Pressemitteilung 30.07.2020

Sanierungsgebiet Mettingen-West / Brühl / Weil

Im Februar 2016 wurde das Gebiet “Mettingen-West, Brühl, Weil“ in das Bund-Länder-Programm “Soziale Stadt“ aufgenommen. Viele Maßnahmen, die sich im Vorfeld aus den Untersuchungen zur Festlegung des Sanierungsgebiets ergeben haben, können und konnten umgesetzt werden.

Luftbild der Stadtteile Mettingen-West, Brühl und Weil

Das Sanierungsgebiet wurde im Dezember 2016 vom Gemeinderat mit einer Gesamtfläche von rund 43 ha beschlossen. Die Ziele der Sanierung sind hauptsächlich, städtebauliche Defizite zu beseitigen, die soziale Infrastruktur anzupassen, neue Ansätze zur bürgerschaftlichen Vernetzung und Identifikation zu erproben und Antworten auf sozialpolitische Fragen der Teilhabe und Integration zu geben. Bei der Entwicklung der Handlungsfelder, der Ziele und der dazugehörigen Maßnahmen wird stets eine ganzheitliche, sich ständig anpassende städtebauliche und soziale Betrachtung des Sanierungsgebiets unter Einbeziehung der Bewohner/innen vor Ort angestrebt. Die Erreichung dieser Ziele kann nur durch die Verknüpfung investiver mit nichtinvestiven Maßnahmen im Gebiet erfolgen.

2018 nahm das Quartiersmanagement (Institut für Stadtplanung und Sozialforschung Weeber + Partner, Stuttgart) seine Arbeit in den drei Stadtteilen Mettingen-West, Brühl und Weil auf und ist regelmäßig im Quartier mit dem Beteiligungsmobil unterwegs. Das Quartiersmanagement fungiert als Vermittler in den räumlich stark getrennten drei Stadtteilen Mettingen, Brühl und Weil zwischen den Bürger/innen, Vereinen sowie Initiativen vor Ort und der Verwaltung. Neben der Präsenz im Sanierungsgebiet betreuen die Quartiersmanager verschiedene Projektgruppen und bewerben und unterstützen die bürgergetragenen Mikroprojekte.

Seit Beginn des Sanierungsgebiets ist schon einiges passiert und es wurde und wird fleißig gebaut. Das neue Jugendhaus TRIO für die drei Stadtteile Mettingen, Brühl und Weil wurde nach 12 Monaten Bauzeit bereits im Dezember 2018 eingeweiht und erfreute sich bis zum Corona-Lock-Down einer stetig wachsenden Besucherzahl. Direkt angrenzend befindet sich die öffentliche Aktiv- und Bewegungsfläche, die gleichzeitig mit dem Jugendhaus fertiggestellt wurde. Ein großzügiger und für alle zugänglicher Platz ist hier entstanden, der aufgrund der überdachten Teilfläche (ca. 150 qm) ganzjährig benutzt werden kann. Eingestreute Pflanzinseln mit Einfassungen aus geschwungenen Betonsitzelementen zonieren den Platz und schaffen hier eine besondere Aufenthaltsqualität. Dieser Ort ermöglicht die Begegnung aller Generationen. Bewegung, Sport, Konzerte, Gottesdienste und sonstige Angebote können dort stattfinden. Eine in den Freianlagen integrierte kleine Skateanlage ist so ausgestaltet, dass sie sowohl mit Skatebords, Mountainbikes und BMX-Rädern, aber auch mit Rollern, Scootern, Inlinern bis hin zu Laufrädern genutzt werden kann. Das sanierte Kunststoffspielfeld, welches durch seine markante blaue Farbe dem Ort eine ganz eigene Individualität verleiht, ist ebenso multifunktional nutzbar. Neben dem obligatorischen Fussballspielfeld ist auch die Möglichkeit des Basketballspiels, über die aufgestellten Körbe, als auch alle anderen Arten von Bewegungsspielen gegeben. Eine durch das Quartiersmanagement betreute Projektgruppe trifft sich regelmäßig in den für eine öffentliche Nutzung bereitgestellten Containern, um Ideen zur Belebung, Bespielung und Organisation des neuen Platzes zu diskutieren und zu definieren. Diese werden auch vom Jugendhaus TRIO benutzt.

