Pressemitteilung 08.04.2019

Aus dem Gemeinderat

Informieren Sie sich über die jüngsten Beschlüsse des Esslinger Gemeinderats in der öffentlichen Sitzung vom 8. April 2019.

Gemeinderatsbeschlüsse

Ergebnisse der PCB-Messungen an Schulen

In der öffentlichen Sitzung des Gemeinderates informierte die Esslinger Stadtverwaltung in Anwesenheit zahlreicher LehrerInnen und Eltern über ihren seitherigen sowie den künftigen Umgang mit dem Schadstoff Polychlorierte Biphenyle (PCB) an Esslinger Schulen sowie Kindertagesstätten. Erster Bürgermeister Wilfried Wallbrecht und Oliver Wannek, technischer Leiter des Eigenbetriebes Städtischen Gebäude informierten im Gemeinderat über den aktuellen Erkenntnisstand und die Ergebnisse der Messreihen in Räumen der Zollbergrealschule sowie der Grundschule Sulzgries. Zudem informierte die Verwaltung über den Stand der Gespräche mit dem Gesundheitsamt, den Schulleitungen und den Elternvertretern sowie über bereits in Auftrag gegebenen Sanierungsarbeiten an beiden Schulen in den Osterferien und Messungen an weiteren Schulen.

Die Vorlage ( PCB-Bericht) zu Top 6 der Gemeinderatssitzung vom 8. 4. 2019, die Präsentation des Gebäudemanagements, das Gutachten der Firma CDM Smith zu den Belastungen durch PCB in den Referenzräumen der Grundschule Sulzgries sowie die Ergebnisse der Messreihen in den Räumlichkeiten der Zollbergrealschule vom 26.2.2019 sowie vom 4.4.2019 sind als Topthema auf der städtischen Homepage www.esslingen.de eingestellt. Darüberhinaus informiert die Stadtverwaltung auch im Ratsinformationssystem der Stadt Esslingen zur GR-Sitzung am 8. April Top 6.

Startschuss für mehr Elektromobilität im Esslinger Busverkehr

Nach dem Grundsatzbeschluss in 2017, rund zwei Drittel des Busverkehrs in Esslingen künftig elektromobil zu fahren, hat der Gemeinderat in seiner Sitzung vom 8. April 2019 mehrheitlich (21 Stimmen dafür, 6  Gegenstimmen ) die Planung für den Ausbau des Oberleitungsnetzes beauftragt. Diese sieht vor, dass das Oberleitungsnetz um etwa 15 Prozent ausgebaut wird.

Oberbürgermeister Dr. Jürgen Zieger freut sich über den Startschuss: "Wir verdreifachen den Anteil an elektrisch und damit emissionsfrei gefahrenen Buskilometern in der Stadt und leisten damit einen Beitrag für mehr Klimaschutz, mehr Luftreinhaltung und mehr Lebensqualität in Esslingen." Derzeit fahren rund 21 Prozent der Busse in Esslingen elektrisch, künftig werden es über 63 Prozent sein.

Der Ausbau soll in drei Stufen erfolgen: Zunächst - in 2021 - soll die Stuttgarter Straße sowie ein Teil der Eberhard-Bauer-Straße in der Pliensauvorstadt bis zum Kreisverkehr in der Weilstraße ausgebaut werden. Im Folgejahr 2022 soll der nördliche und östliche Altstadtring sowie in der dritten Ausbaustufe die untere Mühlbergerstraße, Wielandstraße und Rotenackerstraße bis zum Kreisverkehr Kirchackerstraße ausgebaut werden. Aufgrund der neuen Hybridtechnologie können die Busse auch bis zu 30 Kilometern ohne Oberleitung fahren, weshalb der Ausbau in weiten Teilen nur einseitig erfolgen muss. In den Jahren 2019 und 2020 sind Planung und Genehmigung vorgesehen.

Derzeit fahren in Esslingen die Linien 101, 113 und 118 vollelektrisch. Mit dem geplanten Ausbau können ab 2023 zusätzlich die Linien 111 (Neckarhalde), 103 (Stuttgart-Hedelfingen), 105 (Hohenkreuz) und 102 (Zell) CO2-neutral und emissionsfrei mit den Elektrohybridbussen gefahren werden.

"Mit dem Umbau wird der Städtische Verkehrsbetrieb Esslingen das erste rein elektrische Busunternehmen in Deutschland." betont der für den ÖPNV im Rathaus zuständige Bürgermeister Ingo Rust. "Alle unsere Linien werden ab 2023 mit unserer bewährten und nach wie vor technisch unschlagbaren Elektrohybridbus-Technologie gefahren. Wir machen nicht nur Pilotprojekte, wie andere Städte - wir handeln.", so Rust.

