Der Schwörtag - eine reichsstädtische Tradition

Bei der Schwörzeremonie schworen die Verantwortlichen, sich an die Regeln zu halten und sich für das Wohl der Stadt einzusetzen. Ziel war es, den Zusammenhalt zu stärken, Streit friedlich zu lösen und gemeinsam Verantwortung zu tragen. Diese Tradition kann man als frühen Anfang von kommunaler Demokratie sehen – und sie passt auch heute noch gut in unsere Zeit.

Heute findet die Schwörzeremonie in moderner Form statt. Sie steht für zivilgesellschaftliches Engagement, bürgerschaftlichen Zusammenhalt und kommunalpolitische Mitwirkung. Sie lädt die Stadtgemeinschaft ein, sich zu engagieren und solidarisch füreinander da zu sein.

Das Schwörfest beginnt am Freitag mit der feierlichen Zeremonie im Schwörhof. Dort legen Oberbürgermeister, Gemeinderat und die anwesende Bürgerschaft ihr Versprechen für die Stadtgemeinschaft ab.

Schwörtag 2026

Schwörtagsrede: Oberbürgermeister Matthias Klopfer

Esslingen am Neckar, 3. Juli 2026 - es gilt das gesprochene Wort

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
liebe Ehrengäste,
meine sehr geehrten Damen und Herren,

herzlich willkommen zum Schwörtag 2026! Ein Jahr vor unserem Stadtjubiläum, an dem wir 1250 Jahre Esslingen feiern.

777 - Diese Zahl dürfte vielen von Ihnen bereits vertraut sein. Im kommenden Jahr feiern wir mit dem Jahr 777 die erste urkundliche Erwähnung Esslingens am Neckar — und damit 1.250 Jahre Stadtgeschichte.

Neben dieser so einprägsamen Zahl gibt es jedoch weitere Jahreszahlen, die für unsere Stadt von besonderer Bedeutung sind. Weniger bekannt vielleicht, aber für den heutigen Tag ganz entscheidend, ist das Jahr 1376. Auf dieses Jahr geht die Schwörtagstradition zurück, die wir mit dem heutigen Schwörtag gemeinsam begehen. Damit jährt sich diese für Esslingen so wichtige Tradition in diesem Jahr zum 650. Mal.

Es ist ein Jubiläum mit einer beachtlichen Geschichte. Als Freie Reichsstadt war Esslingen in besonderer Weise auf sich gestellt. Die Stadt musste ihre Angelegenheiten selbst ordnen, ihre Freiheit bewahren und ihr Zusammenleben immer wieder neu aushandeln. Der Schwörtag machte genau das sichtbar: Stadtoberhaupt, Rat und Bürgerschaft kamen zusammen, um sich zur Ordnung der Stadt, zu Treue, Verantwortung und Zusammenhalt zu bekennen.

Der Schwörhof, auf dem wir uns heute befinden, war damals der zentrale Ort dieses politischen und gemeinschaftlichen Rituals. Und besonders passend ist auch die Verbindung mit dem anschließenden Schwörfestwochenende. Denn schon in reichsstädtischer Zeit war der Schwörtag nicht nur ein politischer Tag, sondern zugleich der größte Festtag der Stadt — begleitet von Feierlichkeiten, die weit über Esslingen hinaus Bedeutung hatten.

Mit dem Ende der Reichsstadtzeit um 1802 kam auch die Schwörtagstradition zum Erliegen. Erst im Jahr 1990 wurde sie durch meinen Vorgänger Ulrich Bauer wiederbelebt, den ich sehr herzlich willkommen heiße.

Heute leben wir in einer anderen Zeit. Wir schwören nicht mehr im Sinne der alten reichsstädtischen Ordnung. Aber der Kern dieser Tradition ist unverändert aktuell. Eine Stadt lebt nicht allein von ihrer Geschichte, ihren Gebäuden oder ihren Institutionen. Sie lebt von Menschen, die sich einbringen, Verantwortung übernehmen, miteinander sprechen und auch bei unterschiedlichen Meinungen das Gemeinsame nicht aus dem Blick verlieren.

Das hat auch die Deutsche UNESCO-Kommission gewürdigt, als sie den gemeinsamen Antrag der Städte Esslingen, Reutlingen und Ulm zur Aufnahme der Schwörtagstraditionen in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes annahm.

Der Schwörtag ist ein Tag, der uns verbindet. Ein Tag, der uns an unsere gemeinsame Verantwortung erinnert. Und ein Tag, der tief in unserer Geschichte verwurzelt ist. Deshalb möchten wir diese Tradition lebendig halten. Als Verpflichtung für ein offenes, faires und solidarisches Miteinander in unserer Stadt.

Und wie soll dieses Miteinander gestaltet werden? Welche politischen, welche gesellschaftlichen, welche wirtschaftlichen Weichenstellungen sind notwendig? Und wo stehen wir gerade? Ich will einige wenige Gedanken formulieren, denn im Mittelpunkt soll unser diesjähriger Schwörtagsredner stehen: Dr. Stamatelopoulos, der Vorstandsvorsitzende der EnBW. Auch von mir ein herzliches Willkommen in Esslingen! Wir sind alle sehr gespannt auf Ihre Rede.

Ein Thema beschäftigt uns alle: Wie müssen wir unsere Stadt umgestalten, dass sie in Zeiten der Hitze lebenswert bleibt?

Eckart von Hirschhausen oder Sven Plöger formulieren es sehr eindrücklich: Die heutigen Kinder werden im Rückblick sagen: Was war das für ein kühler Sommer 2026. Denn eines ist klar: Die Hitzeperiode ist das „neue Normal“. Wissenschaftler sind sich einig, dass wir schon bald in den dreißiger Jahren sehr regelmäßig das Klima von Lyon haben. Fahren Sie doch einmal im Sommer in unsere Partnerstadt Vienne, 15 Minuten entfernt von Lyon. Eine wunderschöne Stadt. Und sie werden unmittelbar spüren, was uns in Zukunft erwartet. Frankreich meldet neben allen Problemen alleine für den Juni zusätzliche 1.000 Hitzetote, ebenso Spanien. Unsere Kliniken und Rettungsdienste arbeiten am Limit. Notärzte berichten mir von vielen Sterbenden in den Dachgeschosswohnungen. Auch unser städtisches Bestattungsunternehmen ist in den vergangenen Wochen deutlich mehr gefordert.

Und ein, zwei Jahrzehnte später werden wir das heutige Klima von Madrid oder Sizilien haben. „Klimawandelanpassung“ wird also zu einer zentralen Aufgabe der Politik. Was also tun?

Als erstes organisatorische Themen anpacken, die nichts kosten. Einige wenige Ideen: Die Sommerferien unserer Kinder an die neue Wirklichkeit anpassen. Nicht mehr bis in den Herbst im September, sondern so wie in allen südeuropäischen Ländern. Mindestens den ganzen Juli und August.

Die Arbeitszeiten anpassen. Im Sommer früher mit der Arbeit beginnen und früher aufhören. Vielleicht an sechs Tagen arbeiten, also auch samstags, aber nicht mehr bis in die Hitze des Nachmittags. Arbeitszeitkonten aktiver nutzen und im Sommer weniger, im Winter mehr arbeiten.

