Lexikon Asyl

Ein Lexikon zum Thema "Flucht & Asyl"

Stichwort

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A

Abschiebung

Abschiebung

Beschreibung

Eine Abschiebung ist eine staatliche Zwangsmaßnahme:

Die Polizei bringt einen Flüchtling außer Landes – im äußersten Fall mit Gewalt. Zwar ist die Zahl der Abschiebungen 2015 gestiegen, doch die Mehrheit der Ausreisepflichtigenverlässt Deutschland nach der Ausreiseaufforderung eigenständig.

Quelle: Mediendienst Integration


Ankunftsnachweis

Ankunftsnachweis

Beschreibung

Der Ankunftsnachweis ist ein Identitätsdokument, das alle Asylsuchenden spätestens ab Mitte 2016 erhalten sollen. Er beinhaltet ein Foto und sieht aus wie die alten Führerscheine. Der Ankunftsnachweis ist nur gültig für die Zeit zwischen der Einreise und dem Asylantrag beim zuständigen Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF).

Quelle: BMI


Asyl

Asyl

Beschreibung

Deutschland ist eines der wenigen Länder, in dem das Recht auf Asyl in der Verfassung festgeschrieben ist: "Politisch Verfolgte genießen Asylrecht", heißt es in §16a Grundgesetz. Doch dieses Recht wurde 1993 mit dem sogenannten "Asylkompromiss" stark eingeschränkt und ist weitgehend vom EU-Recht abgelöst. Lediglich 1-2 Prozent der Asylbewerber erhalten in Deutschland Schutz nach dem Grundgesetz, weil sie durch den Herkunftsstaat bedroht werden.

Quelle: BAMF.

Zahlen und Fakten: Mediendienst Integration


Asylbewerber

Asylbewerber

Beschreibung

Jemand gilt erst als Asylbewerber, wenn er oder sie bereits einen Asylantrag gestellt hat, über den aber noch nicht entschieden wurde (Synonym: "Asylsuchender").

Zuständig für die Prüfung ist das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF).

Bevor man seinen Antrag stellt, gilt man für die Behörden als "Asylbegehrender".

Quelle: Mediendienst Integration.
Zahlen und Fakten: Mediendienst Integration


Aufenthaltserlaubnis

Aufenthaltserlaubnis

Beschreibung

Eine Aufenthaltserlaubnis bekommen Geflüchtete, sobald ihr Asylantrag Erfolg hatte.

Im Gegensatz zur Niederlassungserlaubnis wird sie nur befristet und für bestimmte Zwecke erteilt, etwa für eine Ausbildung, eine Arbeit oder aus familiären Gründen.

Bei Asylberechtigten und anerkannten Flüchtlingen gilt sie drei Jahre, bei subsidiär Schutzberechtigten nur ein Jahr.

Quelle: BMI und BAMF


Aufenthaltsgestattung

Aufenthaltsgestattung

Beschreibung

Sobald Asylbewerber einen Antrag gestellt haben, erhalten sie eine Aufenthaltsgestattung. Sie berechtigt die Inhaber, bis zum Abschluss des Asylverfahrens in Deutschland zu leben und unter bestimmten Bedingungen zu arbeiten.

Quelle: BAMF


Ausweisung

Ausweisung

Beschreibung

Wird ein Antrag auf Asyl abgelehnt, erhält der oder die Geflüchtete eine Aufforderung, das Land zu verlassen. Das muss binnen 30 Tagen erfolgen – manchmal sogar binnen einer Woche, wenn Antragsteller aus sicheren Herkunftsstaaten kommen. In manchen Fällen wird damit
auch ein dauerhaftes oder zeitweises Wiedereinreiseverbot verhängt. Eine Abschiebung findet nur statt, wenn die Person Deutschland nicht freiwillig verlässt.


B

Bereinigte Schutzquote

Bereinigte Schutzquote

Beschreibung

Früher wurde in Asyldebatten oft argumentiert, dass die meisten Asylbewerber "Wirtschaftsflüchtlinge" seien, weil die Schutzquote gering sei. Deswegen verweisen Nichtregierungsorganisationen gern auf die "bereinigte Schutzquote". Sie liegt höher als die Gesamtschutzquote und wird errechnet, indem man von allen Asylentscheidungen die sogenannten "formellen Entscheidungen" abzieht. Dabei handelt es sich um Fälle, die sich anderweitig erledigt haben, ohne dass das BAMF eine inhaltliche Entscheidung treffen musste. So lag die 2015 "bereinigte Schutzquote" im Jahr bei knapp 61 Prozent.

Quelle: Mediendienst Integration


D

Drittstaat

Drittstaat

Beschreibung

Juristisch gelten alle Länder als Drittstaaten, die nicht Mitglied der Europäischen Union sind. Als Drittstaatsangehöriger gilt also, wer nicht die Staatsbürgerschaft eines EU-Landes hat. Der Begriff ist allerdings leicht zu verwechseln mit sicheren Drittstaaten, die damit nichts zu tun haben.

Quelle: BAMF


Dublin-Fälle

Dublin-Fälle

Beschreibung

Die Dublin-Verordnung regelt, welches EU-Land für die Prüfung eines Asylantrags zuständig ist. In der Regel ist es das Land, über das die EU als erstes betreten wurde - also häufig Mittelmeerländer oder osteuropäische Staaten.

Die Regelung sieht vor, dass ein Antragsteller dorthin zurückgewiesen wird ("Dublin-Fall"). Durch die hohen Flüchtlingszahlen funktioniert diese Regelung allerdings nicht mehr wirklich und nur noch sehr wenige Dublin-Fälle werden tatsächlich in andere Länder überstellt. Dennoch müssen die Behörden weiterhin prüfen, ob es sich um einen Dublin-Fall handelt.

