Pressemitteilung 3.5.2018

Esslinger Zwiebelfest

Gemeinsam mit Vertretern verschiedener Fachämter und Institutionen der Stadt Esslingen stellte OB Dr. Jürgen Zieger die Ergebnisse der Analysen zum Esslinger Zwiebelfest vor.

Zwiebelfestkutsche

Gemeinsam mit Vertretern verschiedener Fachämter und Institutionen der Stadt Esslingen stellte Oberbürgermeister Dr. Jürgen Zieger in einer Pressekonferenz am 2. Mai die Ergebnisse der Analysen zum Esslinger Zwiebelfest vor, das von dem privaten Veranstalter Zwiebelfest GmbH auf dem Marktplatz durchgeführt wird. Hintergrund ist ein Auftrag des Gemeinderats 2016 aus Sorge um die Entwicklung in den letzten Jahren, in denen der Ruf nach einer aktiven Rolle der Stadt laut wurde.

Kritik kommt von Esslinger Gastronomen, die keinen Laubenplatz mehr erhalten, sowie von Gastronomen, die für eine Beteiligung eine Reorganisation voraussetzen. Anrainer und Gewerbetreibende am Marktplatz fühlen sich räumlich abgeschottet. Eine Bürgerinitiative fordert in offenen Briefen, Unterschriftenlisten und sozialen Medien eine stärkere Beteiligung der Stadt. Auch Journalisten, Stadträte, besorgte Esslinger Bürger und Unternehmer thematisieren einen Relaunch.

Geprüft wurden u.a. folgende Fragen:

  • Wie lässt sich eine negative Entwicklung vermeiden?
  • Wie können Konflikte versachlicht werden?
  • Wie lässt sich mehr Transparenz in der Vergabe von Laubenplätzen erreichen?
  • Welche Einfluss- und Kontrollmöglichkeiten haben Gemeinderat und Verwaltung?

Handlungsdruck aus mehreren Gründen

Zusammenfassend ist festzuhalten: Es besteht Handlungsbedarf. Die Stadt ist angehalten mehr Einfluss und Kontrolle auf die Veranstaltung auszuüben.

Handlungsdruck ergibt sich einerseits durch die allgemeine Entwicklung der Veranstaltung, die bei wichtigen Kriterien wie Anzahl der Wirte, Image und Akzeptanz in der Bürgerschaft rückläufig ist. Handlungszwang erzeugen andererseits parallele Anträge verschiedener Veranstalter für konkurrierende Veranstaltungen. Der zunehmende Wettbewerb um eine kommerzielle Nutzung des öffentlichen Raumes erfordert eine Abwägung, die sich rechtlich als komplex und problematisch darstellt.

Konkurrierende Genehmigungsverfahren machen neue Konzepte zum Umgang mit Verteilungsfragen erforderlich, um Verteilungsgerechtigkeit zu gewährleisten. Am besten kann diese durch den Wechsel auf ein Beschaffungsmodell mit einem Vergabeverfahren erreicht werden, in dem auch personen-/ dienstleistungsbezogene Aspekte relevant sind.

„Unser Ziel besteht darin eine Struktur zu schaffen, die Verteilungsgerechtigkeit sicherstellt und Transparenz und Fairness in der Vergabe der Lauben gewährleistet. Ziel ist es allen Gastronomen potenziell gleiche Chancen auf eine Teilnahme zu ermöglichen. Außerdem möchten wir die Veranstaltung auf unserem wichtigsten Festplatz konzeptionell weiter entwickeln“, betont OB Dr. Zieger.


Verwaltung empfiehlt strategische Neuausrichtung durch die Stadt

Dafür schlägt die Verwaltung eine Reorganisation durch die Stadt vor, die selbst Veranstalterin und Betreiberin wird. In einem zweiten Schritt empfiehlt die Verwaltung die Prüfung einer Direktvergabe der Betriebsführungsrolle an eine strukturell geeignete Institution.