Sanierung der Zollbergstraße

Der Esslinger Gemeinderat vergibt die Bauarbeiten in der Zollbergstraße an die Fa. Waggershauser aus Kirchheim. Die Sanierungsarbeiten sind notwendig, weil der Hang, in den die Straße einst gebaut wurde, rutscht und somit die zur Verkehrssicherheit notwendige Standsicherheit nicht mehr ausreichend gegeben ist. Im weiteren Straßenverlauf wird die Vollsperrung genutzt, um auf rund 300 Meter Länge die Straße umfangreich zu sanieren. Die Bauleistungen wurden nun ausgeschrieben und enthalten sowohl die Straßensanierungsarbeiten als auch die Herstellung einer Bohrpfahlwand zur Sicherung des Hangs in der Kehre.

Die Bauarbeiten beginnen am Montag, 15.04.2019 mit der Einrichtung der Vollsperrung im Baubereich und dem Aktivieren der großräumigen Umleitung über die L1192 (Aufstiegsstraße) – Adenauerbrücke. Gleichzeitig beginnt die Fa. Omexom mit dem Abbau der Oberleitung für den Bus. Die Arbeiten enden voraussichtlich mit dem Ende der Sommerferien im September 2019.

Mit Vertretern der Bürgerausschüsse Pliensauvorstadt, Zollberg und den Radverkehrsverbänden hatte die Stadtverwaltung einen Straßenentwurf erarbeitet. Im unteren Teil wird ein Parkstreifen direkt am Fahrbahnrand umgesetzt, dahinter ein 3 m breiter „Gehweg/Radfahrer frei“, auf der Hangseite werden die Parkplätze wie im Bestand belassen. Ab der Fußgängerquerung verringert sich der zur Verfügung stehende Straßenquerschnitt. Hier wird der Radfahrer auf einem eigenständigen Radweg geführt. Die Fußgänger nutzen den bestehenden Gehweg. Die Abmessungen des Bohrgerätes für die Herstellung der Hangsicherung im Bereich der Kehre machen eine Vollsperrung der Zollbergstraße erforderlich. Wegen der Höhenausdehnung des Gerätes muss die Oberleitung im Bereich der Kehre samt Verspannungen abgebaut werden. Auch ist der Straßenquerschnitt zu schmal, um eine halbseitige Sperrung mit den erforderlichen Sicherheitsabständen umzusetzen. Aus diesen Gründen erfolgt das gesamte Vorhaben unter Vollsperrung. Mit Beginn der Osterferien bis zum Ende der Sommerferien wird der Straßenabschnitt gesperrt und ca. fünf Monate saniert. „Die Synergieeffekte mit der Baustelle Vogelsangbrücke im Jahr 2019 sowie der Verschiebung der Vollsperrung Geiselbachstraße, vor allem aber der verkehrliche Zustand der Straße machen ein Aufschieben der Arbeiten leider nicht möglich“ unterstreicht nochmals Bürgermeister Wilfried Wallbrecht. Die Gesamtkosten werden mit rd. 1,52 Mio. Euro veranschlagt.

Plan zeigt den Sanierungsbereich
Sanierungsbereich

Die Auswirkungen auf ÖPNV, Individual- und Radverkehr, Fußgänger und die Anbindung der Schulen finden Sie unter www.baustellen.esslingen.de/zollbergstrasse

Schulentwicklung an den Esslinger Gymnasien

Georgii-Gymnasium bekommt neues Raumkonzept für den Ganztag

Auch an den Esslinger Gymnasien geht die Entwicklung rasant weiter. Ein wichtiger Bestandteil der Esslinger Schulentwicklung ist die Verbesserung und Ausweitung des Ganztagsangebots an den Gymnasien mit Ganztagsbetrieb. Das Georgii-Gymnasium nimmt hier eine Vorreiterrolle ein. So ist das Georgii-Gymnasium schon seit dem Schuljahr 2009/2010 offene Ganztagsschule mit einem ausdifferenzierten pädagogischen Konzept. Dieses ist, wie an den anderen Gymnasien, mittlerweile sowohl räumlich als auch personell an seine Grenzen gekommen. Der Bedarf an ganztägiger Bildung steigt auch an den weiterführenden Schulen, insbesondere in den Klassenstufen 5-7, kontinuierlich. Sowohl die Schulen, als auch der Schulträger Stadt Esslingen warten sehnsüchtig auf die vom Land angekündigte gesetzliche Regelung. Diese wurde inzwischen vom Kultusministerium für das Schuljahr 2020/2021 in Aussicht gestellt. „Die Weiterentwicklung der Gymnasien ist für die Stadt Esslingen a.N. ein wesentlicher Bestandteil der Schulentwicklung, so Oberbürgermeister Dr. Jürgen Zieger.