Quelle: BAMF.

Zahlen und Fakten: Mediendienst Integration


Duldung

Duldung

Beschreibung

Eine Duldung ist kein Aufenthaltstitel. Sie bescheinigt lediglich, dass eine Abschiebung aus rechtlichen oder praktischen Gründen noch nicht ausgeführt werden kann. Der Betroffene darf bis zur Abschiebung in Deutschland bleiben.

Quelle: Pro Asyl.

Zahlen und Fakten: Mediendienst Integration


E

Einwanderer

Einwanderer

Beschreibung

In Deutschland werden die Begriffe "Einwanderung" und "Zuwanderung" häufig synonym verwendet. Die Politik hat jedoch eine inhaltliche Unterscheidung durchgesetzt: Offiziell ist jemand nur dann ein Einwanderer, "wenn Einreise und Aufenthalt von vornherein auf Dauer geplant und zugelassen werden". In diesem Sinn ist auch zu verstehen, wenn Politiker darüber streiten, ob Deutschland ein "Einwanderungsland" oder ein "Zuwanderungsland" ist.

Quelle: Bundesinnenministerium.

Zahlen und Fakten: Mediendienst Integration


F

Flüchtlinge

Flüchtlinge

Beschreibung

In der Debatte wird der Begriff generell für Menschen verwendet, die aus ihrer Heimat geflohen sind. In der offiziellen Amtssprache gilt man jedoch erst als Flüchtling, wenn der Asylantrag erfolgreich war oder man einen Schutzstatus nach der Genfer Flüchtlingskonvention erhält(Synonym: "anerkannter Flüchtling“).

Will man es also genau nehmen, kann man für die allgemeine Gruppe die Begriffe "Geflüchtete" oder "Schutzsuchende" verwenden.

Quelle: Mediendienst Integration.
Zahlen und Fakten: Mediendienst Integration


Flüchtlingsschutz

Flüchtlingsschutz

Beschreibung

Menschen, die ihr Land "aus Furcht vor Verfolgung" verlassen mussten, können in Deutschland Schutz nach der Genfer Flüchtlingskonventionbeantragen. Anders als beim Asyl gilt hier: Auch nichtstaatliche Verfolgung gilt als Fluchtgrund. Ein Beispiel ist die Bedrohung durch die Terrormiliz IS in Syrien. Die große Mehrheit der Asylbewerber in Deutschland erhält diesen Status als Flüchtling.

Quelle: BAMF

Quelle: Mediendienst Integration


G

Geduldete

Geduldete

Beschreibung

Menschen mit einer Duldung besitzen keinen Aufenthaltstitel, sie erhalten lediglich eine Bescheinigung darüber, dass ihre Abschiebung vorerst nicht vollzogen wird. Geduldete leben oftmals über viele Jahre – in der ständigen Sorge, das Land verlassen zu müssen. Dies betrifft aktuell rund 113.000 Menschen, wie die Bundesregierung 2015 erklärte.

 Quelle: Bundestagsdrucksache 18/3987.

Zahlen und Fakten: Mediendienst Integration


Gesamtschutzquote

Gesamtschutzquote

Beschreibung

Diese Quote steht für den Anteil der positiven Entscheidungen an allen Entscheidungen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge über Asylanträge - unabhängig vom Herkunftsland. Sie lag 2015 bei 50 Prozent.

Quelle: Mediendienst Integration


K

Kontingentflüchtlinge

Kontingentflüchtlinge

Beschreibung

Menschen aus Krisenregionen können "aus humanitären Gründen" bereits im Ausland als Kontingentflüchtlinge bestimmt und aufgenommen werden. Sie müssen keinen Asylantrag stellen.

Potenzielle Kandidaten werden zum Beispiel beim UNHCR oder in deutschen Konsulaten vorstellig und erhalten gegebenenfalls direkt eine Erlaubnis, in Deutschland zu bleiben und zu arbeiten.

Quelle: BAMF


L

Länder "mit guter Bleibeperspektive"

Länder "mit guter Bleibeperspektive"

Beschreibung

Menschen haben laut Bundesregierung eine "gute Bleibeperspektive" in Deutschland, wenn sie aus Ländern kommen, die eine Schutzquote von über 50 Prozent aufweisen. Die Schutzquote benennt den Anteil aller Asylanträge aus einem Herkunftsland, über deren Asylverfahren positiv entschieden wurde. Die Liste der Länder, die dieses Kriterium erfüllen, wird dabei jährlich festgelegt. Für 2015 sind das: Syrien, Irak, Eritrea und Iran. Wenn man aus einem dieser Länder kommt, hat man zum Beispiel bessere Chancen auf einen Integrationskurs.

Quelle: BAMF


M

Migranten

Migranten

Beschreibung

Das Statistische Bundesamt definiert Migranten als Personen, die im Ausland geboren und nach Deutschland gezogen sind. Was viele nicht wissen: Rund die Hälfte aller Migranten sind inzwischen Deutsche (z.B. Spätaussiedler oder Eingebürgerte), die andere Hälfte besitzt eine
ausländische Staatsangehörigkeit. Ihre Nachkommen sind dann "Personen mit Migrationshintergrund".

Quelle: Statistisches Bundesamt.

Zahlen und Fakten: Mediendienst Integration


N

Niederlassungserlaubnis

Niederlassungserlaubnis

Beschreibung

Die Niederlassungserlaubnis berechtigt zum unbefristeten Aufenthalt in Deutschland. Um sie zu bekommen, muss man zahlreiche Bedingungen erfüllen, für geflüchtete Menschen spielt sie daher zunächst einmal keine Rolle.

Quelle: BMI