Pressemitteilung 17.10.2019

Fluglärm

Stellungnahme der Stadt Esslingen am Neckar zur Resolution des Gemeindeverwaltungsverbands Plochingen gegen Fluglärm.

Flughafen Stuttgart, Flugzeug, Fernsehturm ©ms-grafixx martin schlecht AdobeStock

Der Gemeindeverwaltungsverband (GVV) Plochingen, bestehend aus Mitgliedern der Gemeinderäte Altbach, Deizisau und Plochingen hat im April 2019 eine Resolution gegen Fluglärm verabschiedet.

Der GVV kritisiert darin eine deutliche Erhöhung des Fluglärmdauerschallpegels im Monatsmittel und eine übermäßige Belastung der Gemeinden durch eine vorwiegende Abwicklung des nächtlichen Luftverkehrs über Osten. Deshalb lehnt er den weiteren Ausbau des Stuttgarter Flughafens ab, fordert eine strikte Einhaltung des Nachtflugverbots, eine gleichmäßige Verteilung verbleibender Nachtflüge und die Begünstigung lärm- und schadstoffarmer Flugzeuge durch Gebührenregelungen und Verbote.

Auch die Stadt Esslingen am Neckar sieht in Bezug auf den Fluglärm dringenden Handlungsbedarf. Daher wird die Stadtverwaltung eine entsprechende Vorlage in die nächste Sitzung des Ausschusses für Technik und Umwelt am 20.11.2019 einbringen.

„Die Belastung wächst von Jahr zu Jahr, dabei ist die Grenze des Erträglichen längst überschritten.“, kritisiert Oberbürgermeister Dr. Zieger. „Wir stimmen der Kritik des GVV inhaltlich zu. Ich werde dem Gemeinderat empfehlen, dass wir uns der Resolution anschließen. Nur gemeinsam können wir substantiell etwas bewirken.“

Die Resolution im Wortlaut

"Als Mitglieder der Gemeinderäte Altbach, Deizisau und Plochingen stellen wir fest, dass die Messkampagnen 2011/2013 sowie 2018 eine deutliche Erhöhung des Fluglärmdauerschallpegels im Monatsmittel nachgewiesen haben. Besonders signifikant ist diese Entwicklung für die Nachtzeit in Deizisau gegeben. Weiter ist festzustellen, dass in der kritischen Nachtzeit der weit überwiegende Flugverkehr in Richtung Osten abgewickelt wird, was zu einer besonderen Belastung der Gemeinden im Verbandsgebiet führt. Die Verschlechterung der Fluglärmsituation einerseits und die besondere Belastung durch den Fluglärm in der Nacht durch einseitige Festlegung der Abflugrichtungen sind aus Sicht der Mitgliedsgemeinden nicht akzeptabel.Die Verbandsversammlung des Gemeindeverwaltungsverbandes hat deshalb im Zusammenhang mit der Fluglärmbelastung der Mitgliedsgemeinden nachstehende Forderungen verabschiedet:"

  • Wir lehnen alle Ausbaupläne des Flughafens zur Ausweitung des Flugbetriebes ab! Insbesondere sind die Überlegungen zum Bau einer zweiten Startbahn endgültig aufzugeben.
  • Mit dem fortschreitenden Stand der Technik müssen die gesetzlichen Regelungen und Vorschriften regelmäßig und zeitnah dynamisch angepasst werden, damit am Flughafen Stuttgart nur Luftfahrzeuge mit lärm- und schadstoffarmen Triebwerken starten und landen dürfen. Kurzfristig ist sicherzustellen, dass die im Jahr 2011 ermittelten äquivalenten Dauerschallpegel auch künftig nicht überschritten werden.
  • Die lärmabhängige Gebührenregelung muss stärker zu Ungunsten der lauten Maschinen gespreizt werden. Lärmabhängige Gebühreneinnahmen sollen unmittelbar für Lärmschutzmaßnahmen sowohl am Flughafen aber auch bei direkt betroffenen Anliegern eingesetzt werden.
  • Das Nachtflugverbot muss strikt eingehalten werden. Ausnahmen sind weiter einzuschränken. Gebührenzuschläge für Starts und Landungen in den empfindlichen Tagesrandzeiten (zwischen 22.00 Uhr und 7.00 Uhr) sind zu erhöhen.
  • Gefordert wird eine gleichmäßige und damit faire Verteilung der Nachtflugbewegungen - insbesondere der Postflüge - jeweils in beide An- und Abflugrichtungen des Flughafens. Die deutliche Benachteiligung der Verbandskommunen ist sachlich nicht zu rechtfertigen und deshalb ist ein Ausgleich herbeizuführen.
  • Gefordert wird weiter, die nicht mehr zeitgemäße Regelung zu den Lärmfestschreibungskonturen aus dem Jahr 1978 fortzuschreiben und den aktuellen Lärmschutzerfordernissen anzupassen.

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