Erholung im Grünen direkt am Neckar
Wo heute Spazierwege, Spielbereiche und Grünflächen liegen, befand sich früher ein Industriestandort. Auf dem Gelände standen unter anderem die Hallen der Esslinger Maschinenfabrik, in denen Lokomotiven hergestellt wurden.
Mit dem Neckaruferpark wurde diese Fläche neu gestaltet und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Aus einem ehemaligen Industrieareal ist so ein rund zwei Kilometer langer Grün- und Erholungsraum am Neckar entstanden, der sich in den kommenden Jahren noch weiterentwickeln wird.
Eindrücke von der Eröffnung am 20. Juni 2026
Warum ist im Park noch nicht alles grün?
Der Neckaruferpark ist eröffnet, viele Pflanzen brauchen jedoch noch Zeit zum Wachsen. Neben klassischem Rasen wurden auch artenreiche Blumen- und Kräuterwiesen angesät, die sich langsamer entwickeln. Deshalb können manche Flächen derzeit noch lückenhaft wirken oder offene Bodenstellen zeigen.
Auch die neu gepflanzten Bäume und Sträucher müssen zunächst anwachsen. In den kommenden Jahren wird der Park zunehmend grüner werden und sein endgültiges Erscheinungsbild entwickeln.
Warum gibt es Bereiche mit „wilden“ Pflanzen oder offener Erde?
Der Neckaruferpark ist bewusst nicht als klassischer Stadtpark mit aufwendig gestalteten Blumenbeeten angelegt worden. Neben Flächen zum Spielen, Erholen und Verweilen bietet er auch Lebensräume für Pflanzen und Tiere.
Deshalb gibt es neben gepflegten Rasenflächen auch naturnahe Wiesen und sogenannte Sukzessionsflächen. Dort darf sich die Natur weitgehend selbst entwickeln. So entsteht langfristig ein vielfältiger Lebensraum für Insekten, Vögel und andere Tiere.
Wie geht es mit dem Park weiter?
In einem nächsten Bauabschnitt soll der Bereich zwischen dem neuen Neckarbalkon an der Unterführung zum Bahnhof und dem Merkelpark deutlich aufgewertet und stärker mit dem Neckar verbunden werden. Die Planungen dafür haben bereits begonnen.
Aktuell bewirbt sich die Stadt um Fördermittel aus dem Programm „Anpassung urbaner und ländlicher Räume an den Klimawandel“ des Bundes.
Im ersten Schritt wird der Abschnitt der Pliensaubrücke über den Neckar erneuert. Die neue Brücke wird eine Rampe mit Zwischenpodesten in den Neckaruferpark erhalten.
- Geplanter Baubeginn: Frühjahr 2027
- Fertigstellung voraussichtlich Sommer 2029
Der Bereich um die Pliensaubrücke wird ähnlich gestaltet, wie der Neckaruferpark. Geplant sind attraktive Aufenthalts- und die Erholungsmöglichkeiten nahe am Neckar mit einer Sitzstufenanlage rund um den erhaltenen Teil der historischen Brücke, neuen Bäumen, Sitzbänken und Pflanzkübel sowie voneinander getrennte Fuß- und Radwege.
- Geplanter Baubeginn: 2029
Fünf besondere Freiräume
Pliensauturm
Neckarbalkon
Der Neckarbalkon befindet sich am südlichen Ausgang der Bahnhofsunterführung und bietet als Erholungsraum einen wunderbaren Ausblick auf den Neckar. Der Balkon erstreckt sich als Terrassendeck über den Fluss und schafft einen offenen Aufenthaltsbereich an einer Engstelle des Neckaruferparks.
Auf der oberen Ebene verläuft ein gemeinsamer Rad- und Fußweg, der kreuzungsfrei über die Unterführung führt. Ein Treppenaufgang verbindet den Neckarbalkon mit der oberen Ebene, sodass mühelos zwischen beiden Bereichen gewechselt werden kann. Über eine Rampe beim Färbertörlesweg ist der Balkon für alle Besucherinnen und Besucher zugänglich. Für Pendlerinnen und Pendler bietet ein Fahrradunterstand bequeme Abstellmöglichkeiten für Fahrräder.
Das Terrassendeck wurde mit großen Betonplatten gestaltet und ist teilweise von einer begrünten Pergola überdacht, die angenehmen Schatten spendet. Gemütliche Sitzbänke aus Holz und Metall laden zum Verweilen ein.


Der Stadtbalkon im Bau (Stand Mai 2025)
Planungsentwurf
Neckar-Plateau
Das Neckarplateau entstand westlich des ehemaligen Stellwerks im Zentrum der geplanten Parkanlage und schließt an eine große Freitreppe an. Das Gelände wurde auf einer Länge von 50 Metern moderat terrassiert. Auf Höhe des oberen Geh- und Radwegs wurde hinter einer niedrigen Natursteinmauer ein Bereich für Sport und Bewegung eingerichtet. Die Freitreppe wurde mit Sitzstufen in den Hang verlängert, sodass kleine Terrassen entstanden sind, auf denen man sich ausruhen, treffen oder den Blick auf den Neckar genießen kann.
Den eigentliche Hang beherrscht eine attraktive Röhrenrutschbahn. Nach der Rutschpartie gelangen Kinder über Naturholzstämme und Kletternetze wieder nach oben. Der obere Spielbereich ist nun auch über einen barrierefreien Weg erreichbar.


