Pressemitteilung 04.02.2019

Aus dem Gemeinderat

Informieren Sie sich über die jüngsten Beschlüsse des Esslinger Gemeinderats in der öffentlichen Sitzung vom 4. Februar 2019.

Gemeinderatsbeschlüsse

Stadtwerke Esslingen steigen in die „Green Hydrogen Esslingen GmbH“ ein

Der nächste Schritt auf dem Weg zur Umsetzung des Leuchtturmprojekts „Klimaneutrales Stadtquartier - Neue Weststadt Esslingen“ ist getan. Einstimmig hat der Gemeinderat am Montag der Beteiligung der Stadtwerke Esslingen (SWE) an der zu gründenden „Green Hydrogen Esslingen GmbH“ zugestimmt. Die Gesellschaft wird die Finanzierung, Errichtung sowie den Betrieb der Energie- und Technikzentrale in der Neuen Weststadt sicherstellen, inklusive des innovativen Herzstücks: eines Elektrolyseurs zur Herstellung von erneuerbarem Wasserstoff als Energieträger der Zukunft.

Mit der Zustimmung des Gemeinderats zum Gesellschaftervertrag der „Green Hydrogen Esslingen GmbH“ (GHE) werden auch die Stadtwerke Esslingen dem Konsortium zum Leuchtturmprojekt „Klimaneutrales Stadtquartier – Neue Weststadt Esslingen“ mit dem Projektnamen ES_West_P2G2P (Esslingen_West_Power2Gas2Power) angehören. Als weitere Gesellschafter stehen Prof. Dr. Norbert Fisch sowie die Polarstern Erzeugungs GmbH fest, die bereits dem Projektkonsortium angehört und mit Manuel Thielmann den Geschäftsführer der „Green Hydrogen Esslingen GmbH“ stellen wird. Die Stadtwerke Esslingen werden beratende Mitglieder in die Gesellschafterversammlung entsenden.

„Mit dem Einstieg der SWE in unser Leuchtturmprojekt holen wir einen weiteren wertvollen Partner ins Boot“, zeigt sich Oberbürgermeister Dr. Jürgen Zieger erfreut. „Die ortsspezifischen Fachkenntnisse und Erfahrungen eines lokalen Akteurs mit einer derart hohen Kompetenz auf dem Energiesektor sind angesichts unseres anspruchsvollen Vorhabens ein echter Gewinn.“ Tatsächlich sind Integration und Betrieb der Elektrolyseur-Technologie im Rahmen des Energie- und Wärmekonzepts für die Neue Weststadt Esslingen eine umfassende Aufgabe. Zusätzlich zu dem Ziel, die Überschüsse aus erneuerbaren Energien netzdienlich in speicherbaren Wasserstoff umzuwandeln, soll die bei diesem Vorgang anfallende Abwärme in einem Nahwärmenetz für die Versorgung der Blöcke D und E der Neuen Weststadt sowie der neu entstehenden Hochschulgebäude genutzt werden. Darüber hinaus ist vorgesehen, den anfallenden Wasserstoff zu vermarkten und weiteren Nutzungen vor Ort zuzuführen. So soll auch die Mobilität von der Wasserstoffproduktion durch den Elektrolyseur profitieren: Geplant ist eine Wasserstofftankstelle vor Ort, die es erlauben soll, auch Fahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb in Esslingen zu versorgen.

Die Komplexität des Zuständigkeitsbereichs der „Green Hydrogen Esslingen GmbH“ empfindet Thomas Isele als Ansporn. „Die Stadtwerke Esslingen bedienen bereits jetzt die drei Sektoren Wärme, Mobilität und Strom, wenn auch in den ersten beiden Fällen mit einem etwas konventionelleren Brennstoff“, so der Geschäftsführer der SWE. „Die Ergänzung unseres Portfolios durch den Energieträger Wasserstoff bedeutet für uns einen entscheidenden Kompetenzzuwachs als Energiedienstleister, der die SWE für die Zukunft rüstet.“ Auch der dritte Gesellschafter der GHE sieht die vielschichtigen Aufgaben des Betriebs der Energiezentrale als Chance. „Mit unserem Projekt wollen wir den Nachweis führen, dass ein Stadtquartier stromnetzdienliche Funktion übernehmen kann“, bekräftigt Prof. Dr. Norbert Fisch. „Ziel ist es, die Funktionalität und Alltagstauglichkeit der Wasserstoffproduktion mit allen ihren Vorteilen für das Energiesystem auch auf der Ebene des Quartiers zu zeigen.“ Nach dem positiven Bekenntnis des Gemeinderats und der bevorstehenden Gründung der „Green Hydrogen Esslingen GmbH“ ist eine weitere Etappe auf dem Weg zu diesem Ziel abgeschlossen.  