"Mit dem Neustart wird die Veranstaltung in eine zeitgemäße und professionelle Struktur überführt, die sich an den Referenzveranstaltungen in Baden-Württemberg orientiert. Die Stadt bewahrt die konzeptionelle Hoheit und Kontrolle über ihren wertvollsten Veranstaltungsraum und kann bei ungewünschten Entwicklungen eingreifen", sagt Michael Metzler, Geschäftsführer der Esslinger Stadtmarketing & Tourismus GmbH (EST).

Durch eine öffentliche, transparente und diskriminierungsfreie Ausschreibung der Laubenplätze hätten alle Wirte dieselben Teilnahmemöglichkeiten. Das Problem mit Parallelanträgen für konkurrierende Veranstaltungen umgehen zu müssen entfällt.

Der Zwiebelfest GmbH würden Übergangsfristen eingeräumt, um sich auf die neue Situation einzustellen. Der Wechsel erfolgt drei Jahre nach dem Grundsatzbeschluss. Sofern die Auflagen für eine Sondernutzung erfüllt sind, kann das Zwiebelfest in der Übergangszeit weiterhin durch die Zwiebelfest GmbH auf Antrag, oder ein anderes Sommerfest durch einen anderen Antragsteller, durchgeführt werden.


Grundlagen einer konzeptionellen Weiterentwicklung

Für den Fall einer Reorganisation sind erste konzeptionelle Grundlagen erarbeitet:

„Die Veranstaltung soll in ein Format weiterentwickelt werden, das für die Bürgerschaft identitätsstiftend wirkt, zugleich Strahlkraft nach außen entwickelt und ein vielfältiges Angebot zu einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis aufweist“, betont Roland Karpentier, Pressesprecher der Stadt Esslingen. Die Veranstaltung findet im Sommer statt und dauert maximal 11 Tage.

Den konzeptionellen Ansatz liefert der für Esslingen charakteristische Spannungsbogen aus Tradition und Innovation, lokaler bzw. regionaler Identität und Weltoffenheit. Die Grundstruktur bildet eine Landschaft mit Holzlauben, in denen Gastronomen aus Esslingen und der Region überwiegend schwäbische Küche, Weine aus Esslingen, dem Neckartal und Remstal sowie alkoholfreie Getränke aus der Region verköstigen. Für eine konzeptionelle Alleinstellung soll ergänzend das Thema Sekt inszeniert werden. Die älteste Sektkellerei Deutschlands, Kessler mit Sitz in Esslingen, wäre strategischer Partner der Veranstaltung.

„Ein weiteres Ziel besteht darin, die Veranstaltung räumlich zum Umfeld und zur Stadt hin zu öffnen. Die Anordnung der Lauben mittig auf dem Marktplatz soll die ursprüngliche Bebauung mit dem Katharinen-Hospital nachzeichnen, an das heute noch der benachbarte Spitalkelter erinnert“, sagt Michael Metzler. Zugleich ist mittelfristig angedacht, den benachbarten Rathausplatz einzubeziehen. Für die Besucher ergeben sich abwechslungsreiche Stadtansichten. Anwohner, Händler und Gastronomen profitieren von der Öffnung und sind angebunden. Ein attraktives Erscheinungsbild soll durch ein ganzheitliches Gestaltungskonzept für die Holzlauben und zentralen Vorgaben für die Außenpräsentation gewährleistet werden.


Der Ergebnisbericht der Arbeitsgruppe wurde den Gemeinderäten in der gemeinsamen Klausur am 28.04. vorgestellt. Nach der öffentlichen Einbringung der Vorlage im nächsten Verwaltungsausschuss soll in den nächsten Wochen in den politischen Gremien der Stadt beraten und entschieden werden. Für eine Vorbereitung sind drei Jahre erforderlich, d.h. bei einem Grundsatzbeschluss vor August 2018 könnte die Premiere im Sommer 2021 erfolgen.

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Büro des Oberbürgermeisters
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73728 Esslingen am Neckar
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Amtsleiter und Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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Esslinger Stadtmarketing und Tourismus GmbH

Michael Metzler
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Analysen, Überlegungen und Lösungen zum Esslinger Zwiebelfest
Öffentliche Sitzung am Montag, 7. Mai ab 16 Uhr

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