Pressemitteilung 27.11.2018

Urbane Mobilität Esslingen

In seiner Sitzung vom 26. November 2018 hat sich der Ausschuss für Technik und Umwelt des Esslinger Gemeinderates mit dem vom Stadtplanungsamt erarbeiteten Mobilitätskonzept „Urbane Mobilität Esslingen“ befasst.

„Bei dem Mobilitätskonzept „Urbane Mobilität Esslingen“ handelt es sich nicht um ein abschließendes Werk wie zum Beispiel bei einem Flächennutzungs- oder gar Bebauungsplan“, betonte Baubürgermeister Wilfried Wallbrecht, „sondern es ist vielmehr ein Orientierungsrahmen für die Verwaltung, der sich auf die aktuellen und künftigen Anforderungen an die Mobilität in Esslingen bezieht und Handlungsmöglichkeiten der Stadt aufzeigt“. Die konzeptionelle Übersicht benennt Themen, die in Arbeitspaketen an konkreten Aufgabenstellungen gespiegelt und für die konkrete Lösungen zur stufenweisen Umsetzung entwickelt werden müssen.

Das Konzept für die Umsetzung der Projekte aus der kommunal beeinflussbaren Handlungsebenen ist offen und flexibel. Mit seiner Gesamtsicht stellt es dabei sicher, dass die Herausforderungen in ihrer Komplexität gesehen und die abgeleiteten Lösungen den unterschiedlichen Anforderungen der Nutzer an die städtische Mobilität und dem städtischen Umfeld mit seinen Bewohnern gerecht werden. Das Konzept beleuchtet in einem analytischen Teil die Besonderheiten des historisch gewachsenen Esslinger Verkehrssystems und seine aktuelle (Über-)Nutzung mit den systemeigenen Grenzen und Potentialen. Es wird gezeigt, welche Möglichkeiten seine Benutzer haben, um ihre Mobilität bedarfsgerecht und möglichst umweltschonend abzudecken. Die Stadt Esslingen ist dabei Teil eines regionalen Verkehrssystems und den gleichen technischen, wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Rahmenbedingungen wie in der Region.

Die Stadt selbst kann vier Handlungsebenen beeinflussen

  • das Nutzerverhalten mit dem Ziel, eine bedarfsgerechte und stadtverträgliche Mobilität aufzuzeigen
  • die Mobilitätssteuerung mit dem Ziel, im Regelbetrieb wie in Krisen eine verlässliche Mobilität zu ermöglichen
  • die Nutzungsoptionen mit dem Ziel, allen Verkehrsarten eine wirtschaftliche, sichere, komfortable und intuitive Benutzung der Mobilitätssysteme zu ermöglichen
  • die Verkehrsinfrastruktur mit dem Ziel, sie so zu organisieren, dass sie - auch mit Blick auf die „großen Baustellen“ - effizient für „fließenden“ Verkehr genutzt werden kann.

„Aus diesen vier Handlungsebenen werden Prinzipien und Vorhaben abgeleitet, die miteinander kombinierbar sind und dazu beitragen können, die Mobilität in Esslingen auch unter erschwerten Bedingungen verlässlich zu gestalten“ ist sich Oberbürgermeister Dr. Jürgen Zieger sicher und benennt die vordringlichen Aufgaben, denen sich die Stadtverwaltung in der nächsten Zeit intensiv zuwenden wird:

Flüssigkeit, Sicherheit und Komfort

für  möglichst alle Verkehrsarten auf dem Straßennetz:

  • Altstadtring mit Mülberger Straße / Wielandstraße:
    Untersuchung  und Simulation von z.B. Verstetigungsansätzen, flexiblen Spurzuordnungen oder Einbahnregelungen, auch mit Blick auf die Vermeidung von Fahrverboten aufgrund der Grenzwertüberschreitungen an der Grabbrunnenstraße. Hierzu liegen erste Konzepte und Abstimmungen in Teilabschnitten bereits vor.
  • Schorndorfer Straße:
    kurz-, mittel- langfristige wirksame Vorschläge werden wahrscheinlich schon Ende Januar 2019 im Gemeinderat vorgestellt
  • Ulmer Strasse:
    mit Neuordnung Oberesslingen im Bereich S-Bahn Halt, u. a. „Mini" ZOB“
  • Hirschlandstraße:
    Vorschläge sollen im Kontext mit den Überlegungen zur Schorndorfer Strasse und zur Wielandstraße erarbeitet werden.

Alternativen zum Motorisierten Individualverkehr

S-Bahn Halt Oberesslingen: Prinzipuntersuchung "Mini" ZOB (Verknüpfung der Verkehrsarten)
Zusammenführung bisheriger (teilweise nur isoliert betrachteter) Vorhaben zum Fuß-, Rad-, ÖPNV- und Sharing Verkehr in die Gesamtschau des Mobilitätskonzeptes.


Brückenbaustellen

Bedarfsgerechtes und flexibles Fahrbahnflächenmanagement: Vertiefte Erarbeitung und Simulation von Lenkungs- und Steuerungskonzepten.

Das Aufgabenpaket ist umfangreich – BM Wilfried Wallbrecht zeigt sich jedoch zuversichtlich: „ Mit den Hinweisen und Aufbereitungen des Konzeptes verfügt die Verwaltung nun über eine belastbare Grundlage. Sie ermöglicht es, Lösungen für die verschiedenen Aufgaben einheitlich und mit der erforderlichen ganzheitlichen Sichtweise zum Wohle aller Bürger/innen in der Stadt zu erarbeiten.“