Die Ladenöffnungszeiten anpassen, der Gastronomie im Freien längere Öffnungszeiten ermöglichen. Feste nicht mehr im Hochsommer planen, ja, auch über den Termin des Schwörfests nachdenken, als Symbol für den Wandel. Kurz zusammengefasst: uns an Südeuropa orientieren, wenn wir südeuropäisches Klima haben.

Als zweites bauliche Themen: Keine Neubauten mehr ohne Kühlung in den zentralen Bereichen. Ich spreche bewusst von Kühlung, nicht von Klimatisierung. Wie beim Modulbau unserer Klinik. Keine großen Fenster zu Südseiten. Den Bestand systematisch und strategisch bei öffentlichen Gebäuden anpassen, mit Außenverschattung, Begrünung, Dämmung, aber auch Klimatisierung. Und mit klaren Prioritäten: Zuerst Pflegeheime und Kliniken, Dachgeschosse in den Mehrfamilienhäusern.

Park- und Grünanlagen ausbauen. Vorrang für Straßenbäume vor Parkplätzen. Helle Farben, wie auf dem neuen Marktplatz, die die Hitze reflektieren. Und: Vor allem in den Tallagen die Maßnahmen umsetzen, denn dort haben wir die größte Hitze, nachts ist es mehr als fünf Grad heißer als in der Halbhöhe oder in den Höhenlagen. Das ist politisch anstrengend, aber wir sind mehr denn je gefordert, auch „nein“ zu sagen und nicht alle Probleme mit der Gießkanne zu lösen.

Ja, ich weiß, Klimaanlagen sind für viele ein Tabubruch, wegen der Energiebilanz. Aber moderne Anlagen sind deutlich effizienter. Und zum Schluss geht es einfach um ein gutes Leben. Für die Schwächeren teilweise sogar ums Überleben.

Als drittes und aus meiner Sicht ebenso zentral: Die Sicherung des wichtigsten Lebensmittels, des Wassers. Ich engagiere mich bei beiden großen Fernwasserversorgern sehr, als Vorsitzender der Landeswasserversorgung und im Verwaltungsrat der Bodenseewasserversorgung, so dass wir auch in Zukunft sicher sein können, dass auch bei solchen extremen Hitzetagen immer bestes Trinkwasser zur Verfügung steht. Dazu sind milliardenschwere Investitionen notwendig. Wir hatten bei der Landeswasserversorgung am vergangenen Donnerstag die mit Abstand höchste Wasserabgabe in der mehr als einhundertjährigen Geschichte, nochmals deutlich mehr als im Jahrhundertsommer 2003. Das ist eine ganz starke Leistung, die Donau hatte mehr als 25 Grad, und jeder von uns bekam jederzeit auch mikrobiologisch bestes Trinkwasser. An dieser Stelle auch ein herzliches Willkommen an meinen Vorgänger Dr. Jürgen Zieger, der viele Jahre Vorsitzender der beiden Verbände war.

Und als viertes: Der Städtetag fordert vollkommen zurecht, dass die Anpassung an den Klimawandel ebenso wie der Küstenschutz als Gemeinschaftsaufgabe im Grundgesetz verankert wird. Denn nur mit finanzieller Unterstützung des Bundes und des Landes kann diese Aufgabe von den Städten bewältigt werden.

Denn wir müssen ja parallel auch den Ausbau der Strom- und Wärmenetze finanzieren, den Sanierungsstau nicht noch größer werden lassen, Brücken sanieren und neu bauen, für 200 Millionen Euro unsere Klinik zukunftsfest machen, drei neue Pflegeeinrichtungen errichten, das große Schulbauprogramm mit mehr als 150 Millionen Euro in zehn Jahren finanzieren, um nur einige wenige Beispiele zu nennen. Oder uns um den Erhalt der Steillagen der Weinberge kümmern, den Waldumbau organisieren, unsere Sportvereine bei der Weiterentwicklung der Sportanlagen unterstützen.

Jetzt werden manche denken, wie soll denn das bezahlt werden, in der aktuellen Haushaltskrise? Und angesichts der schlechten Nachrichten aus der Automobilindustrie? Ja, das stimmt, das muss auch noch zusätzlich finanziert werden, trotz zurückgehender Steuereinnahmen in der Stadt. So wie wir auf Bundesebene steigende Ausgaben für die Verteidigung, für die Energiewende, für die Bahn, für viele weitere wichtige Themen haben. Alles ist wichtig. Wie auch eine sichere Rente oder eine Reform der Pflegeversicherung und des Gesundheitssystems.

Bis vor Kurzem wäre ich noch kritisch gewesen, ob uns das alles gelingen wird. Aber nach der Einigung zur Rente und den weiteren Reformen aus dieser Woche bin ich deutlich optimistischer, dass der Reformstau aufgelöst werden kann. Und auch durch die Einigung auf eine uralte Forderung der Städte, dass endlich die „Veranlassungskonnexität“ umgesetzt wird, sprich: „Wer bestellt, bezahlt.“

Schon 1972 wurde der Erste Bericht des Club of Rome vorgestellt. Seitdem weiß die Politik, wissen die Bürgerinnen und Bürger, dass gehandelt werden muss, für ein gutes Leben für alle auf dieser Erde. Wir haben kein Erkenntnisproblem, sondern ein Umsetzungsproblem. Einiges ist passiert – aber eben zu wenig. Wir müssen uns mehr anstrengen. Mir persönlich kommt dieses Thema aktuell viel zu kurz in der Politik.
Deshalb haben wir zum heutigen Schwörtag Andreas Huber, Geschäftsführer des Club of Rome. Herzlich willkommen mit Ihrer Frau in Esslingen!

Auch bei uns in der Stadt bin ich nach dem gemeinsamen Antrag von drei großen Fraktionen zumindest teilweise zuversichtlich, dass wir die Aufgaben bewältigen können, die sich ja auch bei einbrechenden Steuereinnahmen nicht in Luft auflösen werden. Es scheint eine klare Mehrheit für unser Konsolidierungspaket zu geben. 30 Millionen weniger Ausgaben. Pro Jahr. Unter anderem indem wir jede neunte Stelle streichen. Zum Vergleich: Der Bund will nur jede zwölfte Stelle streichen, das Land nur jede zwanzigste. Ich will aber auch sagen, dass damit die Kernverwaltung unserer Stadt wie eine Zitrone ausgepresst ist. Weitere Kürzungen wären nur über sehr, sehr harte Einschnitte in sehr vielen Einrichtungen unserer Stadt möglich.

Wir haben deshalb als Verwaltung vorgeschlagen, in sehr bescheidenem Umfang auch die Grund- und Gewerbesteuer zu erhöhen. Wie viele andere Städte auch. Für unseren Vorschlag haben wir von anderen Städten sehr viel Anerkennung bekommen. Weil er gut abgewogen und vernünftig ist und uns nicht in den kommenden Jahren durch die ansonsten unvermeidlich steigende Verschuldung und steigende Zinsen die Luft zum Atmen nimmt. Damit können wir auch in Zukunft die wichtigen und richtigen Dinge anpacken, wie die Investitionen in die Klinik und in die Pflegeheime, in neue Schulen, in die Bäder, in die Fernwärme, in die Feuerwehr, in die Sicherheit, in die Kultur. Oder in den Busverkehr. Ab November sind wir als erste Stadt rein elektrisch unterwegs. Im Dezember wird die Realschule am Zollberg eingeweiht. Wir haben wirklich keinen Grund, den Kopf in den Sand zu stecken, wir leben trotz der Sparmaßnahmen noch immer in einer der schönsten Städte.