Das nächste aus dem Sanierungsprogramm entstandene Projekt ist bereits im Werden: Der ehemalige Spielplatz Mettinger Wiesen wird zum Aktiv- und Bewegungsraum Mettinger Wiesen umgestaltet. Nach umfangreichen Beteiligungsprozessen und einer durch das Quartiersmanagement betreuten Projektgruppe „Mitmachgarten“ konnten die dort entwickelten Ideen und Vorstellungen in die Planungen des Grünflächenamts einfließen. Für den Garten suchen die Quartiersmanager und das Grünflächenamt noch Interessierte, die dort ein Hochbeet betreuen möchten. Auf der Fläche des ehemaligen Spielplatzes entsteht ein bunter Nutzungsmix zum Spielen, Bewegen und Gärtnern für alle Altersgruppen. Das Ganze wird ergänzt durch eine “Calisthenics-Anlage“ (Calisthenics-Anlagen bestehen im Wesentlichen aus Sprossenwand, Hangelstrecke, Barren und diversen Klimmzugstangen, an denen mit dem eigenen Körpergewicht im Freien trainiert wird). Im Herbst des laufenden Jahres sollen die Neu- und Umgestaltungsmaßnahmen abgeschlossen sein. Die Gesamtkosten für das Projekt liegen bei 500.000 Euro. Die Stadt erhält hierfür aus dem Bund-Länder-Programm “Investitionspakt Soziale Integration im Quartier 2019“ einen Zuschuss von rund 315.000 Euro. Sofern im Herbst wieder möglich, ist eine gemeinsame Pflanzaktion und ein großes Einweihungsfest vorgesehen.

Beim Blick über den Neckar in Richtung Brühl tut sich einiges

Hier errichtete die Esslinger Wohnungsbau GmbH in den Jahren 2017/2018 bereits 94 barrierefreie Wohnungen vor allem für junge Familien (ca. 300 neue Bewohner) mit ca. 7.000 qm Gesamtwohnfläche. Die Wohnungen sind inzwischen alle bezogen. Zurzeit wird ein neues Quartierszentrum mit Quartiersplatz gebaut und die Gemeinwesenarbeit, die seit 2002 fester Bestandteil im Quartier ist, wird neu strukturiert. Die Planung des Büros Zürn Architekten wurden mit einem Beteiligungsprozess durch die Bewohner und die Gemeinwesenarbeit begleitet. Der Platz zwischen den Gebäuden wird neu gestaltet und durch einen multifunktionalen Neubau für die Gemeinwesenarbeit ergänzt. Die Fertigstellung ist noch in diesem Jahr geplant.

Auch das neue Batteriewerk auf dem Daimlergelände hat Formen angenommen und bildet eine markante Raumkante zur B10 hin.

Für den gewünschten Fuß- und Radfahrsteg über die B10 von Brühl nach Weil liegen noch keine Planungen vor. Dessen Errichtung wird wohl auch in naher Zukunft aufgrund der aktuellen Haushaltslage nicht möglich sein – auch wenn sich die Planer, die Bürger und die Verwaltung über dessen Notwendigkeit einig sind. Die ersten Kostenschätzungen ergaben Baukosten von mindestens 5 Millionen Euro. Aus diesem Grund wurde diese Maßnahme bisher zurückgestellt. Stattdessen soll vorerst die Aufwertung und Umgestaltung der Palmenwaldstraße in Richtung bestehende Unterführung zum Wannenrein/Weilstraße in der Planung berücksichtigt werden.

