Pressemitteilung 19.05.2022

Vom richtigen Mähzeitpunkt und blühenden Wiesen

Jedes Jahr ab Mitte Mai klingelt das Telefon im Grünflächenamt auffällig oft, weil Bürger:innen sich über "zu hohes Gras" auf städtischen Grünflächen ärgern.

Blumen an der Maillle

Der Ärger ist vielfältiger Natur. Die einen ärgern sich über Gras, das in Fußwege ragt. Andere bemängeln eingeschränkte Sicht im Straßenbereich. Oftmals ist der Grund des Anrufs auch die Annahme, dass Fläche bei den Mähdurchgängen einfach vergessen wurden. "Dem ist aber nicht so. Die Mitarbeiter:innen des Grünflächenamtes arbeiten nach Mähplänen, die nach immer wieder optimierten Routenverläufen festlegen, in welcher Reihenfolge beim Mähen vorgegangen wird", erklärt Sabine Zeller, im Sekretariat des Grünflächenamts Anlaufstelle für Anliegen der Bürger:innen. In diesen Tourenplänen sind alle zu mähenden städtischen Flächen aufgelistet und werden konsequent abgearbeitet. Der Zeitpunkt der Mahd einer Fläche ist nicht jedes Jahr gleich. Das ergibt sich durch Wetterlage und Witterung. "Vergessen" werden Flächen dabei nicht.

Regnet es im April und Mai öfters, legen Gras und Wildblumen schnell an Masse und Länge zu. Starkregenereignisse oder Stürme können die Pflanzen dann auch mal niederdrücken, so dass die eine oder andere Beeinträchtigung für Fußgänger:innen entstehen kann. Bei all den Unwägbarkeiten kommt es darauf an, den richtigen Mähzeitpunkt zu erwischen, denn der bestimmt, ob eine Wiese in ihrer ursprünglichen Vielfalt dauerhaft erhalten werden kann.

Bei einer zu frühen Mahd ist die Artenvielfalt der Wildblumenwiese in Gefahr, da Wiesenblumen dann nicht die Möglichkeit haben, sich selbst auszusäen. Das ist der Grund, warum die meisten Flächen erst in der zweiten Junihälfte bis in den August hinein gemäht werden. Würde man überhaupt nicht oder zu selten mähen, wäre der Artenreichtum ebenfalls gefährdet, weil sich dann konkurrenzstärkere Pflanzen durchsetzen würden und die Wiesenblumen dadurch verdrängen. "Die Wiesenflächen in Esslingen erreichen im Zeitraum von 2 bis 3 Wochen den idealen Mähzeitpunkt", erläutert Matthias Scheider vom Grünflächenamt.

Aber für die Mitarbeiter:innen des Grünflächenamtes ist es nicht möglich, alle Flächen innerhalb weniger Tage zu mähen. Dafür sind es zu viele Flächen und eine Mährunde braucht zu lange. Daher ist es unvermeidbar, dass manche Wiesenblumen bereits in der Blüte gemäht werden und manches hohe Gras etwas länger bis zur Mahd warten muss. "Da blutet auch uns das Herz", gesteht Bert Giese, der zuständige Meister in der Freiflächenpflege beim Grünflächenamt.

Alleine innerstädtisches Grün an Straßen, das zu mähen ist, umfasst in Esslingen ca. 57.000 m² Rasen- und ca. 307.000 m² Wiesenflächen. Hinzu kommen noch die zu mähenden Flächen an Spiel- und Freizeitanlagen, Schulen, Kindergärten und die Grün- und Parkanlagen - nochmals ca. 262.000 m² Rasen- und 98.000 m² Wiesenflächen. "Wir bitten um Verständnis, dass wir gerade in feuchtwarmen Jahren kaum hinterher kommen", sagt Meister Bert Giese. "In einigen Flächen lassen wir das Gras noch einige Tage liegen, damit die Samen reifen und auf den Boden fallen können - das sieht für manche Augen nicht schön aus."

Wichtig ist, dass das Grünflächenamt mit den naturnahen Saatgutmischungen und der extensiven Pflege die gebietsheimische Pflanzen- und Tierwelt fördert. Davon profitieren Natur und Mensch.

Info

Kontakt

Grünflächenamt
Grünflächenamt
Ritterstraße 17
73728 Esslingen am Neckar
Telefon (07 11) 35 12-26 86
Fax (07 11) 35 12 55 29 92
Herr Matthias Scheider

Abteilungsleiter

Gebäude Heilbronner Straße 52

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