Pliensauvorstadt 2040: jung, grüner, aktiver

Wie soll sich die Pliensauvorstadt in den kommenden Jahren entwickeln? Das Integrierte Stadtteilentwicklungskonzept (ISEK) gibt darauf eine klare Antwort.

Gemeinsam mit der Bürgerschaft, Politik und Stadtverwaltung wurden Ziele und Maßnahmen für die Zukunft des Stadtteils entwickelt. Der Gemeinderat hat das ISEK inzwischen beschlossen und bildet damit den strategischen Rahmen für die weitere Entwicklung der Pliensauvorstadt.

Dabei geht es nicht um ein einzelnes Bauprojekt, sondern um den Stadtteil als Ganzes: um Wohnen und Mobilität, Grün- und Freiräume, soziale Infrastruktur, Gewerbe und Energie.

Das Ziel: eine starke Pliensauvorstadt

Die Pliensauvorstadt ist heute ein lebendiger, familienfreundlicher und engagierter Stadtteil. Daran soll angeknüpft werden.
Das Zielbild für die Pliensauvorstadt lässt sich in drei Worten zusammenfassen:

Jung

Gute Bedingungen für Familien, Kinder und Jugendliche sowie bedarfsgerechte Bildungs- und Betreuungsangebote.

Grüner

Mehr Grün, besser vernetzte Freiräume und eine höhere Aufenthaltsqualität – insbesondere in stark versiegelten Bereichen.

Aktiver

Attraktive öffentliche Räume, gute Verbindungen innerhalb des Stadtteils, zur Innenstadt und zu den Nachbarstadtteilen.

Fünf Handlungsfelder für die Zukunft

Das ISEK bündelt die Entwicklung der Pliensauvorstadt in fünf Handlungsfeldern:

Wohnen

Die Pliensauvorstadt soll sich weiterentwickeln und gleichzeitig ein attraktiver Wohnort bleiben. Bei neuen Quartieren geht es deshalb nicht nur um zusätzlichen Wohnraum, sondern auch um gute Wege, Freiräume, Versorgung und eine hohe Lebensqualität.

In der Pliensauvorstadt gibt es verschiedene Flächen mit Entwicklungspotenzial: darunter das Roser-Areal, das Nürk-Areal und ein mögliches neues Quartier an der Weilstraße.

Das ISEK betrachtet diese Flächen nicht isoliert. Neue Quartiere sollen sich gut in den Stadtteil einfügen und zu seiner Lebensqualität beitragen. Deshalb werden von Anfang an auch Fragen wie Freiräume, Wege, Versorgung sowie Bildungs- und Betreuungsangebote mitgedacht.

Strategiekarte wohnen zeigt die Lage der drei möglichen Entwicklungsquartiere
©Reschl Stadtentwicklung GmbH

Mobilität

Klimafreundliche und sichere Mobilität soll gestärkt werden. Dabei geht es um gute Verbindungen innerhalb der Pliensauvorstadt ebenso wie um die Anbindung an die Innenstadt und die Nachbarstadtteile.

Strategiekarte Mobilität zeigt die Wegeverbindungen in der Pliensauvorstadt
©Reschl Stadtentwicklung GmbH

Städtebau und Freiraum

Öffentliche Räume, Plätze, Grünflächen und Innenhöfe sollen aufgewertet und besser miteinander verbunden werden. Ein Beispiel ist die geplante Neugestaltung rund um das Roser-Denkmal. Auch ein grüner Mittelpunkt für das Stadtteilleben bleibt ein wichtiges Ziel.

Strategiekarte Städtebau und Freiraum zeigt Plätze und Entwicklunsflächen
©Reschl Stadtentwicklung GmbH

Soziale Infrastruktur

Mit der Entwicklung des Stadtteils müssen auch Bildungs-, Betreuungs- und soziale Angebote mitwachsen. Deshalb ist unter anderem die Erweiterung der Pliensauschule Teil des Zielbilds.

Strategiekarte Soziale Infrastruktur zeigt die Lage von Kitas, Schulen, Bildungs- und Betreuungseinrichtungen
©Reschl Stadtentwicklung GmbH

Gewerbe und Energie

Die Pliensauvorstadt soll ein attraktiver Standort für lokale Wirtschaft und wohnortnahe Versorgung bleiben. Gleichzeitig sollen klimagerechte Quartiere und eine zukunftsfähige Energieversorgung gefördert werden.

Strategiekarte Gewerbe zeigt die Versorgungssituation im Stadtteil.
©Reschl Stadtentwicklung GmbH

Erste Maßnahmen

Das ISEK ist nicht nur eine Planung für die Zukunft. Erste Maßnahmen laufen bereits oder wurden angestoßen. Dazu gehören unter anderem:

  • die Instandsetzung des Roten Platzes,
  • die Mobile Jugendsozialarbeit,
  • das gestartete Parkraumkonzept für den Kernbereich der Pliensauvorstadt und die Gewerbezone,
  • das geplante Bewegungsband, das begrünte Aufenthalts- und Bewegungsräume miteinander verbinden soll.

