Gemeinschaftsschule

Vielfalt macht schlauer

Warum Gemeinschaftsschule? Wie funktioniert Gemeinschaftsschule? Was bringt die Gemeinschaftsschule meinem Kind? Die häufigsten Fragen und Antworten sind hier für Sie zusammengestellt.

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Wie sieht eine Gemeinschaftsschule aus?

Der Erklärfilm des Kultusministeriums Baden-Württemberg zeigt anschaulich das Konzept der Gemeinschaftsschule.



Schaubild: Aufbau und Abschlüsse

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GS=Grundstufe, HS=Hauptschulabschluss, RS=Realschulabschluss

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Konzept Gemeinschaftsschule

Eine Gemeinschaftsschule verbindet Chancengleichheit und Leistungsorientierung optimal miteinander und bietet als soziale Gemeinschaft von Erwachsenen und unterschiedlichsten Kindern und Jugendlichen anregende Lernumgebungen an, in denen voneinander und miteinander zielorientiert und selbstverantwortlich gelernt, gearbeitet, gespielt, gelacht und gefeiert wird und in der jeder Einzelne seine Talente entfalten kann. (MD Ruep. August 2011)


Fragen und Antworten

Wodurch wird sich der Unterricht an einer Gemeinschaftsschule auszeichnen?

Die Gemeinschaftsschule ist eine leistungsstarke und sozial gerechte Schule, die alle Bildungsstandards anbietet und in der alle Schülerinnen und Schüler nach ihren individuellen Voraussetzungen lernen. Beispielhaft einige konkrete Punkte dazu:

  • schülerzentrierte Unterrichtsmethoden
  • individuelle Lern- und Förderpläne für alle Schülerinnen und Schüler
  • selbstverantwortliches Lernen individuell und in variablen Gruppen
  • Praktika in unterschiedlichen Lebensbereichen
  • Lehrerinnen und Lehrer arbeiten im Team
  • Leistungsmessung wird durch persönliche Beurteilungen ergänzt
  • rhythmisierter, bewegter Schulalltag

Wie funktioniert das Stufensystem der GMS?

Den Kern der Gemeinschaftsschule bildet die Sekundarstufe I (Klassenstufen 5-10). In allen Fällen, in denen eine Grundschule zur Gemeinschaftsschule gehören soll, bildet diese Grundschule die Primarstufe der Gemeinschaftsschule (Klassenstufen 1-4). Der Schulbezirk für die Gemeinschaftsschule ist aufgehoben. Wenn die Gemeinschaftsschule nach der Klassenstufe 10 jährlich mindestens 60 Schülerinnen oder Schüler mit Gymnasialniveau hat, kann sie eine Sekundarstufe II (Klassenstufen 11-13) zusätzlich anbieten. Eine Gemeinschaftsschule ist in den Klassenstufen 5-10 verpflichtende Ganztagsschule. Das bedeutet, dass an 3 oder 4 Tagen der Woche ein Ganztagesbetrieb mit rhythmisiertem pädagogischem Angebot gewährleistet sein muss. Schule und Schulträger entscheiden frei darüber, welche Variante sie wählen. Dies bezieht sich ausdrücklich nicht auf die Primarstufe der Gemeinschaftsschule. Hierfür gibt es im Hinblick auf Ganztagesbetrieb keine verpflichtenden Festlegungen.


Welche Wege stehen nach Abschluss der Klasse 10 der Gemeinschaftsschule offen?

Nach erfolgreichem Abschluss der Klassenstufe 10 der Gemeinschaftsschule sind folgende Übergänge möglich:

  • Übergang in die gymnasiale Oberstufe eines allgemein bildenden Gymnasiums
  • Übergang an berufliche Gymnasien
  • Übergang in die berufliche Ausbildung

Was unterscheidet eine Lerngruppe von einer Klasse?