Eine der schönsten Städte in der Ukraine ist Kamianets-Podilskyi, unsere Solidaritätspartnerstadt. Ich begrüße sehr herzlich die Delegation, an ihrer Spitze mit den stellvertretenden Bürgermeistern Vadym Mendohralo und Serhiy Vasylchenko.

Auch wenn Kamianets-Podilskyi weit von der Front entfernt liegt, ist der Krieg dort jeden Tag spürbar. Luftalarm, Unsicherheit und die Sorge um Angehörige prägen den Alltag. Mehr als 300 Bürgerinnen und Bürger der Stadt haben ihr Leben verloren, mehr als 600 gelten als vermisst. Und gerade der vergangene Winter hat eindrücklich gezeigt, wie verletzlich selbst die grundlegende Versorgung unter den Bedingungen des Krieges geworden ist. Die Stromausfälle dauerten oft länger als vierundzwanzig Stunden und legten kritische Infrastrukturunternehmen lahm.

Dennoch beeindruckt Kamianets-Podilskyi mit seiner Widerstandskraft. Die Stadt entwickelt sich weiter und schafft Perspektiven für ihre Bürgerinnen und Bürger – trotz aller Belastungen.

Unsere Unterstützung durch Hilfstransporte, Fahrzeuge, Fachaustausch und Jugendarbeit ist Ausdruck gelebter Solidarität. Wir senden damit eine klare Botschaft: Wir lassen die Menschen in Kamianets-Podilskyi nicht allein. Dass wir dies heute beim Schwörfest sagen, verleiht unseren Worten besonderes Gewicht. Hoffen wir alle, dass endlich die Waffen schweigen.

Zurück zu Esslingen:

Der eigentliche Reichtum der Städte waren schon immer die Bürgerinnen und Bürger, die sich tausendfach ehrenamtlich engagieren. Als Elternbeiräte, in Vereinsvorständen und als Trainerinnen und Trainer, als Platzwart, als Dirigentinnen und Dirigenten, als Kirchengemeinderäte und und und. Ihnen allen ein ganz, ganz großes Dankeschön für Ihre unbezahlbare Arbeit!

Vieles geht aber nicht ohne hauptamtliche Mitarbeitende, auch bei uns in der Stadt. Ein herzliches Dankeschön den 5.000 Mitarbeitenden in der Verwaltung, den Bauhöfen, den Kitas, den Schulen, dem Busbetrieb, der Klinik, den Pflegeheimen, den Stadtwerken und der Wohnungsbaugesellschaft, der Tourismus- und der Veranstaltungsgesellschaft. Sie alle halten unsere Stadt tagtäglich am Laufen. Auch an so kritischen Tagen wie letzte Woche, als wir wegen der Hitze in unserer Klinik viel mehr Patientinnen und Patienten als sonst hatten und die Arbeitsbedingungen extrem fordernd waren.

Unser ehemaliger Bundespräsident Gauck hat es am Wochenende so treffend formuliert: „Wir müssen wieder an das Gelingen glauben.“ Wie wahr. In der Wirtschaft heißt es, die Hälfte des Erfolgs ist Psychologie. Der Optimismus und der Glaube an den eigenen Erfolg, gepaart mit den individuellen Fähigkeiten und der Teamleistung aller Mitarbeitenden. Ich sehe auch bei uns in der Stadt viele Unternehmerinnen und Unternehmen, die an den Erfolg glauben, zuversichtlich sind. Weil sie „Unternehmer“ und keine „Unterlasser“ sind. Und ja, dabei gibt es immer auch Rückschläge. Aber: Wer sich nicht immer wieder kritisch hinterfragt, sich nicht an neue Bedingungen und neue Wettbewerber einstellt, wird nicht gewinnen. Weder in der Wirtschaft noch in der Weltmeisterschaft. Verlieren kann man immer, aber nur wer wieder aufsteht, die richtigen Schlüsse aus Niederlagen zieht und sich noch mehr anstrengt, wird erfolgreich sein.

Und, meine sehr geehrten Damen und Herren, das ist eine Aufgabe von uns allen. Nicht den angeblich so guten alten Zeiten hinterherrennen, sondern mit neuen Ideen, mit Leidenschaft, mit Engagement, mit Teamgeist. Im Wettbewerb der Städte und Standorte. Im Wettbewerb der Unternehmen. Und ja, auch im Fußball.

Ein Gutes hat das Ausscheiden unserer Mannschaft: Wir können morgen ohne das Spiel im Achtelfinale alle entspannt in unserer Stadt feiern, unsere Vereine bis zum Schluss unterstützen. Ich wünsche Ihnen allen ein wunderschönes Schwörtags-Wochenende, genießen Sie das einmalige Flair an diesen ganz besonderen Tagen. Ich danke allen Vereinen und Aktiven, die dieses Fest möglich machen, und freue mich nun auf die Rede von Dr. Stamatelopoulos.

Festrede: Dr. Georg Stamatelopolous, Vorstandsvorsitzender der EnBW

Festrede von Dr. Georg Stamatelopolous, Schwörzeremonie am 3. Juli 2026, Esslingen am Neckar
Es gilt das gesprochene Wort

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
sehr geehrte Damen und Herren,
herzlichen Dank für die Einladung, heute zu Ihnen sprechen zu dürfen. Ich weiß, dass das eine besondere Ehre ist. Denn über Jahrhunderte hat sich die Freie Reichsstadt Esslingen gegen die Übermacht der nahen Stuttgarter gewehrt und auch lange erfolgreich behauptet. Die berühmte Esslinger Burg ist ein Rest der Stadtverteidigung, mit der die Esslinger vor allem auch Angreifer aus Stuttgart immer wieder erfolgreich abgewehrt haben. Als dann im Jahre 1803 Esslingen in das Herzogtum Württemberg eingegliedert wurde, war das für die Stadt ein tiefer und in vielerlei Hinsicht auch schmerzhafter Einschnitt. Dass nun ausgerechnet am Schwörtag ich als Repräsentant eines auch in Stuttgart ansässigen Unternehmens zu Ihnen sprechen darf, ist ein großer Vertrauensbeweis. Den weiß ich sehr zu schätzen. Ich habe auch eben ungehindert Esslingen betreten können, nur die Burg habe ich vorsichtshalber noch gemieden – aber ich habe mich informiert und festgestellt, dass man die heute besichtigen kann und ich vermute das gilt sogar für Stuttgarter.

Dennoch möchte ich meiner Rede vorausschicken: Ich komme in vollkommen friedfertiger Absicht. Das hat mindestens zwei Gründe.

Der erste hat mit der EnBW zu tun. Unser Unternehmen ist ein Beispiel dafür, wie gut Esslinger und Stuttgarter heute miteinander auskommen. Denn zum einen haben die Neckarwerke Esslingen 1997 mit den Technischen Werken Stuttgart zu den Neckarwerken Stuttgart fusioniert, die dann in der EnBW aufgegangen sind. Glauben Sie mir: heute läuft die Zusammenarbeit. Und zum anderen hat die EnBW in Esslingen ein großes Ausbildungszentrum; es ist sogar das größte in unserem Konzern und wir bilden hier aktuell 200 junge Menschen aus. Insgesamt haben wir in Esslingen 1.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Und wir freuen uns, dass wir damit zur wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt einen guten Beitrag leisten können.

