Pressemitteilung 28.11.2019

Esslinger Teilhabestrategie Kultur

In seiner öffentlichen Sitzung vom 27. November 2019 nahm der Kulturausschuss des Esslinger Gemeinderates vom aktuellen Stand der Esslinger Teilhabestrategie Kultur (ETK) Kenntnis.

Scrabble-Buchstaben bilden die Worte KULTURELLE TEILHABE

Die Entwicklung wurde in Folge der städtischen Kulturkonzeption initiiert. Für die Umsetzung zeichnet das städtische Kulturamt in Zusammenarbeit mit der Stuttgarter Agentur Kulturgold verantwortlich, die regelmäßig Städte und Kommunen in Prozessen der Kulturentwicklungsplanung begleitet. „Kunst und Kultur sind unverzichtbar für ein funktionierendes Gemeinwesen. Allerdings ist die vielfältige Esslinger Stadtgesellschaft noch nicht ausreichend im kulturellen Leben repräsentiert“, so Oberbürgermeister Dr. Jürgen Zieger. „Deshalb wollen wir im Dialog mit Expertinnen und Experten sowie Esslinger Bürgerinnen und Bürgern Wege suchen, die kulturelle Teilhabe in der Stadt gezielt zu stärken.“

Die Kulturwissenschaftlerin und Ko-Geschäftsführerin der Agentur Kulturgold, Dr. Yvonne Pröbstle, stellte den Ausschussmitgliedern in einer 15-minütigen Präsentation den aktuellen Stand der Strategieentwicklung vor. „Die eindrucksvolle Esslinger Kulturszene steht – wie die gesamte Kulturlandschaft – vor enormen Herausforderungen hinsichtlich Teilhabegerechtigkeit. Es ist daher hochgradig begrüßenswert, dass die Stadt für dieses wichtige Zukunftsthema eine eigene Stelle eingerichtet hat“, so Dr. Pröbstle. „Es ist uns besonders wichtig, ein Dokument für die Praxis zu entwickeln, weshalb wir im gesamten Prozess die Umsetzung mitdenken“ so Alexa Heyder, Leiterin des städtischen Kulturamts. Jonas Pirzer, Sachgebietsleiter Kulturelle Bildung und Teilhabe im städtischen Kulturamt ergänzt: „Wir wollen konkret Maßnahmen und Empfehlungen entwickeln, um die Teilhabe der Esslingerinnen und Esslinger an Kultur gezielt zu stärken sowie neue Allianzen und Modellprojekte anstoßen.“

Bereits 2017 hatte das Kulturamt eine Kulturkonzeption erarbeitet, die dem Handlungsfeld Kulturelle Bildung und Teilhabe zentrale Bedeutung für die künftige Kulturentwicklung der Stadt Esslingen beimisst. Hieraus resultierte 2018 die Einrichtung einer entsprechend ausgerichteten städtischen Personalstelle. Die Stärkung Kultureller Teilhabe in Esslingen soll systematisch und strategisch erfolgen. Bisher überwiegend punktuelle Vermittlungsmaßnahmen sollen erfasst und gebündelt werden, um eine gezielte, bedarfsorientierte Steuerung und einen effektiven Mitteleinsatz zu gewährleisten. Gleichzeitig soll eine klare Systematik für Transparenz und Überprüfbarkeit sorgen. Seither erarbeitet das Kulturamt im Dialog mit Partnern aus Stadtverwaltung, Kulturszene sowie Vereinen und Gruppierungen die „Esslinger Teilhabestrategie Kultur (ETK)“. Da Kulturelle Teilhabe eine Querschnittsaufgabe ist, schließt dies ausdrücklich Akteure aus den Schnittstellenbereichen Bildung und Soziales mit ein. Im Rahmen der Teilhabestrategie wird eine systematische Analyse der gegenwärtigen Situation vorgenommen, um anschließend gemeinsam mit den Akteuren konkrete Maßnahmen zu entwickeln und Handlungsempfehlungen für die Kulturpolitik der kommenden Jahre zu formulieren.

In der ersten Projektphase wurden zahlreiche Dokumente gesichtet und ausgewertet. Anschließend folgte eine Befragung von Expertinnen und Experten der Kulturellen Bildung in Esslingen in Form von leitfadengestützten Interviews. Derzeit läuft eine Online-Befragung aller Esslinger Kultureinrichtungen und -initiativen, Schulen und Kindertageseinrichtungen sowie zahlreicher Bildungs- und Sozialeinrichtungen. Im nächsten Schritt werden die bisher gesammelten Ergebnisse zu einem Zwischenbericht zusammengefasst. Dieser wird voraussichtlich in der Sitzung des Kulturausschusses am 4. März 2020 präsentiert. Den nächsten Baustein bilden leitfadengestützte Gruppendiskussionen. Bei der Auswahl der Gruppen wird es darum gehen, insbesondere jene Menschen anzusprechen, die tendenziell wenig an kulturellen Angeboten teilhaben. Ein breit angelegter 1-Tages-Workshop im Sommer 2020 schließt den Methodenteil der Strategieentwicklung ab. Die Dokumentation in Form des Abschlussberichts wird im Herbst desselben Jahres vorliegen. Unterstützt wird der Gesamtprozess durch eine Steuerungsgruppe, die aus Kulturexperten der städtischen und freien Kultureinrichtungen besteht, aber auch aus dem Sozialbereich und dem Inklusionsbeirat.