In Weil fällt sofort die nächste große Baustelle ins Auge

Auch auf dieser Seite der B10 entsteht eine neue Raumkante durch die Bebauung des alten Sportplatzes in Weil. Hier entstehen die „Salucci-Höfe“. Die Wohnungen für ca. 600 Menschen in Form von 126 Mietwohnungen und 43 Reihenhäusern sind seit Mai 2019 im Bau und deren Fertigstellung ist für Ende 2021 geplant. (Die EZ berichtete am 24.06.2020)

Ein weiteres Projekt im Rahmen der Sanierung ist im Gesamtprojekt Sportpark Weil integriert: Innerhalb des Sportgeländes wird ein öffentlicher Park angelegt. Dieser ist ein Teilprojekt der Maßnahme „Sportpark Weil“ und liegt eingebettet in die Gesamtplanung des Sportparks zwischen den Fußballfeldern und der Eberhard-Bauer-Halle. Er soll sowohl den Besuchern des Sportparks als auch den Bewohnern aus Weil, Brühl und Mettingen als attraktive Freizeitfläche zur Verfügung stehen. Das Gestaltungsprinzip ist eine weiche Modellierung, um Landschaftsräume mit verschiedenen Nutzungen und Funktionen zu ermöglichen. Die zentralen Orte sind barrierefrei zu erreichen. (Planung: Büro Gänßle und Hehr, Esslingen). Für den Bürgerpark wurden die aus dem Beteiligungsprozess hervorgegangen Elemente aufgenommen. Mit den Arbeiten wurde im Januar dieses Jahres begonnen und der gesamte Sportpark soll im 1. Quartal 2021 fertiggestellt sein.

Im Rahmen des neuen Sportparks und dem Umbau der Eberhard Bauer Halle zu einer Mehrzweckhalle wird eine Neuordnung der öffentlichen Parkierungssituation erforderlich. Östlich der Halle werden 47 öffentliche Parkplätze angelegt. Die Anfahrt erfolgt von der Weilstraße aus. Beide Bushaltestellen vor dem Sportpark werden im Zuge der Baumaßnahmen barrierefrei umgebaut und die Parkierung sowie der Fahrradverkehr im Bereich der angrenzenden Felder neu geordnet.

Wie man anhand der vielen Projekte sehen kann, fließt zurzeit viel Geld aus dem städtischen Haushalt in die die Stadtteile Mettingen, Brühl und Weil. Alleine die Projekte aus Sanierung (ohne Sportpark und Umbau Eberhard-Bauer-Halle) kosten rund 7 Millionen Euro. Möglich wurde dies vor allem durch verschiedene Förderprogramme, die mit attraktiven Zuschüssen zur Realisierung der Baumaßnahmen beitragen (rund 3,4 Mio Euro).

Das Sanierungsgebiet läuft noch bis April 2025. Je nach Stand der laufenden und noch in Planung befindlichen Baumaßnahmen wird die Stadt Esslingen einen Antrag auf Verlängerung stellen. Am Ende des Erneuerungsverfahrens werden wahrscheinlich nicht alle Projekte, die sich die Planer überlegt haben, realisiert werden können, jedoch zeichnet sich jetzt schon ab, dass viele Maßnahmen, die sich im Vorfeld aus den Untersuchungen zur Festlegung des Sanierungsgebiets ergeben haben, umgesetzt werden können und konnten. Für die Bürgerinnen und Bürger von Mettingen, Brühl und Weil wird es nach Abschluss aller Maßnahmen sicherlich eine spürbare Aufwertung ihres Wohnumfelds mit vielen neuen Anlaufstellen für Jung und Alt geben.

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Stadtplanungsamt
Stadtplanungsamt
Ritterstraße 17
73728 Esslingen am Neckar
Telefon (07 11) 35 12-25 42
Fax (07 11) 35 12-55 32 84
Frau Sabine Sonnek

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Telefon (07 11) 35 12-29 36
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Gebäude: Altbau Technisches Rathaus
Raum: 259

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