Freitreppe im Bau (Stand Mai 2025)
Naturufer
Das Naturufer wurde bewusst als ruhiger Gegenpol zum belebten Aktivbereich gestaltet. Hier steht das Erleben der Natur im Vordergrund. Das Ufer und die angrenzende Böschung wurden naturnah angelegt und in verschiedene Bereiche gegliedert. So sind unterschiedliche Lebensräume für Tiere und Pflanzen entstanden.
Die Pflege des Naturufers erfolgt bewusst zurückhaltend. Dadurch kann sich die Natur weitgehend selbst entwickeln und heimische Tier- und Pflanzenarten finden hier gute Bedingungen, um sich anzusiedeln.
Der sogenannte Leinpfad entlang des Neckars geht in diesem Bereich in einen Steg über, der über den flachen Uferbereich führt. Er bietet einen freien Blick auf den Neckar und das Naturufer.
Neue Liegestühle oberhalb des Naturufers bieten einen tollen Blick auf diesen naturnah gestalteten Bereich.


Planungsentwurf
Hechtkopf
Der Name Hechtkopf leitet sich von der charakteristischen Halbinsel-Form dieses Raums ab. An diesem Ort zwischen dem Neckar und dem Rossneckarzufluss wurde ein attraktiver Aufenthaltsbereich geschaffen. Sitz- und Liegemöglichkeiten sowie eine wunderbare Aussicht auf den Neckar laden hier zum Verweilen ein.
Eine flache Kiesbettzunge ermöglicht einen direkten Zugang zum Wasser eine Trockenmauer aus Sandstein gleicht den Höhenunterschied aus und dient zugleich als Biotop für wärmeliebende Pflanzen und Tiere, insbesondere Eidechsen.
Die vorhandene Fußgängerbrücke über den Rossneckar wird als Verbindung unter der Bahnunterführung in Richtung Weststadt genutzt.
Besonderes Augenmerk liegt auch auf dem Erhalt der besonderen Bestandsbäume, die einen wertvollen Beitrag zur Biodiversität leisten.
Planungsentwurf

Videodokumentation
Die Video-Dokumentation ermöglicht Einblicke in die schwer zugängliche und nicht einsehbare Baustelle und zeigt anschaulich die Herausforderungen beim Bau des Neckaruferparks.
Teil 1: Die Vision
Teil 2: Vorbereitungen
Teil 3: Aufbauarbeiten
Teil 4: Hochwassersicherheit
Teil 5: Endspurt
Weitere Infos
Nachhaltigkeit
Im Neckaruferpark wechseln sich naturnahe Wiesen mit Rasenflächen ab – ein Ort zum Entspannen und Spielen. Zugleich leistet der Park einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Stadtentwicklung in Esslingen.
Gerade in der Weststadt fehlen kühlende Grünräume. Deshalb sorgen neu gepflanzte Bäume und eine gezielte Bewässerung für spürbare Erfrischung an heißen Tagen. Ein neu gebohrter Brunnen nutzt Grundwasser ressourcenschonend.
Auch beim Bau steht Nachhaltigkeit im Mittelpunkt: Ausgehobene Fundamentreste wurden vor Ort zerkleinert und als Wegunterbau verwendet. Erdaushub aus der Hainbachrenaturierung formt das Gelände, während Wurzelstrünke gefällter Bäume als Lebensraum für Tiere erhalten bleiben.
Die naturnahe Gestaltung fördert zusätzlich die Artenvielfalt – unter anderem durch Natursteinmauern und artenreiche Wiesen. So entsteht am Neckar ein klimaangepasster, nachhaltiger und lebendiger Grünraum für alle.
Förderung
Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung BBSR
Förderung innerhalb des Bundesprogramms Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel:
Neckaruferpark in der Neuen Weststadt
Regierungspräsidium Stuttgart, Mobilität, Verkehr, Straßen
Förderung nach dem Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz
Neckartalradweg zwischen Rossneckarbrücke und dem historischen Pliensauturm
Verband Region Stuttgart
Förderung Landschaftspark Region Stuttgart, Kofinanzierung 2022
Neckaruferpark Neue Weststadt
Hintergrund
Seit über zwei Jahrzehnten entwickelt das Grünflächenamt der Stadt Esslingen Planungen für einen Park am Neckarufer in der bislang mit grünen Freiflächen unterversorgten Esslinger Weststadt. Im Jahr 2018 konnte die Stadt Esslingen durch den Ankauf von zwei Hektar Fläche von der Deutschen Bahn die wesentliche Voraussetzung für die Realisierung dieses innerstädtischen Stadtgrüns schaffen. Die neue Weststadt mit ihren fertiggestellten Wohnungen zieht derzeit neue Bewohner:innen an, wodurch der Bedarf an wohnungsnahen Freiflächen weiter deutlich gestiegen ist.
Die Freiraumsituation in der Weststadt wird durch die Bebauung von SWE-Areal, Schlachthausareal und Hochschulverlagerung verschärft, da hierdurch weitere Menschen in das Areal ziehen werden. Hinzu kommt die Notwendigkeit, innerstädtische Quartiere an die Auswirkungen des Klimawandels, wie sommerliche Hitzebelastung und niederschlagsarme Trockenperioden, anzupassen. Verbesserungen an der grünen Infrastruktur sind daher unumgänglich.
Stadt Esslingen am Neckar
Grünflächenamt
Abteilungsleiter