Das Georgii-Gymnasium, das Amt für Bildung, Erziehung und Betreuung sowie die Städtischen Gebäude Esslingen haben mit externer Unterstützung durch das Büro Schneidermeyer ein neues Raumkonzept erarbeitet. Die leerstehende, zentral gelegene Hausmeisterwohnung hat sich idealerweise dafür angeboten, in die schulische Nutzung einzubeziehen. Schulamtsleiter Bernd Berroth freut sich mit Schulleiter Joachim Scheffzek auf einen Zugewinn an räumlicher und pädagogischer Qualität: „Wir schaffen im Erdgeschoss der Schule, unter Einbindung von Mensa, Schulhof sowie Lern- und Arbeitsbereich eine ideale, neue, clusterartige Lernlandschaft. Durch die verbesserte Anbindung der Räume des Ganztagsbereichs an die übrigen Schulräume wird der Ganztagsbetrieb selbstverständlicher, integrierter Teil des pädagogischen Schulangebots.“

„Die baulichen Arbeiten für die Optimierung des Lernbereichs und die Neuschaffung des Aufenthaltsbereichs durch die Umnutzung der Hausmeisterwohnung kosten die Stadt Esslingen insgesamt 780.000 Euro, berichtet Oliver Wannek vom Eigenbetrieb Städtische Gebäude Esslingen. Die Bauarbeiten sollen Ende 2020 beginnen und rechtzeitig zum Schuljahr 2021/2022 beendet sein.

Für Schulbürgermeister Dr. Markus Raab ist dies eine gut angelegte Investition in die Zukunft. Ganztagsbildung ist mehr als ein Beitrag zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf. „Denn wenn sie gut und qualifiziert erbracht wird, trägt sie zu mehr Bildungsgerechtigkeit bei. Insofern hat Ganztagsschule einen positiven Betreuungs- und Bildungseffekt. Dafür wollen wir in Esslingen Impulse setzen,“ so Raab.

Neuausrichtung der Esslinger Schullandschaft

Sanierung und Erweiterung Katharinschule und Schule Innenstadt

Der Esslinger Gemeinderat schnürt ein umfangreiches Sanierungs- und Erweiterungspaket für die Katharinenschule und die Schule Innenstadt – Gemeinschaftsschule mit einem Kostenvolumen von 29 Mio. Euro. Gleichzeitig stellte der Gemeinderat in seiner Sitzung vom 8. April die Weichen für den Bau einer dreizügigen Realschule in der Pliensauvorstadt am bisherigen Standort der Adalbert-Stifter-Schule.

Für OB Dr. Jürgen Zieger ist das beschlossene Gesamtpaket „ein wichtiger Meilenstein für die Schulentwicklung in Esslingen. Damit senden wir ein starkes Signal an die Schülerinnen und Schüler, an deren Eltern aber auch an die Schulgemeinschaften zur Zukunftsfähigkeit der Esslinger Schullandschaft. Schon in den Vorberatungen im Arbeitskreis Schulentwicklung und in den Fachausschüssen des Gemeinderats zeichnete sich eine hohe Übereinstimmung darüber ab, die dringend notwendige Sanierung und Erweiterung der Grundschule und der Gemeinschaftsschule in der Innenstadt auf den Weg zu bringen. Die städtische Schulverwaltung und die Städtischen Gebäude Esslingen konnten nach umfangreicher Planung ein schlüssiges Paket zu Sanierung, Umbau und Erweiterung der drei jeweils über hundertjährigen und denkmalgeschützten Schulgebäude in der Klaraanlage und am Schillerpark vorlegen.

Schulamtsleiter Bernd Berroth unterstrich in seinen Ausführungen die mit den Vorhaben verbundenen Möglichkeiten und Chancen: „Unter umfassender Inanspruchnahme von Sanierungs- und Schulbauförderzuschüssen können wir die Schulen hinsichtlich Brandschutz, Barrierefreiheit, Inklusion und Digitalisierung auf den neuesten Stand bringen. Und den Schulen moderne, auf die pädagogischen Bedarfe zugeschnittene Raumkonzepte ermöglichen. Mit den Umbauarbeiten schaffen wir zusätzlichen Raum für die auf 3,5 Züge erweiterte, erste Esslinger verbindliche Ganztagsgrundschule , für eine gymnasiale Oberstufe der Gemeinschaftsschulen und für eine neue Sporthalle. Damit haben wir gleichzeitig die Chance, die Klaraanlage städtebaulich neu zu gestalten. Dafür halten wir Gesamtkosten von ca. 29 Mio. Euro für absolut gerechtfertigt.“ Der Gemeinderat steht voll und ganz hinter den Planungen und Vorschlägen der Verwaltung und gab hierfür einstimmig grünes Licht.

