Pressemitteilung 16.07.2021

Unbekannte entsorgen mehrere Kubikmeter Grünabfall in Waldschutzgebiet

Im Stadtwald Esslingen haben vor kurzem Unbekannte im Bannwald „Weilerhalde“ zwischen Weil und der Parksiedlung illegal eine LKW-Ladung Grünabfall, der vorwiegend aus Häckselgut von nichtheimischen Nadelgehölzen bestand, in die Bannwaldklinge am Scharnhauser Weg gekippt.

Grünabfall in Waldschutzgebiet

Der Bannwald im Stadtwalddistrikt „Weilerhalde“ ist ein gesetzlich geschütztes Waldgebiet, in dem seit Jahrzehnten keine forstliche Nutzung mehr stattfindet. Voraussetzung für den ungestörten Verlauf der natürlichen Waldentwicklung ist die Verhinderung von allen störenden Eingriffen in das fünf Hektar große Waldstück. Aus diesem Grund wird nicht nur auf Fällungen verzichtet, sondern jegliche Pflanzenentnahme ist streng verboten und steht unter Strafe.

Genauso schädlich ist der Eintrag von fremden Pflanzenteilen in das sensible Gebiet.

„Der Wald ist keine Kompostanlage“, ärgert sich Stadtförster Ingo Hanak. „Bereits kleine Mengen Grünabfall verändern nicht nur die Nährstoffsituation im Oberboden erheblich und haben damit negative Auswirkungen auf die dortigen Pflanzen und das Bodenleben, sondern es besteht auch die Gefahr, dass keimfähige Samen von invasiven Arten in das Gebiet eingeschleppt werden!“ Besonders skrupellos ist für den Revierleiter, dass der Abfall unmittelbar unter dem Schild, das auf das Schutzgebiet hinweist, abgeladen wurde.

Bevor der gärende Grünschnitt, der bis zu einem Meter hoch im Wald lag, zu Schäden an den angefüllten Bäumen führt oder in tiefer gelegene Bereiche abgeschwemmt wird, ließ der städtische Forstbetrieb mit einem Bagger die sechs Kubikmeter Pflanzenabfälle aus dem Bannwald räumen und mit Unterstützung eines LKW des Baubetriebes zu einer Kompostanlage bringen. Die Kosten von mehreren hundert Euro trägt die Allgemeinheit.

Das Grünflächenamt bittet Waldbesuchende, die Zeugen von unerlaubter Entsorgung von Grünabfällen im Wald, wie z.B. Rasen- oder Heckenschnitt, werden, ihre Beobachtungen, ggfls. mit Fahrzeugkennzeichen, an das Grünflächenamt oder die Polizei zu melden, damit die Verursacher zur Anzeige gebracht werden können.