Pressemitteilung 24.01.2020

Entscheidung im Architekturwettbewerb zur Stadtbücherei

Am 23.01.2020 tagte das Preisgericht zum europaweit ausgeschriebenen Planungswettbewerb für die Modernisierung und Erweiterung der Stadtbücherei Esslingen. Den ersten Preis belegt das Büro AGN Niederberghaus aus Düsseldorf/ Ibbenbüren mit einer klar gestalteten Entwurfsarbeit, die eine überraschend einfache Lösung für die komplexe Aufgabenstellung bietet.

Visualisierung des Entwurfs von Büro AGN Niederberghaus (1.Preis)

In einer ganztägigen Sitzung in der Schickhardt-Halle im Alten Rathaus wurden unter dem Vorsitz von Herrn Prof. Jörg Aldinger, freier Architekt aus Stuttgart und erfahrener Preisrichter, die 21 eingereichten Entwurfsarbeiten anhand von Plänen und Modellen analysiert, diskutiert und bewertet. Das Preisgericht setzte sich neben Herrn Oberbürgermeister Dr. Jürgen Zieger aus Vertretern der Esslinger Gemeinderatsfraktionen, den Bürgermeistern Wilfried Wallbrecht, Ingo Rust und Yalcin Bayraktar, aus Büchereifachleuten, Dr. Karsten Preßler vom Landesamt für Denkmalpflege, Prof. Dr. Sylvia Greiffenhagen vom Förderverein der Stadtbücherei, aus freien Architektinnen und Architekten sowie Mitgliedern der Verwaltung zusammen. Nach zwei Wertungsrundgängen wurde in den Abendstunden aus der engeren Wahl der verbleibenden fünf Entwürfe einstimmig die Reihenfolge der Preisträger festgelegt.

Den ersten Preis belegte das Büro AGN Niederberghaus aus Düsseldorf/ Ibbenbüren mit einer klar gestalteten Entwurfsarbeit, die eine überraschend einfache Lösung für die komplexe Aufgabenstellung bietet. Den zweiten und dritten Rang erreichten das Büro Wulf Architekten, Stuttgart, und die Architekten von Bogevischs Buero, München. Die beiden Anerkennungen wurden den Büros Bär,Stadelmann, Stöcker, Nürnberg und Max Dudler, Berlin zugesprochen.

Oberbürgermeister Dr. Jürgen Zieger zeigte sich als Mitglied der Jury von der Qualität der Arbeiten beeindruckt: „Die teilnehmenden Architekten haben mit viel Sachverstand, Ideenreichtum und Sensibilität für die notwendige Symbiose zwischen Tradition und Moderne im Bereich zwischen Webergasse und Heugasse auf die komplexe Aufgabenstellung reagiert", so OBM Dr. Zieger. "Die einstimmige Entscheidung des Preisgerichtes für den 1. Preisträger und seine qualitätvolle Arbeit ist eine sehr gute Grundlage für das weitere Verfahren. Die Entwurfsarbeit ist mit den Anforderungen des Denkmalschutzes kompatibel und bestens dazu geeignet, um über den Umbau und die Erweiterung am Standort der Stadtbücherei zwischen Webergasse und Heugasse eine attraktive Stadtbücherei des 21. Jahrhunderts zu realisieren", betonte Erster Bürgermeister Wilfried Wallbrecht.

Der Entwurfsbeitrag des Büros AGN Niederberghaus wurde vom Preisgericht mit dem ersten Platz ausgezeichnet, da sich der Neubau im Bereich der heutigen Nanzhalle wie selbstverständlich in das Umfeld der Altstadt einfügt. Zwei klar ausformulierte Baukörper, die sich traufständig entlang der Webergasse entwickeln, nehmen den gestiegen Flächenbedarf der neuen Stadtbücherei auf. Der Innenhof bleibt frei von Bebauung und dadurch in seiner Qualität als nutzbarer Freiraum für im Erdgeschoss angeordnete Nutzungen von großer Bedeutung. Innenräumlich besticht der Entwurf durch seine baulichen und visuellen Verbindungen vom Untergeschoss über das Erdgeschoss bis in das erste Obergeschoss. Lufträume und eine im Alltag gut nutzbare Sitzstufenanlage garantieren nicht nur Tageslicht in allen Zonen, sondern sichern auch eine, der Nutzung als öffentlicher ‚Dritter Ort‘ angemessenen Lebendigkeit. Auch aus denkmalpflegerischer Sicht fand der Entwurf eine große Zustimmung. So gehe der Entwurf mit der historischen Bausubstanz behutsam um und beziehe, so OB Zieger, mögliche Grabungsfunde im Untergeschoss in die Gestaltung des Raumprogramms mit ein.

