Projekte & Planungen

Mobilität während Großbaustellen

Die bevorstehenden Großbaustellen führen zu starken Beeinträchtigungen des Verkehrsflusses. Ein umfassendes Paket mit 17 Einzelbausteinen zur Verkehrssteuerung, zur Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur sowie ergänzenden Mobilitätsangeboten soll Abhilfe schaffen.

Optimierung des Verkehrs in Zeiten großer Baustellen

Typ Name Datum Größe
pdf Paket zur Optimierung des Verkehrsflusses.pdf 11.03.2019 2,9 MB

Brücken- und Straßensanierungsprojekte

Neben der Fortsetzung der bereits halbseitigen Sperrung der Geiselbachstraße greifen insbesondere die Mitte März beginnende Sanierung der Vogelsangbrücke und die voraussichtlich ab Mitte April erfolgende Vollsperrung der Zollbergstraße in den Verkehrsfluss ein. Alle diese Bauvorhaben sind aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht notwendig. Die Stadt Esslingen nutzt die notwendige Sanierung und Instandsetzung dafür, heute die Mobilität der Zukunft zu gestalten. Während die Bauprojekte langfristig die Mobilität im Stadtgebiet sichern, verursachen sie kurzfristig jedoch erhebliche Behinderungen. Sperrungen führen zu Umleitungen und belasten andere Gebiete mit zusätzlichem Verkehr, Verkehrsteilnehmer mit Umwegen und Wartezeiten, Anwohner mit Lärm und Schmutz. Um die Belastungen für jeden einzelnen so gering wie möglich zu halten, schlägt die Stadtverwaltung noch im Jahr 2019 kurzfristig umsetzbare 17 Einzelvorhaben mit möglichst großem Nutzen für alle Verkehrsteilnehmer vor. Am 11. März wurde das umfangreiche Paket im Gemeinderat vorgestellt.  

„Die Verbesserung des Verkehrsflusses durch eine optimierte Verkehrssteuerung, eine Anpassung der vorhandenen Infrastruktur an das erwartete Verkehrsaufkommen, ein Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur, zusätzliche Angebote an alternativer Mobilität sowie die Verbesserung des ÖPNV sind zentrale Ziele dieses ambitionierten Paketes. Wir wollen damit deutlich machen, dass die Stadt Esslingen präventiv und aktiv auf die kurzfristigen, baustellenbedingten Anforderungen reagiert. Selbstverständlich werden alle Details sowohl in den zuständigen Fachausschüssen des Gemeinderates als auch mit den betroffenen Bürgerausschüssen diskutiert“, versichert OB Dr. Zieger.

Die Verwaltung empfiehlt dem Gemeinderat, über das Paket möglichst zeitnah zu entscheiden, damit auch die zu beschließenden Einzelschritte noch 2019 umgesetzt und wirksam werden können.  

„Die dringend notwendige Sanierung der Brücken und zentraler Verkehrsachsen bleibt eine Herausforderung. Umso wichtiger ist es uns, während der unumgänglichen Brücken- und Straßensanierung den Verkehrsfluss zu sichern und wo möglich mit Investitionen in den Ausbau von Fußgänger- und Radwege und einen attraktiven ÖPNV und eine verbesserte Verkehrssteuerung wirkungsvoll zu optimieren. Einzelne Bausteine einer optimierten Verkehrssteuerung und der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur für alle Verkehrsteilnehmer sind dauerhaft angesetzt, andere nur temporär für die Dauer der Einschränkungen“, unterstreicht Baubürgermeister Wilfried Wallbrecht. „Wir setzen dabei ganz gezielt auch auf einen noch attraktiveren ÖPNV, auf Taktverbesserungen sowie auf zusätzliche Mobilitätsangebote“, betonte Bürgermeister Ingo Rust bei der Vorstellung der Vorschläge am 11. März im Gemeinderat.

OB Zieger: „Weniger Verkehr geht nur gemeinsam“
„Mit diesem umfangreichen Paket trägt die Stadt Esslingen selbst dazu bei, den Verkehrsfluss gezielt zu optimieren. Zugleich wirbt die Stadt mit verschiedenen Angeboten und Ideen für alternative Verkehrsmittel und für Fahrgemeinschaften. Wir rufen zudem Bürgerinnen und Bürgern dazu auf, wo möglich ihren Beitrag zu weniger Verkehr zu leisten. Mithelfen könnte auch eine flexiblere Arbeitsgestaltung bei den Unternehmen“, betonte OB Zieger im Gemeinderat.