Die Gesamtheit der Kinder einer Klasse bildet die Lerngruppe in der Gemeinschaftsschule. Der geänderte Begriff wird vor allem deshalb gewählt, weil deutlich gemacht werden soll, dass die Lerngruppe kein so ausschließlich fest gefügter Verband ist wie seither die Klasse. Es soll dabei ganz klar betont werden, dass die Lerngruppe das bekannte und sichere Umfeld für die Schülerinnen und Schüler darstellt. Es wird selbstverständlich immer wieder Lernsituationen geben, die in der gesamten Lerngruppe stattfinden. Darüber hinaus haben die Kinder jedoch die Möglichkeit und die Pflicht, sich in unterschiedlichen Gruppierungen anhand individueller und kooperativer Lernformen weitgehend selbstverantwortlich zu betätigen. Über Größe und inhaltliche Ausrichtung der Lerngruppen entscheidet nach pädagogischen Gesichtspunkten und organisatorischen Gegebenheiten die Schule vor Ort. Dabei handelt es sich um einen dynamischen Prozess, der einen allmählichen Übergang vom einen ins andere System erlaubt. In keinem Fall gibt es eine Aufteilung in leistungsorientierte A, B, C-Kurse oder ähnliches.


Gibt es an einer Gemeinschaftsschule Noten?

In der Gemeinschaftsschule müssen keine Noten gegeben werden; allerdings können Eltern die "Übersetzung" des Leistungsstands ihrer Kinder in Noten verlangen. In jedem Fall gibt es differenzierende Beurteilungen über den individuellen Entwicklungs- und Leistungsstand der Schülerinnen und Schüler.
In den Abschlussklassen sind Noten obligatorisch.


Welche Lehrkräfte unterrichten an Gemeinschaftsschulen?

An der Gemeinschaftsschule werden Lehrkräfte aller Schularten unterrichten. Alle Lehrerinnen und Lehrer können in allen Lerngruppen der Sekundarstufe I eingesetzt werden. Wenn die Gemeinschaftsschule eine Sekundarstufe II anbietet, unterrichten dort nur Gymnasiallehrerinnen und -lehrer. Die Gemeinschaftsschulen werden neue Stellen grundsätzlich durch schulbezogene Ausschreibungen besetzen.


Wie werden Eltern ins Schulleben eingebunden?

Die Gemeinschaftsschule geht mit den Eltern eine Erziehungspartnerschaft ein. In engem, regelmäßigem Kontakt verständigen sich Lehrkräfte und Eltern über den Leistungsstand der Kinder und treffen gemeinsam Absprachen über praktikable und sinnvolle Fördermaßnahmen sowohl in der Schule als auch im Elternhaus.


Was passiert, wenn eine Familie umzieht oder ein Kind die Gemeinschaftsschule verlassen möchte?

Da die Gemeinschaftsschule die nationalen Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz als Voraussetzung hat, ist ein Wechsel aus der Gemeinschaftsschule an jede andere allgemein bildende Schule in Baden-Württemberg und Deutschland grundsätzlich jederzeit möglich.


Welche Schulen können Gemeinschaftsschulen werden?

Alle allgemein bildenden weiterführenden Schulen können sich zu Gemeinschaftsschulen entwickeln.


Welche Schulen arbeiten bereits als Gemeinschaftsschule?

42 "Starterschulen" werden bereits zum Schuljahr 2012/2013 als Gemeinschaftsschulen arbeiten. Die Standorte findet man auf einer Übersichtskarte (47 KB)


Nach welchen Bildungsplänen arbeitet die Gemeinschaftsschule?

Die derzeit gültigen Bildungspläne für die allgemein bildenden Schulen Baden-Württembergs stammen aus dem Jahr 2004. Im Rahmen der geplanten Reform der Bildungspläne 2015/16 werden die Bildungspläne Werkrealschule (Hauptschule) / Realschule / Gymnasium vertikal und horizontal so abgestimmt, dass sie die Grundlage für den Bildungsplan Gemeinschaftsschule bilden. Die Gemeinschaftsschulen arbeiten zunächst in den Jahrgangsstufen 5 und 6 nach dem Bildungsplan der Realschule 2004 unter Einbeziehung gymnasialer Standards.


Gibt es Vorgaben zur Größe eine Gemeinschaftsschule?

Eine Gemeinschaftsschule ist in der Regel zwei- oder mehrzügig, wobei der Klassenteiler bei 28 Kindern festgelegt ist. In besonderen Ausnahmefällen kann auch eine einzügige Schule zur Gemeinschaftsschule werden. In diesem Fall muss die Schule auf Dauer in der Regel mindestens 20 Schüler(innen) in der Eingangsklasse nachweisen. Eine Gemeinschaftsschule, die nach Klassenstufe 10 mindestens 60 Schüler(innen) mit gymnasialem Niveau hat, ist auch berechtigt, eine Sekundarstufe II zu führen.



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