Nachgefragt

Und warum machen Sie mit?

Freiwillige Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes erzählen, warum Sie sich für ein Engagement beim Freiwilligen Kommunalen Ordnungsdienst entschieden haben. (>> Interview der EZ von 2012)

Warum erscheint Ihnen diese Aufgabe so wichtig, dass Sie so viel Zeit investieren, um sich ehrenamtlich dafür engagieren zu wollen?

  • "Ich bin stolzer Esslinger und das nun schon seit über 61 Jahren. Bei fast jedem Spaziergang durch unsere Stadt entdecke ich wieder etwas Neues, was zur Verschönerung beigetragen hat, z. B. liebevoll angelegte Parkanlagen, toll restaurierte alte Häuser, dekorative Beflanzungen in der Innenstadt [...]. Leider sieht es nach ein paar Tagen dann nicht mehr so schön aus: beschmierte Fassaden, umgeworfene Pflanzenkübel, mit Müll übersäte Parkflächen.

    Als ich einmal mehrere "Verursacher" darauf ansprach das soeben Weggeworfene doch bitte in einen Mülleimer statt mitten in die Pliensaustraße zu werfen, waren die Zurufe: "reg dich ab, alter Trottel", "hältst dich wohl für die Polizei - oder was" noch die harmlosesten Erwiderungen.

    Aus diesen und ähnlichen Erfahrungen und der daraus resultierenden Erkenntnis, als Einzelner meist nicht gehört zu werden, glaube ich, mit meinem Engagement innerhalb einer größeren Gruppe mehr Erfolg zu haben. Das ist mir Esslingen, meine Geburtsstadt, allemal wert. [...]" (M/61)
     
  • "Weil viel in der Bevölkerung geredet wird über zum Beispiel den zunehmenden Vandalismus und "die Jugend" und viele schlaue Vorschläge nach dem Motto "Man könnte und man müßte und vor allem man sollte" kommen. Wenn es dann aber um das tatsächliche persönliche Engagement für die Stadt geht, verstummen diese Stimmen zumeist schnell.

    Vermutlich wird dieser ehrenamtliche Dienst auch nur ein Mosaikstein sein in einem Konzept, welches sich erst noch dynamisch entwickeln muss. Wir sind dann am Anfang dabei gewesen und sind selbst gespannt, welche Erfahrungen wir machen werden. Daher sollten die Erwartungen auch nicht zu hochgesteckt werden, aber ich habe das Gefühl, dass wir alle, im positiven Sinne, sehr motiviert sind. Es geht hauptsächlich darum, Präsenz zu zeigen und nicht um die Jagd nach Mitbürgern, die Ordnungswidrigkeiten begehen." (M/ 46)
     
  • "Weil Esslingen eine lebenswerte und tolle Stadt ist und ich meinen Teil dazu beitragen möchte, daß es auch für alle Bürger so bleibt. Ich möchte nicht nur schimpfen und reden, sondern konkret etwas tun." (W/ 49)
     
  • "Weil sich alleine durch "Reden" kaum etwas in der Innenstadt ändern wird, man muss schon selbst seinen Teil dazu beitragen und aktiv werden." (W/JG 1963)
     
  • "Über meine beiden Töchter (19 und 20 Jahre alt) habe ich öfter mitbekommen, was alkoholmäßig bei den Jugendlichen "abgeht". Deshalb finde ich die Initiative/das Projekt der Stadt Esslingen klasse und habe mich (da es ja nachts und am Wochenende stattfindet) gleich angesprochen gefühlt! Ich war schon in den verschiedensten Bereichen ehrenamtlich tätig (Kirchengemeinderat, Verein), sodaß das für mich eine Selbstverständlichkeit ist." (M/ 50)
     
  • "Ich denke das Einhalten von allgemeingültigen Regeln ist für das Funktionieren einer Gesellschaft unabdingbar. Da es aber leider Menschen gibt, die sich über diese Regeln hinwegsetzen, bin ich gerne bereit, mich für ein friedliches Zusammenleben aller einzusetzen." (W/19)
     
  • "Ein wichtiger Punkt, was das Thema Jugendschutz und Alkoholmissbrauch von Jugendlichen angeht." (M/ 27)

Wie hat Ihre Familie/ wie haben Ihre Bekannten oder Kollegen reagiert, als Sie erzählt haben, dass Sie sich beworben haben?