Maßnahmen zur Verkehrssteuerung

  • Optimierung der Lichtsignalanlage am Hirschlandkopf - Entfall Linksabbieger
    Basierend auf Verkehrszählungen vom Januar und Februar 2019, führt der Verzicht der Linksabbieger in Richtung Wieland- und Kennenburger Straße zu einer Entlastung des Verkehrsknotens. Alternativen für diese wenig genutzten Fahrbeziehungen wären der Goerdelerweg in Richtung Kennenburg und die Urbanstraße in Richtung Innenstadt.
  • Optimierung der Lichtsignalanlage auf der Adenauerbrücke - Entfall Linksabbieger
    Der Verzicht auf den Linksabbieger auf der Adenauerbrücke in Richtung Sirnau während der Sanierung der Vogelsangbrücke und der Vollsperrung der Zollbergstraße, ermöglicht eine optimierte Ampelsteuerung zur Bewältigung der zusätzlichen 10.000 Fahrzeugen pro Tag.
  • Optimierung der Lichtsignalanlagen im Umfeld der Vogelsangbrücke
    Ein Verbot für Fahrzeuge breiter als 2,3 m (ÖPNV ausgenommen) stadteinwärts sichert eine beidseitige Nutzung der Vogelsangbrücke während des gesamten Sanierungszeitraumes. Die Ampelsteuerung wird entsprechend der geänderten Belastungen im gesamten Umfeld optimiert.
  • Beschleunigung der Buslinien vom Schurwald zur Schorndorfer Straße - Einrichtung der Busschleuse Hoher Stich
    Die Schorndorfer Straße ist insbesondere morgens zwischen 6:30 Uhr und 8:30 Uhr überlastet. Die Ausweichstrecke für die Buslinien 106 und 114 über den „Hohen Stich“, angeordnet lediglich für die morgendlichen Spitzenstunden, würde dem ÖPNV eine Umfahrung des Staus ermöglichen. Ein Versuch zeigte, dass ein Befahren des Weges mit dem Bus prinzipiell geht, ein längerer Verkehrsversuch soll nun den praktischen Nutzen aufzeigen.
  • Einrichtung einer adaptiven Lichtsignalanlagensteuerung auf der Schorndorfer Straße - Projekt Optifluss
    Eine Optimierung der Signalsteuerung, soll den Verkehrsfluss und den Verkehrsablauf auf der Schorndorfer Straße verstetigen und die Leistungsfähigkeit erhöhen. Zum Einsatz sollen „selbststeuernde“, auf den jeweiligen Verkehrsaufkommen reagierende Ampeln kommen, die die Grünzeiten besser nutzen und bedarfsgerechter einsetzen.
  • Aufwertung der Fahrradstraße Hindenburgstraße
    Um eine bessere Erkennbarkeit der Fahrradstraße und damit einhergehend eine Erhöhung der Sicherheit zu erreichen, soll eine Markierungsänderung zur Verdeutlichung der bestehenden Verkehrsregelung vorgenommen werden.

Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur

  • Einrichtung einer Busspur zwischen dem Kreisverkehr Rotenackerstraße und der unteren Mülberger Straße
    Aufgrund der prognostizierten Verkehrszunahme in den Verkehrsachsen Barbarossastraße-Rotenackerstraße-Wielandstraße-Mülberger Straße soll eine Busspur stadteinwärts im Bereich zwischen dem Kreisverkehr Rotenackerstraße und dem Knoten Neckar-Forum die Zuverlässigkeit des ÖPNV als S-Bahnzubringer zu sichern. Radfahrende können die Busspur mitnutzen.
  • Busspur auf Augustinerstraße/ Berliner Straße
    Der Knotenpunkt ist insbesondere in den Spitzenstunden morgens und abends überlastet. Eine Optimierung der Situation durch eine geänderte Fahrspuranordnungen, separate Busspuren/ frei für Radfahrende) und Radfahrstreifen realisiert werde. Hierdurch lässt sich die Signalanlage Augustinerbrücke (Geiselbachstraße/ Berliner Straße) wesentlich leistungsfähiger programmieren
  • Umgestaltung des Straßenraumes der Zollbergstraße und Einrichtung von Geh- und Radwegen
    Im Zuge der Hangsicherung wird die Straße im Bereich der Kehre saniert. Damit einhergehend wird der Straßenraum neu gestaltet. Ein 3 m breiter Weg „Gehweg/ Radfahrer frei“, in der Kehre ein Radweg (Außenseite) sowie ein separater Gehweg (Innenseite) erhöhen die Sicherheit in diesem Bereich.
  • Ausbau Festo Knoten mit Radverkehrsinfrastruktur
    Im Zuge des Straßenausbaus Festo-Knoten und Knoten Nellinger Linde wurde das anliegende Radverkehrsnetz verdichtet. Die bisherigen Breiten der Radverkehrsanlage wurden auf das Normmaß 2,5 Meter erweitert. In der Zollbergstraße wird zukünftig beidseitig der Fahrbahn das Radfahren möglich sein.
  • Radwegeausbau (Hengstenbergareal)
    Die neue Radwegverbindung verbindet den Stadtteil Mettingen mit der Kernstadt und schließt zwischen Bahnunterführung beim Roßneckar (Fertigstellung Juli 2017) und der Mettinger Straße eine weitere Lücke im innerstädtischen Radwegnetz.
  • Konkretisierung des Radschnellweges (RSW)
    Der Bau einer Radschnellverbindung zwischen Plochingen und Stuttgart verfolgt das Ziel einer leistungsfähigen Radverbindung im Neckartal. Die abstrakten Planungen des Landkreises werden konkretisiert und priorisiert, mit dem Ziel zeitnah größere zusammenhängende Teile des Radschnellweges zu realisieren.
  • Radweg Hohenheimer Straße
    Die Städte Ostfildern und Esslingen planen und bauen gemeinsam den Radweg entlang der Hohenheimer Straße/Breslauer Straße. Ein einseitiger Zweirichtungsradweg soll die Sicherheit für Radfahrende erhöhen.

