Waldränder

Waldrandpflege eine Chance für die Natur!

Ökologische Aufwertung der Esslinger Waldränder an öffentlichen Straßen.

In den letzten 10 Jahren fanden an den Landes- und Kreisstraßen, die durch den Esslinger Stadtwald führen, immer wieder Verkehrssicherungsmaßnahmen statt. Und oft haben sich vorbeifahrende Autoinsassen gefragt, was es mit diesen Arbeiten auf sich hat.

Bisherige Behandlung der Waldränder

Der Grund für die Zug um Zug durchgeführte Bearbeitung der Waldränder ist, dass sich in den vergangenen Jahrzehnten oft sehr steile Waldträufe entwickelt haben. Um diese steilen Waldränder verkehrssicher zu machen, wurden zumeist über die Straßen überhängende Äste entfernt. Dadurch konnten holzzersetzende Pilze in die Bäume eindringen. Zudem waren diese in regelmäßigen zeitlichen Abständen immer wieder vorzunehmenden Pflegearbeiten sehr arbeits- und daher kostenaufwändig. Hinzu kam noch, dass das sogenannte Höhe-/Durchmesserverhältnis der Bäume ungünstiger wurde, d.h. die Bäume wurden labil. Im als Nassschneezone bekannten Schurwaldrücken hat das zur Folge, dass sich die Bäume bei Nassschnee bis in den Fahrbahnbereich herunterbiegen, umfallen oder splittern.


Die Defizite

Die aufgezählten Defizite vieler Waldrandsituationen wurden zum Anlass genommen, die bisherige Behandlungsweise der Waldränder grundsätzlich zu überdenken.

Wie können Waldränder ökologisch und landschaftsästhetisch aufgewertet werden?

Wie lassen sich die verkehrsgefährdenden Totäste und absterbenden Bäume einschränken?


Waldbauliches Konzept

Aus der Vielfalt der Problemstellungen wurde ein waldbauliches Konzept entwickelt, das die gewünschten Funktionen optimal miteinander verknüpft.
In der Praxis werden daher seit einiger Zeit „Streifen“ von ca. 30 m Tiefe entlang der Straßen bearbeitet. Hierbei werden die größeren Bäume zugunsten einer Strauchzone zurückgenommen. Meistens handelte es sich um Bestandsränder mit dichtstehenden Randbäumen und hohem Totholzanteil, die durch einseitige Beastung und Überhang ein hohes Verkehrsrisiko darstellten. Betroffene Altbestände werden im Vorfeld mit einem Biologen begangen und die Höhlenbäume markiert, um die Specht- und Fledermausvorkommen nachhaltig zu sichern.


Erhöhung der Artenvielfalt

Diese mittelwaldähnliche Waldrandgestaltung erhöht die Artenvielfalt. Gleichzeitig werden kostenintensive Verkehrskontroll- und Sicherungsmaß-nahmen auf ein Minimum reduziert. Mittlerweile wurden alle betroffenen Bereiche mindestens einmal durchforstet und die dicht bestockten dunklen Waldträufe in lichte mosaikreiche Strukturen überführt. Es entstehen vielgestaltige Waldmäntel, die die Bestände dahinten stabilisieren.
Es entstanden zwischenzeitlich gestufte und gebuchtete Waldränder, die ein beachtliches ökologisches Potenzial vorweisen. Die Waldränder lassen jetzt auf etwa 30 Metern Tiefe eine stufige Schichtung erkennen, die von der Krautzone über die Strauchschicht bis in den Baumbestand übergeht. Aufgrund der hohen Artenvielfalt dienen diese Biotope vielen licht- und wärmeliebenden Pflanzen und Tieren als Rückzugsgebiete. Unter anderem nisten Wildbienen in Erdhöhlen, Eidechsen und Waldameisen nutzen die südexponierten warmen und trockenen Waldränder als Lebensraum, ebenso Fledermäuse und Neuntöter. Nahezu alle heimisch vorkommenden Straucharten sind hier zu finden, in manchen Bereichen über 20 verschiedene Arten, die Lebensraum und Nahrung u.a. für zahlreiche Vogelarten bieten. Der Waldtrauf beginnt nach einer solchen Durchforstung quasi vor Leben zu explodieren. Weitere ökologische Vorteile dieses Vorgehens liegen in der Förderung von seltenen Baumarten wie zum Beispiel der Elsbeere.


Fazit

Durch das innovative Pflegekonzept werden kostenintensive Baumkontrollen zur Verkehrssicherheit und Baumarbeiten mit häufigen Straßensperrungen auf ein Minimum reduziert. Gleichzeitig wird zum Erhalt der Artenvielfalt, zur Verbesserung des Naturschutzes und zu einem ansprechenden Landschaftsbild beigetragen.



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73728 Esslingen am Neckar
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Fax (07 11) 35 12-55 29 92
Wald und Verwaltung
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