  • "Meine Frau, selbst ehrenamtlich engagiert (Vesperkirche, Fünf Esslinger, ...), hat mich auf den Werbeaufruf der Stadt in der EZ aufmerksam gemacht und mir im Falle meiner Teilnahme ihre Unterstützung in Form einer  "Entlastung bei häuslichen Aufgaben" in Aussicht gestellt . Aus meinem Bekanntenkreis gab es ein überwiegend positives Feeback, wenngleich auch vereinzelt Skepsis bzgl. "begibst du dich da nicht unnötig in Gefahr" geäußert wurde. [...] (M/ 61)
     
  • "Grundsätzlich zunächst positiv, dann aber auch etwas skeptisch, da es bei diesem Ehrenamt im Extremfall natürlich auch zu schwierigen Situationen kommen kann. Ich gehe aber davon aus, dass dies der absolute Ausnahmefall ist, der von uns Ehrenamtlichen nicht gewollt ist und sich dann in der Situationauch nicht vermeiden läßt, obwohl wir immer versuchen werden, keine Risiken einzugehen. Es geht, wie schon gesagt, um Präsenz der Stadt zu ungewöhnlichen Zeiten, in denen eben manche Mitbürger meinen, dass Verordnungen keine Gültigkeit haben." (M/ 46)
     
  • "Positiv, mit Respekt, oft kam aber auch "Das würde ich nicht machen" oder "mich nicht trauen". Die Notwendigkeit ist aber allen bewusst." (W/ 49)
     
  • "Es gab nur positive Reaktionen,vor allem von Eltern von Jugendlichen aus meinem Bekanntenkreis." (W/ JG 1963)
     
  • "Viele Bekannte haben sich ein wenig darüber lustig gemacht ("Hilfs-Polizist" - auch gefördert durch die Pressemeldungen!), andere fanden es eine tolle Sache.
    Die Kollegen wollten wissen, wann ich hauptberuflich zur Polizeibehörde wechsle :-))" (M/ 50)
     
  • "Am Anfang sehr verwundert, dass es so ein Projekt überhaupt gibt, und etwas besorgt, dass wir nachts durch die Stadt ziehen. Mittlerweile, aufgrund unserer Ausbildung, finden sie das Projekt alle sehr positiv und sind gespannt, wie es ankommt." (M/ 27)

Haben Sie bei den Rollenspielen oder den Schulungen für Sie überraschende Erfahrungen gemacht?

  • "Es hat mich gefreut zu beobachten, wie sich im Laufe der Zeit und dann insbesondere bei den gegen Ende stattfindenen Rollenspielen aus vielen "Einzelkämpfern" eine tolle Gruppe gebildet hat. Bei dem Alterspektrum 18 - 61, weiblich und männlich, war das für mich doch etwas überraschend." (M/61)
     
  • "Ja, man lernte neue Seiten an sich kennen." (M/ 46)
     
  • "Mir ist erst bei den Schulungen klargeworden, daß dieses Ehrenamt durchaus gefährlich werden kann." (W/ 49)
     
  • "Ja, dass es zwischen den Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen ganz gut funktioniert und wir alle teamfähig sind." (W/ JG 1963)
     
  • "Ich fand die theoretische Ausbildung klasse und konnte aus dem Selbstverteidigungskurs einiges Interessantes mitnehmen ("Technik statt Kraft!!!")." (M/ 50)
     
  • "Überraschende Erfahrung bei einer Schulung: Tauben füttern ist in Esslingen laut Polizeiverordnung ganz offiziell verboten." (W/ 19)
     
  • "Auf jeden Fall. Gerade die praktische Ausbildung war, mit Ausnahme des Erste-Hilfe-Kurses, komplettes Neuland und dadurch zum einen sehr interessant und zum anderen natürlich auch wieder ein Punkt, mit einem sichereren Gefühl auf die nächtliche Streife zu gehen. (M/ 27)

Das erste Projektjahr 2012 war ein Erfolg. Die Freiwilligen kommunalen Ordnungsdienstler aus dem "Pilotteam" gaben positive Rückmeldungen und sind alle auch 2013 wieder als Ehrenamtliche dabei. Bei den Abschlussgesprächen wurden Erfahrungen ausgetauscht und das Feedback der Freiwilligen eingeholt. Die Anregungen und Optimierungsideen von Seiten der Freiwilligen flossen übrigens in die Planungen zu den weiteren Kontrollen mit ein.


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