VFL-Post-Areal

Wettbewerb zur Bebauung des VFL-Post-Areals in der Pliensauvorstadt

Das Preisgericht prämierte den städtebaulichen Struktur- und Freiraumentwurf

Die nicht mehr für den Vereinssport benötigte, ca. 2,5 ha große Fläche des ehemaligen VFL-Post-Areals in der Pliensauvorstadt, soll künftig als Wohnquartier mit vielfältigen Wohnformen entwickelt werden.

Foto des VFL-Areals in der Pliensauvorstadt

Prämierung des Wettbewerbsentwurfs zur Bebauung des VFL-Post-Areals in der Pliensauvorstadt - Entwicklung eines städtebaulichen und freiraumplanerischen Vorentwurfes für die bauliche und freiräumliche Neuordnung des VFL-Post-Areals

Die nicht mehr für den Vereinssport benötigte, ca. 2,5 ha große Fläche des ehemaligen VFL-Post-Areals in der Pliensauvorstadt, die sich im Eigentum der Stadt Esslingen befindet, soll künftig als Wohnquartier mit vielfältigen Wohnformen entwickelt werden. Die Stadt Esslingen am Neckar hat 2021 einen Wettbewerb in Form einer Planungskonkurrenz gestartet, um das „VFL-Post-Areal“ in der Esslinger Pliensauvorstadt nachhaltig als gemischt genutztes Wohnquartier zu entwickeln. Darüber hinaus soll eine rund 6.500 qm große Grün- und Freifläche entstehen, die als Aktiv- und Bewegungsfläche für alle Einwohner:innen im Stadtteil zur Verfügung steht. Ziel des Wettbewerbs war, freiraumplanerische sowie gestalterische Potenziale für die Entwicklung des geplanten Baugebietes aufzuzeigen. Um dazu vielfältige und überzeugende Lösungen zu erhalten, hat die Stadt Esslingen als Eigentümerin des Areals einen Wettbewerb ausgelobt, an dem sich 19 namhafte Architektur- und Landschaftsarchitekturbüros beteiligt haben. Das Preisgericht hat deren Arbeiten in der Jurysitzung am 30.11.2021 beurteilt und 2 Arbeiten mit einem 1. Preis bedacht, welche sehr unterschiedliche Antworten auf die in der Auslobung formulierten Anforderungen gegeben haben.Die beiden prämierten Büros
- Hähnig I Gemmeke Architekten BDA Partnerschaft mbH, Tübingen mit bäuerle landschaftsarchitektur + stadtplanung, Stuttgart und- Superwien Urbanism ZT GmbH, Wien mit DnD Landschaftsplanung ZT KG, Wien
wurden aufgefordert, ihre Arbeiten entsprechend den Vorgaben und Anregungen des Preisgerichts, zu überarbeiten. Für die 2. Stufe des Wettbewerbsverfahrens haben die beiden Büros ihre Pläne und Modelle nun vorgestellt. Die Jurysitzung des Preisgerichts, unter dem Vorsitz von Herrn Prof. Werrer, Freier Architekt und Stadtplaner, fand am 13. Mai 2022 im Neckarforum statt. Als 1. Sieger wurde das Büro Superwien Urbanism ZT GmbH, Wien mit DnD Landschaftsplanung ZT KG, Wien prämiert.Auf der Grundlage dieser Arbeit wird das Wiener Büro nun zuerst einen städtebaulichen Entwurf ausarbeiten, um danach den Bebauungsplan-Vorentwurf zu starten. Das weitere Verfahren wird begleitet mit den üblichen Beteiligungsrunden der Träger öffentlicher Belange und der Einwohnerschaft.Der Satzungsbeschluss des Bebauungsplans und somit Baurecht ist frühestens Mitte 2024 zu erwarten. Erst danach kann mit der Erschließung und Bebauung begonnen werden. Dies kommt dem Anliegen des Bürgerausschusses entgegen, ein integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept für die gesamte Pliensauvorstadt zu erstellen. Den Auftrag dafür soll der ATU in seiner Sitzung am 25.5.2022 erteilen mit dem Ziel, dass dieses Konzept noch in 2023 vorliegt. Die beiden Arbeiten der Büros haben sehr unterschiedliche Antworten auf die in der Auslobung formulierten Anforderungen gegeben. Während die Arbeit vom Büro Hähnig I Gemmecke mit einem Quartiersparkhaus und vielfältigen Wohnformen in kleinteilig parzellierbaren Blockstrukturen überzeugt, überrascht der Entwurf von Superwien Urbanism ZT mit großen, asymmetrisch geformten Einzelbaukörpern, die sich zu einer großzügig bemessenen Grün- und Freifläche öffnen. Für die Stadt Esslingen zeigt das Projekt exemplarisch, wie trotz knapper Flächen ein nachhaltiger und interessanter Nutzungsmix zwischen Wohnen und großzügigen Freiflächen erreicht werden kann. Die Arbeit nimmt Bezug auf das Umfeld und die bestehenden Nachbarschaften, insbesondere auf die Wohntürme im Süden, und entwickelt daraus ein Quartier mit eigenständiger Identität. Durch die in der Überarbeitung vorgenommene deutliche Reduzierung sind nun auch Dichte und Maßstäblichkeit dem Ort angemessen. Der einstimmige Beschluss des Preisgerichts ist ein tolles Zeichen, und zeigt, dass die Anpassungen sehr gelungen sind. Die Entwicklung eines qualitativ hochwertigen Wohnquartiers mit angemessener Dichte und einem überdurchschnittlich hohen Freiflächenanteil ist gut gelungen. Die Vorgaben nach der ersten Stufe des Wettbewerbs wurden sehr konsequent mit einem zeitgemäßen Städtebau in angemessener Dichte und mit einer  möglichen Parzellierbarkeit der Grundstücke umgesetzt. Auch klimaökologische Belange wurden umfänglich berücksichtigt.

