Pressemitteilung 28.10.2020

Corona-Ausbruch im Pflegeheim Pliensauvorstadt

Im Pflegeheim Pliensauvorstadt wurden 15 der 44 Bewohner:innen positiv auf SARS-CoV-2 getestet, zwei Bewohner:innen sind im Zusammenhang mit der Infektion verstorben und zwei weitere befinden sich in einem kritischen Zustand. 11 Beschäftigte wurden ebenfalls positiv getest.

Pflegeheim Pliensauvorstadt

Die befürchtete „zweite Welle“ des Infektionsgeschehens hat unseren Landkreis und unsere Stadt leider schneller erreicht als erwartet und damit stieg auch das Risiko eines Viruseintrages in die städtischen Pflegeheime an. Die Pflegeheime lassen sich nicht vollständig abschotten. Jede:r Besucher:in und alle Beschäftigten sind potentielle Virusträger, auch ohne selbst Symptome zu haben. Seit Beginn der Pandemie im März ist der Schutz aller Bewohner:innen und Beschäftigten das oberste Ziel.

Trotz aller Präventions- und Hygienemaßnahmen kam es zu einem Corona-Ausbruch im Pflegeheim Pliensauvorstadt. Mittlerweile wurden 15 der 44 Bewohner:innen positiv auf SARS-CoV-2 getestet, zwei Bewohner:innen sind im Zusammenhang mit der Infektion verstorben und zwei weitere befinden sich in einem kritischen Zustand. 11 Beschäftigte wurden ebenfalls positiv getestet. Hinzu kommen zwei weitere Verdachtsfälle, so dass sich derzeit 13 Beschäftigte in Quarantäne befinden.

„Das ist eine traurige Situation für uns alle, sie führt uns aber deutlich vor Augen, dass unsere Bewohner:innen zu den besonders gefährdeten Menschen gehören und wir alles zu deren Schutz tun müssen“, so Thilo Naujoks, Geschäftsführer der Städtischen Pflegeheime Esslingen am Neckar, „Auch wenn manche Maßnahmen immer wieder als überzogen kritisiert werden“. Von einem schweren Krankheitsverlauf besonders betroffen sind derzeit hochbetagte Bewohner:innen der Geburtsjahrgänge zwischen 1924 und 1931.

„Wie sich das Coronavirus seinen Weg in das Heim bahnte, lässt sich nicht mehr mit Sicherheit nachvollziehen, zumal unsere Pflegekräfte bei Verdachtsfällen mit kompletter Schutzausrüstung arbeiten. Bei Symptomen bleiben sie sofort zuhause“, so Uta Winckler, Heimleiterin in der Pliensauvorstadt. Auch Besucher:innen dürfen seit Beginn der Pandemie nur nach vorheriger Registrierung, Händedesinfektion und nur mit Mundschutz das Heim betreten. Zudem sind Besuche nur im Zimmer und nicht in den Gemeinschaftsbereichen erlaubt.

Die ersten beiden Infektionen wurden am 19.10.2020 nachgewiesen, nach Genehmigung durch das Gesundheitsamt fand am 22.10.2020 eine Reihentestung aller Bewohner:innen und Beschäftigten statt, die letzten Ergebnisse standen am 27.10.2020 zur Verfügung.

„Da bis dahin das Infektionsgeschehen nicht eindeutig nachvollziehbar war, haben wir das Heim kurzfristig geschlossen und darum gebeten, Besuche möglichst zu unterlassen und auf sehr dringende Fälle zu begrenzen“, so Thilo Naujoks. Am 27.10.2020 fand eine zweite Reihentestung statt. Bis deren Ergebnisse vorliegen, müssen Besucher:innen im Vorfeld einen Termin vereinbaren, damit  alle Vorkehrungen getroffen werden können, eine Eigen- und Fremdgefährdung auszuschließen.

Nach heutigem Stand sind zwei der insgesamt vier Hausgemeinschaften betroffen, alle Bewohner:innen verfügen über ein Einzelzimmer mit Sanitärraum, so dass Quarantänemaßnahmen gezielt umgesetzt werden können. Wir versuchen alles, Infektionsketten zu unterbrechen und eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern.

Im Gegensatz zum Frühjahr ist ausreichend Schutzausrüstung vorhanden, die Hygienepläne stehen und sind allen bekannt. Darüber hinaus können die Städtischen Pflegeheime auf einen mit guten Experten besetzten eigenen "Pandemiestab“ zurückgreifen, der die betroffenen Einrichtungen fachlich unterstützt.

"Wenn aber wie jetzt fast 40 % der Pflegekräfte in Quarantäne sind, befinden wir uns alle in einer Extremsituation“, so Uta Winckler. Aber trotz dem Druck, der auf allen Mitarbeiter:innen lastet, machen alle ihre Arbeit, ohne zu klagen: "Bin dann morgen wieder da, höre ich jeden Abend, wenn für den nächsten Tag wieder einmal keine Ablösung in Sicht ist“.

Bislang haben sich in den Pflegeheimen Obertor, Berkheim, Hohenkreuz und Oberesslingen keine Bewohner:innen infiziert. „Wir hoffen, dass dies möglichst lange so bleibt und haben alle heimübergreifenden Kontakte auf das Allernotwendigste beschränkt“, so Oberbürgermeister Dr. Jürgen Zieger. „Die Teams arbeiten engagiert immer mit dem Ziel, Infektionseinträge in die Heimstandorte zu verhindern“, so OB Zieger.

Hoffnung setzen die Städtischen Pflegeheime auf die Testverordnung des Bundesgesundheitsministers, die den Heimen eine selbständige Durchführung von Antigen-Schnelltests erlaubt, die nach wenigen Minuten ein Ergebnis zeigen. Derzeit wird mit der Schulung eigener Fachkräfte zur Entnahme eines Abstriches und Durchführung der Tests begonnen. „Damit können wir sowohl für den Mitarbeitereinsatz als auch für spezifische Maßnahmen im Heimalltag mehr Sicherheit gewinnen“, so die Hoffnung von Thilo Naujoks. „Denn eine weitgehende Abschottung wie im Frühjahr wollen wir unbedingt vermeiden“.

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Städtische Pflegeheime Esslingen am Neckar
Städtische Pflegeheime Esslingen am Neckar
Hindenburgstraße 8-10
73728 Esslingen am Neckar
Telefon (07 11) 3 51 72-0
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