Fauna

Esslinger Unkenprojekt bleibt auf Erfolgskurs

Durch ein Artenschutzprojekt in Esslingens Wäldern konnte ein drohendes lokales Aussterben der Gelbbauchunken abgewendet werden.

Gelbbauchunke

Tümpel

Einweihung Maßnahme Stettener Bach  von links Bürgermeister Dr. Raab,  Werner Franke LUBW, Minister Alexander Bonde, Dr. Hans-Josef Zimmer EnBW                                                                                                   

Baggerarbeiten

Von 2011 bis 2015 lief in Esslingens Wäldern ein Artenschutzprojekt des städtischen Grünflächenamtes.

Die mehrjährige finanzielle Unterstützung der EnBW, im Rahmen des EnBW-Amphibienschutzprogramms, führten die Maßnahme zum Erfolg. Dieses Förderprogramm wurde gemeinsam mit der LUBW initiiert und fördert seit 2011 landesweit Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensbedingungen von Amphibien.

Die Maßnahme am Stettener Bach wurde  am 03.09.2012 durch Herrn Minister Alexander Bonde eingweiht.

Nutznießerin war die Gelbbauchunke, eine stark gefährdete Tierart, deren drohendes lokales Aussterben durch das Projekt abgewendet werden konnte.

Zwischenzeitlich ist ihr Bestand wieder deutlich angewachsen und nicht mehr akut bedroht.

Nach Auslaufen des Projekts wird die Stadt Esslingen die begonnenen Maßnahmen weiterführen, so dass die Esslinger Unken Jahr für Jahr neue Tümpel im Wald finden.

Welchen Lebensraum brauchen Unken?

Um sich in einem Gebiet auf Dauer zu halten, benötigt die Gelbbauchunke regelmäßig neue Laichplätze.

Wichtig ist die Erkenntnis, dass Gelbbauchunken sich fast nur in ganz jungen und zugleich gut besonnten Tümpeln vermehren. Bereits im zweiten Jahr werden die Tümpel von vielen anderen Tierarten besiedelt. Erwachsene Unken scheinen zu ahnen, dass ihr Nachwuchs in solchen Tümpeln nur zum Futter für Libellenlarven, Schwimmkäfer und Wasserwanzen würde. Sie meiden ältere Tümpel deshalb schon bei der Wahl ihrer Laichplätze.

In heutiger Zeit bleiben den Unken fast nur noch die wassergefüllten Radspuren der Forstmaschinen als Kinderstube. Doch weil man im Wald immer größeren Wert auf eine möglichst bodenschonende Holzernte legt, wird neuerdings auch dieser Ersatzlebensraum knapp.

In früheren Zeiten sorgten noch Hochwässer wilder, unregulierter Flüsse oder das sich Suhlen von Auerochse und Wisent für frische Tümpel.


Welche Maßnahmen waren erforderlich?

Zwischen 2012 und 2015 wurden in verschiedenen Bereichen des Stadtwaldes mehr als 120 Kleintümpel angelegt.

Weil Unken nicht fliegen, müssen neue Tümpel für die Tiere rasch und auch „fußläufig“ erreichbar sein. Schutzmaßnahmen dürfen deshalb nicht weiter als 300 – 500 m von einem bekannten Unkenbiotop entfernt liegen und keinesfalls durch Verkehrsstraßen getrennt sein.

Jahr für Jahr vermehrte sich die selten gewordene Froschverwandte mit dem gelb gefleckten Bauch. Zwischenzeitlich ist ihr Bestand wieder deutlich angewachsen und nicht mehr akut bedroht.

Die Planung und Durchführung der Maßnahmen in diesem Zeitraum wurden fachlich von der Arbeitsgruppe für Tierökologie und Planung (J. Trautner) aus Filderstadt betreut.
Die Baggerarbeiten wurden von der Firma Schäfer aus Leinfelden-Echterdingen ausgeführt.


Wo wurden Unkentümpel angelegt?

Im Gewann Krähenhäule, im Naturschutzgebiet Stettener Bach, im Gewann Gunzenhau und im Denkendorfer Wald.


Wann und wo kann ich Gelbbauchunken sehen?

Waldspaziergänger, die einmal selbst eine Unke sehen oder wenigstens ihren Ruf hören möchten, haben dazu vor allem im Mai und Juni gute Chancen.

So etwa im Naturschutzgebiet Stettener Bach, in dem inzwischen wieder ein erfreulich großer Gelbbauchunkenbestand angetroffen werden kann.

Hier informiert über den sympathischen Froschlurch auch eine anschaulich bebilderte Schautafel.