Superwien Urbanism ZT GmbH mit DnD Landschaftsplanung ZT KG

Superwien Urbanism ZT GmbH mit DnD Landschaftsplanung ZT KG

Bewertung des Preisgerichtes für den Entwurf Superwien Urbanism ZT GmbH, Wien mit DnD Landschaftsplanung ZT KG, Wien:

Modellfoto Superwien Urbanism ZT GmbH mit DnD Landschaftsplanung ZT KG
Modellfoto: kohler grohe architekten, Entwurfsverfasser: Superwien Urbanism ZT GmbH mit DnD Landschaftsplanung ZT KG
Modellfoto: kohler grohe architekten, Entwurfsverfasser: Superwien Urbanism ZT GmbH mit DnD Landschaftsplanung ZT KG
Modellfoto: kohler grohe architekten, Entwurfsverfasser: Superwien Urbanism ZT GmbH mit DnD Landschaftsplanung ZT KG
Überarbeitung, Modellfoto: koÜberarbeitung, Superwien Urbanism ZT GmbH mit DnD Landschaftsplanung ZT KG
Überarbeitung, Entwurfsverfasser: Superwien Urbanism ZT GmbH mit DnD Landschaftsplanung ZT KG
Perspektive auf das neue Quartier
Perspektive mit Blick von der Weilstraße, Entwurfsverfasser: Superwien Urbanism ZT GmbH mit DnD Landschaftsplanung ZT KG (für größere Ansicht anklicken)
Blick auf das Quartier, Superwien Urbanism ZT GmbH mit DnD Landschaftsplanung ZT KG
Blick auf das Quartier, Entwurfsverfasser: Superwien Urbanism ZT GmbH mit DnD Landschaftsplanung ZT KG
Visualisierung des Quartiersplatzes
Perspektive mit Blick auf den Quartiersplatz, Entwurfsverfasser: Superwien Urbanism ZT GmbH mit DnD Landschaftsplanung ZT KG
Visualisierung Ansicht, Superwien Urbanism ZT GmbH mit DnD Landschaftsplanung ZT KG
Visualisierung Ansicht, Entwurfsverfasser: Superwien Urbanism ZT GmbH mit DnD Landschaftsplanung ZT KG
Visualisierung Superwien Urbanism ZT GmbH mit DnD Landschaftsplanung ZT KG
Visualisierung der grünen Mitte des neuen Quartiers, Entwurfsverfasser: Superwien Urbanism ZT GmbH mit DnD Landschaftsplanung ZT KG

