Hitzeschutzkonzept für Schulen

Wenn die Temperaturen steigen, wird Lernen schnell zur Herausforderung. Heiße Klassenzimmer und aufgeheizte Schulhöfe belasten die gesamte Schulgemeinschaft. Um die Situation zu verbessern, hat die Stadtverwaltung dem Gemeinderat ein Hitzeschutzkonzept für ihre Schulen vorgestellt.

Schulhof Schelztor-Gymnasium

Auch der Schulhof des Schelztor-Gymnasiums ist geprägt von versiegelten Böden, die sich im Sommer stark aufheizen.

Lernen trotz Hitze

„Hitze ist kein Komfortthema, sondern ein Gesundheits-, Lern- und Organisationsthema“, betont Imke Preiß-Abramowski von der Stabsstelle Schulentwicklungsplanung. „Sie kann Konzentration, Leistungsfähigkeit und Gesundheit beeinträchtigen.“ Viele Schulen sind nur begrenzt auf hohe Temperaturen ausgelegt. Das setzt Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften, Betreuungspersonal sowie Mitarbeitenden in Mensen und Sekretariaten zu.

Mit einem ganzheitlichen Konzept will die Stadtverwaltung Verbesserungen erreichen. Dafür sollen die Temperaturen in den Innenräumen regelmäßig gemessen und dokumentiert werden. Auch Hitzewarnungen, UV-Index und die lokale Wetterlage fließen mit ein. Schulleitung und pädagogisches Personal bewerten die Lage vor Ort und organisieren Raumwechsel, Pausen oder andere Entlastungsmaßnahmen. „Verlässliche Kommunikation sorgt dafür, dass Schulleitungen, Lehrkräfte, Hausmeister und Eltern an einem Hitzetag schnell und eindeutig informiert werden“, erklärt Imke Preiß-Abramowski.

Organisatorische Maßnahmen

Manche Maßnahmen lassen sich direkt umsetzen: Der Unterricht kann in kühlere Räume verlegt werden, frühmorgendliches Lüften sowie das Schließen der Fenster bei steigenden Außentemperaturen helfen zusätzlich. Auf den Schulhöfen werden gezielt Schattenbereiche genutzt, körperlich anstrengende Aktivitäten reduziert oder verlegt. Je nach Standort können auch mobile Klimageräte eingesetzt werden. Die Voraussetzungen in den Schulen sind sehr unterschiedlich, Maßnahmen werden daher je nach Standort und temperaturabhängig entschieden.

Für besonders heiße Tage gelten Notfallregeln: Sport und belastende Angebote können entfallen und kühle Rückzugsräume bereitgestellt werden. Der Unterricht kann verkürzt werden, Hitzefrei ist möglich – frühestens nach der vierten Stunde und bei mindestens 25 Grad im Schatten um 11 Uhr. Die Entscheidung darüber trifft die Schulleitung, möglichst abgestimmt mit benachbarten Schulen. Die gymnasiale Oberstufe und berufliche Schulen sind davon ausgenommen. Zudem müssen Ganztagsgrundschulen eine Notbetreuung anbieten.

Bauliche und technische Maßnahmen

Mittelfristig setzt die Stadt auf bauliche Verbesserungen: Außenliegende Sonnenschutzsysteme wie Markisen oder Rollläden sollen ausgebaut werden. Gleichzeitig geht es darum, Schulgelände klimaangepasst zu gestalten – mit mehr Grün, schattenspendenden Bäumen sowie Dach- und Fassadenbegrünung. Auch bessere Dämmung und optimierte Lüftungssysteme spielen eine Rolle. Welche Maßnahmen umgesetzt werden, hängt vom jeweiligen Standort und – aufgrund der angespannten Haushaltslage – den verfügbaren Mitteln ab.

Langfristig will Esslingen seine Schulen klimaresilient weiterentwickeln. Dazu gehören neue Baukonzepte ebenso wie innovative Kühltechnologien. Bei besonders stark betroffenen Bestandsgebäuden kann auch aktive Kühlung notwendig werden – kombiniert mit energieeffizienten Lösungen und möglichst eigener Stromerzeugung.

Weiteres Vorgehen

Zunächst werden Schulen mit besonders hohem Bedarf ausgewählt, in denen Maßnahmen gezielt erprobt und weiterentwickelt werden. Parallel werden Zuständigkeiten, Kommunikationswege und konkrete Schwellenwerte verbindlich festgelegt. Die Stadtverwaltung prüft Fördermöglichkeiten aus dem Startchancenprogramm sowie dem Förderprogramm „KLIMOPASS“. Förderfähig sind beispielsweise Hitzesegel, Trinkbrunnen, Entsiegelung oder Wasserspiele.

Ziel ist es, ein Maßnahmenprogramm zu entwickeln, das kurzfristige Entlastung, mittelfristige Investitionen sowie langfristige Sanierungs- und Neubauperspektiven miteinander verknüpft. Die Schulen profitieren dabei von der Vorarbeit, die die Esslinger Kitas zum Hitzeschutzkonzept geleistet haben und den Erfahrungen der Pilot-Kita Entengraben. All diese Maßnahmen sind Teil des Hitzeaktionsplans zur Klimawandelanpassung der Stadt Esslingen, zu dem unter anderem der Hitzeschutz für vulnerable Bevölkerungsgruppen gehört.

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