Der zweite Grund ist persönlicher. Ich bin in Athen aufgewachsen – eine Stadt, die in der europäischen Geschichte eine fast so große Rolle gespielt hat wie Esslingen. Lachen Sie nicht! Es gibt in der Tat ein paar wichtige Gemeinsamkeiten, die mir Esslingen sehr sympathisch machen. Etwa die schon erwähnte Burg; denn auch die Akropolis, die Sie sicher alle kennen, war ursprünglich auch eine Verteidigungsanlage. Oder die Tatsache, dass beide Städte mit übermächtigen Nachbarn zu kämpfen hatten, gegen die sie am Schluss verloren haben – die Esslinger gegen den Herzog aus Stuttgart, die Athener gegen den König von Mazedonien. Ich glaube sogar die Esslinger haben das besser verkraftet als die Athener, denn in Esslingen war das 19. Jahrhundert eine Zeit enormer wirtschaftlicher Blüte – ich erinnere etwa an die Maschinenfabrik Esslingen. In Athen ist hingegen nach der Niederlage gegen die Makedonen ein bisschen das Licht ausgegangen. Aber vor allem teilen Athen und Esslingen ein besonderes Verhältnis zur Demokratie. Athen, weil dort, wie manche vielleicht etwas schmeichelhaft sagen, die Demokratie erfunden wurde. Und Esslingen, weil hier als Freie Reichsstadt die Bürger eben auch eine ganz besondere Art der Teilhabe an und der Verantwortung für ihr Gemeinwesen übernommen haben. Es macht eben einen Unterschied, ob man – wie nebenan in Stuttgart – die Verantwortung für die Stadt an einen Landesherrn und dessen Paladine abgegeben hat. Oder ob man sie wie in Esslingen selber übernommen hat. Und ich freue mich sehr, dass Sie diese stolze und wichtige Tradition mit dem Schwörtag nicht nur feiern, sondern auch als Modell ins Gedächtnis rufen.

Nun bin ich Ingenieur. Bitte erwarten Sie von mir daher keine historischen Ausführungen zur Rolle der Bürgerschaft in der Freien Reichsstadt, oder Erläuterungen zur Demokratietheorie. Aber als Demokrat darf ich Ihnen vielleicht sagen, was meine Haltung zur Demokratie besonders geprägt hat. Das war vor allem auch die berühmte Rede, die der athenische Staatsmann Perikles im Peloponnesischen Krieg im Jahr 431 vor Christus gehalten hat. Wir haben sie damals in der Schule gelesen; und ich glaube auch in Deutschland wird sie noch von vielen gelesen, denn Perikles sagt dort Dinge zur athenischen Demokratie, von denen viele auch heute noch wichtig sind.

Zum Beispiel dass die Demokratie nicht auf die Minderheit der Bürger sondern auf die Mehrheit ausgerichtet ist. Dass die Bürger vor dem Gesetz gleich sind. Dass Leistung zählt. Dass die Teilhabe am Staat nicht von den finanziellen Möglichkeiten eines Bürgers abhängen darf. Dass man den anderen nicht verurteilt, wenn er sein Leben nach seinen Vorstellungen lebt. Und dass natürlich Gesetze zu respektieren sind.

Ganz besonders im Gedächtnis ist mir aber ein anderer Punkt geblieben. Dass nämlich die Demokratie nur erfolgreich sein kann, wenn sich die Menschen an ihr beteiligen. Perikles sagt: „Denn im Gegensatz zu allen anderen halten wir denjenigen, der sich an den politischen Angelegenheiten gar nicht beteiligt, nicht für einen stillen Bürger – sondern für einen nutzlosen“ (μόνοι γὰρ τόν τε μηδὲν τῶνδε μετέχοντα οὐκ ἀπράγμονα, ἀλλ’ ἀχρεῖον νομίζομεν, 2, 40, 2). Dahinter steckt die Auffassung, dass wir uns um unseren Staat und um unsere Stadt kümmern müssen. Diesen Gedanken finde ich heute fast noch wichtiger als damals, als ich ihn zum ersten Mal gehört habe. Denn wir erleben heute eine Tendenz, in den sogenannten Bubbles zu leben – den oft virtuellen, kleinen Gemeinschaften, in denen wir nur noch von Gleichgesinnten und deren mehr oder weniger gleichen Meinungen umgeben sind. Der Austausch mit den anderen und deren oft anderen Meinungen findet eher weniger statt. Weder in den Bubbles noch auch in den für diesen vorgesehenen Institutionen – gerade auf kommunaler Ebene sehen wir nämlich, dass immer weniger Menschen politische Verantwortung übernehmen wollen. Ich sehe, wie viele andere, diese Entwicklung mit viel Sorge. Auch deswegen freue ich mich sehr, heute beim Schwörtag zu Ihnen zu sprechen. Denn der Schwörtag schafft Gemeinschaft und Austausch innerhalb der Stadtgemeinschaft. Und ich möchte auch an dieser Stelle die Gelegenheit nutzen, Ihrem Herrn Oberbürgermeister und allen anwesenden Dezernentinnen und Dezernenten und vor allem auch allen Stadträtinnen und Stadträten und allen, die sich in der Stadt engagieren, für ihr Engagement und ihre oft nicht leichte Arbeit ganz ausdrücklich Respekt zu zollen und auch zu danken!

Meine Damen und Herren,
Demokratie braucht nicht nur Engagement. Der Erfolg der Demokratie hängt auch davon ab, dass die Menschen in ihr eine gute Perspektive für ihre eigene Zukunft sehen. Viele Menschen tun sich derzeit in Deutschland schwer damit, für sich und vor allem auch für ihre Kinder diese Perspektive zu sehen. Denn die deutsche Wirtschaft befindet sich seit langem in einer sehr angespannten Lage. Mit aller Kraft suchen wir den Ausweg aus der Stagnation, und die geopolitische Lage hilft uns dabei nicht. Die anhaltenden Konflikte in der Ukraine, in Nahost und ganz aktuell der Iran-Krieg sorgen für erhebliche zusätzliche Belastungen, wirtschaftlich und auch emotional. Zudem haben wir das Gefühl, dass die wichtigen Innovationen mittlerweile woanders gemacht werden. Für ein Land wie Deutschland, das keine anderen Rohstoffe hat als den Rohstoff Hirn und das deswegen immer stolz war auf seine Erfinder und Ingenieure, ist das eine besonders bedrückende Entwicklung. Wir alle können das täglich in den Medien und nicht selten auch in unserer unmittelbaren Nachbarschaft verfolgen. Und gerade Baden-Württemberg, unser „Ländle“, ist als führender Wirtschafts- und Technologiestandort davon besonders betroffen. Große und international sehr namhafte Unternehmen, die hier ansässig sind, sehen sich zu einschneidenden Maßnahmen gezwungen.

Als Ingenieur traue ich mich zu diesen Themen eher zu sprechen als zur Demokratie. Auch hier rate ich aber jedem zur Bescheidenheit. Denn die Arbeit an der nachhaltigen Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands ist wie ein großes Projekt mit vielen untergeordneten Teilprojekten. Jeder und jede muss in ihrer und seiner Verantwortlichkeit und nach seiner Kenntnis beitragen; und deswegen werde ich heute zu vielen Themen nicht sprechen, die auch nötig sind, aber bei denen sich andere besser auskennen. Etwa den Ausbau einer guten Verteidigung und einer guten Verteidigungsindustrie für das digitale Zeitalter. Oder die Effizienz der öffentlichen Verwaltung. Zu diesen beiden Themen nur so viel – denn in gewissem Maße sind wir dann doch auch betroffen und deswegen habe ich genau diese beiden genannt: wir müssen in Deutschland auch als Gesellschaft insgesamt viel effizienter Sorge tragen für die Sicherheit unserer kritischen Infrastruktur. Der Vorfall in Reutlingen vor einigen Wochen und der daraus resultierende Stromausfall hat das wieder gezeigt.

