Abschlussforum ES 2027 am 17. Juli 2008, Neckar Forum
Wie bereits zu Beginn des Stadtstrategieprozess ES 2027 angekündigt fand am Donnerstag, 17. Juli 2008 der Abschluss der öffentlichen Beteiligungsphase im Neckar Forum statt.
Über 200 Interessierte fanden den Weg zum Veranstaltungsort, um neben der offiziellen Übergabe der Diskussionsergebnisse an den Gemeinderat auch zu erfahren, wie es mit dem Strategieprozess weitergehen wird.
- Ablauf des Abends (2,7 MB, pdf)
- Übersicht der erarbeiteten Ziele (3,6 MB, pdf)
Nach der Begrüßung durch Oberbürgermeister Dr. Jürgen Zieger informierte Moderator Frank Heinze über den geplanten Ablauf des Abends.
Erster Höhepunkt des Abends bildete ein Projektfilm aus Sicht der Mentoren, die von Verwaltungsseite die Workshops begleitet hatten. Der Film, der durch der Lazi-Akademie produziert wurde, fasste auf unterhaltsame Weise zusammen, was unter den einzelnen Zukunftsfelder zu verstehen ist, welche interessanten und zukunftsweisenden Ideen von den Workshopteilnehmern diskutiert wurden und welche Eindrücke die Mentoren aus den Diskussionsrunden mitgenommen haben.
Im Anschluss an den filmischen Projektüberblick fand die Übergabe der Workshopergebnisse an die Verwaltungsspitze und den Gemeinderat statt. Frau Dr. Schwarz und Herr Matt - beides Teilnehmer unterschiedlicher Workshops - übergaben symbolisch jeweils eine der erarbeiteten Papierrollen an den Oberbürgermeister und die vier Fraktionsvertreter. Stellvertretend für Gemeinderat und Verwaltung dankte Oberbürgermeister Dr. Zieger den Bürgerinnen und Bürgern für ihr Engagement: neben insgesamt rund 650 Teilnehmern an den öffentlichen Veranstaltungen und etwa 186 Teilnehmern in den Arbeitsgruppen sind in rund 75 Stunden Workshoparbeit ca. 230 Protokollseiten mit 39 Leitzielen, 82 Oberzielen, 320 Unterzielen und mehreren hundert Umsetzungsvorschläge entstanden.
Beim einmaligen Engagement der Esslinger für ihre Stadt solle es auch nicht bleiben, versprach der Oberbürgermeister, denn auch wenn manch ein Teilnehmer die Befürchtung hege, dass die Ergebnisse nun für immer in Schubladen verschwinden, hat die Verwaltung klare Vorstellungen vom weiteren Verfahren.
Bevor jedoch die nächsten konkreten Schritte durch den Oberbürgermeister vorgestellt werden konnten, nahm die Theatersportgruppe des Tübinger Harlekin-Theater die Bühne in Besitz und griffen eben diese Befürchtungen auf.
In improvisierten Dialogen bauten die Schauspieler immer wieder Vorurteile ein wie "Bis 2027 fließt viel Wasser den Neckar hinunter - viele gute Ideen werden bis dahin versanden" oder "Die Ideen verschwinden doch nur in den Verwaltungsschubladen". In Kombination mit den unterschiedlichen Spielsituationen ergaben sich dadurch jeweils originelle und unterhaltsame Interpretationen darüber, was wohl mit den Diskussionsergebnissen am Ende passieren könnte.
Damit die Teilnehmer der Veranstaltung auch eine ernsthafte Antwort auf die offenen Fragen bekamen, erläuterte im Anschluss an die Theater-Einlage Oberbürgermeister Dr. Zieger die nächsten Schritte. Zieger betonte die Entschlossenheit von Politik und Verwaltung, sich den Ergebnissen ernsthaft zu widmen und zur Grundlage der zukünftigen kommunalpolitischen Entscheidungsfindung zu machen. Zwar besitzen die Workshopergebnisse keine bindende Wirkung für den Gemeinderat, dennoch verstehen Politik und Verwaltung die Hinweise der Bürgerschaft als Politikberatung im besten Sinne. Der Gemeinderat werde sich erst nach der Kommunalwahlphase, die nach der Sommerpause eingeläutet wird, mit den Ergebnissen befassen. Bereits während dieser Phase wird die Verwaltung jedoch - sozusagen hinter den Kulissen - entscheidende Schritte zur Operationalisierung der Ziele vorbereiten. Die Frage, wie die abstrakt auf strategischer Ebene formulierten Leit- und Oberziele ihren Weg in das tägliche Handeln der Verwaltung finden kann, erfordert einigen Abstimmungsbedarf.
Zuallererst steht jedoch die Fertigstellung der Dokumentation des Prozess bis Anfang Oktober an. Jeder Workshopteilnehmer erhält jeweils ein Exemplar der Dokumentation mit einem kleinen Präsent. Auch im Internet wird die Dokumentation allen zugänglich gemacht werden, die Interesse an der Arbeit in den Workshops haben. In diesem Zusammenhang versprach der Oberbürgermeister größtmögliche Transparenz für alle Interessierten in der Stadt. Im Rahmen der jährlichen Einbringung und Entscheidung des Haushalts soll anhand der Struktur der neun Zukunftsfelder aufgezeigt werden, welche Ziele konkret verfolgt werden und mit welchen Budgets diese dann entsprechend dotiert sind.
Alle jene, die mehr in Esslingen bewegen möchten, ermunterte der Oberbürgermeister, selbst an der politischen Arbeit teilzunehmen, sich in einer der Parteien im Gemeinderat einzubringen oder sich selbst für die Wahl zum Gemeinderat aufstellen zu lassen.
Ein Film, der sich mit ES 2027 aus Sicht von Jugendlichen beschäftigt, rundete den offiziellen Teil der Veranstaltung ab. Der Film, der unter der Regie des Arbeitskreises Offene Jugendarbeit entstanden war, steuerte das Meinungsbild von Kindern und Jugendlichen bei, die in den Workshopdiskussionen weniger stark vertreten waren.
Im Anschluss lud die Stadt Esslingen alle Anwesenden auf ein Glas Sekt oder Wein ein, um den Abend mit Gesprächen und geselligem Beisammensein ausklingen zu lassen.