Zukunftsthemen

Zukunftsthemen

Unter dem Motto ES 2027 wurden die wichtigsten Zukunftsthemen der kommenden 20 Jahre in Workshops mit repräsentativ ausgewählten Bürgerinnen und Bürgern sowie Experten und Stadträten analysiert.

In drei Sitzungen sollten nach der Analyse Ziele definiert und Strategien gefunden werden. Grundlage sind dabei die von der Stadtverwaltung seit 2004 erarbeiteten strategischen Grundüberlegungen zu den Handlungsfeldern der Stadt.
Neun Zukunftsthemen wurden von den Fachleuten im Rathaus definiert:

Bildung

Wissen ist der wichtigste "Rohstoff" des 21. Jahrhunderts. Technische, wirtschaftliche und soziale Neuerungen, die in immer kürzerem Abstand erfolgen, erfordern die Fähigkeit zu lebenslangem Lernen.
Sowohl die persönliche Entwicklung jedes bzw. jeder Einzelnen als auch die Entwicklung Esslingens insgesamt wird daher davon abhängen, ob es gelingt, sich das notwendige Zukunftswissen anzueignen und einzusetzen.

Das erreichte Bildungsniveau ist eine wichtige Basis für die Lebensqualität und den Wirtschaftsstandort Esslingen.

Welche Bildungsangebote und welche Bildungszugänge müssen in unserer Stadt geschaffen werden? Wie muss die Bildungslandschaft von morgen aussehen? Diesen und weiteren Fragen zur Bildung gehen die Beteiligten im Rahmen der Strategiearbeit nach.

Demographische Entwicklung

Älter, weniger, bunter – mit diesen drei Zukunftstrends sind maßgebliche Veränderungen der Bevölkerung auf den Punkt gebracht, die unser aller Leben verändern werden.
Die Verlängerung der Lebenserwartung führt zu einer Zunahme an Älteren und Hochbetagten. Aufgrund der anhaltend niedrigen Geburtenraten fehlen jüngere Menschen – in 20 Jahren wird über die Hälfte unserer Bevölkerung mehr als 50 Jahre alt sein.
Eine um 30 Jahre verlängerte Lebensspanne führt zu mehr Lebensabschnitten, d.h. mehr individuellen Möglichkeiten, aber auch einem Mehr an Verantwortung, die Lebensqualität über diese Spanne hinweg zu sichern.

Welche neuen Angebote sind in Esslingen angesichts des demografischen Wandels nötig? Die Stadtstrategie ES 2027 soll darauf Antworten geben.

Lokale Identifikation

Es gab Zeiten, da galten Heimat und Heimatgefühl als wenig modern. Zunehmend setzt sich jedoch die Erkenntnis durch, dass persönliches Wohlempfinden auch vom Sich-zuhause-fühlen in einer Stadt abhängt.
Die Identifikation mit dem vertrauten lokalen Umfeld bietet einen wichtigen Ankerpunkt in einer globalisierten Welt und ist so die Basis für Weltoffenheit und Toleranz. Mit dem Zugehörigkeitsgefühl steigt zudem die Bereitschaft, sich aktiv für das Umfeld einzusetzen und Verantwortung zu übernehmen.

Wie kann diese Identifikation mit Esslingen auf Dauer hergestellt und gesichert werden? Diese Frage steht im Mittelpunkt des entsprechenden Strategie-Workshops.

Integration


Das Stichwort Integration fällt in der öffentlichen Diskussion derzeit vor allem, wenn nach Wegen zur Einbindung von Migrantinnen und Migranten in das gesellschaftliche Leben gesucht wird.
Tatsächlich gehen die Integrationserfordernisse der Zukunft weit darüber hinaus. Eine vielfältige Gesellschaft ist darauf angewiesen, von sozial schwächeren Schichten über Alleinerziehende bis zu Kranken und Behinderten zahlreichen Bevölkerungsgruppen einen Zugang zu Errungenschaften wie Bildung, Arbeit und Wohnen zu ermöglichen.

Was muss Esslingen tun, um eine integrative Stadt zu sein? Hier sucht der Strategieprozess Antworten, die auch in 20 Jahren noch ihre Gültigkeit haben.