Ergänzende Mobilitätsangebote

  • Taktverdichtung der Linie 113
    Durch die 5-monatige Vollsperrung der Zollbergstraße und die parallel geplante Sanierung der Vogelsangbrücke ist für die Buslinien 113 und 118 ein Umleitungsverkehr über die Hohenheimer Straße notwendig. Um trotz der längeren Fahrzeiten das bisherige Fahrplanangebot zu halten, soll ein zusätzliches Fahrzeug eingesetzt werden. Mit einer Taktverdichtung der Linie 113 von 15 auf 10 Minuten soll zudem während der Bauzeit ein zusätzliches ÖPNV-Angebot umgesetzt geschaffen werden. Für den Stadtteil Zollberg bedeutet dies eine zusätzliche Fahrgastkapazität von 120 Fahrgästen pro Stunde in der Hauptverkehrszeit.
  • Kapazitätsausweitung im ÖPNV im Esslinger Norden
    Die vorgesehene Vollsperrung der Geiselbachstraße im kommenden Jahr führt zu einer Verlagerung des Verkehrs auf die Verkehrsachsen Barbarossastraße-Rotenackerstraße-Wielandstraße-Mülberger Straße. Eine alternative Linienführung der 109 vom Haltepunkt Sulzgrieser Steige nach Rüdern, über Uhlbach nach Obertürkheim sowie eine Kapazitätsausweitung auf den übrigen Linien, die den Esslinger Norden über die Mühlberger Straße erschließen, sind wesentliche Bestandteile eines Konzepts für attraktive Mobilitätsalternativen.
  • Einführung eines Pedelec-Verleihs
    Pedelecs haben sich in den letzten Jahren zunehmend zu einer beliebten Mobilitätsalternative im Freizeit- und Pendlerverkehr entwickelt. Die Stadtverwaltung möchte darum diese Mobilitätsalternative im Rahmen des Paketes zur Optimierung des Verkehrsflusses während Esslinger Großbaustellen fördern und einen monatlichen Verleih von Pedelecs anbieten. Mit dem angedachten Verleih-Konzept soll ein Anreiz auch und gerade für Berufspendler geschaffen werden, diese Mobilitätsalternative zu testen.
  • Einführung zusätzlicher Fahrradboxen an den S-Bahnhöfen
    Ein wichtiges Element für Berufspendler, die mit dem Rad an die S-Bahnhöfe pendeln, ist die sichere Unterstellmöglichkeit am Ort des Umstiegs. Die Stadt besitzt bereits 24 Fahrradboxen am Standort ZOB/ Bahnhof, die in Kooperation mit dem ADFC vermietet werden. Die Stadtverwaltung prüft, wo es weitere mögliche Standorte für Fahrradboxen an den Esslinger S-Bahnhöfen gibt und wie viele solcher Boxen realisiert werden können.

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"Weniger Verkehr geht nur gemeinsam! ... Bitte leisten Sie, wo immer möglich, Ihren Beitrag!" Oberbürgermeister Dr. Jürgen Zieger

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