Weiterentwicklung der Realschulen

Ein zweiter wichtiger Meilenstein der Esslinger Schulentwicklung ist die Weiterentwicklung der Esslinger Realschulen. Der Gemeinderat beauftragte die Verwaltung im Oktober letzten Jahres aufgrund der Schülerzahlenentwicklung, beim Land die Neugründung zweier Realschulen an den bisherigen Schulstandorten Lerchenäckerschule und Adalbert-Stifter-Schule zu beantragen. Schulbürgermeister Dr. Markus Raab brachte nochmals seine Anerkennung und seinen Dank für die positive Stellungnahme des Kultusministeriums zum Ausdruck: „Wir sind sehr froh darüber, dass das Land Baden-Württemberg mit konkreter Unterstützung der Kultusministerin unserer Antragsstellung gefolgt ist und den Bedarf an 6 zusätzlichen Zügen bestätigt. Dies gibt uns den notwendigen Spielraum, um gerade bei den Realschulen den Handlungsdruck raus zu nehmen.“

Die Stadtverwaltung wird deshalb nach dem Beschluss des Gemeinderats umgehend den schulorganisatorischen Antrag beim Land dahingehend konkretisieren, dass der Startschuss für die erste neue Realschule in der Pliensauvorstadt zum SJ 2020/2021 mit zunächst 2 Zügen fällt. BM Raab sieht darin auch ein wichtiges Signal an den wachsenden Stadtteil und dessen Attraktivität. Sowohl in schulpolitischer Hinsicht, als auch hinsichtlich der ausgewogenen Verteilung der Sekundarschulen im Stadtgebiet muss die erste neue Realschule in der Pliensauvorstadt gegründet werden. Der Antrag auf die zweite Realschule an der Lerchenäckerschule wird dann zu einem späteren Zeitpunkt konkretisiert.

Die Verwaltung hält am bisherigen Schulstandort fest, da dieser geeignet ist, eine attraktive und moderne Schule mit hohem Standard umzusetzen. Die schon im letzten Herbst gescheiterte fraktionsübergreifende Initiative von Grünen, Freien Wählern und FDP zur Verlagerung des Schulstandorts auf das VfL-Post-Gelände, fand auch dieses Mal keine Mehrheit im Gemeinderat. Der Gemeinderat gab der Verwaltung noch den Auftrag mit auf den Weg, die neue Schule nicht nur als Ganztagsschule zu konzipieren, sondern auch die Option eines Schulartwechsels zur Gemeinschaftsschule oder einer eventuell aus beiden Schularten neu entstehenden Sekundarschule im Raumprogramm vorzusehen.

Die bauliche und zeitliche Umsetzung der beschlossenen Vorhaben ist laut Betriebsleiter Oliver Wannek eine große, aber bewältigbare Herausforderung für die Städtischen Gebäude Esslingen. Wannek freut sich darauf, guten Schulhausbau umzusetzen und damit die Esslinger Schulen baulich nachhaltig zukunftsfähig zu machen.

Esslingen Markt und Event GmbH (EME)

Gemeinderat stellt Weichen für die Zentralisierung der großen Veranstaltungen im öffentlichen Raum der Stadt Esslingen ab 2020 unter dem Dach einer neuen Gesellschaft.

Mit 33 Stimmen dafür und 4 Gegenstimmen stimmt der Gemeinderat der Gründung der Esslingen Markt und Event GmbH (EME) zu. Sie wird eine 100%ige Tochter der Stadt Esslingen. Die Gründung steht vorerst unter dem Vorbehalt einer Abstimmung mit dem Finanzamt Esslingen und soll frühestens zum 2. Januar 2020 erfolgen.

Aufgabe des Unternehmens ist die Planung und Durchführung von traditionellen Spezialmärkten sowie von identitätsstiftenden, imagefördernden und frequenzsteigernden Veranstaltungen im öffentlichen Raum.

Die Gründung der EME GmbH erfolgt primär, um bei der Durchführung von Großveranstaltungen wie dem Mittelalter- und Weihnachtsmarkt den neuen rechtlichen Anforderungen Rechnung zu tragen. Durch die Ausgestaltung der EME als 100%ige Tochter der Stadt kann die Konzession zur Durchführung von Märkten und Veranstaltungen im öffentlichen Raum ohne Ausschreibung im Wege einer Inhouse-Vergabe erteilt werden.

Die Aufgabe der Durchführung des Mittelalter- und Weihnachtsmarktes wird ab 2020 aus der Esslinger Stadtmarketing & Tourismus GmbH (EST) heraus auf die neu gegründete EME übertragen. Gleichzeitig soll die EME ab 2021 die Durchführung des neuen Wein- und Sektfestes auf dem Markt- und Rathausplatz als Nachfolge des bisherigen Zwiebelfestes übernehmen. Den Grundsatzbeschluss für dessen Neuausrichtung hatte der Gemeinderat am 8. Oktober 2018 mit breiter Mehrheit erteilt.

