Pressemitteilung 29.05.2020

Alt, einsam und dement

Die Corona-Pandemie beeinflusst zurzeit das Leben aller Menschen in weiten Regionen der Welt. Die Probleme im Alltag von Menschen in besonderen Lebenssituationen werden aber oft erst bewusst, wenn man sie benennt.

Älteres Paar auf Holzstühlen von hinten

Probleme, die nicht in den großen Medien thematisiert werden und dennoch eine Herausforderung für die Betroffenen darstellen, betreffen ganz besonders Menschen mit Demenz und deren Angehörige.

Angehörige, die einen an Demenz erkrankten Menschen zuhause betreuen oder pflegen sind mit der Herausforderung konfrontiert, der oder dem Erkrankten in vorgeschriebenen Situationen einen Mund-Nasen-Schutz anziehen zu müssen, z. B. um mit öffentlichen Verkehrsmitteln einem Arzttermin wahrzunehmen. Ein Mensch, der an einer Demenz erkrankt ist, versteht nicht warum er einen Mundschutz tragen soll, oder warum andere dies tun. Dies kann sehr irritierend oder gar beängstigend auf ihn wirken. Eine weitere große Belastung stellt die Einsamkeit dar. Ehepartner von Menschen mit Demenz berichten ohnehin und nicht nur wegen Corona, über schwindende soziale Kontakte je mehr die Erkrankung des Betroffenen vorangeschritten ist.

Das Gefühl der Isolation verstärkt sich in der aktuellen Situation durch die Kontaktsperren, denn damit entfällt auch der meist einzige Austausch in den Angehörigengesprächsgruppen, in denen man seine Sorgen und Probleme besprechen konnte. Bis dies wieder möglich ist, weist der Pflegestützpunkt/Beratungsstelle für Ältere der Stadt Esslingen darauf hin, wie wichtig es ist, mehr denn je, so gut es geht für sich selbst zu sorgen.

Um sich nicht zu sehr in negative Gefühle hineinzubegeben, kann man sich z.B. vornehmen, sich auf Dinge zu freuen, die positive Gefühle auslösen. Das können ganz einfache Alltagsdinge sein, wie der Kaffee auf der Terrasse, ein Anruf bei alten Freunden oder das nachbarschaftliche Gespräch, mit Abstand, über den Gartenzaun hinweg. In vielen Nachbarschaften gibt es zurzeit eine Welle der Solidarität mit gegenseitiger Unterstützung, wie z.B. das Erledigen der Einkäufe. Da Einkäufe nur mit Mundschutzmaske möglich sind, ist es nicht einfach, dies mit einem an Demenz erkrankten Menschen zu bewerkstelligen. Ein weiteres Problem ist, dass insbesondere auch die Abstandsregelungen von Menschen mit Demenz nicht verstanden oder umgesetzt werden können.

Ein offenes Ohr, insbesondere für die Sorgen und Fragen von Angehörigen von Menschen mit Demenz, haben die Mitarbeiterinnen des Pflegestützpunktes/ Beratungsstelle für Ältere. Zudem sind Beratungen zu allen Themen des Alters und der Pflege telefonisch möglich und auch wieder nach Terminvereinbarung in den Büroräumen im Behördenzentrum in der Beblinger Straße.

Info

Kontakt

Pflegestützpunkt Esslingen / Beratungsstelle für Ältere
Pflegestützpunkt Esslingen / Beratungsstelle für Ältere
Beblingerstraße 3
73728 Esslingen am Neckar
Telefon (07 11) 35 12-24 50

Wir sind erreichbar unter:

(07 11) 35 12-32 19
(07 11) 35 12-32 20
(07 11) 35 12-23 95

Montag bis Freitag und nach Terminvereinbarung

Hilfreiche Seiten

4
3