Pressemitteilung 28.06.2018

Neue Aufbahrungsräume auf dem Ebershaldenfriedhof

Die umfassenden Umbau- und Modernisierungsarbeiten des Gebäudes auf dem Ebershaldenfriedhof sind abgeschlossen. Am 10. Juli um 15 Uhr findet vor Ort die Übergabe der Räumlichkeiten an die Öffentlichkeit statt.

"Mit einer Investition von rund 2 Mio Euro in die Modernisierung des Gebäudes auf dem Ebershaldenfriedhof haben wir einen Schritt in Richtung Zukunftsfähigkeit unseres kommunalen Friedhof- und Bestattungswesens getan", urteilt Esslingens Oberbürgermeister Dr. Jürgen Zieger. "Gemeinderat und Verwaltung war es ein gemeinsames Anliegen der Bürgerschaft zeitgemäße Räumlichkeiten anzubieten."

Die Ende 2016 begonnenen umfassenden Modernisierungs- und Umbauarbeiten am Nord- und Südflügel des Gebäude auf dem Ebershaldenfriedhof stehen momentan vor ihrem Abschluss. An seiner Nordseite hat das Friedhofsgebäude einen verglasten Anbau als Besucherflur erhalten, der den Hinterbliebenen den schweren Gang zu den Aufbahrungsräumen durch ein helles und freundliches Umfeld etwas erleichtern soll. Unter Berücksichtigung denkmalpflegerischer Belange wurde die im Neo-Renaissance-Stil erbaute Feierhalle an dieser Stelle mit moderner Architektur verbunden. Der alte Baukörper des Nordflügels aus den 60er Jahren wurde vollständig in den Rohbauzustand versetzt und mit neuem Grundriß wieder aufgebaut.
"Ich halte dieses Projekt für anspruchsvoll und gelungen. Es verbindet sensibel den denkmalgeschützten Baukörper der Friedhofskapelle aus der Zeit um 1900 und den modernen Anbau mit seiner klaren Formensprache", so Wilfried Wallbrecht, Esslingen Erster Bürgermeister und Baubürgermeister.

"Wesentlicher Anstoß für die Modernisierung war, dass die Hinterbliebenen der im Friedhofsgebäude aufgebahrten Verstorbenen, oftmals zeitgleich, vor den sehr kleinen sogenannten "Leichenzellen" im offenen Gang stehen mussten", erinnert sich Grünflächenamtsleiter Burkhard Nolte. Dieser Besuchergang war zugleich Betriebsflur und diente auch dem An- und Abtransport der Särge durch die Bestatter von außerhalb sowie von und zur Feierhalle. "Die Situation, wenn Hinterbliebene dort im fensterlosen Gang Abschied nehmen wollten und parallel eine Anlieferung erfolgte oder eine Trauerfeier vorbereitet wurde, war aus Sicht der Verwaltung wenig pietätvoll und nicht mehr tragbar", so Nolte.

Eine weitere Herausforderung bestand darin, dass die Feierhalle für große Trauerfeiern zu klein ist. Trauergäste, die in der Feierhalle keinen Platz mehr finden, standen früher draußen vor den Türen, mitunter im Regen, im Winter auch in der Kälte.

Eingehende Untersuchungen und die Abstimmung verschiedener Lösungs-Varianten hatten im Planungsprozess gezeigt, dass wesentliche Verbesserungen der Situation durch mehrere Ansätze möglich waren:

  • Trennung in einen (ruhigen) Besucherflur nur für die Angehörigen und Trauergäste
  • ein ausreichend breiter Betriebsflur dient dem An- und Abtransport der Särge ohne Störung der Besucher
  • die Bereitstellung von zeitgemäßen Aufbahrungs- /Verabschiedungsräumen in der Gebäudemittelachse, in denen Angehörigen in Ruhe mit dem Verstorbenen allein sein können
  • eine Verlegung und behindertengerechte Ausstattung der Toilettenanlagen
  • die Öffnung des Vor- und Warteraums neben der Feierhalle, der dadurch den Trauergästen großer Trauerfeiern zusätzlich zur Verfügung steht
  • eine Sanierung der Elektro-, Kühl-, Lüftungs- und Heiztechnik unter energetischen und hygienischen Gesichtspunkten, inkl. zeitgemäßer Wärmedämmung und Sonnenschutz.