Ökologie

Ein nachhaltiger, schonender Umgang mit unseren natürlichen Lebensgrundlagen ist eine Strategie, die vor dem Hintergrund von Gesundheitsrisiken, knappen Rohstoffreserven und des sich abzeichnenden Klimawandels zukünftig noch an Bedeutung gewinnen wird.
Ein ökologisch verantwortliches Verhalten ist daher nicht nur im (inter-)nationalen Maßstab wichtig, sondern auch im direkten lokalen Umfeld. Hierzu zählt beispielsweise der Umgang mit Wasser und Energie.

Welche Wege sind in Esslingen einzuschlagen, um Wachstum und Veränderungsprozesse so auszurichten, dass sie ohne langfristige Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen erfolgen? Auf diese Frage soll die Stadtstrategie Antworten geben.

Ökonomie

Der Umfang an Arbeitsplätzen und Beschäftigung in Esslingen hängt nicht zuletzt davon ab, wie sich der Wirtschaftsstandort und die ansässigen Unternehmen im weltweiten Wettbewerb behaupten und entwickeln.
Die Zusammenarbeit in Unternehmensnetzwerken, die Flexibilisierung der Arbeit in den Betrieben, qualifizierte Belegschaften und die Erhöhung des Dienstleistungs- und Technologieanteils gelten gemeinhin als Wege zu mehr Wettbewerbsfähigkeit.

Sind dies auch für Esslingen zukunftsweisende Strategien? Was müssen wir zukünftig für unsere Wettbewerbsfähigkeit tun? Diesen Fragen gehen wir im Rahmen des Stadtstrategieprozesses ES 2027 nach.

Vereinzelung und Individualisierung

Wenn von Vereinzelung oder Individualisierung die Rede ist, verbindet sich damit für den Einzelnen die Vorstellung, das eigene Leben so zu leben, wie es den persönlichen Wünschen und Ideen entspricht. Individualisierung bedeutet somit ein Stück Freiheit.
Wenn Lebensläufe zukünftig noch „bunter“ und sehr individuell werden, kann dies aber auch eine Kehrseite haben.

Singularisierung ist hingegen  die gesellschaftliche Tendenz zur Vereinsamung. Immer mehr Menschen leben ohne nachbarschaftliche Bindungen, ohne stabilen Freundeskreis oder ohne Partner.

Was kann in Esslingen getan werden, um zukünftig Individualität zu fördern und gleichzeitig den negativen Tendenzen angemessen zu begegnen? Dies ist eine Frage für die Stadtstrategie ES 2027.

Mitwirkung

Unter dem Stichwort Mitwirkung, oft auch Teilhabe genannt, ist die aktive bürgerschaftliche Mitgestaltung des lokalen Umfeldes angesprochen.
Vor dem Hintergrund der finanziellen Situation der Kommunen wird dieses freiwillige Engagement zukünftig wichtiger denn je.
Das Interesse und die Mitwirkungsbereitschaft hängt stark ab vom Selbstverständnis der Bürgerinnen und Bürger, der persönlichen Betroffenheit und der Möglichkeit einer tatsächlichen Einflussnahme. Daher kann Engagement gezielt gefördert werden.

Wie kann und soll Esslingen Mitwirkung zukünftig fördern und unterstützen? Diese Diskussion wird im Rahmen der Strategieentwicklung geführt.

Urbanität

Unter Urbanität verstehen wir die Eigenschaften, die unsere Stadt vom Dorf beziehungsweise vom ländlichen Raum unterscheiden.
Eine dichte Bebauung, kurze Wege, gute Freizeitmöglichkeiten und vielfältige Versorgungsmöglichkeiten machen einen Ort urban. Aber auch die Möglichkeit zum Austausch und zur Begegnung mit verschiedenartigen Menschen und Meinungen lassen eine Stadt lebendig, interessant und letztlich urban erscheinen.
Alles in allem bedeutet Urbanität damit ein Stück Lebensqualität und Wohnwert einer Stadt.

Wie lässt sich in Esslingen Urbanität auch in Zukunft sichern und fördern? Dieser Frage gehen wir im Rahmen des Strategieprozesses nach.


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