Auf dem Gelände der Neuen Weststadt in Esslingen soll auf einer Fläche von 100.000 qm ein urbanes, klimaneutrales Vorzeigequartier mit über 600 Wohnungen, Büro- und Gewerbeflächen sowie einem Neubau der Hochschule Esslingen entstehen. Das Vorhaben „Klimaneutrales Stadtquartier - Neue Weststadt Esslingen“ soll dabei als Pilotprojekt ein zukunftsorientiertes ganzheitliches Energiekonzept auf Quartiersebene umsetzen. Im Rahmen des Förderschwerpunktes „Solares Bauen / Energieeffiziente Stadt“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) wurde das Projekt aus mehr als sechzig MitbewerberInnen als eines von sechs Leuchtturmprojekten zur Förderung ausgewählt. Auch die GHE wird in diesem Rahmen noch einen Antrag auf Zuwendung stellen. Die Realisierung eines klimaneutralen Quartiers Neue Weststadt ist wichtiger Baustein zur Erreichung der ehrgeizigen Klimaziele der Stadt. Bis 2020 sollen die CO<sub>2</sub>-Emissionen auf der Esslinger Stadtmarkung um ein Viertel reduziert werden.

Stadtwerke Esslingen erwerben Beteiligung am Windpark Aalen-Waldhausen

Investition in Höhe von 7,25 Millionen Euro - Ökologischer Strom für rund 6.200 Menschen

Die Stadtwerke Esslingen (SWE) bauen ihre ökologische Stromerzeugung weiter aus. Der Esslinger Gemeinderat stimmte in seiner Sitzung vom Februar 2019 einer Beteiligung der SWE am Windpark Aalen-Waldhausen zu. Die SWE werden für 7,25 Millionen Euro eine 25-Prozent-Beteiligung an dem von der EnBW erbauten Windpark auf der Ostalb erwerben. „Dadurch können wir rechnerisch Strom für rund 6.200 Menschen erzeugen“, so SWE-Geschäftsführer Thomas Isele. Es handelt sich damit um die derzeit größte Beteiligung der SWE an einem Wind- oder Solarpark. Für den Erwerb der Anteile haben die SWE eine Bietergemeinschaft mit dem NEV (Neckar-Elektrizitätsverband) gebildet. Der NEV wird für 2,9 Mio. Euro 10 Prozent der Gesellschaftsanteile erwerben.

Der Windpark im Teilort Waldhausen der Stadt Aalen besteht aus fünf Windkraftanlagen vom Typ Vestas V 126 mit einer Gesamtleistung von 16,5 Megawatt (MW). Inbetriebnahme war im Herbst 2017. In dem Gebiet befinden sich bereits sieben Windräder mit einer Nabenhöhe von 100 Metern. Die fünf Windkraftanlagen des neuen Windparks sind mit einer Nabenhöhe von 137 bzw. 149 Metern deutlich höher und leistungsstärker. Die Rotoren haben einen Durchmesser von 126 Metern. Pro Jahr sollen die fünf Anlagen rund 37.000 MWh Strom erzeugen. Der Anteil der Stadtwerke Esslingen daran liegt bei rund 9.300 MWh/Jahr, was dem Bedarf von 6.200 Personen entspricht. Im Vergleich zur konventionellen Stromerzeugung können dadurch rund 4.800 Tonnen CO2/Jahr eingespart werden.

„Mit dieser Beteiligung kommen wir unserem Ziel, möglichst viel Strom über erneuerbare Energien zu erzeugen, einen großen Schritt näher,“, so Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Jürgen Zieger. „Esslingen als Industriestandort braucht viel Energie. Wir haben deshalb eine besondere Verantwortung dafür, diese Energie möglichst umweltschonend zu erzeugen und effizient zu nutzen.“ Die Stadt Esslingen hat sich schon vor Jahren die Reduktion der CO2-Emissionen und die Förderung regenerativer Energieversorgungssysteme auf die Fahnen geschrieben. „Zusammen mit der Stadtwerken Esslingen werden wir diesen Weg Schritt für Schritt weiter gehen.“

Die Stadtwerke Esslingen produzieren inzwischen Strom für mehr als 18.580 Menschen (Stand 2017). Ein Teil davon stammt aus eigenen Anlagen, unter anderem von Photovoltaik-Anlagen auf Dächern in der Region Esslingen und Trinkwasserturbinen im Leitungsnetz. Im Holzheizkraftwerk Scharnhauser Park und in zahlreichen Blockheizkraftwerken wird über Kraft-Wärme-Kopplung ebenfalls Strom erzeugt. Die erste Beteiligung an einem Windpark erwarb man im Jahr 2011: am Windpark Baltic 1 in der Ostsee. Seitdem sind Beteiligungen an zwei Windpark-Portfolios und am Windpark Klosterwald in Creglingen dazugekommen. Allein über Windenergie erzeugt man inzwischen Strom für 7.700 Menschen (Stand 2017). Doch auch Solarenergie spielt eine große Rolle. Mit eigenen PV-Anlagen und Beteiligungen an dem Solarpark Königsbronn werden rund 2.690 Menschen (Stand 2017) versorgt.

