Pressemitteilung 2021-01-04

Neubau der HMS-Brücke ab 18. Januar

Ab dem 18. Januar wird die Hanns-Martin-Schleyer-Brücke für den Verkehr gesperrt, um den Ersatzneubau zu ermöglichen. Bis zur Wiedereröffnung im Juni 2023 wird der Verkehr über die Vogelsang- und Hafenbahnbrücke geleitet.

Die Hanns-Martin-Schleyer-Brücke

Am Montag, dem 18. Januar, ist es soweit: Der Ersatzneubau der Hanns-Martin-Schleyer-Brücke beginnt. Ein Woche länger als ursprünglich vorgesehen steht die Brücke dem Verkehr zur Verfügung. Coronabedingt müssen mehrere Firmen den Start der Bauarbeiten um eine Woche verschieben. Besonders die für den einigermaßen reibungslosen Verkehrsfluss notwendige Anpassung der Ampelsteuerung an der Kreuzung in Richtung Brühl kann erst Mitte Januar erfolgen.

Zweieinhalb Jahre lang muss dann die Brücke für den Verkehr gesperrt werden, um den Abriss und den darauffolgenden Neubau der Brücke zu ermöglichen. Dieser Schritt ist unvermeidlich, denn die Standsicherheit der 1964 erbauten Brücke kann aufgrund von spannungsrissgefährdetem Spannstahl nicht länger gewährleistet werden.

Über 27 Mio. Euro werden investiert, um die Verbindung zwischen Weil/Brühl und Mettingen dauerhaft zu erhalten. Bis zu 11 Mio. € davon, so die Aussagen aus dem Landesverkehrsministerium, können aus dem kommunalen Brückensanierungsfonds bzw. dem Landeshaushalt finanziert werden.

Oberbürgermeister Dr. Jürgen Zieger zeigt sich erleichtert über die Zusage des Landes: „Die Hanns-Martin-Schleyer-Brücke ist von überregionaler Bedeutung. Der Erhalt dieser wichtigen Verkehrsachse, die jährlich von über 6 Mio. Fahrzeugen genutzt wird, ist unerlässlich. Die immensen Sanierungskosten sind aus dem städtischen Haushalt jedoch nicht finanzierbar. Nur dank der großzügigen Förderung des Landes können wir dieses Projekt nun anpacken.“

Angesichts der anstehenden Sperrung bittet der Erste Bürgermeister Wilfried Wallbrecht um Verständnis und gegenseitige Rücksichtnahme: „Der Ersatzneubau der Schleyer-Brücke ist ein ebenso notwendiger wie tiefgreifender Eingriff in das Verkehrsgefüge. Um die Auswirkungen so gering als möglich zu halten, haben wir die Bauzeit auf ein unumgängliches Mindestmaß reduziert und ein begleitendes Verkehrskonzept erarbeitet, das den Umleitungsverkehr bestmöglich verteilt. Gerade anfangs wird es dennoch zu Behinderungen kommen. Bis sich die neue Streckenführung einspielt, raten wir daher, die B10-Anschlussstelle Mettingen/Brühl möglichst zu meiden und bitten um Verständnis für die unvermeidlichen Umstände des Brückenneubaus.“

Rückbau bis August 2021
Zunächst wird die Brücke in den Rohbauzustand zurückversetzt: Leitungen, Geländer, Beläge und Abdichtungen werden entfernt. Voraussichtlich ab Mitte März 2021 werden bereits die neuen Stahlträger auf der alten Brücke vormontiert und ein Gerüstsystem errichtet, das einen kontrollierten Rück- und Neubau ermöglicht. Nach der Inbetriebnahme der neuen Fernwärmeleitung unter dem Neckar durch die EnBW folgt dann von Mai bis August 2021 der eigentliche Abriss der Brücke. Für den Abbruch der Neckarquerung muss der Schiffsverkehr eingestellt werden. Das Vorgehen ist spektakulär: Das Brückenmittelstück wird in mehrere, jeweils etwa 100 t schwere Teilstücke zersägt, auf Pontons abgelassen und per Schiff abtransportiert. Letztlich folgen die Brückenrandbereiche, die wiederum konventionell abgebrochen werden.
 
Neubau von August 2021 bis Dezember 2022
Im direkten Anschluss wird mit dem Neubau begonnen. Um die bestehenden Pfeiler weiternutzen zu können, müssen zunächst die Pfeilerköpfe und Widerlager erneuert werden. Ein Schiffsabweiser wird künftig den Brückenpfeiler in der Wasserstraße vor Kollisionen schützen. Parallel dazu wird die Stahlkonstruktion im Brückenmittelfeld auf die richtige Höhe abgesenkt. Bereits im Oktober, während der Montage des Stahlbaus in den Randbereichen, beginnt dann die Wiederherstellung des Brückenabschnitts über der Palmenwaldstraße.

Voraussichtlich im März 2022 folgt der Abschnitt über dem Neckar. Dazu werden die Betonfertigteile der Fahrbahn Stück für Stück auf die Stahlkonstruktion über dem Neckar gelegt und mit Ortbeton verbunden. Sodann werden die Gehwegkappen, die darunterliegende Gitterrostebene und der Korrosionsschutz hergestellt, während auf beiden Seiten der Brücke neue Treppenanlagen entstehen. Nachdem die Fahrbahn abgedichtet ist, soll noch vor Jahresende 2022 der Asphaltbelag auf der Brücke eingebaut und der Neubau fertiggestellt werden.

