Pressemitteilung 08.02.2022

Maria Kalesnikava erhält Theodor-Haecker-Preis der Stadt Esslingen

Als Zeichen der Solidarität wird der »Theodor-Haecker-Preis der Stadt Esslingen am Neckar – Internationaler Menschenrechtspreis für politischen Mut« außer der Reihe an die belarussische Aktivistin Maria Kalesnikava verliehen.

Maria Kalesnikava

Die außerordentliche Preisverleihung findet am Sonntag, 13. März 2022 um 11 Uhr in der Württembergischen Landesbühne, Strohstraße 1, 73728 Esslingen am Neckar, statt.

Der Eintritt ist frei, Anmeldung unter: esslingen.de/haecker-preis

Die lange Zeit in Stuttgart tätige Musikerin und Bürgerrechtlerin Maria Kalesnikava gehört zu den bekanntesten Gesichtern der Opposition gegen den belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko. Aufgrund ihres Einsatzes für Demokratie, Menschenrechte und Freiheit wurde sie im September 2020 verhaftet und ein Jahr später zu elf Jahren Haft verurteilt. Ihre Verhaftung und Verurteilung haben weltweit Empörung und Solidarität ausgelöst. Nun setzt die Stadt Esslingen am Neckar ein weiteres Zeichen der Unterstützung mit der außerordentlichen Verleihung ihres internationalen Menschenrechtspreises.

»Maria Kalesnikavas beispiellose Tapferkeit und ihr ungebrochener gewaltfreier Widerstand gegen das Terrorregime Lukaschenko stehen stellvertretend für viele Menschen, die in Belarus unter persönlichen Gefahren für Freiheit und Bürgerrechte kämpfen«, rechtfertigt Oberbürgermeister Matthias Klopfer die Entscheidung, den Theodor-Haecker-Preis der Stadt Esslingen am Neckar außer der Reihe zu vergeben.

Mit der außerordentlichen Preisverleihung soll Maria Kalesnikavas gewaltfreier Einsatz für die Menschenrechte in Belarus gewürdigt und daran erinnert werden, dass sie in der Isolation nicht in Vergessenheit gerät.

Stellvertretend wird ihre Schwester Tatsiana Khomich den Preis entgegen nehmen. Die Laudatio auf die Preisträgerin hält die Präsidentin des Landtags von Baden-Württemberg, Muhterem Aras MdL. Durch die Veranstaltung führt Barbara Straub, Beauftrage für Chancengleichheit der Stadt Esslingen am Neckar.

Im Rahmen der Preisverleihung zeigen Viktoriia Vitrenko und Jasmin Schädler, Gründerinnen der InterAKT Initiative e. V., eine musikalische Lecture Performance unter dem Titel »Liebe ist stärker als Angst! Maria Kalesnikava und die politische Kunst«. Während sie die Geschichte ihrer Freundin und Kollegin Maria Kalesnikava erzählen, laden sie zu einer Begegnung zwischen Kunst und Politik ein.

Die Veranstaltung in der WLB findet im Kontext der Esslinger Frauenwochen (8. März bis 8. April 2022, esslingen.de/frauenwochen) statt.

Üblicherweise wird der »Theodor-Haecker-Preis der Stadt Esslingen am Neckar – Internationaler Menschenrechtspreis für politischen Mut« durch die Entscheidung des Kulturausschusses im Turnus von drei Jahren vergeben. Vorschläge können aus der Öffentlichkeit, dem Gemeinderat oder der Verwaltung eingebracht werden. Bis Sonntag, 6. Februar 2022 konnten Vorschläge für die nächste reguläre Verleihung 2023 beim Kulturamt eingereicht werden.

Die Stadt Esslingen am Neckar verleiht den Preis seit 1995 zum Andenken an den Namensgeber Theodor Haecker und in Erinnerung an eine leidvolle deutsche Vergangenheit an eine Person oder Gruppe des öffentlichen Lebens, die sich in herausragender Weise um Menschenrechte, Demokratie, Freiheit, Frieden und Menschlichkeit bemüht und deren Werk der Tradition Haeckers würdig ist. Als Internationaler Menschenrechtspreis zählt er zu den am höchsten dotierten Auszeichnungen seiner Art in Deutschland.

Theodor Haecker wurde 1879 in Eberbach geboren und lebte später in Esslingen am Neckar. Während des Nationalsozialismus war Haecker mit Rede- und Publikationsverbot belegt. In dieser Zeit entstand sein wichtigstes Werk, die »Tag- und Nachtbücher«. Diese Tagebuchnotizen sind das Dokument eines Intellektuellen gegen den Nationalsozialismus. Haeckers Ausführungen galten im Widerstand gegen das Hitler-Regime als wichtigstes schriftliches Dokument. Theodor Haecker hatte Bindungen an den Kreis der Geschwister Scholl, in dessen Runde er mehrfach Auszüge seiner »Tag- und Nachtbücher« vortrug. Er starb 1945 in Ustersbach.

www.esslingen.de/haecker-preis

Info

Kontakt

Gudrun Fretwurst

Leitung Öffentlichkeitsarbeit Kulturamt

Telefon (07 11) 35 12-26 70
Raum 359, 3. OG

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Flyer Theodor-Haecker-Preis 2022 (253 KB)

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