Pressemitteilung 11.04.19

Baustellen in Esslingen

Drei Großbaustellen beeinträchtigen aktuell gleichzeitig den Verkehr in Esslingen. Dies wirft bei den Verkehrsteilnehmern viele Fragen auf: Warum jetzt alles gleichzeitig? Was wird zur Verbesserung des Verkehrsflusses getan? Welche Alternativen gibt es? Die Esslinger Stadtverwaltung gibt dazu gerne die Antworten.

Adenauerbrücke Markierungsarbeiten

Zollbergstraße ab 15. April voll gesperrt

Der Hang im Bereich der großen Kehre der Zollbergstraße rutscht. Seit Jahren hat die Stadt Esslingen deshalb Geologen beauftragt, die Rutschungen zu dokumentieren und erforderlichenfalls umgehend baulich tätig zu werden. Zwischen den letzten beiden Messungen vor Ort stellten die Experten fest, dass die Straße weitere 8 cm talwärts gerutscht ist. Deshalb sind aus Verkehrssicherheitsgründen die Vorbereitungen für eine zeitnahe Sanierung beschleunigt worden, um eine Sperrung der Straße infolge weiterer Rutschungen zu vermeiden. Innerhalb der nächsten 5 Monate wird nach Angaben der Stadtverwaltung nicht nur der Hang mit bis zu 15 m langen Bohrpfählen gesichert, sondern auch der gesamte Straßenbau im Umfeld grundlegend erneuert und ein Radweg erstellt. Die Zeit der Vollsperrung wurde bewusst so gewählt, dass möglichst viel Zeit in die Ferien fällt. So sind Oster-, Pfingst- und Sommerferien Teil der notwendigen Bauzeit. Die Ausschreibung erfolgte mit Beschleunigungszuschlag und Vertragsstrafe. Sollten die Bauarbeiten schneller abgewickelt werden können, erhält die Baufirma von der Stadt einen Zuschlag. Braucht sie länger, muss sie eine Strafe zahlen. Eine Verschiebung dieser Sanierungsarbeiten ist aufgrund ihrer Dringlichkeit nicht möglich. Zudem ist auch in den nächsten Jahren durchgehend mit Behinderungen an den Neckarbrücken im Zuge der Brückensanierung zu rechnen.

Sanierung der Neckarbrücken läuft mit Vogelsangbrücke weiter

Die Sanierung der Neckarbrücken unterliegt ebenfalls einem engen Zeitkorsett und lässt aufgrund der massiven Schäden keinen Aufschub zu. Zudem werden die Sanierungsarbeiten vom Land gefördert. Auch diese Förderzusagen in Millionenhöhe sind an enge Zeitfenster gebunden. Die Einschränkungen am nördlichen Altstadtring bzw. in der Geiselbachstraße können ebenso wenig verschoben werden. Die Sanierung der Augustinerbrücke wird zwar im Juni 2019 abgeschlossen werden können. Dennoch läuft die gleich anschließende und unvermeidliche Sanierung der Geiselbachstraße mit Vollsperrung ab März 2020 aufgrund des maroden Kanals weiter. In Kürze starten dazu weitere Vorarbeiten, denen dann ein neuer Kanal im sogenannten Inliner-Verfahren zwischen der Augustinerbrücke sowie dem Bereich des Jüdischen Friedhofes folgt.

Mobilitätspaket beschlossen

Zur Verbesserung des Verkehrsflusses schlug die Stadtverwaltung dem Gemeinderat ein ganzes Paket vor, für das der Gemeinderat am 8. April grundsätzlich grünes Licht gab. Das Paket umfasst die drei Schwerpunkte Optimierte Verkehrssteuerung (A), Ausbau Verkehrsinfrastruktur (B) sowie neue Mobilitätsangebote (C). Ein Baustein an der Adenauerbrücke wurde bereits vorgezogen, um dort den Verkehrsfluss auf den Hauptachsen zu optimieren. Untergeordnete Verkehrsströme müssen zwar jetzt einen Umweg über das Gewerbegebiet fahren. Dafür werden allerdings die Kapazitäten der Hauptrichtung zwischen A8/Festo-Knoten und Oberesslingen deutlich erhöht.

Hohenheimer Straße zu eng für komplette Freigabe: Busumleitungsverkehr

Eine zeitlich unbegrenzte Nutzung der Hohenheimer Straße während der Vollsperrung der Zollbergstraße wird immer wieder als Alternative eingefordert. Diese Freigabe der Hohenheimer Straße bergabwärts zu den Hauptverkehrszeiten war auch Bestandteil der Untersuchungen zur Optimierung des Verkehrsflusses. Eine Freigabe ist allerdings nicht möglich. Grund hierfür ist, dass die von den Umleitungen betroffenen Buslinien nun zusätzlich über die Hohenheimer Straße fahren müssen. Der Grund für die tageszeitliche Sperrung der Hohenheimer Straße waren und sind die sehr engen Straßenverhältnisse und die Tatsache, dass der Begegnungsverkehr zwischen PKW/Bus und Bus/Bus dort sehr schwierig ist. Die nun zusätzlichen Buslinien verbessern diese Situation leider nicht. Um den Busumleitungsverkehr in der Hohenheimer Straße nicht weiter zu beeinträchtigen, muss die Beschränkung aufrecht gehalten werden.

Weniger Verkehr geht nur gemeinsam

Die Esslinger Verkehrsadern sind alle derart stark ausgelastet, dass kleinste Einschränkungen schon zu erheblichen Beeinträchtigungen führen. Auch die Nebenstrecken sind in der Regel schon so ausgelastet, so dass diese kaum noch weiteren Verkehr aufnehmen können. Als Alternative bleibt dann neben dem Umstieg auf andere Verkehrsmittel nur noch ein Vermeiden der Rush-Hour-Zeiten. Durch versetzte Arbeitszeiten können die Spitzen in den Morgen und Abendstunden abgeschwächt werden und so längere Staus reduziert bzw. umgangen werden. So ist die Stadtverwaltung auch mit großen Esslinger Unternehmen im Gespräch, um hier nach gemeinsamen Ansätzen zu arbeiten. Weniger Verkehr geht nur gemeinsam: in diesem Sinn sind alle gefordert, ihren Beitrag zu Verkehrsreduzierung leisten, sei es durch Umsteigen auf den ÖPNV, Fahrgemeinschaften, zeitlich versetztes Fahrverhalten oder wo möglich die Nutzung von Fahrrädern und Fußwegen.