Nach einer Verlagerung der sanierungsbedürftigen Toiletten aus dem nördlich gelegenen Vorraum heraus, kann jetzt zusätzlicher Raum bereitgestellt werden. Die Trauergäste befinden sich dann im Gebäude vor Witterung geschützt und können mit Bild-/Tonübertragung der Trauerfeier folgen. Neu angeboten werden kann künftig ein kleiner Urnenverabschiedungsraum. Hier können Urnentrauerfeiern abgehalten werden, wenn nur sehr wenige (ca. 3-8) Trauergäste erwartet werden und die Nutzung der Feierhalle daher nicht sinnvoll ist.

Während der Bauzeit galt es statische Probleme zu lösen und der denkmalpflegerischen Situation gerecht zu werden. Die vor dem Eingang zur Friedhofsverwaltung am Südflügel des Gebäudes befindliche Treppenanlage war in einem baulich so schlechten Zustand, dass sie vollständig abgebrochen und erneuert werden musste. Im Zuge der Erneuerung dieser Treppe wurde der heute bei öffentlichen Gebäuden geforderte barrierefreie Zugang zur Friedhofverwaltung realisiert. Die beiden ehemals vorhandenen, in westliche und östliche Richtung orientierten Treppenläufe wurden durch einen einzigen Treppenzugang in Richtung Westen ersetzt. Die östliche Seite ist über eine Rampe barrierefrei erreichbar.

Die für das Grünflächenamt zuständige Berufsgenossenschaft hatte beanstandet, dass derzeit bei den Mitarbeiter/innen-Umkleiden keine räumliche Trennung der Arbeits-, bzw. Schutzkleidung einerseits und der persönlichen Kleidung andererseits vorhanden ist (sog. Schwarz-Weiss-Trennung). Es musste daher sichergestellt werden, dass die stark verschmutzte Arbeits-/Schutzkleidung („Schwarz“) zunächst in einem Raum abgelegt, dann mit unmittelbarem Zugang die Duschen/Waschräume zur Reinigung aufgesucht und in einem sich anschließenden weiteren Raum die persönliche Kleidung („Weiss“) angelegt werden kann. Diese Anforderungen sind jetzt umgesetzt.

Alle Sanierungs- und Umbauarbeiten im Gebäude verursachten Kosten in Höhe von rund 2,0 Mio € Euro. Davon entfielen auf den Nordflügel ca. 1,5 Mio Euro sowie auf den
Südflügel ca. 500.000,- Euro.

Während der Bauphase konnten wegen der damit verbundenen Lärmauswirkungen weder Aufbahrungen noch Trauerfeiern im Gebäude abgehalten werden. Auch die Mitarbeiter/innen des Friedhofsbetriebs mussten ihre Räume für einige Monate verlassen und in andere Friedhofsgebäude im Stadtgebiet umziehen. Daraus ergab sich eine große logistische Herausforderung für die Abteilungsleitung und Mitarbeiter/innen sowie für alle am Friedhof tätigen Berufsgruppen. Einen herzlichen Dank für die entgegengebrachte Geduld und das große Verständnis sagt daher die Verwaltung allen Beteiligten und den vom Umbau betroffenen.

Die Verstorbenen wurden während der Bauphase auf dem Pliensaufriedhof aufgebahrt. Für Trauerfeiern mit anschließender Beisetzung auf dem Ebershaldenfriedhof hat die Evangelische Freikirche dankenswerter Weise Räumlichkeiten in der Urbanstraße 47 zur Verfügung gestellt.

Das Bauprojekt des Grünflächenamtes wurde von den Städtischen Gebäuden Esslingen (SGE) und dem Esslinger Architekturbüro Thomas Mühleisen betreut.

Am 10. Juli findet um 15:00 Uhr die Übergabe der modernisierten Räumlichkeiten an Öffentlichkeit statt. Dabei besteht die Möglichkeit zur Besichtigung der Räume.

Info

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Thomas Zink
Abteilungsleiter
Telefon (07 11) 35 12-27 80
Fax (07 11) 35 12-55 27 80
Gebäude: Landenbergerstraße 50

Siehe auch

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