Anschlussarbeiten bis Juni 2023
Bis zur Wiedereröffnung müssen jedoch noch zahlreiche Arbeiten durchgeführt werden: Versorgungsleitungen müssen eingebaut, Geländer montiert, Beleuchtung und Ampeln installiert und der Straßenbau im Umfeld der Brücke fertiggestellt werden. Nach dem Rückbau der Baustelle wird die neue Brücke dann im Juni 2023 wieder für den Verkehr freigegeben.

Die neue Brücke
Das Erscheinungsbild der neuen Brücke bleibt weitgehend unverändert. Weil die bestehenden Pfeiler im Neckar weitergenutzt werden können, wird auch der neue Überbau wieder als Balkenbrücke ausgebildet. Dabei unterstützt die Verwendung heller Farbtöne das schlichte, harmonisch schlanke Erscheinungsbild. Unter der Brücke verdeckt ein Gitterrost künftig die dort verlaufenden Gas-, Wasser- und Stromleitungen.

Die Spurbreiten werden, den heutigen Richtlinien entsprechend, von 3 auf 3,75 m ausgeweitet und bieten erhöhte Verkehrssicherheit. Da der Bebauungsplan jedoch keine Verbreiterung des Bauwerkes zulässt, wird auf der Brücke künftig auf eine Spur verzichtet. Da die Rechtsabbiegespur am Knoten über der B 10 aber erhalten bleibt, gehen die Verkehrsplaner trotz der reduzierten Fahrbahn von einer verbesserten Leistungsfähigkeit des Gesamtsystems aus.

Auf der westlichen Brückenseite verläuft künftig ein 3 m breiter Geh- und Radweg. Auch die Fußgängertreppe zur Palmenwaldstraße wird entsprechend auf die westliche Straßenseite verlegt. Damit wird ein Fußgängerüberweg auf der Brücke, der den Verkehrsfluss beeinträchtigt und immer auch eine Gefahrenstelle darstellt, nicht mehr benötigt.

Verkehrsführung
Während der Bauzeit wird der Verkehr in beiden Richtungen sowohl südlich über die neu sanierte Vogelsangbrücke als auch nördlich über die Hafenbahnbrücke in Obertürkheim umgeleitet. Auf der westlichen Neckarseite verläuft der normale Umleitungsverkehr über die B 10. Lediglich Fahrzeuge, die die B 10 nicht befahren dürfen, werden durch die Pliensauvorstadt geführt. Die Erreichbarkeit von Brühl, der Gewerbebetriebe an der Palmenwaldstraße, des Neckarcenters und des SWE-Parkhauses bleibt durchgehend gewährleistet.

Für den Neubau des Widerlagers der Brücke über die Palmenwaldstraße muss die Zufahrtsrampe auf die B 10 in Richtung Stuttgart und, aus Richtung Plochingen kommend, die Abfahrt von der B 10 voraussichtlich dreimal für jeweils etwa drei Wochen gesperrt werden. Die erste Sperrung erfolgt voraussichtlich im Juli/August 2021. Weitere Sperrungen sind für Oktober/November 2022 und Mai/Juni 2023 geplant.

Rad- und Fußverkehr
Der Rad- und Fußverkehr kann in Weil die B 10 durch die Unterführung beim Neckarcenter queren und anschließend über den vorhandenen Steg wenige Meter flussabwärts von Brühl nach Mettingen und umgekehrt gelangen. Alternativ können Fußgänger noch bis voraussichtlich Mai 2021 zusätzlich den Fußweg auf der Brücke über die B 10 zwischen Weil und Brühl nutzen.

Der Neckartalradweg bleibt die meiste Zeit über geöffnet. Ein Schutztunnel wird einen sicheren Weg unter der Brücke hindurch ermöglichen. Lediglich bei seltenen direkt im Bereich des Neckartalradwegs stattfindenden Brückenarbeiten muss der Tunnel kurzzeitig gesperrt werden. Hierüber informieren wir Sie rechtzeitig vorab. Die Umleitung für den Rad- und Fußverkehr erfolgt dann über die Siemensstraße und die Obere Wiesen.

ÖPNV
Die Linie 102 endet während der Arbeiten in Weil. Ab dem 18. Januar 2021 werden die Haltestellen „Palmenwaldstraße“, „Burgunderstraße“ und „Bahnhof Mettingen“ bis zur Fertigstellung der Brücke nicht angefahren. Stattdessen wird die Linie aus Richtung ZOB im Uhrzeigersinn einen Kreis durch Weil über die Haltestellen „Königsallee“, „Gestütsweg“, „Wannenrain“ und einer Ersatzhaltestelle „Palmenwaldstraße“ bis zur Endhaltestelle „Weil“ fahren. Nach einer Wartezeit von ca. 20 Minuten fährt der Bus dann über die Haltestelle „Württembergstraße“ zurück in Richtung Pliensauvorstadt. Für Fahrgäste in Richtung Esslingen wird daher ein Zustieg an der Haltestelle Weil empfohlen.

Fahrgäste aus Brühl können noch bis voraussichtlich Mai 2021  den Fußweg auf der Brücke über die B 10 zu den Haltestellen „Württembergstraße“ und „Königsallee“ nutzen. Der Weg durch die Unterführung zur Endhaltestelle „Weil“ bzw. von der Ersatzhaltestelle „Palmenwaldstraße“ im Kreuzungsb
ereich Weilstraße/Wannenrain bleibt durchgängig geöffnet.

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