Mit dem Beschluss zur Gründung der EME GmbH bestellte der Gemeinderat am 8. April 2019 Michael Metzler mit breiter Mehrheit zum EME-Geschäftsführer. Michael Metzler steuert die Durchführung des Mittelalter- und Weihnachtsmarktes schon seit Jahren. Die konzeptionellen Überlegungen zur Neugestaltung des Zwiebelfestes entwickelte er maßgeblich mit. Mit der Gründung der EME wird zudem die Abteilung Veranstaltungsmanagement mit Petra Pfeiffer und Cornelia Pfeiffer aus der EST heraus in die EME überführt. Somit bleibt personelle Kontinuität gewahrt. Die starke Verbindung zwischen EME und EST wird über einen beratenden Beirat innerhalb der EME, dem die Akteure der EST angehören, sowie über einen Geschäftsbesorgungsvertrag zwischen beiden Gesellschaften erreicht.

Mit der Überführung des Weihnachtsmarktes ist eine Anpassung des Gesellschaftervertrags der EST erforderlich. Diese wurde vom Gemeinderat der Stadt Esslingen am 8. April als EST-Hauptgesellschafterin beschlossen. In einer vorberatenden Sitzung am 27. März stimmten auch die privaten Gesellschafter der EST GmbH dem Vorhaben zu, darunter die City Initiative Esslingen e.V., der Verein Wirtschaft für Esslingen und die Weingärtner Esslingen. In diesem Zusammenhang stimmten alle Gesellschafter einstimmig einer vorzeitigen Verlängerung des EST-Geschäftsführervertrags von Michael Metzler um fünf Jahre von 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2024 vorberatend zu. Michael Metzler übernimmt somit künftig in Personalunion die Geschäftsführung für beide Gesellschaften.

„Mit der Bündelung unserer Großveranstaltungen unter dem Dach der Esslingen Markt und Event GmbH professionalisieren wir die Strukturen, wahren die neuen rechtlichen Anforderungen und schaffen Kontinuität bei zentralen Erfolgsfaktoren im Eventmanagement wie Konzeption und Personal“, begründet Oberbürgermeister Dr. Jürgen Zieger die strategische Neuausrichtung.

Bebauungsplan-Entwurf für Danfoss-Areal beschlossen

Verwaltung prüft eventuelle neue Ausfahrt von B 10 in das Gewerbegebiet

In seiner öffentlichen Sitzung beschloss der Esslinger Gemeinderat am 8. April 2019 mit breiter Mehrheit den Bebauungsplan-Entwurf Dieselstraße/ Gewerbepark Plinesauvorstadt West. Zusätzlich zu den bereits auf Basis des geltenden Bebauungsplanes entstandenen 490 Arbeitsplätzen sieht der Bebauungsplan-Entwurf weitere 330 hochwertige Arbeitsplätze vor: Durch Neubauten in Form eines zweistöckigen flächensparenden Produktionsgebäudes sowie ein neues Verwaltungsgebäude der Firma Daimler sowie 60 Arbeitsplätze in einem neuen Autohaus durch die Firma VW Hahn vor. Somit sollen auf dem Danfoss-Areal insgesamt 880 Arbeitsplätze entstehen. Auf der Basis des rechtskräftigen alten Bebauungsplanes und nach dem Entwurfsbeschluss des zukünftigen neuen Bebauungsplanes stimmte die breite Mehrheit des Gemeinderates für den Vorschlag der Verwaltung, auf dieser Basis den geplanten Neubau im Gewerbepark für die Firma Daimler im Wege der Befreiung zu genehmigen.

Hochwertige Arbeitsplätze und gute Rahmenbedingungen für die in der Pliensauvorstadt lebenden Nachbarn und Anwohner stehen im Focus der Verwaltungsspitze wie des Gemeinderates. Deshalb fand auch der Vorschlag der Verwaltung eine Mehrheit, in der Stuttgarter Straße Tempo 30 sowie ein LKW-Durchfahrtsverbot mit Ausnahme für die bestehenden Betriebe in der Pliensauvorstadt einzuführen.

Darüberhinaus beauftragte der Gemeinderat am 8. April die Verwaltung mit breiter Mehrheit, eine neue Ausfahrt von der B 10 in das Gewerbegebiet in der Pliensauvorstadt zu prüfen und dafür eventuell die seitherige Ausfahrt von der B 10 in die Hedelfingerstraße zu schließen. OBM Dr. Jürgen Zieger dankte der Mehrheit des Gemeinderates für die Unterstützung. Zugleich sagte er zu, das Ergebnis der Prüfung im Ausschuss für Technik und Umwelt des Gemeinderates vorzustellen, bevor der Gemeinderat über den Satzungsbeschluss zum Bebauungsplan Dieselstraße/ Gewerbepark im Planbereich 17 " Pliensauvorstadt-West" befindet. 