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Teilnehmendes Büro der 2. Stufe als 2. Preisträger:

Hähnig | Gemmeke, Architekten BDA Partnerschaft mbB mit bäuerle landschaftsarchitektur + stadtplanung

Hähnig | Gemmeke, Architekten BDA Partnerschaft mbB mit bäuerle landschaftsarchitektur + stadtplanung

Bewertung des Preisgerichtes für den Entwurf Hähnig | Gemmeke, Architekten BDA Partnerschaft mbB, Tübingen mit bäuerle landschaftsarchitektur + stadtplanung, Stuttgart:

Modellfoto Hähnig | Gemmeke, Architekten BDA Partnerschaft mbB mit bäuerle landschaftsarchitek-tur + stadtplanung
Modellfoto: kohler grohe architekten, Entwurfsverfasser: Modell Hähnig | Gemmeke, Architekten BDA Partnerschaft mbB mit bäuerle landschaftsarchitektur + stadtplanung
Nutzungskonzept des neuen Quartiers Hähnig | Gemmeke, Architekten BDA Partnerschaft mbB Partnerschaft mbH mit bäuerle landschaftsarchitektur + stadtplanung
Nutzungskonzept, Entwurfsverfasser: Hähnig | Gemmeke, Architekten BDA Partnerschaft mbB mit bäuerle landschaftsarchitektur + stadtplanung
Perspektive auf das neue Quartier
Perspektive auf das neue Quartier, Entwurfsverfasser: Hähnig | Gemmeke, Architekten BDA Partnerschaft mbB mit bäuerle landschaftsarchitektur + stadtplanung
Perspektive auf den Quartiersplatz
Perspektive auf den Quartiersplatz, Entwurfsverfasser: Hähnig | Gemmeke, Architekten BDA Partnerschaft mbB mit bäuerle landschaftsarchitektur + stadtplanung

Die beiden 3. Preisträger:

Project GmbH mit Cornelia Franke

Project GmbH Planungsgesellschaft für Städtebau, Architektur und Freianlagen, Esslingen mit Cornelia Franke

Modellfoto Project GmbH Planungsgesellschaft für Städtebau, Architektur und Freianlagen, Esslingen mit Cornelia Franke
Modellfoto: kohler grohe architekten, Entwurfsverfasser: Project GmbH Planungsgesellschaft für Städtebau, Architektur und Freianlagen, Esslingen mit Cornelia Franke

Die besondere Qualität des Entwurfs liegt in der konsequenten Anordnung der Grün und Freiflächen am östlichen Quartiersrand, da dadurch die Anforderungen an Kaltluftabfluss und das Angebot an zusammenhängenden Aktiv- und Bewegungsflächen sinnvoll miteinander verknüpft werden. Die zweite Strömungsachse für den Kaltluftabfluss wird in Form des zentralen Angers in Nord-SüdRichtung („Grüne Mitte“) angelegt. In Zuordnung zu diesem Anger werden Kita, besondere Wohnformen, Cafe, nicht störenden Gewerbe vorgesehen.

Eine dritte Kaltluftschneise verläuft im Bereich der geplanten Erschließungsstraße am westlichen Rand des Quartiers.

