Ruhebänke

Die Ruhebank - ein Kulturdenkmal

Die Bedeutung und die Verwendung einer Ruhebank ist heutzutage oft nur noch den Ortsansässigen bekannt. Dieses Wissen möchten wir bewahren und für die Erhaltung der Grubbänke ins öffentliche Bewusstsein rücken.

Ruhebank am Neckarhaldenweg
Ruhebank Sulzgrieser Straße
Am Schönen Rain beim Friedhof St. Bernhardt
Ruhebank auf dem Jägerhaus
Ruhebank Jägerhaus
Ruhebank an der Pfauenbergsteige
Ruhebank Pfauenbergsteige

Die Ruhebank, hochdeutsch auch Ruhbank, Ruhestein, Ruhstein, Grubstock oder Grubbank genannt, heißt im schwäbischen auch Gruobbank, Grubbank, Gruabets, Gruhe, Grue, Gruobe, Gruge, Krugbank oder Krugstatt.

Auch wenn die Ruhbänke im Laufe des 20. Jahrhunderts ihren Zweck durch die Nutzung von Fahrzeugen weitestgehend verloren haben und mitunter teilweise als Hindernis beim Straßenbau gesehen wurden und größtenteils entfernt wurden, ist es schön, dass wir noch einige Exemplare als Zeugen früherer Transportformen und alter Verkehrswege vorfinden, die inzwischen als Kleindenkmale geschützt sind.

Was sind Ruhebänke?

Ruhebänke dienten früher als Rastmöglichkeit am Wegesrand und zum selbständigen Abstellen und Wiederaufnehmen von Lasten, die auf dem Rücken oder auf dem Kopf transportiert wurden. Bevorzugt wurden sie während oder nach einem Auf- oder Abstieg erbaut, häufig bei Baumgruppen, die als Schattenspender dienten. Sandstein- oder Basaltvorkommen stehen bei dem Verbreitungsgebiet von Ruhebänken in deutlichem Zusammenhang.

Die meisten Ruhebänke waren ein- oder mehrgliedrig aus Sandsteinplatten errichtet und hatten typischerweise eine erhöhte Stufe in der Mitte für die Lasten deutlich höher als Sitzbänke und je eine niedrigere Stufe links und rechts davon zum Ausruhen. Manchmal ist nur noch die mittlere Stufe vorhanden, da die Sitzgelegenheiten teilweise aus Holz gebaut wurden und diese nicht erhalten sind.

An verschiedenen Orten fanden die Ruhebänke auch Verwendung als sogenannte "Totenrast", da sie bei längeren Wegen zum nächsten Kirchhof zum Abstellen von Särgen genutzt wurden.

Auf alten Karten sind die Ruhebank-Standorte oft noch mit dem Kürzel "Rhb." eingezeichnet.

Wo findet man noch Ruhebänke (Grubbank)?

In Esslingen sind noch einige dieser Grubbänke erhalten.

Die Ruhbank "Am Schönen Rain" in St. Bernhardt vor dem Friedhof, die aus drei Stufen in unterschiedlichen Höhen besteht und Ende des 18./ Anfang des 19. Jahrhunderts aus Sandsteinplatten auf massiven Pfeilern errichtet wurde.

In der Pfauenbergsteige, der Wegeverbindung zwischen Liebersbronn und Kennenburg - die früher als Transportweg für die Marktfrauen, als Schulweg für Kinder und später als Weg zur Arbeit fungierte - befindet sich ebenso eine Ruhbank.

Die Ruhbank an der Ecke Römerstraße/Neue Straße wurde 1846 aus Sandstein errichtet und belegt den alten Verkehrsweg Römerstraße, die früher auch als "Rennweg" oder "Weinstraße" bezeichnet wurde. Die Straße wurde im 18. Jahrhundert ausgebaut, da sie als Transportweg für den Wein aus dem unteren Remstal fungierte, erst 1915 wurde sie gepflastert.

Außerdem gibt es noch eine dreistufige Ruhbank im Neckarhaldenweg und eine Ruhbank "Im Egert" in Zell.

In der Sulzgrieser Straße ist noch eine Ruhbank vorhanden, die Ende des 18./ Anfang des 19. Jahrhunderts aus dicken Sandsteinplatten errichtet wurde und die ganz charakteristisch am Ende eines langen und steilen Aufstiegs steht. Sie dokumentiert den historischen Verbindungsweg von Esslingen über Sulzgries und Rüdern nach Uhlbach.


Info

Grünflächenamt
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