Vor allem aber möchte ich über eines dieser Teilprojekte sprechen: nämlich die Energieversorgung und unsere Energiewende. Infrastruktur und vor allem Energie-Infrastruktur war schon immer wichtig; schon immer wurde hier viel investiert. Esslingen verdankt diesen Investitionen sein Klein-Venedig, wo man den Neckar als Energiequelle für die Mühlen gezielt in kleine Kanäle geleitet hat. Was heute malerisch wirkt, war damals wirtschaftliche Notwendigkeit.

Auch heute ist eine funktionierende Energieversorgung die fundamentale Voraussetzung für Wachstum, Wohlstand und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Wenn wir vor diesem Hintergrund auf die Energieversorgung in Deutschland und auch auf die EnBW schauen, dann stellt sich vor allem eine Frage: Wie steht es unter diesen Bedingungen um die Energiewende als eines der für den Standort Deutschland und seiner Zukunft wichtigsten gesellschaftlichen Großprojekte? Wir haben die Energiewende Stand heute erst knapp zur Hälfte umgesetzt – wobei 70 Prozent der zukünftigen Investitionen in den nächsten 10 Jahren anstehen.

Aus den aktuellen Geschehnissen auf den Energiemärkten können wir für die Energiewende in Deutschland grundsätzlich zwei Schlussfolgerungen ziehen.

Die erste ist das Wichtigste: Die Energiewende ist und bleibt der richtige Weg. Dies wird durch die aktuellen Entwicklungen nicht in Frage gestellt, sondern zusätzlich bestätigt. Durch die Transformation unseres Energiesystems hin zu den Erneuerbaren reduzieren wir unsere Abhängigkeit von fossilen Energien und deren unterschiedlichen Lieferländern. Und das muss ein wichtiges Ziel bei all unseren Bemühungen um eine sichere Energieversorgung sein.

Und auch die zweite ist wichtig: Der ursprüngliche Auslöser der Energiewende, also ihr originärer Sinn und Zweck, war der Klimawandel und der daraus resultierende Wunsch nach Klimaneutralität. Dieses Ziel hat nichts an seiner Bedeutung verloren, das will ich hier ausdrücklich festhalten. Aber es ist nicht der einzige Fokus unserer Bemühungen. Die Sicherheit und die Bezahlbarkeit der Energieversorgung müssen jederzeit und auf lange Sicht gewährleistet sein, ansonsten bringen wir den Industriestandort Deutschland, seine Wirtschaftskraft und seine sozialen Errungenschaften in Gefahr.

Die Energiewende ist der richtige Weg! Aber wir müssen diesen Weg auch richtig gehen! Und das heißt, dass wir in eine neue Phase der Energiewende treten, in der nicht nur der Ausbau der Erneuerbaren im Vordergrund steht, also ein Wechsel von fossilen zu regenerativen Energien. Sondern in der wir einen gesamthaften Blick auf unser Energiesystem werfen und es insgesamt anpassen an die veränderten Anforderungen vorwiegend regenerativer Erzeugung, und auch an die generell veränderten Rahmenbedingungen. Denn es hilft ja beispielsweise nichts, wenn wir sehr viele Windräder haben – aber keine Netze, in die wir den Strom leiten können, den diese Windräder produzieren.

Das Gesamtsystem muss funktionieren und dabei alle drei Ziele gleichermaßen bedienen und erfüllen: Nachhaltigkeit, Sicherheit und Bezahlbarkeit. Und dabei stellen sich aktuell sehr konkrete Fragen, die über das Gelingen der Energiewende entscheiden: Wie lassen sich die Erneuerbaren optimal in das Netz integrieren und wie lassen sich Erneuerbaren-Ausbau und Netzausbau optimal synchronisieren? Wie und in welchem Umfang kann der Verbrauch entlang des Stromangebots intelligent und flexibel gesteuert werden, ohne Produktivitäts- oder Komforteinbußen beim Kunden zu haben?

Und mit welchen Technologien sichern wir die Versorgung, wenn wir weder aus Wind noch aus Sonne Strom produzieren können? Entscheidend ist hier das Miteinander von Problemlösungen im Sinne des Gesamtsystems, nicht ein Gegeneinander.

Ich möchte das eben Gesagte an einem Beispiel illustrieren, für das die EnBW jüngst auch in der Presse war und wo wir auch kritisiert worden sind. Ich möchte dazu nur kurz einen Punkt vorausschicken: als EnBW haben wir, was den gesamthaften Blick auf die Energiewende angeht, eine besondere Erfahrung. Wir sind nämlich das einzige große Energieunternehmen Deutschlands, das integriert ist. Das heißt: wir bilden die gesamte Wertschöpfungskette der Energie ab – von der Erzeugung und dem Handel über den Transport in Netzen bis hin zum Vertrieb, etwa an Ladesäulen für E-Autos oder bei Ihrem Stromanschluss zuhause. Andere große Energieunternehmen Deutschlands befassen sich nur mit jeweils einem Teil dieser Wertschöpfungskette – und das prägt natürlich auch ihre Perspektive und ihre Interessen. Wir hingegen haben schon aus unserem eigenen Unternehmen heraus eine gesamthafte Perspektive. Und aus dieser Perspektive entwickeln wir Kompromissvorschläge und bringen diese auch in die öffentliche Debatte ein.

Lassen Sie mich nach den Vorbemerkungen also zu meinem Beispiel kommen. Es geht um die Frage, wie wir unsere Stromversorgung in den Zeiten sichern, in denen wir wetterbedingt aus erneuerbaren Quellen keinen Strom produzieren können. Also nicht wie in diesem Frühjahr, wo wir über lange Perioden Sonnenschein hatten und es auch windig war. Sondern zu Zeiten wie etwa oft im November, wenn es neblig ist, keine Sonne scheint und auch kein Wind weht. In diesen Zeiten wird ja auch Strom gebraucht. Dabei gibt es zwei Herausforderungen. Zum einen müssen die Quellen, aus denen wir dann Strom produzieren, sehr flexibel sein: wir müssen sie schnell hochfahren können, wenn die Erneuerbaren aufgrund der Wetterlage keinen Ertrag liefern, und wir müssen sie auch schnell wieder runterfahren können, wenn die Sonne wieder scheint und der Wind wieder weht. Die technisch beste Lösung hierfür sind Gaskraftwerke, die sehr flexibel sind und die wir übrigens so bauen, dass sie später mit Wasserstoff betrieben werden können, sobald Wasserstoff verfügbar ist. So wie wir es gerade am Standort Altbach/Deizisau hier in der Nähe machen. Damit können sie dann CO2-neutral betrieben werden. Und die zweite Herausforderung: da solche Kraftwerke eben nur „einspringen“ und nicht oft laufen, sind sie wirtschaftlich schwer zu betreiben, auch wenn sie für das Gesamtsystem absolut unverzichtbar sind. Deswegen brauchen wir dafür eine öffentliche Förderung – eine Investition, so wie damals in die Kanäle in Klein-Venedig. Zu diesem Sachverhalt bringen wir gerade unseren Sachverstand in die politische Diskussion ein.

