Pressemitteilung 28.04.2021

Ausstellung 'Gabriela Oberkofler – Api étoilé' in der Villa Merkel

Wenn es die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie erlauben, wird die Ausstellung 'Gabriela Oberkofler – Api étoilé / Ein wachsendes Archiv' am 16. Mai 2021, 11 Uhr, in der Villa Merkel eröffnet.

Villa Merkel Galerie der Stadt Esslingen

Sollte ein Start mit Publikumsbeteiligung nicht möglich sein, werden ab diesem Tag die netzbasierten, digitalen Formate zum Projekt zugänglich sein. Die Ausstellung läuft vom 16. Mai bis 15. August 2021.

'Gabriela Oberkofler – Api étoilé/Ein wachsendes Archiv' ist ein künstlerisches Projekt zu in Vergessenheit geratenen Nutzpflanzen und zu neuen Formen des Zusammenlebens. Es findet in hohem Maße als kokreativ und kooperativ angelegtes Ausstellungs- und Forschungsprojekt gleichwertig in realen und digitalen Räumen statt. Das Projekt ist ein Prototyp für zukünftige Praxen des zeitgenössischen Kunstbetriebs und der Vermittlung an diverse Publikumsschichten in der Villa Merkel, Galerie der Stadt Esslingen.

Api étoilé bringt diverse Akteure und Institutionen unterschiedlicher Bereiche wie Forschung und Wissenschaft, Landwirtschaft, Volkskunde, Bildende Kunst, Kulturförderung auf Augenhöhe in einen kollaborativen Austausch. Nach einer Phase der transkulturellen Zusammenarbeit mit Landwirten, Saatgutspezialisten oder diversen Saatgutarchiven und nach einer Phase des Pflanzenanbaus mündet Api étoilé in einer Ausstellung in der Esslinger Villa Merkel, die im Freilichtmuseum Beuren zudem eine kulturhistorisch bäuerlich geprägte Bühne bespielt. Mit einem opulenten Begleitprogramm aus Vorträgen, Artist-Talks oder auch Slow Food Verkostungen tradierter Nutzpflanzen macht Api étoilé die Villa Merkel und das Freilichtmuseum Beuren zu Orten der kulturellen und sozialen Begegnung, des Miteinanders, zu Orten für Menschen, Pflanzen und Tiere. Gabriela Oberkofler tritt als Künstlerin in Erscheinung und als Netzwerkerin, die verschiedenste Akteure partizipativ einbezieht.

Api étoilé zeigt unter dem Titel Pflanzenpalaver eine Serie neuer Zeichnungen. Sie fokussieren auf Besonderheiten im Wachstum der Erbse, auf Abwehrmechanismen der Akazie, auf Mutationen im Wachstum des Mais, auf Stress-Bewältigungsmechanismen der Tomate, auf die Abwehrreaktionen der Mimose, auf die Limabohne und ihre Bewältigung des Befalls durch Spinnmilben, um nur einige Beispiele zu geben. Zudem präsentieren sich in der Ausstellung 320 getrocknete Maispflanzen als ein hängender Garten, den es zu durchstreifen gilt. Hinzu kommen ein Saatgutarchiv, kleine Tischgärten und im Lichthof der Villa Merkel ein Erdenkugel betitelter und vor dem historischen Geislinger Gartensaal im Freilichtmuseum Beuren ein mobiler Garten. Teil der Ausstellung sind diverse Videoformate, darunter Interviews mit Expertinnen und Experten wie Harald Gasser, Spezialist für Vielpflanzenkulturen aus Südtirol, Marlies Ortner, Fachfrau für Permakultur und Schöpferin eines Therapiegartens, Mathias von Mirbach, Landwirtschaftsmeister auf dem Kattendorfer Hof Solidarische Landwirtschaft oder Irina Zacharias, die weithin bekannte Züchterin von Tomaten und Spezialistin für Saatgutgewinnung.

Die Realisierung von 'Gabriela Oberkofler – Api étoilé/Ein wachsendes Archiv' machten sehr großzügige Landesmittel aus dem Sonderprogramm Gesellschaftlicher Zusammenhalt – Förderung von künstlerischen und kulturellen Projekten des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg möglich. Hierfür gilt ein ganz besonderes Dankeschön. Dank für die Bereitschaft zur Kooperation geht an das Freilichtmuseum Beuren und das Kunsthaus Dresden, das die Ausstellung im Herbst in modifizierter Form weiterführen wird.