Pressemitteilung 26.06.2020

Architekturwettbewerb zur Neuen Schule Esslingen entschieden

Der Architekturwettbewerb zu Neubau und Erweiterung der Neuen Schule Esslingen in der Pliensauvorstadt ist mit einem eindeutigen Votum des Preisgerichts entschieden. Am Dienstag, den 23.06.2020, tagte das Preisgericht in einer ganztägigen Sitzung und beurteilte die Entwurfsbeiträge von 18 Architekturbüros.

Frontansicht Neue Schule

Die Preisgerichtssitzung des europaweit ausgeschriebenen Planungswettbewerbs, die ursprünglich bereits für den April geplant war, wurde aufgrund der Corona-Pandemie auf den vergangenen Dienstag verschoben und fand nun unter Wahrung der Abstands- und Hygienereglungen in den Räumen der Osterfeldhalle statt.

Den Vorsitz des Preisgerichts übernahm Herr Prof. Jörg Aldinger aus Stuttgart, der als freier Architekt über eine langjährige Erfahrung als Preisrichter verfügt. Das stimmberechtigte Gremium setzte sich neben den Bürgermeistern Wilfried Wallbrecht und Ingo Rust aus Vertreterinnen und Vertretern der Esslinger Gemeinderatsfraktionen, aus freien Architektinnen und Architekten sowie Mitgliedern der Schulverwaltung und des Gebäudemanagements der Stadt zusammen.

Die 18 anonym und fristgerecht eingereichten Entwurfsarbeiten zeigten anhand von Plänen und Modellen eine Fülle verschiedener Planungsansätze, die vom Preisgericht in zwei Wertungsrundgängen analysiert, diskutiert und bewertet wurden. Finanzbürgermeister Ingo Rust betonte: „Neben dem Anspruch an die Baukultur muss auch die wirtschaftliche Errichtung und der nachhaltige Betrieb eines Neubaus im Fokus stehen.“ Am Ende des Tages wurde aus der engeren Wahl der verbleibenden vier Entwürfe mit einer deutlichen Mehrheit im Preisgericht die Reihenfolge der Preisträger festgelegt.

Der Beitrag des Esslinger Architekturbüros Fritzen28 konnte sich durchsetzen und wurde von der Jury mit dem ersten Preis ausgezeichnet.

Dieser Entwurf schlägt einen Erweiterungsbau vor, der sich gekonnt mit dem Bestandsbau verbindet und städtebaulich ein Gesamtensemble schafft, das an die Flügel einer Windmühle erinnert. Die neuen Gebäudeteile bilden damit eine Einheit mit dem Bestand und zonieren den Schulcampus in drei Höfe, die den unterschiedlichen Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler nach Bewegung, Austausch und Rückzug gerecht werden.

Im Zentrum des geplanten Neubaus findet sich der Eingangsbereich mit den Hauptzugängen von den Pausenhöfen. Eine großzügig gestaltete Treppe lädt hier zum Aufenthalt ein. Anschließend sind im Erdgeschoss die weiteren Funktionsbereiche so angeordnet, dass sie für unterschiedliche Nutzungen zur Verfügung stehen. So können Musiksaal und Foyer verbunden und als Veranstaltungsraum genutzt werden.

Zur Umsetzung des pädagogischen Konzepts bietet der Entwurf eine Vielzahl an Möglichkeiten. Besonders zu erwähnen sind die gut strukturierten Lerncluster in der Kombination aus Klassenzimmer, Differenzierungsraum und identitätsstiftender Clustermitte. Diese sind als kleine, überschaubare Einheiten angelegt und können pädagogisch in unterschiedlicher Weise genutzt werden.

Den zweiten Rang erreichte das Büro Bär, Stadelmann, Stöcker aus Nürnberg mit dem Entwurf eines ruhig gesetzten Gebäuderiegels in Nord-Süd-Ausrichtung, dessen innenräumliche Gliederung für schulische Abläufe einerseits gelobt wurde, seine städtebauliche Anbindung an den Bestand aber als zu schwach beurteilt wurde. Der dritte Preis wurde einem weiteren Esslingen Architekturbüro, Mueller Benzing und Partner, zugesprochen. Dieser Beitrag schlägt städtebaulich eine Setzung von einzelnen Lernhäusern entlang eines verbindenden Baukörpers vor und schafft eine großzügige Schulhoffläche zur Eberhardt-Bauer-Straße hin. Allerdings vermisste das Preisgericht in der baulichen Ausformung die notwendige Klarheit. Eine Anerkennung wurden dem Büro Av1 Architekten aus Kaiserslautern zugesprochen.

Baubürgermeister Wilfried Wallbrecht zeigte sich vom Wettbewerbsergebnis positiv überrascht: „Die Durchführung von Planungswettbewerben dieser Art ist jedes Mal ein spannender Prozess. Das Ergebnis hat gezeigt, dass auf dem Grundstück pädagogisch und architektonisch sehr gute Lösungen möglich sind und realisiert werden können.“ Im Rahmen des Vergabeverfahrens für die Planungsleistungen der Architekten wird nun in den nächsten Wochen mit den Preisträgerinnen und Preisträger über die Bedingungen einer Beauftragung verhandelt. Hier müssen die Planerinnen und Planer neben der Weiterentwicklungsfähigkeit ihrer Entwürfe auch die eigene Leistungsfähigkeit und ihre Vorstellung der Projektumsetzung darstellen.

Ausstellung der Wettbewerbsarbeiten

Die öffentliche Ausstellung der Wettbewerbsarbeiten in der Adalbert-Stifter-Schule kann auf Grund der Corona-Pandemie leider nicht wie geplant stattfinden. Eine digitale Ausstellung wird kurzfristig auf der Internetseite der Stadt Esslingen eingerichtet.

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Städtische Gebäude Esslingen (SGE)
Städtische Gebäude Esslingen (SGE)
Ritterstraße 17
73728 Esslingen am Neckar
Telefon (07 11) 35 12-22 76

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