Grünes Licht für Mobilitätskonzept

Der Esslinger Gemeinderat trägt das von der Esslinger Stadtverwaltung am 11. März vorgestellte Konzept zur Optimierung des Verkehrs in Zeiten großer Baustellen breit mit. In seiner Sitzung vom 8. April stimmte der Gemeinderat dem umfassenden Konzept nahezu eintimmig grundsätzlich zu.

Das Konzept umfasst die drei Schwerpunkte Optimierte Verkehrssteuerung, Ausbau Verkehrsinfrastruktur sowie neue Mobilitätsangebote. Einzelne Bausteine wie die Sperrung der Linksabbiegespur von der Adenauerbrücke kommend in die BA 10 werden sofort umgesetzt. Andere Bausteine werden erst noch umfassend in den gemeinderätlichen Fachausschüssen im Detail beraten.

Brücken- und Straßensanierungsprojekte

Neben der Fortsetzung der bereits halbseitigen Sperrung der Geiselbachstraße greifen insbesondere die Mitte März beginnende Sanierung der Vogelsangbrücke und die voraussichtlich ab Mitte April erfolgende Vollsperrung der Zollbergstraße in den Verkehrsfluss ein. Alle diese Bauvorhaben sind aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht notwendig. Die Stadt Esslingen nutzt die notwendige Sanierung und Instandsetzung dafür, heute die Mobilität der Zukunft zu gestalten. Während die Bauprojekte langfristig die Mobilität im Stadtgebiet sichern, verursachen sie kurzfristig jedoch erhebliche Behinderungen. Sperrungen führen zu Umleitungen und belasten andere Gebiete mit zusätzlichem Verkehr, Verkehrsteilnehmer mit Umwegen und Wartezeiten, Anwohner mit Lärm und Schmutz. Um die Belastungen für jeden einzelnen so gering wie möglich zu halten, schlägt die Stadtverwaltung noch im Jahr 2019 kurzfristig umsetzbare 17 Einzelvorhaben mit möglichst großem Nutzen für alle Verkehrsteilnehmer vor. Am 11. März wurde das umfangreiche Paket im Gemeinderat vorgestellt.  

„Die Verbesserung des Verkehrsflusses durch eine optimierte Verkehrssteuerung, eine Anpassung der vorhandenen Infrastruktur an das erwartete Verkehrsaufkommen, ein Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur, zusätzliche Angebote an alternativer Mobilität sowie die Verbesserung des ÖPNV sind zentrale Ziele dieses ambitionierten Paketes. Wir wollen damit deutlich machen, dass die Stadt Esslingen präventiv und aktiv auf die kurzfristigen, baustellenbedingten Anforderungen reagiert. Ich bin dem Gemeinderat für die Unterstützung bei der Umsetzung des Mobilitätspaketes und den Bürgerausschüssen für das seitherige konstruktive Feedback sehr dankbar", machte OB Dr. Zieger im Gemeinderat deutlich

„Die dringend notwendige Sanierung der Brücken und zentraler Verkehrsachsen bleibt eine Herausforderung. Umso wichtiger ist es uns, während der unumgänglichen Brücken- und Straßensanierung den Verkehrsfluss zu sichern und wo möglich mit Investitionen in den Ausbau von Fußgänger- und Radwege und einen attraktiven ÖPNV und eine verbesserte Verkehrssteuerung wirkungsvoll zu optimieren. Einzelne Bausteine einer optimierten Verkehrssteuerung und der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur für alle Verkehrsteilnehmer sind dauerhaft angesetzt, andere nur temporär für die Dauer der Einschränkungen“, unterstreicht Baubürgermeister Wilfried Wallbrecht. „Wir setzen dabei ganz gezielt auch auf einen noch attraktiveren ÖPNV, auf Taktverbesserungen sowie auf zusätzliche Mobilitätsangebote“, betonte Bürgermeister Ingo Rust bei der Vorstellung der Vorschläge am 11. März im Gemeinderat.

OB Zieger: „Weniger Verkehr geht nur gemeinsam“

„Mit diesem umfangreichen Paket trägt die Stadt Esslingen selbst dazu bei, den Verkehrsfluss gezielt zu optimieren. Zugleich wirbt die Stadt mit verschiedenen Angeboten und Ideen für alternative Verkehrsmittel und für Fahrgemeinschaften. Wir rufen zudem Bürgerinnen und Bürgern dazu auf, wo möglich ihren Beitrag zu weniger Verkehr zu leisten. Mithelfen könnte auch eine flexiblere Arbeitsgestaltung bei den Unternehmen“, betonte OB Zieger im Gemeinderat.

