Pressemitteilung 10.04.2019

PCB-Sanierung an der Zollbergrealschule - Update -

Seit 12. April liegt ein Gutachten des Gesundheitsamtes vor, das unverzüglich weitere Sanierungsschritte empfiehlt, jedoch keinen Anlass für die Einstellung des Schulbetriebs sieht. Erste konkrete Einzelschritte sind bereits in die Wege geleitet.

Luftbild © Zollberg Realschule

Die Esslinger Stadtverwaltung informierte am 4. April in der Gesamtlehrerkonferenz, am 8. April in der öffentlichen Sitzung des Gemeinderates sowie am 10. April in der öffentlichen Sitzung des ABES über die seitherigen Erkenntnisse, Messergebnisse zum Thema PCB- Schadstoffe sowie die in den Osterferien erfolgenden ersten Sanierungsschritte in der Zollbergrealschule.

"In den letzten Tagen hatte es zunächst unterschiedliche Einschätzungen des Gesundheitsamtes Esslingen sowie des arbeitsmedizinischen Dienstes des B.A.D. zur PCB-Problematik an der Zollbergrealschule gegeben. Die mit dem Landesgesundheitsamt abgestimmte schriftliche Stellungnahme des Gesundheitsamtes Esslingen vom 12. April 2019 schafft jetzt für alle Beteiligten notwendige Klarheit: von den Schülerinnen und Schülern über die Eltern, das Lehrerkollegium und die Öffentlichkeit. Dies begrüße ich ausdrücklich. Sie sichert zudem den Schulbetrieb der Zollbergrealschule nach den Osterferien und schafft auch für die Stadt Esslingen die notwendige Planungssicherheit zur Umsetzung der weiteren Sanierungsschritte an der Zollbergrealschule", unterstrich OBM Dr. Zieger.

In dem der Stadt Esslingen am 12. April zugestellten Gutachten des Gesundheitsamtes heißt es unter anderem:

Zitat: "Das Landesgesundheitsamt am Regierungspräsidium Stuttgart (LGA) hat für beide Bereiche die Funktion einer fachlichen Leitstelle. Aus Sicht des LGA besteht - wie auch nach Einschätzung des Gesundheitsamtes und entsprechend der PCB-Richtlinie - momentan in der ZRS ein unverzüglicher Handlungsbedarf im Hinblick auf expositionsmindernde Maßnahmen und die Planung von Sanierungsmaßnahmen. Zum Teil wurden solche Maßnahmen in Form eines intensivierten Lüftungsregimes bereits umgesetzt. Auch eine Probesanierung mit anschließender messtechnischer Erfolgskontrolle steht unmittelbar bevor. Aus gesundheitlicher und toxikologischer Sicht besteht jedoch kein Anlass zu einer sofortigen Evakuierung bzw. einer sofortigen Einstellung des Schulbetriebs. Das LGA teilt die diesbezügliche gegenteilige Ansicht des B.A.D. nicht". Zitat Ende.
> Stellungnahme des Gesundheitsamts,12. April 2019

"Die aktuellen Werte zeigen den Handlungsbedarf an der Zollbergrealschule auf, unverzüglich konkrete Einzelschritte zur Minderung der Belastung zu ergreifen. Diese sind bereits in die Wege geleitet", betont Erster Bürgermeister Wilfried Wallbrecht. So wird die Stadtverwaltung wie angekündigt ab der kommenden Woche in den Osterferien mindestens zwei Schulräume in der Zollbergrealschule (ZRS) musterhaft sanieren, um eine potentielle Gefährdung durch PCB- Befunde konkreter und eindeutiger beurteilen zu können. Dies wird rund 4 Wochen Zeit in Anspruch nehmen. Während dieser Zeit werden die betroffenen Klassen in andere Räume an der ZRS ausweichen. Parallel werden Zwangslüftungen in allen Räumen installiert, um über regelmäßige umfangreiche Messungen die Wirksamkeit der Sanierungsschritte konkret zu plausibilisieren und potentiell belastete Bauteile und Materialien zu identifizieren", so Erster Bürgermeister Wilfried Wallbrecht. Er bedankte sich bei allen an den Gesprächen Beteiligten von der Zollbergrealschule über die Staatliche Schulverwaltung bis zum Gesundheitsamt für die konstruktiven Gespräche und wird auch während der Osterferien weitere Gespräche mit den beteiligten Stellen führen.