Im Entwurf des 1. Preisträgers heißen Foyer und Café die Besucher willkommen. "Er sieht zahlreiche unterschiedliche Räume vor und wird zahlreichen unterschiedlichen Nutzungen gerecht, beispielsweise Spielzonen für Kinder, Lernräume mit Einzelplätzen und Gruppenräumen sowie Schmökerplätze. Der große Veranstaltungsraum im Dachgeschoss ist auch unabhängig von den Öffnungszeiten der Stadtbücherei zugänglich und hat Potential, zu einem neuen Lieblingsort nicht nur für Lesungen zu werden", so Kulturbürgermeister BM Yalcin Bayraktar und Alexa Heyder, die Leiterin des Kulturamtes.

Dem zweitplatzierten Entwurf von Wulf Architekten wurden durch das Preisgericht ebenfalls hohe städtebauliche Qualitäten bescheinigt. Kritik gab es jedoch daran, dass die Kinderbereiche in den Keller des Gebäudes Heugasse 11 gelegt wurde und die Barrierefreiheit für einige Nutzungsbereiche nicht nachgewiesen wurde. Die Arbeit von Bogevischs Buero aus München auf dem dritten Platz hat die gesetzten Vorgaben ordentlich umgesetzt. Bedenken gab es allerdings bei der Raummassenverträglichkeit in der historischen Altstadt. Die beiden Anerkennungen wurden an zwei Entwürfe vergeben, deren Ansätze als selbstbewusst und mutig gewürdigt wurden, in ihrer Ausprägung aber eine Integration in das gewachsene Altstadtbild nicht leisten.

Weiteres Verfahren

Mit der Entscheidung des Architektenwettbewerbs ist der erste Schritt zur Vergabe der Planungsleistungen erreicht. Nun wird mit den Preisträgern in einem zweiten Schritt über die Bedingungen einer Beauftragung verhandelt. Bei der Vergabe von Planungsleistungen in dieser Größenordnung erfolgt jetzt ein VgV-Verfahren, um die Leistungsfähigkeit der Preisträger, ihre Vorstellung der Projektumsetzung und die Weiterentwicklungsfähigkeit der vorliegenden Entwürfe ab zu prüfen. Dem Gemeinderat bleibt es vorbehalten, den ersten Preisträger zu beauftragen und die Verwaltung damit zu beauftragen, die weiteren Vertragsgrundlagen zu klären.

Zweite Phase der Bürgerbeteiligung

Der Abschluss des Wettbewerbs bildet den Auftakt zur zweiten Phase des Bürgerbeteiligungsverfahrens. Das Wettbewerbsergebnis wird vorgestellt und abgestimmt. Für den weiteren Planungsablauf ist dann eine enge Vernetzung zwischen Büchereifachleuten, der Bürgerbeteiligung und den Planern vorgesehen. In den nächsten zwei Jahren werden in den einzelnen Planungsphasen  immer wieder Ergebnisse im Design-Thinking-Prozess überprüft und optimiert. In voraussichtlich vier Veranstaltungen werden diese mit derb interessierten Öffentlichkeit abgestimmt. Parallel dazu erfolgt ein Verfahren zur Aufstellung eines neuen Bebauungsplans für den Bereich Heugasse/Webergasse.

Ausstellung der Wettbewerbsarbeiten

Alle Wettbewerbsentwürfe werden vom 24. Januar bis zum 30 Januar 2020, täglich von 10.00 bis 16.00 Uhr, in der Schickhardt-Halle im Alten Rathaus in Esslingen öffentlich ausgestellt.

Info

Kontakt

Städtische Gebäude Esslingen (SGE)
Städtische Gebäude Esslingen (SGE)
Ritterstraße 17
73728 Esslingen am Neckar
Telefon (07 11) 35 12-22 76
Philipp Kopper
Telefon (07 11) 35 12-29 42

Ausstellung

Alle Wettbewerbsentwürfe werden vom 24.-30.01.2020 täglich von 10-16 Uhr in der Schickhardt-Halle im Alten Rathaus in Esslingen öffentlich ausgestellt.

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