Das Bewegungsband knüpft dabei auch an Ideen aus dem früheren Programm „Soziale Stadt“ an und ist Bestandteil des Klimamobilitätsplans.

Das ISEK wird bereits heute bei Planungen und Projekten verschiedener Ämter und Dienststellen berücksichtigt. Die Umsetzung der Maßnahmen erfolgt Schritt für Schritt.

Der Weg zum ISEK: gemeinsam entwickelt

Das ISEK ist in einem mehrjährigen Planungs- und Beteiligungsprozess entstanden. Von der ersten Bestandsaufnahme über die Befragung der Stadtteilbewohnerinnen und -bewohner bis zum fertigen Entwicklungskonzept wurden die Perspektiven der Bürgerschaft, der Politik und der Stadtverwaltung zusammengetragen.

Ausgangspunkt: Warum braucht die Pliensauvorstadt ein ISEK?

Die Pliensauvorstadt hat sich seit dem Ende des Programms „Soziale Stadt“ im Jahr 2011 weiterentwickelt. Gleichzeitig stehen neue Herausforderungen an – etwa durch die weitere Siedlungsentwicklung, Nachverdichtung und die damit verbundenen Auswirkungen auf Verkehr, Bildung und soziale Infrastruktur.

Mit dem ISEK sollten deshalb langfristige und themenübergreifende Leitlinien für die Entwicklung des Stadtteils erarbeitet werden. Das Konzept schafft außerdem die Grundlage, um künftig Städtebaufördermittel für die Pliensauvorstadt beantragen zu können.

2023: Stadtteilbefragung und Projektforum

Den Auftakt bildete eine umfassende Befragung der Bewohnerinnen und Bewohner der Pliensauvorstadt. Dabei ging es darum, Stärken, Herausforderungen und Wünsche für die Zukunft des Stadtteils kennenzulernen.

Positiv bewertet wurden unter anderem die Nähe zur Innenstadt, die gute Verkehrsanbindung, die vielfältige Nachbarschaft und die Einkaufsmöglichkeiten. Als Herausforderungen nannten die Befragten beispielsweise den hohen Verkehr, fehlende Kinderbetreuungsangebote, Müll und das Erscheinungsbild des Stadtteils.

Am 18. Juli 2023 wurden erste Ergebnisse der Befragung beim ISEK-Projektforum im Kulturzentrum Dieselstrasse vorgestellt und gemeinsam diskutiert. Auch städtebauliche Projekte wie das Nürk-Areal, das Roser-Areal und das VfL-Post-Areal wurden dabei betrachtet.

2024–2025: Ziele entwickeln und Maßnahmen konkretisieren

2024 stand die gemeinsame Entwicklung eines Leitbilds für die Pliensauvorstadt im Mittelpunkt. Ende April erarbeiteten Einwohnerinnen und Einwohner gemeinsam mit der Stadtverwaltung bei einem Ziele-Workshop erste Ziele für die weitere Entwicklung des Stadtteils.

Nach den Sommerferien folgte im September eine weitere wichtige Etappe der Bürgerbeteiligung: In Workshops zur Pliensauvorstadt Ost, Mitte und West wurden zunächst die Inhalte des ISEK erläutert und offene Fragen geklärt. Anschließend wurden die geplanten Maßnahmen für die jeweiligen Bereiche aus verschiedenen Perspektiven diskutiert.

Auch Kinder und Jugendliche konnten ihre Sicht einbringen. Von Oktober bis November 2024 konnten sie mit Hilfe einer App zeigen, wo sie sich im Freien aufhalten und wie sie den öffentlichen Raum in der Pliensauvorstadt bewerten.

Die Ergebnisse der Beteiligung flossen in die weitere Bearbeitung des ISEK ein. Dabei wurden das Zielbild, der Rahmenplan und der Maßnahmenkatalog weiterentwickelt.

2026: Das ISEK wird beschlossen

2026 wurde das ISEK fertiggestellt und dem Gemeinderat zur Entscheidung vorgelegt. Der Gemeinderat hat das Konzept beschlossen. Damit gibt es nun einen strategischen Orientierungsrahmen für die weitere Entwicklung der Pliensauvorstadt.

Erste Maßnahmen sind bereits angelaufen – darunter die Instandsetzung des Roten Platzes, die Mobile Jugendarbeit und das Parkraumkonzept. Auch das geplante Bewegungsband ist Teil des Maßnahmenprogramms.

Der Prozess geht mit dem Beschluss nicht zu Ende: Das ISEK soll künftig als Grundlage für weitere Planungen und Projekte dienen. Der Dialog mit der Bürgerschaft wird fortgesetzt.

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