Für die Bebauung werden 4 ablesbare Baufelder mit L-förmigen Gebäudestrukturen (3-4 Geschosse) vorgeschlagen, mit drei 6-geschossigen Hochpunkten an den Quartiersrändern. Zur Förderung der Nachbarschaften innerhalb der Wohnhöfe schlagen die Verfasser vor, die Wohnungen größtenteils über die Innenhöfe zu erschließen.
Innerhalb dieser Baustruktur werden differenzierte Wohnformen angeboten (Miet-, Sozial-, Eigentumswohnungen) sowie gestapelte Reihenhäuser. So großzügig einerseits die öffentlichen Freiräume auch dimensioniert sind, so ist andererseits die Dimensionierung der Wohnhöfe zu gering, um attraktive Belichtungs- und Aufenthaltsqualitäten zu schaffen. Besonders deutlich wird dies in der zu knapp bemessenen Kita-Freifläche im Innenhof.

Die Parkierung erfolgt in Form zweier Tiefgaragen, die im nördlichen Teil der Erschließungsachsen angebunden sind und 2 Wohnhöfe unterbauen. Durch die Unterbauung ist die ökologische Wirksamkeit stark eingeschränkt, andererseits entstehen durch die großzügig bemessene Grün- und Freifläche funktionierende Strukturen mit hoher ökologischer Wirksamkeit für Biodiversität, Vernetzung, Retention, Mikroklima.

Die aufwendige Gestaltung des zentralen Angers mit Fontänenfeld etc. ist kritisch zu hinterfragen, die angebotenen Bausteine überzeugen hier nicht.
Das Angebot an privaten, gemeinschaftlichen und öffentlich nutzbaren Grünflächen ist differenziert. Grundflächenzahl und Geschossflächenzahl befinden sich im Mittel. Die relativ geringe Zahl an 119 Wohnungen ergibt sich neben der geringen Nettobaulandfläche von nur 11.549 m² auch aus dem vorgeschlagenen hohen Anteil an Reihenhäusern.

Thomas Schüler Architekten mit Planstatt Senner

Thomas Schüler Architekten, Stuttgart/Düsseldorf mit Planstatt Senner GmbH, Überlingen

Modellfoto Thomas Schüler Architekten, Stuttgart/Düsseldorf mit Planstatt Senner GmbH, Überlingen
Modellfoto: kohler grohe architekten, Entwurfsverfasser: Thomas Schüler Architekten, Stuttgart/Düsseldorf mit Planstatt Senner GmbH, Überlingen

Das neue Wohnquartier orientiert sich gelassen mit seiner Struktur an der Orthogonalität des bestehenden Bolzplatzes, entwickelt daraus seine städtebauliche Figur und nimmt so den Sportplatz selbstverständlich in sein Gefüge auf. Die vorgeschlagenen drei Baufelder nehmen geschickt die umliegende städtebauliche Körnung auf und vernetzten sich elegant mit der Nachbarschaft. Unterstützt wird dies durch die Aufnahme und Weiterführung der Gebäudehöhen aus dem Umfeld. Das vierte Baufeld im Ideenteil fügt sich ebenfalls ruhig in das neue Quartier ein und führt das Thema der Hofbildung fort. Der an das Gebiet angrenzende Freiraum wird beachtet, aufgenommen sensibel weitergeführt und zum wesentlichen Bestandteil des neuen Wohnumfeld. Lediglich die Spielflächen im Osten werden kritisch diskutiert, hier könnte mehr Fläche angeboten werden.

Die klar definierten Baufelder werden über ein kreuzförmiges Erschließungssystem geschickt angebunden und die Raumkammern, die dazwischen entstehen, lassen einen gut proportionierten und abwechslungsreichen öffentlichen Raum entstehen.
Am Kreuzungspunkt entsteht mit dem dort zentralen Quartierraum das Herzstück des gemeinschaftlichen Wohnens. Hier sind folgerichtige öffentliche Einrichtungen wie Quartiershaus, Kita und Nachbarschaftscafe verankert.