Für weitere Informationen: SWE, Pressesprecher Moritz Brunemann, Telefon 0711 3907-441

15 Mio € für Bauleistungen zur Instandsetzung und Ertüchtigung der Vogelsangbrücke vergeben

Der Gemeinderat der Stadt Esslingen a.N. hat in seiner Sitzung am 4. Februar 2019 die Bauleistungen zur Instandsetzung und Ertüchtigung der Vogelsangbrücke an eine Bieter- bzw. Arbeitsgemeinschaft vergeben. Die Bieter- bzw. Arbeitsgemeinschaft besteht aus den regional ansässigen und mittelständischen Baufirmen Firmen E. Züblin aus Stuttgart und Leonhard Weiss aus Göppingen. Die Auftragssumme beträgt fast 15 Mio. Euro. Mit den Bauarbeiten soll bereits Mitte März 2019 begonnen werden und pünktlich zum Jahresende 2020 sollen die wesentlichen Arbeiten abgeschlossen sein. "Die umfassende Sanierung und Instandsetzung der Vogelsangbrücke ist zugleich die Voraussetzung dafür, dass die Brücke den zusätzlichen Verkehr aufnehmen kann, der in den Jahren ab 2021 durch den Abbruch und Neubau der Hanns-Martin-Schleyer-Brücke in Mettingen entsteht", unterstreicht Baubürgermeister Wilfried Wallbrecht.

Unter Berücksichtigung eines Risikopuffers werden die Projektgesamtkosten zur Zeit mit ca. 19,4 Mio. € veranschlagt. Für die Baukosten wurde im Rahmen der Verwaltungsvorschrift Kommunaler Sanierungsfonds Brücken im April 2018 ein Antrag auf Gewährung einer Zuwendung beim Regierungspräsidium Stuttgart gestellt. Mit Bescheid vom Dezember 2018 hat das Regierungspräsidium Stuttgart aus einem neuen Infrastrukturfonds des Landes eine Zuwendung in Höhe von ca. 5,9 Mio. € bewilligt. Für die Schaffung eines solchen Fonds beim Landesverkehrsministerium Ba-Wü hatten sich auf Initiative von Oberbürgermeister Dr. Jürgen Zieger auch andere Kommunen sowie die Esslinger Landtagsabgeordneten eingesetzt.   

Im Zuge der Instandsetzung wird die Brücke abschnittsweise wieder in ihren Rohbauzustand zurückgesetzt. Dann werden zuerst der schadhafte Konstruktionsbeton ausgebessert und anschließend werden sämtliche Brückenausbauten wie Abdichtungen, Fahrbahnbeläge, Gehwege, Geländer, Beleuchtung, Lichtsignalanlagen, Entwässerungs-,  Strom-  und Nachrichtenleitungen sowie die Gas- und Wasserleitungen der Stadtwerke Esslingen komplett erneuert. Verstärkt wird die Brücke durch den Einbau von zusätzlichem Stahlbeton im Brückenhohlkasten, den Umbau einiger Brückenpfeiler sowie Brückenlager und durch den abschnittsweisen Einbau von Kohlefaserlamellen an der Unterseite der Brücke. Schließlich wird in den besonders beanspruchten und gefährdeten Abschnitten der Brücken ein Überwachungssystem eingebaut, das zukünftig auch eine Ferndiagnose des Zustandes der Stabilität und Tragfähigkeit der Brücke erlaubt.

Während der Bauarbeiten, die in drei Hauptbauphasen gegliedert ist, müssen abwechselnd Fahrspuren auf der Brücke und den Zu- und Abfahrtsrampen entfallen bzw. eingeengt werden. Generell wird im Baustellenbereich Tempo 30 gelten. Betroffen sind hiervon ca. 43.500 Fahrzeuge, die zur Zeit täglich über die Vogelsangbrücke rollen. Auch im Bereich unter der Brücke, in der Ulmer und Vogelsang Straße und bei den unter der Brücke liegenden Parkplätzen, wird es zu Einschränkungen kommen. Jede Menge Nachtschichten werden erforderlich, da neben und über den Bahngleisen, jeweils nur wenige Stunden in den zugverkehrsarmen Nachtstunden gearbeitet werden darf.

Leider lassen sich gewisse verkehrliche Behinderungen während der Bauphase nicht vermeiden. Um so mehr baut die Stadt Esslingen darauf, dass der Verkehr nach Abschluss der Sanierungsarbeiten in den kommenden ca. 20 bis 25 Jahren ohne größeren Eingriff in die Bausubstanz über die Vogelsangbrücke rollt.

Ansprechpartner für Rückfragen der Presse: Uwe Heinemann, Leiter Tiefbauamt, Telefon 0711 3512-2413