Andererseits hat die EnBW im Jahr 2025 so viel Erzeugungskapazität aus erneuerbaren Quellen zugebaut wie nie zuvor. Um genau zu sein, waren es 800 Megawatt bei Wind und Solar. Rund 66 Prozent unserer installierten Leistung sind inzwischen erneuerbar. Und in ein paar Wochen werden wir Deutschlands größten Offshore-Windpark in der Ostsee eröffnen, mit insgesamt 960 MW Leistung.

Wir haben bei der EnBW immer darauf geachtet, dass das eingehalten wird, was wir den energiepolitischen Dreiklang nennen: Bezahlbarkeit, Versorgungssicherheit, und eben Klimafreundlichkeit. Alle drei Töne in diesem Dreiklang sind gleichberechtigt. Und wir untermauern das mit unserer Strategie und unserer Leistung, wie unser vergangenes Geschäftsjahr zeigt. Dass wir einen Rekordzubau an Erneuerbaren hatten, habe ich gerade gesagt. Was die Bezahlbarkeit angeht, haben wir zu Beginn von 2025 unseren Kundinnen und Kunden die größte Strom- und Gaspreissenkung seit Jahren angeboten: minus 12 Prozent beim Strom und minus 14 Prozent beim Gas. Und was die Versorgungssicherheit angeht, haben wir Rekordinvestitionen von 7,6 Milliarden Euro getätigt und davon 60 Prozent in die Netze – die ja bei der Versorgungssicherheit eine ganz besondere Rolle spielen.

Meine Damen und Herren, liebe Esslingerinnen und Esslinger,
die Energiewende bleibt ein großes Projekt. Gewaltige Investitionen sind nötig; die EnBW allein wird bis 2030 bis zu 50 Milliarden Euro investieren. Wir haben übrigens in einer Studie darauf hingewiesen, dass Deutschland bei diesen Investitionen schon auch einiges sparen kann – etwa 400 Milliarden Euro, wenn wir die Dimensionierung des Gesamtsystems an die niedrigere Nachfrage-Erwartung anpassen. Darüber hinaus erfordert die Energiewende auch nicht nur Geld, sondern auch ein bisschen ein Umdenken, auch von jedem einzelnen. Man kann sich auch als Endverbraucher überlegen, ob es bei sich zuhause Sinn macht, mit einem Smart Meter-System seinen Stromverbrauch gezielt in die Zeiten zu legen, wo der Strom billig ist. Auch Unternehmen können das. Die EnBW selber hat, was solche Themen angeht, einen gewaltigen Transformationsprozess hinter sich. Wir sind heute ein ganz anderes Unternehmen als noch vor zehn Jahren.

Wie gesagt – ich bin Ingenieur. Ein bezahlbares, sicheres und klimafreundliches Energiesystem ist unser Beitrag zum Gesamtprojekt „Erhalt und Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands.“ Unser Teilprojekt für Wohlstand, Wachstum, und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Der Aufbau eines solchen Energiesystems im Rahmen der Energiewende ist dabei selber ein Großprojekt mit vielen Teilprojekten. Eins davon habe ich Ihnen geschildert; aber es gibt natürlich ganz viele. Jedes dieser Teilprojekte erfordert harte Arbeit, von allen Beteiligten: in den Unternehmen, in Verwaltung und Politik, in Forschung und Innovation. Und vor allem auch Zusammenarbeit. Und auch deswegen ist es so wichtig, dass wir uns in unserer Demokratie nicht in unsere Bubbles zurückziehen, sondern immer auch miteinander reden, versuchen die Positionen der anderen zu verstehen, und Kompromissvorschläge zu machen.

Ich wünsche Ihnen hier in Esslingen, dass Ihnen das nicht nur am Schwörfest gelingt, sondern auch das ganze Jahr hindurch; und im Übrigen hoffe ich, dass meine Rede zur weiteren Befriedung des Verhältnisses von Stuttgartern und Esslingern beigetragen hat.
Vielen Dank!

Verpflichtungsrede: Nicolas Fink, Stadtrat und Fraktionsvorsitzender SPD

Esslingen am Neckar, 3. Juli 2026 - es gilt das gesprochene Wort

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
sehr geehrter Herr Landrat,
sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete,
sehr geehrter Herr Dr. Stamatelopolous,
liebe Kolleginnen und Kollegen des Gemeinderats,
liebe Esslingerinnen und Esslinger,

für Gemeinderätinnen und Gemeinderäte in Esslingen gab es wahrlich schon leichtere Zeiten. Sinkende kommunale Einnahmen, das Erstarken populistischer Kräfte und eine zunehmend fragmentierte Medienlandschaft stellen das kommunale Ehrenamt vor Herausforderungen, wie wir sie seit vielen Jahren nicht mehr erlebt haben. 

Mir ist bewusst, dass andere Generationen vor uns noch deutlich größere Krisen zu bewältigen hatten. Sie mussten allerdings auch erfahren, was geschieht, wenn Extremisten politische Verantwortung übertragen wird. Deshalb ist mir beim diesjährigen Schwörwochenende ein Appell besonders wichtig: 

Liebe Bürgerinnen und Bürger, fallen Sie nicht auf vermeintlich einfache Antworten herein! Wer den menschengemachten Klimawandel leugnet, wessen Geschäftsmodell auf Hass und Hetze fußt und wer Menschen allein nach ihrer Herkunft beurteilt, dem dürfen wir keine politische Verantwortung übertragen – weder in Esslingen noch anderswo. 

Die Demokratie hat dabei kein Erkenntnisproblem. Vielmehr stehen wir vor der Aufgabe, gemeinsame und nachhaltige Lösungen für die Herausforderungen unserer Zeit zu entwickeln. 

Dabei verbindet uns eine lange gemeinsame Geschichte. Im kommenden Jahr feiern wir 1250 Jahre Esslingen. Unsere Stadt blickt auf eine außergewöhnliche Vergangenheit zurück und ist zugleich eine lebenswerte und attraktive Stadt. Wer hier täglich lebt, verliert manchmal den Blick für das Besondere. Besucherinnen und Besucher erinnern uns immer wieder daran, welchen Schatz wir mit unserer historischen Altstadt, der Burg und den Weinbergen besitzen. 

Doch wie im Leben gilt auch für Städte: Schönheit allein genügt nicht. Entscheidend sind die inneren Werte. Werte, die uns als Stadtgesellschaft verbinden: Respekt voreinander, Solidarität und Zusammenhalt. Werte, die das Zusammenleben der Menschen unterschiedlichster Herkunft in unserer Stadt prägen und die auch den Blick auf diejenigen richten, die Unterstützung benötigen. 

Unser gemeinsames Ziel muss deshalb sein, allen Menschen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben in Esslingen zu ermöglichen. 

Gerade in der derzeit schwierigen Haushaltslage wird das nicht leichter. Umso wichtiger ist es, dass wir in den vergangenen Jahren in zentralen Zukunftsfragen Verantwortung übernommen haben. Dazu gehört insbesondere Esslingens Weg zur Klimaneutralität. 

Lieber Herr Dr. Stamatelopolous, gerade mit Blick auf Ihre heutige Rede liegt mir dieses Thema besonders am Herzen. 