Das Mobilitätskonzept sieht hier einen verkehrsfreien Stadtraum vor, gewährleistet somit eine hohe Aufenthaltsqualität und schafft sinnvolle nutzungsoffene gemeinschaftliche Freiflächen. Kritische diskutiert wird die kompakte Größe und Funktionalität hinsichtlich Veranstaltungen diskutiert. Die Mobiltätsstation am Zugangsbereich der Weilerstraße versorgt das Quartier mit alternativen Verkehrskonzepten. Allerdings wird die vorgesehen Erschließung des Quartiers mit Bolzplatzumfahrung kritisch diskutiert. Der vorgesehene verkehrsfreie Innenbereich wird hoch anerkannt, allerdings sind die Zufahrten zu den Tiefgaragen zu nahe am Platzbereich und auch die Frage nach innovativen Mobilitätskonzepten wird nicht beantwortet.

Die klar und robust strukturierten Baufelder bieten einen stabilen Rahmen für kleinteilige bauliche Entwicklungen und lassen einen gut dimensionierten und lebendigen Hofbereich erwarten. Die vorgeschlagene Durchmischung ermöglicht flexible Typologien auf unterschiedlichen Parzellengrößen. Die Wohnungsbauten sind gemäß Ihrer Orientierung richtig proportioniert und lassen eine gute Wohnqualität erwarten. Die vorgeschlagene bauliche Dichte ist gut gewählt und fügt sich in das Bestandsgebiet selbstverständlich ein. Das neue VFL-Post-Areal überzeugt mit einem nachvollziehbaren und präzisen Städtebau, der sich unaufgeregt in die bestehende Nachbarschaft einbindet und eine neues lebendiges Stadtquartier mit hohen freiräumlichen Qualitäten erwarten lässt.

Anerkennung:

K9 Stadtplaner mit factorgrün

K9, Stadtplaner, Freiburg mit faktorgrün, Freiburg

Modellfoto K9, Stadtplaner, Freiburg mit faktorgrün, Freiburg
Modellfoto: kohler grohe architekten, Entwurfsverfasser: K9, Stadtplaner, Freiburg mit faktorgrün, Freiburg

Der Entwurf setzt ein stimmiges städtebauliches Ensemble aus drei Baufeldern mit offenen Wohnhöfen. Jedes Baufeld schließt unterschiedliche Typologien ein und bietet damit eine eine bunte Durchmischung der gewünschten Wohnformen an. Den vierten Baustein bildet die Quartiersgarage an der Weilstraße, die den Bolzplatz auf ihre Dachfläche verlagert hat. Die städtebauliche Setzung rahmt die Weilstraße mit einer nahezu geschlossenen Raumkante.

Im Inneren des Quartiers wird eine sehr schöne Ost-West-Durchwegung angeboten. Vom naturnah gestalteten Champagne-Park im Osten wird über die Außenterrasse eines Cafés, das dem Gebäude mit Seniorenwohnen zugeordnet ist, eine Raumsequenz aufgebaut, die den Blick in die Innenhöfe öffnet und dann zum sogenannten Entrée-Platz führt. Dieser Platz dient der Adressbildung und wird von Sonderwohnformen gesäumt. Der Weg führt weiter entlang einer Kaskaden-Treppe, die auf das Dach der Quartiersgarage und zum Bolzplatz führt.

Im Süden wird ein zweiter Wohnweg ausgebildet, der den Übergang zur Waldkante und grünen Innenhöfen bildet. Die Innenhöfe haben private Gärten in den Randbereichen und gemeinschaftliche genutzte Wohnhöfe in ihrer Mitte. Der im Osten gestaltete Champagne-Park bietet neben dem markanten Baumbestand Sitzstufen, Spielbereiche und Zugang zum Wasser an. Die fünf-gruppige Kita im Süd-Osten ist nur zu Fuß zu erreichen, aber sie gewinnt durch den vorgelagerten Park und die geschützten Freibereiche. Für den Kaltluftabfluss ist der Champagne-Park stadträumlich richtig positioniert, jedoch in seiner Tiefe zu knapp bemessen. Die Gestaltung als offener Retentionsbereich wird begrüßt.

