Engagierte begleiten städtische Bauprojekte
Die AG Barrierefreiheit begleitet die Stadtverwaltung bei Fragen des barrierefreien Bauens im öffentlichen Raum, im ÖPNV und in städtischen Gebäuden. Sie bringt auch eigene Themen ein und freut sich über weitere Mitglieder.

Mitglieder der AG Barrierefreiheit bei der Führung im Neckaruferpark
Der Neckaruferpark ist seit 20. Juni eröffnet und bietet direkt am Wasser neue Aufenthalts- und Erholungsflächen für die Esslingerinnen und Esslinger. Doch wie gut ist der Park für Menschen mit körperlichen Einschränkungen zugänglich und nutzbar? Das hat die AG Barrierefreiheit bei einer exklusiven Führung kurz vor der offiziellen Eröffnung unter die Lupe genommen.
Vom Industriegelände zum Naherholungsraum
Der Neckaruferpark entstand auf einem ehemaligen Gewerbe- und Industrieareal zwischen Bahngleisen und Neckar. Das neue Naherholungsgebiet verbindet Erholung, Naturerlebnis und Klimaanpassung. Neben Aufenthaltsflächen und Wegen entstanden naturnahe Bereiche sowie neue Zugänge zum Neckar.
Bereits während der Planungen hat sich die AG Barrierefreiheit eingebracht, damit auch Menschen mit körperlichen Einschränkungen den Park gut nutzen können. So ist beispielsweise ein barrierefreier Zugang von großer Bedeutung. Dieser ist vom Bahnhofsplatz kommend, über die Aufzugsanlagen und die Bahnhofsunterführung der Deutschen Bahn möglich und führt direkt zum neuen Stadtbalkon am Neckarufer. Der Weg vom Pliensauturm aus wird ebenfalls noch umgebaut. Der neckarbegleitende Fuß- und Radweg wird künftig höhengleich sein, zudem wird von der Brücke eine Rampe in den Neckaruferpark führen. Dieser zweite Bauabschnitt soll ab 2029 – direkt nach Fertigstellung des Ersatzneubaus der Pliensaubrücke – mit der beschriebenen Rampe hergestellt werden.
Sicher und möglichst barrierearm unterwegs
Neben der Erreichbarkeit des Parks steht für die AG auch die sichere Nutzung vor Ort im Fokus. Deshalb war es den Mitgliedern wichtig, dass die Bereiche für Rad- und Fußverkehr klar erkennbar und ertastbar voneinander getrennt werden. „Wir versehen die Radspur mit dunklem Asphalt, der Belag für Fußgängerinnen und Fußgänger wird durch eine Beschichtung mit eingestreutem Splitt heller und rauer. Dadurch merkt man sofort, wenn man die Radspur verlässt“, erklärt Niels Ruthardt, zuständiger Abteilungsleiter im Städtischen Grünflächenamt.
Allerdings lässt sich nicht alles in puncto Barrierefreiheit vollständig umsetzen: „Wir haben es hier mit einigen Herausforderungen zu tun, der Neckaruferpark kann lediglich barrierearm sein“, so Ruthardt. „Aufgrund des vorhandenen Höhenunterschieds zwischen dem neckarbegleitenden Uferweg und dem circa fünf Meter höheren Wegesystem auf Gleishöhe gibt es Wege mit Steigungen beziehungsweise Gefälle.“ Die AG-Mitglieder konnten sich jedoch davon überzeugen, dass die Wege einschließlich des Neckarstegs mit Rollstühlen gut befahrbar und viele Bereiche auch mit körperlichen Einschränkungen zugänglich sind – entsprechend positiv fiel ihr Fazit aus.
Beratung in Sachen Barrierefreiheit
Solche Ortstermine gehören regelmäßig zu den Aufgaben der AG Barrierefreiheit. Sie begleitet die Stadtverwaltung bei Fragen des barrierefreien Bauens im öffentlichen Raum, im ÖPNV und in städtischen Gebäuden. Ihre ehrenamtlich tätigen Mitglieder bringen wertvolle Erfahrungen und Fachkenntnisse ein und tragen so dazu bei, dass Projekte möglichst inklusiv geplant und umgesetzt werden.
Dafür wird die AG frühzeitig in Planungsprozesse eingebunden. Die Stadtverwaltung informiert sie regelmäßig über Bauvorhaben, bei denen Barrierefreiheit eine Rolle spielt. Die Mitglieder erhalten Einblick in Planungen, diskutieren mögliche Verbesserungen und bringen ihre Anregungen direkt in die Projekte ein. Dadurch können sie konkrete Veränderungen anstoßen, damit öffentliche Räume für möglichst viele Menschen zugänglich und nutzbar sind.Darüber hinaus bringen die AG-Mitglieder selbst Themen und Fragestellungen ein, die ihnen im Stadtgebiet in Bezug auf Barrierefreiheit auffallen. Diese werden anschließend gemeinsam mit den zuständigen städtischen Planerinnen und Planern besprochen.
Weitere Engagierte willkommen
Die AG Barrierefreiheit freut sich über neue Mitglieder: Mitmachen können Menschen jeden Alters – mit oder ohne Behinderung – die sich für Barrierefreiheit interessieren und ihre Erfahrungen, Kenntnisse und Ideen einbringen möchten. Besonders freut sich die AG über Menschen mit Sehbehinderung sowie Personen mit Erfahrungen und Kenntnissen zu den Bedürfnissen blinder und stark sehbehinderter Menschen. Dabei geht es beispielsweise um tastbare Orientierungshilfen und sichere Wege im öffentlichen Raum oder gut les- und wahrnehmbare Informationen.
Interessierte, die sich in der AG engagieren möchten, können sich direkt an die Koordinierungsstelle Inklusion der Stadt Esslingen unter E-Mail inklusion@esslingen.de oder Telefon 0711 3512-2013 wenden.
Weitere Infos
Büro des Oberbürgermeisters