"Sollten die Sanierungsschritte in Decken, Fugen und anderen Bauteilen in den beiden Referenzräumen nicht die erforderliche Reduzierung der PCB-Werte zur Folge haben, wird die Stadtverwaltung weitere Sofortmaßnahmen und zusätzliche Sanierungsschritte in die Wege leiten. Gleichzeitig sichert die Verwaltung die Beschulung auch nach dem Ferienende“, unterstreicht OB Zieger. Parallel dazu führt die Verwaltung in allen potentiellen schulischen Ersatzräumen weitere vorsorgliche PCB-Messungen durch. 

Weitere Informationen
> Sachstandsbericht PCB-Belastung
> Messergebnisse GS Sulzgries
> Gutachten 1. Messreihe Zollbergrealschule
> Gutachten 2. Messreihe Zollbergrealschule
> Bericht weiteres Vorgehen

Pressemitteilung vom 10. April 2019

In der öffentlichen Sitzung des ABES erläuterte die Esslinger Stadtverwaltung nach Gesprächen der städtischen Schul- und Bauverwaltung zur Bewertung des Gutachtens von CDM Smith mit dem Staatlichen Schulamt Nürtingen, der Schulleitung und Vertretern des Gesundheitsamtes die weiteren Prüf- und Sanierungsschritte an der Zollbergrealschule.

„Um eine potentielle Gefährdung durch PCB- Befunde konkreter und eindeutiger beurteilen zu können, wird die Stadtverwaltung bereits in Osterferien mindestens zwei Schulräume in der Zollbergrealschule (ZRS) musterhaft sanieren. Parallel werden Zwangslüftungen in allen Räumen installiert, um die über regelmäßige umfangreiche Messungen die Wirksamkeit der Sanierungsschritte konkret zu plausibilisieren und potentiell belastete Bauteile und Materialien zu identifizieren. Darüber hinaus erfolgen regelmäßige kontrollierte Lüftungen und Messungen in allen anderen Gebäudeteilen der Schule“, kündigte Oberbürgermeister Dr. Jürgen Zieger am 10. April an. „Falls die bis zum Ende der Osterferien in der ZRS erfolgenden und bereits beauftragten Prüfungen sowie Sanierungsschritte in Decken, Fugen und anderen Bauteilen nicht die erforderliche Reduzierung der PCB-Werte zur Folge haben sollten, wird die Stadtverwaltung weitere Sofortmaßnahmen und zusätzliche Sanierungsschritte in die Wege leiten“, unterstreicht OB Zieger. „Für diesen Fall und falls die Umsetzung der Sanierungsschritte länger als bis zum Ende der Osterferien dauert, sichert die Verwaltung die Beschulung auch nach dem Ferienende“, so BM Dr. Raab.

„Parallel dazu prüfen wir neben den Testsanierungen in den nächsten Wochen alle räumlichen Optionen mit Alternativplanungen im städtischen Gebäudebestand und auch die logistischen Herausforderungen für eine eventuelle Verlagerung von Teilen der Schulbetriebes der Zollbergrealschule nach den Osterferien. In allen potentiellen schulischen Ersatzräumen finden zudem vorsorglich PCB-Messungen statt“, bekräftigt Erster Bürgermeister Wilfried Wallbrecht.

Über die Wirksamkeit der Testsanierungen, das Ergebnis weiterer Messungen sowie potentielle Schritte zu einer eventuellen Verlagerung von Teilen des Schulbetriebs der ZRS wird die Verwaltung die Schulgremien der ZRS informieren und sie umfassend unterstützen. Auch in der öffentlichen Sitzung des Verwaltungsausschusses wird die Verwaltung am 6. Mai über den aktuellen Sachstand berichten, teilte EBM Wallbrecht am 10. April im ABES mit.