Klimawandel

Der Klimawandel und seine Folgen

Wie wirkt sich der Klimawandel konkret auf das Leben in unseren Städten aus?

Verschwommene Stadtansicht, Pictogramm Sonne Wolken, Schriftzug Klimawandel

Überschwemmungen, Hitzewellen, Starkregenereignisse, Erdrutsche, starke Unwetter. Mit der Zunahme solcher Extreme in den vergangenen Jahren sind der Klimawandel und die globale Erwärmung stärker in das Bewusstsein der Gesellschaft gerückt.

Auch wenn nicht eindeutig nachgewiesen werden kann, dass solche Ereignisse auf den Klimawandel zurückzuführen sind, werden Klimaschutz und vor allem Klimaanpassung in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Der Klimawandel und daraus resultierende Folgen werden sich spürbar verstärken. Daher ist es wichtig, dass wir uns rechtzeitig und effizient daran anpassen.

Städte und Ballungsgebiete spielen dabei eine zentrale Rolle. Im Jahr 2011 lebten 75 % der deutschen Bevölkerung in Städten. Allein 13,1 Millionen Einwohner fallen den 14 größten Städten und Stadtregionen zu. In der Region Stuttgart leben 730 Einwohner auf einem Quadratkilometer. Das macht sie mit 2,7 Mio. Einwohnern insgesamt zu einer der dicht besiedeltsten Regionen in Europa. Da immer mehr Menschen in Städten leben, muss Klimaschutz und Klimaanpassung besonders in diesen stattfinden. – Das hauptsächliche Ziel ist daher, den Klimaschutz und die Klimaanpassung zu optimieren sowie vorhandene Strukturen zu erneuern.

Icon Sonne Wolken

Folgen des Klimawandels in Städten

Die Städte und ihre Bewohner werden sich also mit verschiedenen Klimafolgen auseinander setzen müssen. 

mehr zu den Folgen des Klimawandels in den Städten

Obwohl manchmal der Eindruck erweckt wird, dass der Klimawandel noch in weiter Ferne liegt, sind auch in Baden-Württemberg bereits Klimafolgen nachweisbar:

  • Die Jahresmitteltemperatur stieg von 1900 bis 2000 um + 1°C
  • Die Temperatur im Sommerhalbjahr nahm um regional + 0,7°C bis +1,1°C zu
  • Die Temperatur im Winterhalbjahr stieg regional um +1,0°C bis +1,3°C
  • Die Frosttage gingen im Mittel um 30 Tage zurück
  • Die Sommertage nahmen im Mittel um 20 Tage zu
  • Der Niederschlag nahm im Sommer ab und im Winter zu
  • Die Extremereignisse nahmen zu

  

Icon Temperaturskala

Temperaturanstieg

Es wird heißer. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der Landesanstalt für Umwelt, Naturschutz und Messungen.

mehr zum Temperaturanstieg

Im Rahmen einer erarbeiteten Anpassungsstrategie für Baden-Württemberg hat die LUBW die Ergebnisse von 29 regionalen Klimaprojektionen für das Land untersucht, um weitere Aussagen zu künftigen Klimafolgen machen zu können. Hinsichtlich der Temperaturen sind die Ergebnisse der Projektionen eindeutig: Sie werden weiter ansteigen, in den höheren Lagen der Mittelgebirge weniger als im Tiefland.


  

Icon Mensch, Sonne

Gesundheit

Die Klimafolgen sind vielfältig und haben Einfluss auf unser tägliches Leben. Insbesondere der Anstieg der Temperaturen kann Hitzewellen verursachen, die Menschen, Tiere und Pflanzen belasten.

mehr zur Gesundheit

Sie können vor allem bei älteren und kranken Menschen schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben.
Das Stadtklima unterscheidet sich durch die bauliche Dichte sowie den Versiegelungsgrad deutlich von unbebautem Umland. Die Hitzebelastung durch hohe Temperaturen ist deshalb in Städten höher. Das thermische Empfinden von Stadtbewohnern wird dabei durch folgende Faktoren und deren jeweiligen Ausprägung bestimmt:

  • Kurz- und langwellige Strahlung
  • Lufttemperatur
  • Windsituation
  • Luftfeuchtigkeit

Der thermische Wirkungskomplex

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Durch die Folgen des Klimawandels werden das Stadtklima und die genannten Faktoren beeinflusst. Dadurch verschärft sich die Situation der Hitzebelastung und es kann zu thermischen Belastungen der Menschen in der Stadt führen. Diese Belastungen sorgen beispielsweise für:

  • Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit
  • reduziertes Wohlbefinden
  • Gesundheitsgefährdung
  • erhöhte Morbidität (bspw. Krankheitsübertragung durch Zecken oder Stechmücken, die sich durch veränderte Temperaturen neu ansiedeln etc.)
  • erhöhte Mortalität (Zunahme der Sterberate bei besonders hitzeempfindlichen/ gefährdeten Personenkreisen)

Da die mitteleuropäische Stadtstruktur (Gebäude, Raumnutzungsmuster) und ihre Bewohner nicht an extreme Hitze angepasst sind, besteht ein Anpassungsbedarf, insbesondere mit Blick auf die demografische Entwicklung und der Zunahme von Risikogruppen. Mögliche Schutzmaßnahmen der Anpassung an extreme Hitze können zum Beispiel sein:

  • kurzfristig präventiv: Hitzewarnsystem (z.B. des Deutschen Wetterdienstes)
  • aktuell: individuelles Verhalten von Menschen (bspw. Abkühlung, Sonnenschutz etc.)
  • langfristig präventiv: Doppelstrategie der Stadtplanung

Stadtplanungsmaßnahmen sollten dabei zwei Faktoren beachten, um den thermischen Komfort der Stadtbewohner aufrecht zu erhalten. Als erste Priorität sollte tagsüber darauf geachtet werden, dass der Eintrag von Hitze in die Stadt reduziert wird. Dies kann zum Beispiel durch folgende Maßnahmen geschehen:

  • optimiertes Straßen- und Gebäudedesign (Verschattung, Verwendung von kühlen Materialien)
  • Förderung von Grün in der Stadt (Dach- und Fassadenbegrünung, Straßenbäume, urbane Grünflächen)

Zweitens sollte sie eine ausreichende Belüftung bei Nacht gewährleisten. Dies kann unter anderem durch das Freihalten von Frischluftschneisen und Kaltluftzufuhrbahnen erreicht werden.

Die Stadt Esslingen möchte diesen Anforderungen durch räumlich-strategische Planungsaussagen im "FNP-Layer Anpassung an den Klimawandel" gerecht werden.



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Abteilung Stadtentwicklung
Abteilung Stadtentwicklung
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73728 Esslingen am Neckar
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Telefon (07 11) 35 12-31 10
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Renate Daurer

Diplomingenieurin (Dipl.-Ing. (FH)),

Umweltschutzbeauftragte

Telefon (07 11) 35 12-25 72
Fax (07 11) 35 12-55 25 72
Gebäude: Neubau
Raum: 240

Weitere Informationen

Klimaschutz - Klimaanpassung
Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz, BaWü
Klimafolgen - Umweltbundesamt
regionale Klimafolgen - Umweltbundesamt

Klima MORO
Website KlimaMORO
Region Stuttgart KlimaMORO
Vulnerabilitätsbericht
Klimaatlas Esslingen - Stadtklima

KARS
Ergebnisse (15,3 MB)
Hochschule für Technik Stuttgart
Region Stuttgart KARS
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