Klimaschutzkonzept

Das Esslinger Klimaschutzkonzept

Wie sieht die Treibhausgasbilanz für Esslingen aus? Und welche Szenarien und Maßnahmen ermöglichen eine klimaneutrale Stadt? Darauf liefert unser Klimaschutzkonzept umfassende Antworten.

Blick durch die Äste eines Baums auf das Neue Rathaus und die Stadtkirche, im Hintergrund ein Berg mit weiteren Bäumen

Bis zum Jahr 2040 Klimaneutralität zu erreichen – das ist das große Ziel der Stadt Esslingen. Unser Klimaschutzkonzept bildet dazu den wissenschaftlichen Rahmen.

Inhaltlich knüpft es an unser erstes Klimaschutzkonzept aus dem Jahr 2010 an. Damals setzten wir uns zum Ziel, unsere Treibhausgas-Emissionen innerhalb von zehn Jahren um 25% zu senken – mit Erfolg. Denn unsere Treibhausgas-Emissionen gingen bis zum Jahr 2020 bereits um 32% zurück.

Um das Ziel der Klimaneutralität bis zum Jahr 2040 ebenfalls zu erreichen, widmet sich unser Klimaschutzkonzept drei Schwerpunkten:

  1. Eine aktuelle Treibhausgasbilanz Esslingens
  2. Potenziale und Szenarien zur Klimaneutralität
  3. Maßnahmen für Klimaschutz und Klimaanpassung

Die Treibhausgasbilanz Esslingens

Zur Erstellung einer Treibhausgasbilanz Esslingens greift das Klimaschutzkonzept unter anderem auf Daten der Energieagentur des Landes Baden-Württemberg aus dem Jahr 2017 zurück.

Diese weisen für Esslingen jährliche Treibhausgas-Emissionen von 844.000 Tonnen CO2-Äquivalenten aus – das sind neun Tonnen pro Kopf.

Diese Treibhausgas-Emissionen verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Sektoren:

Übersicht der Treibhausgas-Emissionen in Esslingen: Der Sektor Industrie trägt 47% bei, der Sektor private Haushalte 22%, der Sektor Verkehr 16%, der Sektor Gewerbe und Sonstiges 14% und der Sektor kommunale Liegenschaften 1%.

Szenarien zur Klimaneutralität

Grundsätzlich beinhaltet das Klimaschutzkonzept drei Szenarien zur Entwicklung der Treibhausgas-Emissionen in Esslingen. Bis zum Jahr 2030 …

  • beschreibt das Trendszenario die Fortführung der bisherigen Entwicklung bei den Treibhausgas-Emissionen. Damit könnten wir rund 57% der Treibhausgas-Emissionen vermeiden.
  • berücksichtigt das Klimaszenario verstärkte Maßnahmen im Bereich Klimaschutz. Damit ließen sich bereits 72% der Treibhausgas-Emissionen reduzieren.

Ab dem Jahr 2030 folgt das Szenario Klimaneutralität. Es umfasst die Ausschöpfung der bekannten technischen Potenziale und bezieht überregionale Entwicklungen mit ein. Damit könnten wir 95% unserer Treibhausgas-Emissionen vermeiden.

Unser Ziel der Klimaneutralität bis zum Jahr 2040 wollen wir auf diesem Weg erreichen:

  1. Bis zum Jahr 2030 folgen wir zunächst dem Klimaszenario. Damit reduzieren wir unsere jährlichen Treibhausgas-Emissionen um 415.000 Tonnen CO2-Äquivalente.
  2. Anschließend orientieren wir uns bis zum Jahr 2040 am Szenario Klimaneutralität. Damit verringern wir unsere jährlichen Treibhausgas-Emissionen nochmals um 367.000 Tonnen CO2-Äquivalente.

Maßnahmen für Klimaschutz und Klimaanpassung

Als weiteren Schwerpunkt behandelt unser Klimaschutzkonzept wirksame Maßnahmen zum Klimaschutz und mögliche Anpassungen an die Folgen des Klimawandels.

Dabei behandeln wir Klimaschutz und Klimaanpassung gleichberechtigt – und kombinieren diese beiden Ansätze, wo immer es möglich ist.

So vermeiden wir einerseits Treibhausgas-Emissionen, um die Auswirkungen des Klimawandels so gering wie möglich zu halten. Andererseits passen wir uns an die bereits spürbaren Auswirkungen des Klimawandels an, um deren Folgen bestmöglich abzumildern.

Vor diesem Hintergrund umfasst unser Klimaschutzkonzept insgesamt 37 Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung. An der Erarbeitung dieser Maßnahmen beteiligten sich im Dezember 2021 auch die Esslinger Bürger:innen bei einer Online-Veranstaltung.

Mögliche Maßnahmen zum Klimaschutz stammen hauptsächlich aus den folgenden Bereichen:

Wärmeversorgung

  • Ausbau der Nah- und Fernwärmeversorgung
  • Sanierung der Bestandsgebäude der Stadt
  • Nachhaltiges und klimaneutrales Bauen

Zur erfolgreichen Umsetzung dieser Maßnahmen trägt die kommunale Wärmeplanung bei.

Stromerzeugung und -verbrauch

  • Maßnahmen zum Stromsparen
  • Vermehrter Einsatz energieeffizienter Technik
  • Förderung der lokalen Stromerzeugung durch erneuerbare Energien
  • Ausbau der überregionalen Stromerzeugung durch erneuerbare Energien

Mobilität

  • Förderung der verstärkten Nutzung umweltfreundlicher Verkehrsmittel (zu Fuß, per Rad, per ÖPNV sowie Carsharing)
  • Förderung der E-Mobilität im Individualverkehr, im ÖPNV und im Wirtschaftsverkehr
  • Konzept zur Parkraumbewirtschaftung

Diesem Bereich widmet sich auch der Esslinger Klimamobilitätsplan. Dieser soll von der Stabsstelle Mobilität und der Stabsstelle Klimaschutz gemeinsam erarbeitet werden.

Maßnahmen zur Klimaanpassung betreffen die folgenden Bereiche:

Grün- und Freiraum

  • Hitzevorsorge in der Innenstadt und in überwärmten Stadträumen
  • Anpassung der Naturräume an Trockenheit und Hitze

Diese Maßnahmen sind auch Teil des Hitzeaktionsplans für Esslingen.

Blau- und Wassermanagement

  • Handlungskonzept zum Umgang mit Starkregen und Hochwasser

Gebäude & Quartiere

  • Hitzeangepasste Baumaßnahmen
  • Klimaanpassung in der Bauleitplanung verankern

Info

Kontakt

Stabsstelle Nachhaltigkeit und Klimaschutz
Stabsstelle Nachhaltigkeit und Klimaschutz
Ritterstraße 17
73728 Esslingen am Neckar
Dr. Katja Walther

Leitung der Stabsstelle

Telefon (07 11) 35 12 24 40
Fax (07 11) 35 12 55 24 40
Gebäude Ritterstraße 17
Raum 225

Download

Aktuelles Klimaschutzkonzept der Stadt Esslingen (25,7 MB)

Klimaschutzkonzept aus dem Jahr 2010 (1,7 MB)

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