Immer mehr wilder Müll im Stadtgebiet
Der städtische Baubetriebshof muss jährlich bis zu 30 Tonnen illegalen Müll entsorgen. Die Stadt Esslingen bittet um Nutzung der kostenfreien Sperrmüllabholung durch den Landkreis.

Mal sind es Müllsäcke an Glas- und Altkleidercontainern, mal unangemeldeter Sperrmüll am Straßenrand. Neben achtlos weggeworfenem Kleinmüll wird Abfall zunehmend auch bewusst im öffentlichen Raum abgestellt – auf Verkehrsinseln, an Straßenrändern, auf Grünflächen oder im Wald. Diese Ablagerungen stellen die Stadt regelmäßig vor organisatorische und personelle Herausforderungen. „Wir stellen fest, dass solche Ablagerungen im Stadtgebiet insgesamt zunehmen“, erklärt Hans-Joachim Pietsch, Leiter des städtischen Baubetriebshofs. Jährlich fallen dadurch inzwischen rund 25 bis 30 Tonnen illegal entsorgter Abfälle an, die vom Baubetriebshof beseitigt werden müssen. Vor zwei Jahren lag die Menge noch bei rund 20 Tonnen. Hinzu kommt ein verändertes Nutzungsverhalten bei öffentlichen Abfallbehältern. „Öffentliche Abfalleimer werden zunehmend für privat mitgebrachten Hausmüll genutzt“, erläutert Pietsch. Die Stadt betreut derzeit rund 450 öffentliche Abfalleimer sowie etwa 80 Hundekotbehälter.
24 Mitarbeitende im Einsatz
24 Mitarbeitende im Einsatz, die in festen Kolonnen unterwegs sind. Rund 80 Prozent der Arbeit erfolgt zu Fuß und von Hand. Allein das Müllfahrzeug für die Innenstadt legt täglich 40 bis 50 Kilometer zurück. Der Eindruck, Abfalleimer würden nicht häufig genug geleert, entspricht dabei nicht der Realität. „In stark frequentierten Bereichen werden die Behälter regelmäßig und bei Bedarf sogar zweimal täglich geleert“, betont Pietsch. Überfüllungen entstehen häufig durch unsachgemäße Nutzung, etwa wenn große Gegenstände wie Pizzakartons oder Zeitungen die Einwurföffnungen blockieren. Um auf die gestiegenen Anforderungen zu reagieren, tauscht die Stadt teilweise ältere Abfallbehälter schrittweise aus. Pietsch erklärt: „Bereits rund 50 neue, größere Mülleimer mit integrierten Aschenbechern und Kippensammlern wurden aufgestellt, um Kapazitäten zu erhöhen und Verschmutzungen zu reduzieren.“
Müll zieht Müll an
in weiteres Problem ist, dass illegale Ablagerungen häufig weitere nach sich ziehen. Um eine Ausweitung zu verhindern, werden wilde Müllansammlungen möglichst zeitnah beseitigt. Gleichzeitig bindet dieses Vorgehen erhebliche Ressourcen. Besonders häufig wird Sperrmüll ohne Anmeldung im öffentlichen Raum abgestellt, etwa nach Umzügen. Dabei ist die Sperrmüllabholung über den Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises unkompliziert online buchbar und kostenfrei. „Wir empfehlen deshalb allen Bürgerinnen und Bürgern, die regulären Abholangebote zu nutzen – das spart Aufwand, schützt das Stadtbild und ist kostenlos“, betont Pietsch.
KOD geht konsequent vor
Wird illegal entsorgter Müll festgestellt, veranlasst die städtische Straßenreinigung eine Verursacherermittlung durch den Kommunalen Ordnungsdienst (KOD). „Wir prüfen konsequent, ob Verursacherinnen oder Verursacher ermittelt werden können“, erklärt Brigitte Länge, Leiterin des Ordnungsamts. „Ist dies der Fall, werden sie zur Beseitigung verpflichtet, die Entsorgungskosten werden weitergegeben und ordnungsrechtliche Maßnahmen eingeleitet.“ Seit 2017 ahndet der KOD zudem konsequent sogenannte Kleinmüllverstöße, etwa weggeworfene Zigaretten, Kaugummis oder Verpackungen. Das Verwarnungsgeld liegt in der Regel bei 55 Euro, kann in schwereren Fällen aber höher ausfallen. Zwischen 2020 und 2025 wurden jährlich mehrere hundert Verfahren eingeleitet, zuletzt 541 im Jahr 2025.
Appell des Bürgermeisters
Ob illegaler Sperrmüll, weggeworfene Kaugummis oder Schmierereien – all diese Vergehen beeinträchtigen nicht nur das Stadtbild, sondern verursachen auch erhebliche Kosten, die von der Allgemeinheit durch Steuergelder finanziert werden müssen. Der Appell von Baubürgermeister Hans-Georg Sigel: „Unsere Stadt ist ein Wohnzimmer für die Bürgerinnen und Bürger – und mit ihrer reichen Geschichte auch ein Magnet für Touristinnen und Touristen. Dieses Stadtbild verdient Respekt und Pflege von uns allen.“
Büro des Oberbürgermeisters
