersetzer französischer Literaten wie Henri Michaux, E.M. Cioran, Paul Valery u.a. Als Lektor des Esslinger Bechtle Verlages war Leonhard bekannt für seine Entdeckermentalität und die Förderung junger Talente.

Zwischen 1947 und 1967 publizierte Leonhard wegweisende Bücher zur modernen Kunst und Lyrik sowie erste Monographien zum Werk u.a. von Julius Bissier, Ida Kerkovius, Max Ackermann, Adolf Hölzel und Henri Michaux. Seine eigene umfangreiche lyrische Produktion aus den Jahren 1930 bis 2000 liegt in drei Auswahlbänden vor. Kurt Leonhards intensive und vorausschauende Auseinandersetzung mit Kunst, Literatur und Philosophie haben ihn zu einem bedeutenden Denker der Zeit gemacht.

Eine Veranstaltungsreihe anlässlich seines 100. Geburtstags folgte den Spuren in seinem Werk und lotete die Zukunftshaltigkeit seiner Ideen aus. Das Programm versammelte Lesungen aus seinem Werk, Vorträge
zu seinen Themen und Standpunkten, eine Ausstellung mit Positionen der Klassischen Moderne bis hin zur Gegenwart und die Präsentation literarischer Texte zeitgenössischer Lyriker.


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