Mit der Neuen Weststadt als klimaneutralem Quartier, der wegweisenden Entscheidung des Gemeinderats, den Busverkehr vollständig auf Elektroantrieb umzustellen, sowie unserer kommunalen Wärmeplanung hat Esslingen Entscheidungen getroffen, die weit über die Region hinaus Beachtung finden. Die nachhaltige Wärmeversorgung durch Gebäudesanierungen, den Ausbau der Energienetze durch unsere Stadtwerke und die strategische Wärmeplanung machen deutlich: Esslingen ist ein Vorreiter beim kommunalen Klimaschutz. 

Uns als Gemeinderat sollte es aber nicht nur um das Klima für kommende Generationen gehen, sondern ebenso um das Klima zwischen den Menschen in unserer Stadt. Und damit komme ich zu einer der wichtigsten Fragen der Kommunalpolitik

Welche Bedeutung hat eine funktionierende Stadtgesellschaft für unsere Demokratie? 

Hier in Esslingen wird das Fundament unserer Demokratie gelegt – für Baden-Württemberg, für Deutschland und für Europa. Wenn unser Staat vor Ort in den Städten und Gemeinden nicht funktioniert, verliert die Demokratie insgesamt an Akzeptanz. 

Deshalb sollten wir den Wert der repräsentativen Demokratie gerade auf kommunaler Ebene selbstbewusst vertreten. Gleichzeitig dürfen wir nicht vergessen, dass viele Menschen dankbar wären, in einer Stadt wie Esslingen leben zu dürfen. 

Oder zugespitzt formuliert: Wenn über Jahre hinweg die größte kommunalpolitische Kontroverse der Standort einer Bücherei ist, dann spricht das auch dafür, dass es unserer Stadt insgesamt ziemlich gut geht. 

Die wirklich großen Aufgaben – der Erhalt unserer wirtschaftlichen Stärke, die Sicherung eines leistungsfähigen Bildungs- und Gesundheitssystems sowie die Schaffung bezahlbaren Wohnraums – werden wir nur gemeinsam bewältigen. Gelingt das Miteinander in unserer Stadt, stärken wir zugleich das Vertrauen in unsere demokratischen Institutionen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. 

Gerade in einer Zeit zunehmender Polarisierung und eines Erstarkens nationalistischer und rechtsextremer Kräfte kommt diesem Zusammenhalt eine besondere Bedeutung zu. Auch auf kommunaler Ebene müssen wir Haltung zeigen und die Werte unserer Demokratie entschlossen verteidigen. 

Dabei sollten wir uns immer wieder bewusst machen: Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit. Sie muss jeden Tag neu gelebt und verteidigt werden. 

Dazu gehört auch ein respektvoller Umgang mit denjenigen, die Verantwortung übernehmen. Wenn man sieht, wie zum Beispiel über unseren Oberbürgermeister, über Dezernenten oder über Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung gesprochen – und insbesondere in den sozialen Medien geschrieben – wird, dann fehlt oftmals jeder Anstand. 

Viel zu selten wird gesehen, wie wertvoll es ist, wenn Verwaltung und Stadtspitze auch in schwierigen Zeiten mit Kompetenz, Verantwortungsbewusstsein und Anstand handeln. 

Deshalb möchte ich an dieser Stelle ausdrücklich Danke sagen. 

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, Ihnen und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung danke ich herzlich für Ihren täglichen Einsatz für unsere Stadt und für unsere Demokratie. 

Meine sehr geehrten Damen und Herren, 
zum Ende meiner Rede möchte ich an ein oft zitiertes Wort von Erwin Teufel erinnern: „Erst das Land, dann die Partei, dann die Person.“ 
Übertragen auf die kommunale Ebene könnte man sagen: „Erst die Stadt, dann die Partei, dann die Person.“ 

Diese Reihenfolge bringt einen einfachen, aber entscheidenden Grundsatz zum Ausdruck: Das Gemeinwohl muss immer Vorrang vor Einzelinteressen haben. 

Ich bin überzeugt, dass wir uns gerade in schwierigen Zeiten wieder stärker an diesem Leitgedanken orientieren müssen. Die Herausforderungen für unsere Stadt sind zu groß, um sie parteipolitisch oder ideologisch zu betrachten. 

Wir im Gemeinderat müssen Verantwortung übernehmen und – ob uns das gefällt oder nicht – auch unbequeme Entscheidungen treffen, wenn sie notwendig sind, um die Handlungsfähigkeit unserer Stadt zu sichern. Nur eine Stadt, die ihre Zukunft selbst gestalten kann, schafft die Grundlage dafür, auch künftig das Wohl Esslingens zu fördern – auf das wir gleich gemeinsam verpflichtet werden. 

Der Einsatz für das Gemeinwohl ist jedoch nicht allein Aufgabe von Gemeinderat und Verwaltung. Verantwortung tragen wir alle. 

Deshalb werden wir gleich gemeinsam auf das Wohl unserer Stadt verpflichtet. 

Und das ist die gute Nachricht: Die meisten Menschen sind großartig, sie kümmern sich um ihre Familien, sie sind fleißig, sie engagieren sich ehrenamtlich. Lassen sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass auch zukünftig die meisten Menschen überzeugte Demokratinnen und Demokraten sind.  Wir können gemeinsam unsere Demokratie schützen, wir können gemeinsam unsere Stadt in eine gute Zukunft führen. Lassen Sie uns spätestens an diesem Schwörwochenende damit beginnen! Herzlichen Dank! 

Nun bitte ich Sie alle, sofern es Ihnen möglich ist, sich von Ihren Plätzen zu erheben zur Verlesung der Verpflichtungsformel: 

„Wir geloben Treue der Verfassung, Gehorsam den Gesetzen und gewissenhafte Erfüllung unserer Pflichten. Insbesondere geloben wir, die Rechte der Stadt gewissenhaft zu wahren und ihr Wohl und das ihrer Einwohnerinnen und Einwohner nach Kräften zu fördern.“ 

Vielen Dank. 

Ich bedanke mich herzlich für Ihre Aufmerksamkeit und wünsche Ihnen allen noch einen würdigen und schönen weiteren Verlauf des Schwörtags. 

Alle Fotos auf dieser Seite: ©Sabine Watzko

Der Oberbürgermeister spricht zur Bürgerschaft im Schwörhof

Schwörfest 2025

OB Matthias Klopfer am Redepult

Oberbürgermeister Matthias Klopfer

Moderator Matthias Berg

Moderator Matthias Berg

Kinderchor singt vor historischer Kulisse im Schwörhof.

Rahmenprogramm: Chorprojekt der Zollberg Realschule

Festredner Dr. Georg Stamatelopolous, Vorstandsvorsitzender der EnBW

Festredner Dr. Georg Stamatelopolous, Vorstandsvorsitzender der EnBW

Kinderchor bewegt sich passend zum Liedtext

Oh happy day - Esslingen Edition 

OB Matthias Klopfer und das Publikum klatschen mit

Standing Ovations

Nicolas Fink am Redepult

Nicolas Fink, Stadtrat und Fraktionsvorsitzender SPD

Die Mitglieder des Gemeinderats und die Bürgerstaft stehen während der Verpflichtung auf

Verpflichtung des Gemeinderats und der Bürgerschaft

Die Stadtkapelle Esslingen spielt auf der Veranstaltung

Musikalische Beiträge der Stadtkapelle Esslingen, Musikverein RSK

Geschichte des Schwörtags

Der Esslinger Schwörtag war bis zum Verlust der Reichsunmittelbarkeit das zentrale verfassungspolitische Ereignis der Stadt Esslingen am Neckar. In den Neunzigerjahren des 20. Jahrhunderts hat die Stadt diese Tradition wieder aufgenommen. 