Verkehrssteuerung

  • Optimierung der Lichtsignalanlage am Hirschlandkopf - Entfall Linksabbieger
    Basierend auf Verkehrszählungen vom Januar und Februar 2019, führt der Verzicht der Linksabbieger in Richtung Wieland- und Kennenburger Straße zu einer Entlastung des Verkehrsknotens. Alternativen für diese wenig genutzten Fahrbeziehungen wären der Goerdelerweg in Richtung Kennenburg und die Urbanstraße in Richtung Innenstadt.
  • Optimierung der Lichtsignalanlage auf der Adenauerbrücke - Entfall Linksabbieger
    Der Verzicht auf den Linksabbieger auf der Adenauerbrücke in Richtung Sirnau während der Sanierung der Vogelsangbrücke und der Vollsperrung der Zollbergstraße, ermöglicht eine optimierte Ampelsteuerung zur Bewältigung der zusätzlichen 10.000 Fahrzeugen pro Tag. Der ATU stimmte der Umsetzung bereits zu. Sie wird am 9. April bereits ebenso wirksam wie eine neu geregelte Zufahrt zur Neckarinsel. Die Sperrung des Linksabbiegers von der Adenauerbrücke auf die B 10 dauert bis zum Ende der Sanierungsarbeiten an der Vogelsangbrücke, d.h. bis Dezember 2020.
  • Optimierung der Lichtsignalanlagen im Umfeld der Vogelsangbrücke
    Ein Verbot für Fahrzeuge breiter als 2,3 m (ÖPNV ausgenommen) stadteinwärts sichert eine beidseitige Nutzung der Vogelsangbrücke während des gesamten Sanierungszeitraumes. Die Ampelsteuerung wird entsprechend der geänderten Belastungen im gesamten Umfeld optimiert.
  • Beschleunigung der Buslinien vom Schurwald zur Schorndorfer Straße - Einrichtung der Busschleuse Hoher Stich
    Die Schorndorfer Straße ist insbesondere morgens zwischen 6:30 Uhr und 8:30 Uhr überlastet. Die Ausweichstrecke für die Buslinien 106 und 114 über den „Hohen Stich“, angeordnet lediglich für die morgendlichen Spitzenstunden, würde dem ÖPNV eine Umfahrung des Staus ermöglichen. Ein Versuch zeigte, dass ein Befahren des Weges mit dem Bus prinzipiell geht, ein längerer Verkehrsversuch soll nun den praktischen Nutzen aufzeigen.
  • Einrichtung einer adaptiven Lichtsignalanlagensteuerung auf der Schorndorfer Straße - Projekt Optifluss
    Eine Optimierung der Signalsteuerung, soll den Verkehrsfluss und den Verkehrsablauf auf der Schorndorfer Straße verstetigen und die Leistungsfähigkeit erhöhen. Zum Einsatz sollen „selbststeuernde“, auf den jeweiligen Verkehrsaufkommen reagierende Ampeln kommen, die die Grünzeiten besser nutzen und bedarfsgerechter einsetzen.
  • Aufwertung der Fahrradstraße Hindenburgstraße
    Um eine bessere Erkennbarkeit der Fahrradstraße und damit einhergehend eine Erhöhung der Sicherheit zu erreichen, soll eine Markierungsänderung zur Verdeutlichung der bestehenden Verkehrsregelung vorgenommen werden.

Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur

  • Einrichtung einer Busspur zwischen dem Kreisverkehr Rotenackerstraße und der unteren Mülberger Straße
    Aufgrund der prognostizierten Verkehrszunahme in den Verkehrsachsen Barbarossastraße-Rotenackerstraße-Wielandstraße-Mülberger Straße soll eine Busspur stadteinwärts im Bereich zwischen dem Kreisverkehr Rotenackerstraße und dem Knoten Neckar-Forum die Zuverlässigkeit des ÖPNV als S-Bahnzubringer zu sichern. Radfahrende können die Busspur mitnutzen.
  • Busspur auf Augustinerstraße/ Berliner Straße
    Der Knotenpunkt ist insbesondere in den Spitzenstunden morgens und abends überlastet. Eine Optimierung der Situation durch eine geänderte Fahrspuranordnungen, separate Busspuren/ frei für Radfahrende) und Radfahrstreifen realisiert werde. Hierdurch lässt sich die Signalanlage Augustinerbrücke (Geiselbachstraße/ Berliner Straße) wesentlich leistungsfähiger programmieren
  • Umgestaltung des Straßenraumes der Zollbergstraße und Einrichtung von Geh- und Radwegen
    Im Zuge der Hangsicherung wird die Straße im Bereich der Kehre saniert. Damit einhergehend wird der Straßenraum neu gestaltet. Ein 3 m breiter Weg „Gehweg/ Radfahrer frei“, in der Kehre ein Radweg (Außenseite) sowie ein separater Gehweg (Innenseite) erhöhen die Sicherheit in diesem Bereich.
  • Ausbau Festo Knoten mit Radverkehrsinfrastruktur
    Im Zuge des Straßenausbaus Festo-Knoten und Knoten Nellinger Linde wurde das anliegende Radverkehrsnetz verdichtet. Die bisherigen Breiten der Radverkehrsanlage wurden auf das Normmaß 2,5 Meter erweitert. In der Zollbergstraße wird zukünftig beidseitig der Fahrbahn das Radfahren möglich sein.
  • Radwegeausbau (Hengstenbergareal)
    Die neue Radwegverbindung verbindet den Stadtteil Mettingen mit der Kernstadt und schließt zwischen Bahnunterführung beim Roßneckar (Fertigstellung Juli 2017) und der Mettinger Straße eine weitere Lücke im innerstädtischen Radwegnetz.
  • Konkretisierung des Radschnellweges (RSW)
    Der Bau einer Radschnellverbindung zwischen Plochingen und Stuttgart verfolgt das Ziel einer leistungsfähigen Radverbindung im Neckartal. Die abstrakten Planungen des Landkreises werden konkretisiert und priorisiert, mit dem Ziel zeitnah größere zusammenhängende Teile des Radschnellweges zu realisieren.
  • Radweg Hohenheimer Straße
    Die Städte Ostfildern und Esslingen planen und bauen gemeinsam den Radweg entlang der Hohenheimer Straße/Breslauer Straße. Ein einseitiger Zweirichtungsradweg soll die Sicherheit für Radfahrende erhöhen.

Ergänzende Mobilitätsangebote

  • Taktverdichtung der Linie 113
    Durch die 5-monatige Vollsperrung der Zollbergstraße und die parallel geplante Sanierung der Vogelsangbrücke ist für die Buslinien 113 und 118 ein Umleitungsverkehr über die Hohenheimer Straße notwendig. Um trotz der längeren Fahrzeiten das bisherige Fahrplanangebot zu halten, soll ein zusätzliches Fahrzeug eingesetzt werden. Mit einer Taktverdichtung der Linie 113 von 15 auf 10 Minuten soll zudem während der Bauzeit ein zusätzliches ÖPNV-Angebot umgesetzt geschaffen werden. Für den Stadtteil Zollberg bedeutet dies eine zusätzliche Fahrgastkapazität von 120 Fahrgästen pro Stunde in der Hauptverkehrszeit.
  • Kapazitätsausweitung im ÖPNV im Esslinger Norden
    Die vorgesehene Vollsperrung der Geiselbachstraße im kommenden Jahr führt zu einer Verlagerung des Verkehrs auf die Verkehrsachsen Barbarossastraße-Rotenackerstraße-Wielandstraße-Mülberger Straße. Eine alternative Linienführung der 109 vom Haltepunkt Sulzgrieser Steige nach Rüdern, über Uhlbach nach Obertürkheim sowie eine Kapazitätsausweitung auf den übrigen Linien, die den Esslinger Norden über die Mühlberger Straße erschließen, sind wesentliche Bestandteile eines Konzepts für attraktive Mobilitätsalternativen.
  • Einführung eines Pedelec-Verleihs
    Pedelecs haben sich in den letzten Jahren zunehmend zu einer beliebten Mobilitätsalternative im Freizeit- und Pendlerverkehr entwickelt. Die Stadtverwaltung möchte darum diese Mobilitätsalternative im Rahmen des Paketes zur Optimierung des Verkehrsflusses während Esslinger Großbaustellen fördern und einen monatlichen Verleih von Pedelecs anbieten. Mit dem angedachten Verleih-Konzept soll ein Anreiz auch und gerade für Berufspendler geschaffen werden, diese Mobilitätsalternative zu testen.
  • Einführung zusätzlicher Fahrradboxen an den S-Bahnhöfen
    Ein wichtiges Element für Berufspendler, die mit dem Rad an die S-Bahnhöfe pendeln, ist die sichere Unterstellmöglichkeit am Ort des Umstiegs. Die Stadt besitzt bereits 24 Fahrradboxen am Standort ZOB/ Bahnhof, die in Kooperation mit dem ADFC vermietet werden. Die Stadtverwaltung prüft, wo es weitere mögliche Standorte für Fahrradboxen an den Esslinger S-Bahnhöfen gibt und wie viele solcher Boxen realisiert werden können.