Die große Gebäudetiefe über den Sonderbausteinen im Quartier wird genutzt für besondere Wohnformen. In Kombination mit fünf Vollgeschossen in der Quartiersmitte entsteht ein sehr dichtes Quartier mit einer GFZ von ca. 1,68. Die BGF überschreitet den Durchschnitt der Wettbewerbsarbeiten um mehr als 6.000 qm und bietet 20% mehr Nettobauland als die vergleichbaren Arbeiten. Der überwiegende Anteil der Wohnungen liegt im Geschoßwohnungsbau. Das Angebot gestapelter Reihenhäuser für einzelne Bauherren ist nachvollziehbar, für Baugruppen ist diese Typologie zu hinterfragen. Das Konzept mit Ankernutzungen zugleich Verantwortlichkeiten für die Pflege der gemeinschaftlichen Innenhöfe, für das Parkieren der Fahrräder und für die Ver- und Entsorgung, zu verbinden, klingt vielversprechend. Es fehlt allerdings erläuternden Angaben, um dieses Konzept nachvollziehen zu können.

Die Position der Quartiersgarage und der Bolzplatz auf ihrer Dachfläche werden sehr kontrovers hinsichtlich einer möglichen Umsetzung diskutiert. Der Verzicht auf diese wichtige Freifläche während der Bauzeit, die Hürde der Erschließung und der Verzicht auf die bisherige Freiraumqualität werden kritisch gesehen. Die Berücksichtigung von Schallschutzanforderungen ist erfolgt. Die Quartiersgarage selbst ragt im Nord-Westen dominant in den Straßenraum. Die Zufahrt ist zugleich auch der Zugang zum Quartier und damit wird ein stadträumlich schwieriger Quartiersauftakt erzeugt.

Für das Energiekonzept werden ein Nahwärmenetz mit Wärmepumpen und Erdsonden sowie PV vorgeschlagen.

Der Entwurf bietet einen wertvollen Beitrag zum Wettbewerb, auch wenn die dichte städtebauliche Setzung weder im Kontext der Weilstraße noch in ihrer Höhenentwicklung in Verbindung zu den Punkthäusern im Süden überzeugen kann. Trotz spannender Raumsequenzen wird der Wunsch der Auslobung nach einer flexiblen Aktiv- und Bewegungsfläche für das Quartier und seine Nachbarschaft mit der vorgeschlagenen Lösung nicht erfüllt.

Wie geht es weiter?

Aktuell geplanter zeitlicher Ablauf:

(Angabe Monat/Jahr)

  • Überarbeitung der beiden Wettbewerbsarbeiten: Frühjahr 2022
  • Finale Entscheidung des Preisgerichtes: 13.05.2022
  • Ausarbeitung der prämierten Arbeit durch das Siegerbüro zum städtebaulichen Entwurf: bis Ende 2022
  • Ausarbeitung und Beschluss des Bebauungsplan-Vorentwurfes: 1. Halbjahr 2023
  • Ausarbeitung und Beschluss des Bebauungsplan-Entwurfes: 2. Halbjahr 2023
  • Satzungsbeschluss Bebauungsplan: 1. Halbjahr 2024
  • Vergabe der Grundstücke in 2024
  • Beginn Erschließungsmaßnahmen ab 2024/2025

Info

Kontakt

Stadtplanungsamt
Stadtplanungsamt
Ritterstraße 17
73728 Esslingen am Neckar
Telefon (07 11) 35 12-25 42
Fax (07 11) 35 12-55 32 84

Projektleitung

Frau Gabriele Klingele

Architektin und Stadtplanerin

Telefon (07 11) 35 12-26 59
Fax (07 11) 35 12 55 26 59
Gebäude Ritterstraße 17
Raum 260

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