Schwörtag damals

Die heutigen Schwörtagsfeiern in ehemaligen Reichsstädten wie Esslingen gehen auf mittelalterliche Vorläufer zurück, bei denen sich die Stadtgemeinde als Schwurgemeinschaft konstituierte.

Reichsstädte besaßen eine besondere politische Kultur, regierten sich weitgehend selbst und genossen so eine relative Unabhängigkeit. Ausdruck dieser kommunalen, partizipativen, wenn auch nicht im heutigen Sinne demokratischen Selbstregierung war der gemeinsame öffentliche Eid des Bürgermeisters, des Rates und der ganzen Bürgerschaft auf die Stadtverfassung. 

Die Schwörtagsfeiern, in Esslingen bereits 1376 weitgehend ausgeprägt, fanden jährlich zu Wahlen und Amtsübergaben statt. Der Schwörakt bezweckte letztlich den Zusammenhalt in der Stadt, friedliche Konfliktaustragung und die Beachtung der städtischen Regeln durch alle Beteiligten. Der Schwörtag war auch ein zentrales städtisches Fest und ein wichtiger Faktor im Bewusstsein der Bürgerschaft.

Der Verlust der reichsstädtischen Freiheit durch die Mediatisierung von Reichsstädten im Gefolge der Napoleonischen Kriege führte 1802 zu einer Abschaffung der Schwörtage durch die neuen Landesherren. 

Zeitzeuge Johann Jakob Keller

Für Esslingen konstatierte Johann Jakob Keller 1789 schon „mehrere Wochen vorher ein Leben und Weben, ein Kaufen und Verkaufen, das einzig seinen Bezug auf diese Feier hat“. 

Den Ablauf des Schwörtags hat er in sechs Briefen an einen Freund genau beschrieben. Die Briefe wurden 1789 zusammen mit einem Kupferstich, auf dem die Schwörtagszeremonie festgehalten ist, veröffentlicht.

Der Kupferstich zeigt links die im Schwörhof versammelte Bürgerschaft unter den Zunftfahnen. Rechts ist die Ledigenkompanie postiert, dahinter hat der Rat in einem Laubengang Platz genommen.

Im Erker des Schwörbalkons nimmt der Kanzleidirektor dem neuen Bürgermeister den Eid auf die Statuten der Stadt ab, den danach der Magistrat und die gesamte Bürgerschaft auf die Verfassung leisten.

Der Schwörtag wurde jeden Sonntag nach Jakobi abgehalten.

alter Kupferstich der Schwörtagszeremonie

Schwörtag heute

Die 1991 auf dem historischen Schwörhof wieder ins Leben gerufene Schwörzeremonie nimmt Bezug auf die spezifischen reichsstädtischen Traditionen, passt aber inhaltlich noch immer in die heutige Zeit.

Sie wird heute nicht mehr als rechtsverbindlicher Schwurakt interpretiert, sondern als identifikationsstiftendes, partizipatives, aber keinesfalls exklusives Zeugnis einer vielfältigen Stadtgesellschaft.

Die Schwörzeremonie wird jährlich am ersten Freitag im Juli abgehalten. Sie bildet den Auftakt zum Esslinger Schwörfest mit einem breit gefächerten kulinarischen Angebot und musikalischer Unterhaltung auf dem Marktplatz.

Übersicht Schwörtagsreden seit 2010

Jahr Redende Funktion Titel Verpflichtung
2025 Andreas Huber Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft Club of Rome „Zukunft in lokalen Händen: Was wir heute schwören, entscheidet über das Morgen“ Carmen Tittel, Grüne
2024 Tilmann von der Lühe Kapitän der Fregatte Baden-Württemberg „Von der schwören See - Die Bedeutung der Marine für Land und Ländle“ Tim Hauser, CDU
2023 Verena Bentele Präsidentin des Sozialverbands VdK e.V. Deutschland „Der Preis der Ungleichheit – soziale Verantwortung geht uns alle an“ Martin Auerbach, Die Linke
2022 Barbara Bosch Staatsrätin für Bürgerbeteiligung und Zivilgesellschaft sowie ehemalige Oberbürgermeisterin der Stadt Reutlingen und Präsidentin des Städtetags BW "Kommunale Demokratie in der Bewährungsprobe" Rena Farquhar, FDP
2021
2020
abgesagt      
2019 Prof. Dr. Bernhard Pörksen langjähriger geschäftsführender Direktor des Instituts für Medienwissenschaften an der Universität Tübingen "Die digitale Revolution - was die neue Medienwelt für die Gesellschaft und für jeden von uns bedeutet"  Dr. Silberhorn-Hemminger, Freie Wähler
2018 Prof. Dr. Klaus Henning langjähriger Leiter des größten Institutsclusters für Kybernetik, Vorsitzender des Aufsichtsrats und Mitgesellschafter Xenium AG München und Mitglied der Zukunftskommission des Wirtschaftsrates der CDU "Die digitale Transformation unserer Lebens- und Arbeitswelt" Dr. Jörn Lingnau, CDU
2017 Jörg Hofmann Erster Vorsitzender der IG Metall "Anpacken statt abwarten - weil die Arbeitswelt von morgen jetzt beginnt" Andreas Koch, SPD
2016 Dr. Caroline Hornstein-Tomic stellvertretende Präsidentin der Bundeszentrale für politische Bildung "Politische Bildung vor den aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen" Carmen Tittel, Grüne
2015 Ayman A. Mazyek Vorstandsvorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland "Der Islam und die Bundesrepublik - Chancen und Herausforderungen"  Dr. Silberhorn-Hemminger, Freie Wähler
2014 Prof. Dr. Horst W. Opaschowski Zukunftswissenschaftler  "Vom Wohlleben zum Wohlergehen" Dr. Jörn Lingnau, CDU
2013 Prof. Dr. Dr. Reimer Gronemeyer Soziologe und Theologe "Das neue Verhältnis der Generationen" Andreas Koch, SPD
2012 Günther H. Öttinger EU-Kommissar für Energie und ehemaliger Ministerpräsident von Baden-Württemberg "Herausforderungen der Energiewende in Deutschland und Europa" Carmen Tittel, Grüne
2011 Prof. Dr. Dr. h. c. Wolfgang Huber langjähriger Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland und Landesbischof von Berlin-Brandenburg "Verschieden und doch gleich. Aufgaben einer Integrationsgesellschaft" Jörg Zoller, Freie Wähler
2010 Bundesumweltminister a. D. Prof. Dr. Klaus Töpfer Gründungsdirektor des Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS) in Potsdam "Nachhaltige Entwicklung und Klimaschutz: Verantwortung von Kommunen in einer Welt mit bis zu 9 Milliarden Menschen" Dr. Carl-Eberhard Klapproth, CDU

Stadt Esslingen am Neckar

Schwörtag

Geschäftsstelle Gemeinderat und Innerer Dienstbetrieb
Rathausplatz 3
73728 Esslingen am Neckar
Telefon 0711 3512-2204
Fax 0711 3512-552204
Kulturamt
Rathausplatz 3
73728 Esslingen am Neckar
Telefon 0711 3512-2644

Das könnte Sie auch interessieren